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Geopolitische Implikationen der Netzwerkrevolution

Title: Geopolitische Implikationen der Netzwerkrevolution

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 33 Pages

Autor:in: M.A. Oliver Köller (Author)

Communications - Mass Media
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Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, die Hypothese zu überprüfen, ob es einerseits zu einem massiven Wandel der Bedürfnisstrukturen der Menschheit in ihren Teilaspekten der sog. „westlichen Zivilisation“ kam, welcher wiederum die eigentliche Erfindung des Internets erst ermöglichen konnte, oder ob vielmehr die globale Vernetzung im kybernetischen Rückgriff auf die Triebkräfte, libidinösen und „thanatotischen“ Strukturen, selbige modifiziert hat. Denkbar wäre auch von gar keiner Veränderung auszugehen, oder eine noch stärker „autopoietische“ Wechselwirkung zugrunde zu legen. So oder so, zu welchen Ergebnissen diese Arbeit auch kommen mag, zumindest die tendenzielle Falsifizierung von drei Nullhypothesen in diesem Vierfelderschema scheint plausibel. Vorweg ist es aber vonnöten, zur begrifflichen Klarheit eine definitorische Abgrenzung des Bereiches zu unternehmen, auf dessen „Befriedigungsbilanz“, auf dessen Befriedungsfunktion eine Wirkung vermutet wird.

Ausgangspunkt der Diskussion muss die sogenannte Hierarchie sein, die „Pyramide“. Nicht umsonst drängt sich hier der Vergleich zu Maslow und seiner lexikalischen Ordnung der mehr oder minder notwendigen „Notwendigkeiten“ auf; wenn es Bedürfnisse in seiner Hierarchie gibt, die die allgemein hierarchische Gliederung der Gesellschaft als Ganzes weniger gut bedienen kann, als eine alternative Zusammensetzung, so müsste man hier eine mögliche Schlüsselvariable der Argumentation postulieren können. Auf der Ebene biologischer Bedürfnisse scheint sich hier kaum eine signifikante Unterscheidung anzubahnen, bestenfalls in punkto Sexualität, auf die an späterer Stelle von der Schattenseite her eingegangen werden soll. Der Boom der Partnerbörsen als u. U. positive Entwicklung könnte man nichtsdestotrotz auf der Haben-Seite eines Trends hin zum offenen Sozialgefüge verbuchen. Ein klarer Nachteil der Hierarchie zeigt sich auf der nächsten Bedürfnisebene, der Sicherheit. Wenn in einer dreistufigen Anordnung die „mittlere Etage“ aus welchem Grund auch immer wegbrechen würde, ist die Funktionsfähigkeit nicht mehr gewährleistet, ein Netz hingegen kann aufgrund seiner Redundanzen, den Ausfall einzelner „nodes“ (Knotenpunkte, Verknüpfungsstellen) meist spielend bewältigen, wenn auch die Beschädigung zentraler „server“ im realen Web z. B. Stau und Überlastung auf den Ausweichrouten erzeugen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Besitzt die Netzwerkgesellschaft einen veränderten Bedürfnischarakter?

Grundlegende Konzeptualisierungen, Definitionen & deren Diskussion

Die Hierarchie

„Das Rhizom“

Gegenüberstellung: Konkurrenz oder Symbiose?

Was ist das „Web“ heute?

Historische Entwicklungslinien des „www“

Normative Bedenken

Eine „futurologische“ Prognose

Die Verankerung im Bereich einer Proto-Kosmopolitik

Internationaler Datenverkehr unter ökonomischen Aspekten

Transnationale Organisierte Kriminalität

Die „Antwort“ der Kryptographie

Hürden der Strafverfolgung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hypothese, ob die globale Vernetzung durch das Internet einen massiven Wandel der menschlichen Bedürfnisstrukturen bewirkt hat oder ob sie lediglich bestehende Triebkräfte modifiziert. Dabei steht die kritische Analyse der Netzwerkgesellschaft im Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt, ökonomischen Interessen und soziokulturellen Veränderungen im Fokus.

  • Struktureller Wandel von hierarchischen Modellen hin zu netzwerkbasierten Organisationsformen.
  • Einfluss der Digitalisierung auf gesellschaftliche Bindungen und Identitätsbildung.
  • Geopolitische Implikationen der globalen Vernetzung und die Rolle der „world democracy“.
  • Herausforderungen durch transnationale organisierte Kriminalität und Cyberkriminalität.

Auszug aus dem Buch

Die Hierarchie

Ausgangspunkt der Diskussion muss die sogenannte Hierarchie sein, die „Pyramide“. Nicht umsonst drängt sich hier der Vergleich zu Maslow und seiner lexikalischen Ordnung der mehr oder minder notwendigen „Notwendigkeiten“ auf; wenn es Bedürfnisse in seiner Hierarchie gibt, die die allgemein hierarchische Gliederung der Gesellschaft als Ganzes weniger gut bedienen kann, als eine alternative Zusammensetzung, so müsste man hier eine mögliche Schlüsselvariable der Argumentation postulieren können. Auf der Ebene biologischer Bedürfnisse scheint sich hier kaum eine signifikante Unterscheidung anzubahnen, bestenfalls in punkto Sexualität, auf die an späterer Stelle von der Schattenseite her eingegangen werden soll. Der Boom der Partnerbörsen als u. U. positive Entwicklung könnte man nichtsdestotrotz auf der Haben-Seite eines Trends hin zum offenen Sozialgefüge verbuchen. Ein klarer Nachteil der Hierarchie zeigt sich auf der nächsten Bedürfnisebene, der Sicherheit. Wenn in einer dreistufigen Anordnung die „mittlere Etage“ aus welchem Grund auch immer wegbrechen würde, ist die Funktionsfähigkeit nicht mehr gewährleistet, ein Netz hingegen kann aufgrund seiner Redundanzen, den Ausfall einzelner „nodes“ (Knotenpunkte, Verknüpfungsstellen) meist spielend bewältigen, wenn auch die Beschädigung zentraler „server“ im realen Web z. B. Stau und Überlastung auf den Ausweichrouten erzeugen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Besitzt die Netzwerkgesellschaft einen veränderten Bedürfnischarakter?: Einleitung in die Forschungsfrage, ob das Internet die menschlichen Bedürfnisse grundlegend verändert oder nur bestehende Strukturen angepasst hat.

Grundlegende Konzeptualisierungen, Definitionen & deren Diskussion: Untersuchung der Hierarchie versus netzwerkartiger Organisationsformen (Rhizom) und deren Auswirkungen auf menschliche Bedürfnisse.

Was ist das „Web“ heute?: Historische Betrachtung der Entstehung des www, seine Entwicklung zur globalen Supermachtkonstellation und kulturelle Auswirkungen.

Die Verankerung im Bereich einer Proto-Kosmopolitik: Analyse des globalen Datenverkehrs unter wirtschaftlichen Aspekten und dessen Einfluss auf die Bildung globaler politischer Strukturen.

Transnationale Organisierte Kriminalität: Diskussion über die Verschiebung krimineller Aktivitäten in den digitalen Raum sowie die Herausforderungen bei deren Bekämpfung.

Schlüsselwörter

Netzwerkgesellschaft, Internet, Bedürfnisstruktur, Hierarchie, Rhizom, Digitale Revolution, Cyberkriminalität, Globalisierung, Proto-Kosmopolitik, Informationstechnologie, Datensicherheit, Soziale Bewegungen, Kryptographie, Netzstruktur, Wissen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Internets auf die menschliche Bedürfnisstruktur und die daraus resultierenden soziopolitischen und sicherheitsrelevanten Konsequenzen.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet den Wandel von Hierarchien zu Netzwerkstrukturen, die Rolle von NGOs, Probleme der globalen Sicherheit sowie die Veränderung von Kriminalität durch das Internet.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung der Hypothese, ob das Internet zu einem fundamentalen Wandel der menschlichen Bedürfnisstrukturen führte oder nur bestehende Dynamiken modifizierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische und konzeptionelle Analyse sowie eine kritische Auseinandersetzung mit medienwissenschaftlicher und soziologischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Netzwerkstrukturen, der historischen Entwicklung des Internets, den geopolitischen Implikationen und der Zunahme von Cyberkriminalität.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Netzwerkgesellschaft, Bedürfniswandel, Digitalisierung, Cyberwar, Transnationalität und Kontrollfragen im Netz.

Wie bewertet der Autor das „Web“ aus moralischer Sicht?

Der Autor zeigt sich ambivalent: Einerseits bietet das Web enorme Möglichkeiten für Partizipation, andererseits führt es zu Orientierungslosigkeit, Überforderung und manipulativen Geschäftspraktiken.

Welche Rolle spielt die Kryptographie in dieser Untersuchung?

Die Kryptographie wird als zentrales Element im Konflikt zwischen Sicherheitsbehörden und Akteuren im Internet dargestellt, wobei eine „Offense/Defense-Spirale“ konstatiert wird.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des „globalen Dorfes“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein echter globaler „demos“ bisher nur rudimentär existiert und die Erfüllung von Bedürfnissen im Internet hohe mediale Kompetenz und Ausdauer erfordert.

Wie steht es um die Regulierung des Internets?

Die Arbeit betont ein deutliches Regulierungsdefizit, da nationale Gesetzgebungen bei den globalen und grenzüberschreitenden Strukturen des Internets oft an ihre Grenzen stoßen.

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Details

Title
Geopolitische Implikationen der Netzwerkrevolution
College
LMU Munich  (IfKW)
Course
Massenmedien und sozialer Wandel
Author
M.A. Oliver Köller (Author)
Publication Year
2008
Pages
33
Catalog Number
V442387
ISBN (eBook)
9783668806283
ISBN (Book)
9783668806290
Language
German
Tags
Netzwerk Menschheit Internet Bedürfnis Wechselwirkung Libido
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Oliver Köller (Author), 2008, Geopolitische Implikationen der Netzwerkrevolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442387
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