Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Ciencias Culturales - General y definiciones

Das Mythenhafte der gegenwärtigen Tätowierung. Was steckt hinter dem Tattoo-Trend?

Título: Das Mythenhafte der gegenwärtigen Tätowierung. Was steckt hinter dem Tattoo-Trend?

Trabajo Escrito , 2015 , 14 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Paula Hettich (Autor)

Ciencias Culturales - General y definiciones
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Worin grundsätzlich alle Tätowierungspraktiken konvergieren, so scheint es, ist der technische Vorgang des Tätowierens, bei dem die Haut von einem spitzen Gegenstand durchstochen wird und Farbpigmente in die mittlere Hautschicht einlagert werden. Dieser Vorgang des Tätowierens ist in allen Kulturen kommensurabel, gleichwohl die Funktionen und Hintergründe noch so verschieden sein können. Die Tätowierung ist eine ubiquitäre Erscheinung. Man findet sie in allen Kulturen. Über ihren geografischen Ursprung sowie ihre zeitlichen Anfänge lässt sich nur spekulieren. Jedoch belegen prähistorische Funde, dass es die Körperbemalung als ursprüngliche Form der Tätowierung, schon vor, oder zu Zeiten der Höhlenmalereien gegeben haben muss. Die im Öztal von Wissenschaftlern entdeckte Gletscherleiche Ötzi ist der erste Fund konservierter Haut mit etwa 40 Tätowierungen. Der Fund dokumentiert, dass es in der Steinzeit bereits eine Praxis des Tätowierens gab. Allerdings handelte es sich bei den Tätowierungen von Ötzi um eine Form der Akupunktur und therapeutischen Behandlung. Demnach wurde damals dem Hautstich eine medizinisch-magische Bedeutung zugesprochen. Die ersten schriftlichen Belege für die Praxis des Hautstichs finden sich im Alten Testament der Bibel, in dem ein Verbot die Körperbemalung strikt untersagt. Die antiken Funde lassen somit vermuten, dass der Hautstich so alt ist wie die Menschheit selbst und daher als natürliche Gegebenheit wahrzunehmen ist. Die Tätowierung erweckt den Anschein von einem Mythos umwoben zu sein, der sie genuin und natürlich erscheinen lässt. Im Zuge der „zweiten Globalisierung“, erlangte die Tätowierung große Beliebtheit. Sie ist heute ein weit verbreitetes Phänomen: Aus einer Pressemitteilung einer Studie der Universität Leipzig im Jahr 2009 geht hervor, dass Tätowierungen in der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren am häufigsten vorkommen. Etwa 25% tragen Tätowierungen. Hierbei handelt es sich vor allem um sogenannte Schmuck-Tätowierungen, die eine ästhetische Funktion erfüllen. gegenwärtigen Verwendungsweisen der Tätowierung in Europa haben nur noch sehr wenig mit den ursprünglichen gemein.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die gegenwärtige Tätowierung

2.1.Historischer Abriss und Etymologie

2.2.Was ist die Tätowierung heute?

2.3.Der Arbeitsbegriff von Tätowierung für diese Arbeit

2.4.Hautvorstellung und Körperdiskurs

3. Theoretische Überlegungen

3.1.Die Tätowierung nach Roland Barthes

3.2.Welcher Mythos verbindet Haut und Tätowierung?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der aktuellen Tätowierungswelle in der westlichen Kultur auf Basis der Zeichentheorie von Roland Barthes. Das primäre Ziel ist es, die Tätowierung als modernen Mythos zu entschlüsseln und zu entmystifizieren, indem analysiert wird, wie durch sie Geschichte als vermeintliche Naturgegebenheit konstruiert wird.

  • Semiotische Analyse der Tätowierung als Zeichensystem
  • Anwendung des Mythos-Begriffs nach Roland Barthes
  • Die Rolle der menschlichen Haut als Grenzfläche und Identitätsträger
  • Kulturhistorische Einordnung der Tätowierungspraxis
  • Untersuchung der Tätowierung als Mittel der Selbsterfahrung und Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Tätowierung nach Roland Barthes

Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Theorie des Mythos von Roland Barthes, angewendet auf das Phänomen der gegenwärtigen Tätowierungswelle in Europa. Dies setzt voraus, dass es sich bei der Tätowierung um ein Zeichensystem handelt. Zugleich wirft das die Frage auf, warum man hierbei von einem Zeichensystem ausgehen kann. Im Verlauf des Kapitels wird versucht, das Thema semiologisch zu analysieren. Dabei wird die zentrale Frage nach dem Mythos der Tätowierung in den Fokus rücken.

Bei der Tätowierung handelt es sich in doppelter Hinsicht um ein Zeichensystem. Zum einen bedient sie sich Schriftzeichen und Bildern, denen eine Bedeutung innewohnt, ungeachtet dessen sie arbiträr oder konventional entstanden sind. Zum anderen hinterlässt die Tätowierung auf der Haut ein Hautzeichen, das im doppelten Sinn bedeutet, da es die Leistungen der Haut für den Körper aufdeckt und deren biologische Funktionen der Heilung hervorruft. An diese Überlegungen werde ich im anschließenden Kapitel weiter anknüpfen.

Roland Barthes’ Mythos, mit dessen Hilfe er französische Alltagsphänomene in einer Reihe kurzer Essays näher erschließt, ist eine erweiterte Analyse der Semiologie. Die Linguistik von Saussure, die von zwei Termen in der Sprache ausgeht, wird von Barthes um ein sekundäres semiologisches System erweitert und schließt mit der mythischen Rede ab. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Beobachtung, dass in unserer Gegenwart Geschichte und Natur fortwährend miteinander vertauscht werden. Darin erkennt Barthes einen „ideologischen Missbrauch, der sich [...] in der dekorativen Darstellung des Selbstverständlichen verbirgt“ (Barthes, 2013, S. 11). Barthes verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff Mythos, der ihm am Besten geeignet scheint, um über diesen falschen Umstand aufzuklären. Demnach befinden sich in unserer Alltagswelt Narrative, die das vom Menschen Konstruierte als eine Naturgegebenheit darstellen – so etwa die gegenwärtige Tätowierung in Europa.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der Tätowierung ein und definiert die Forschungsfrage, welche die Tätowierung als modernen Mythos untersucht.

2. Die gegenwärtige Tätowierung: Dieses Kapitel behandelt die Etymologie, die heutige Bedeutung als ästhetisches Konzept sowie die theoretische Verortung des Arbeitsbegriffs und den Diskurs über die Haut.

2.1.Historischer Abriss und Etymologie: Hier wird die Geschichte der Tätowierung im Kontext der Globalisierung und die Herkunft des Wortes „tattoo“ beleuchtet.

2.2.Was ist die Tätowierung heute?: Es wird erläutert, wie sich die Tätowierung von einer stigmatisierten Praxis zu einem gesellschaftlich akzeptierten ästhetischen Medium gewandelt hat.

2.3.Der Arbeitsbegriff von Tätowierung für diese Arbeit: Definition des zeitlichen und kulturellen Rahmens, auf den sich die Untersuchung bezieht.

2.4.Hautvorstellung und Körperdiskurs: Analyse der Haut als kulturelle Projektionsfläche und Vermittler zwischen Innen und Außen.

3. Theoretische Überlegungen: Einführung in das semiologische System von Roland Barthes und Übertragung seiner Mythen-Theorie auf das Phänomen der Tätowierung.

3.1.Die Tätowierung nach Roland Barthes: Detaillierte Untersuchung des Zeichensystems Tätowierung und der Funktionsweise des Mythos als „Metasprache“.

3.2.Welcher Mythos verbindet Haut und Tätowierung?: Synthese der zuvor erarbeiteten Erkenntnisse zur symbolischen Verbindung zwischen der biologischen Haut und dem kulturell eingeschriebenen Hautzeichen.

4. Fazit: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Ausblick auf die Zukunftsfähigkeit der Tätowierung als zeitbedingter Mythos.

Schlüsselwörter

Tätowierung, Roland Barthes, Mythos, Zeichensystem, Haut, Semiologie, Körperbild, Identität, Globalisierung, Körperbemalung, kulturelle Einschreibung, Signifikant, Signifikat, Subjektivität, Metasprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der gegenwärtigen Tätowierungswelle in der westlichen Kultur und analysiert diese mithilfe der Zeichentheorie von Roland Barthes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die semiologische Analyse der Tätowierung, die Rolle der menschlichen Haut als Kommunikationsoberfläche und der Begriff des „Mythos“ in der zeitgenössischen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die aktuelle Tätowierungspraxis zu entschlüsseln und als „Mythos“ zu entlarven, der menschliche Konstrukte als natürlich erscheinen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin/der Autor verwendet einen semiologischen Ansatz, basierend auf Roland Barthes’ Werk „Mythen des Alltags“, um Tätowierungen als Zeichensystem zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung der menschlichen Haut sowie eine detaillierte theoretische Analyse des Mythos-Begriffs und dessen Anwendung auf das Tätowieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tätowierung, Mythos, Haut, Semiologie, Identität und kulturelle Einschreibung charakterisieren.

Wie definiert die Arbeit den „Mythos“ im Kontext von Tätowierungen?

Ein Mythos wird hier als eine von der Geschichte gewählte Rede verstanden, die menschliche Konstruktionen (wie die heutige Beliebtheit von Tattoos) als natürlich und gegeben erscheinen lässt.

Warum spielt die menschliche Haut eine so entscheidende Rolle in der Analyse?

Die Haut wird nicht nur als physische Hülle betrachtet, sondern als Vermittler zwischen Innen- und Außenwelt sowie als zentraler Ort der Identitätsbildung und kulturellen Einschreibung, was sie untrennbar mit dem Tätowiervorgang verbindet.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Mythenhafte der gegenwärtigen Tätowierung. Was steckt hinter dem Tattoo-Trend?
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Kulturwissenschaft)
Curso
Wahrnehmungen - Imagination - Körper
Calificación
1,0
Autor
Paula Hettich (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
14
No. de catálogo
V442467
ISBN (Ebook)
9783668804920
ISBN (Libro)
9783668804937
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tätowierung Geschichte der Tätowierung Körpermodifikation Selbstoptimierung Individualisierung Körperbemalung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Paula Hettich (Autor), 2015, Das Mythenhafte der gegenwärtigen Tätowierung. Was steckt hinter dem Tattoo-Trend?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442467
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  14  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint