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Essstörungen. Erscheinungsbilder, Verlaufsformen, Therapien und Möglichkeiten schulischer Prävention

Title: Essstörungen. Erscheinungsbilder, Verlaufsformen, Therapien und Möglichkeiten schulischer Prävention

Examination Thesis , 2004 , 105 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Monika Reichard (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Essen ist lebensnotwendig, denn unser Körper braucht Nährstoffe zum Überleben. Im menschlichen Leben hat Essen neben der Ernährung noch andere Bedeutungen. Essen beinhaltet Sinnlichkeit, Genuss, Ästhetik und Kultur. Da wäre der hohe gesellschaftliche Wert, den wir Essen zuschreiben. Bei vielen Gelegenheiten wird gegessen, unabhängig vom Hungergefühl. So trifft man sich zum gemeinsamen Kochen, „Naschen“, man geht in feine Restaurants und zelebriert das Konsumieren von wohlschmeckender Nahrung.
Parallel zu dem steigenden Nahrungsüberfluss unserer Gesellschaft hat das Phänomen Essstörungen in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Auffällig ist die Tatsache, dass Essstörungen überwiegend in den westlichen Nationen auftreten, die durch eine starke Konsumorientierung und ein immer schlanker werdendes Körperideal geprägt sind.
Natürlich will man als junge Frau gut aussehen und seiner Umwelt gefallen, jedoch stellte sich mir angesichts der immer häufiger auftretenden Essstörungen, auch im persönlichen Umfeld, die Frage, wie hoch der Preis für gutes Aussehen ist und was die Schönheit wert ist - etwa die Gesundheit?
Aufgrund dieser Fragestellung entschloss ich mich zur Thematisierung von Essstörungen in meiner Hausarbeit.
Im ersten Teil dieser Arbeit beschreibe ich den historischen Hintergrund und die Entwicklung von Essstörungen.
Des weiteren erläutere ich die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Essstörungen, deren Symptomatik und Verläufe. Dadurch möchte ich einen Einblick in die jeweiligen Krankheitsbilder und die damit verbundenen Folgen und Zusammenhänge verschaffen.
Im dritten Kapitel gehe ich auf die Ursachen von Essstörungen ein. Damit möchte ich aufzeigen, dass diese Verhaltensstörung auf einem komplexen Zusammenwirken verschiedener Faktoren basiert und nicht bloß ein simpler Einfall von jungen Mädchens ist, um Aufmerksamkeit zu erregen. Darauf folgend stelle ich einige unterschiedliche therapeutische Behandlungformen der Krankheit vor und erläutere deren Vorgehen, Ziel und Wirksamkeit, sofern entsprechende Ergebnisse aus Studien dazu vorliegen.
Im fünften Kapitel befasse ich mich mit möglichen Vorbeugungsmaßnahmen, um die Entstehung von Essstörungen zu verhindern. Meinen Schwerpunkt lege ich dabei auf die Beratungsmöglichkeiten in der Schule, entweder durch Lehrpersonen oder „Beratungsteams“, die die Schule aufsuchen. Dieses Kapitel bildet auch den Abschluss meiner Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Historische Erscheinungsformen von Essstörungen

1.1. Magersucht

1.2. Ess-Brech-Sucht

1.3. Fettsucht

2. Essstörungen unter dem Aspekt der medizinischen und psychopathologischen Diagnostik

2.1. Definition und Diagnosekriterien

2.1.1. Magersucht (Anorexia nervosa)

2.1.2. Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

2.1.3. Esssucht (Binge-Eating-Störung)

2.2. Verbreitung und Häufigkeit von Essstörungen

2.3. Essstörungen- Krankheiten mit Suchtcharakter

2.4. Erscheinungsform, Symptomatik und Krankheitsverlauf

2.4.1. Magersucht (Anorexia nervosa)

2.4.2. Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

2.4.3. Esssucht (Binge-Eating-Störung)

2.5. Somatische Folgesymptome

2.5.1. Magersucht

2.5.2. Ess-Brech-Sucht

2.5.3. Esssucht

3. Mögliche Ursachen bzw. Erklärungsansätze von Essstörungen

3.1. Biologisch-genetische Erklärungsansätze

3.2. Psychoanalytische und sozialpsychologische Erklärungsansätze

3.3. Familiendynamische Erklärungsansätze

3.4. Soziokulturelle und gesellschaftspolitische Erklärungsansätze

4. Hilfen zur Bewältigung von Essstörungen und ihr Erfolg

4.1. Somatisch orientierte Therapien

4.2. Methoden der Psychotherapie

4.2.1. Verhaltenstherapie

4.2.2. Psychoanalyse

4.2.3. Gesprächspsychotherapie

4.2.4. Einzeltherapie oder Gruppentherapie

4.3. Familientherapie

4.4. Gestalt- und Körperpsychotherapien

5. Möglichkeiten der Prävention von Essstörungen

5.1. Zum Begriff der Prävention

5.2. Projekte zur prophylaktischen Arbeit bei Essstörungen

5.2.1. Ergebnisse aus Schulseminaren

5.2.2. „Wie schlank muss ich sein, um geliebt zu werden?“ – Ein Modellprojekt

5.2.2.1. Konzeption des Mädchenprojektes

5.3. Eigene Überlegungen zur primären Prävention

5.3.1. Bestimmung der Risikofaktoren

5.3.2. Ansätze zur Bekämpfung der Risikofaktoren

5.3.3. Umsetzung präventiver Maßnahmen in der Schule

5.3.3.1. Möglichkeiten zur Umsetzung

5.3.3.2. Situation bzw. Funktion der Beteiligten

5.3.3.3. Konkrete Vorschläge zur Umsetzung

5.3.3.4. Außerschulische Prävention

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, ein umfassendes Verständnis für Essstörungen bei Frauen zu entwickeln, indem sie Erscheinungsbilder, diagnostische Kriterien, Ursachen und Therapiemöglichkeiten beleuchtet und dabei insbesondere Ansätze zur schulischen Prävention erörtert.

  • Historische und psychologische Einordnung von Essstörungen
  • Differenzierte Analyse von Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störung
  • Untersuchung biologischer, psychoanalytischer und familiendynamischer Ursachen
  • Bewertung verschiedener therapeutischer Ansätze und deren Wirksamkeit
  • Entwicklung und Darstellung präventiver Maßnahmen im schulischen Kontext

Auszug aus dem Buch

1.1. Magersucht

Das Bedürfnis, den Hunger zu stillen und den Körper mit Nahrung zu versorgen, ist ein zentrales Motiv menschlicher Zivilisations- und Kulturgeschichte. Ein historischer Rückblick verdeutlicht, welchen Funktions und Bedeutungswandel abweichendes Essverhalten im Rahmen des Zivilisationsprozesses erfahren hat (vgl. Cuntz/Hillert,1998,S.39).

Nahrungsverweigerung als magisch-religiöse Praxis ist Bestandteil vieler Kulturen und Religionen und daher auch heut noch ein weit verbreitetes vorgeschriebenes Ritual. So symbolisiert das Fasten die Bemühung, „sich selbst von egoistischen und materialistischen Interessen zu befreien und Leib und Seele zu reinigen“ (Bruch,1991,S.24).

In der frühen nachchristlichen Zeit galt Nahrungsverweigerung nicht nur als Symbol der Enthaltsamkeit, sondern zeigte auch Verbundenheit bei Verfolgung, beispielsweise unter den Christen. Die rituelle Funktion der Nahrungsverweigerung war das Symbolisieren der Trauer über Christi Leiden, ebenso wurde das Fasten als Schutz gegen Dämonen praktiziert (vgl. Stahr u.a.,1998,S.9 f).

Im Mittelalter traten asketisch-mystische Motive der Nahrungsreduzierung auf. So waren diese Bestandteil von Bußhandlungen wie dem Bedauern von Sünden. Das Fasten wurde zur wichtigsten Form der Askese. Es hatte den Sinn, „den Leib zu bezwingen, den Körper zu zügeln und zu bestrafen, um ganz den Glauben zu leben und sich durch das eigene Leiden mit dem leidenden Christus am Kreuz zu vereinigen“ (Stahr u.a.,1998,S.10). Unterstrichen wurde diese Haltung durch andere Praktiken, wie beispielsweise Selbstgeißelungen, Schlafentzug und sexuelle Enthaltsamkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

Historische Erscheinungsformen von Essstörungen: Diese Kapitel beleuchtet die geschichtliche Entwicklung und kulturelle Bedeutung von Essstörungen sowie den Übergang von religiöser Askese zum modernen Krankheitsbegriff.

Essstörungen unter dem Aspekt der medizinischen und psychopathologischen Diagnostik: Hier werden Definitionen und klinische Diagnosekriterien für Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung gemäß DSM-IV und ICD-10 detailliert dargelegt.

Mögliche Ursachen bzw. Erklärungsansätze von Essstörungen: Das Kapitel untersucht komplexe biologische, psychoanalytische, familiendynamische und soziokulturelle Faktoren, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung der verschiedenen Störungen beitragen.

Hilfen zur Bewältigung von Essstörungen und ihr Erfolg: Es folgt eine Übersicht über therapeutische Behandlungsformen wie Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und Familientherapie sowie deren bisherige Wirksamkeit bei den verschiedenen Krankheitsbildern.

Möglichkeiten der Prävention von Essstörungen: Der Schwerpunkt dieses Teils liegt auf der Notwendigkeit und Umsetzung präventiver Programme im schulischen Umfeld sowie der Rolle der Eltern bei der Suchtprävention.

Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz der Thematik für den schulischen Alltag zusammen und betont die Bedeutung einer ganzheitlichen, identitätsstärkenden Präventionsarbeit.

Schlüsselwörter

Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung, Prävention, Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Esssucht, Therapie, Psychotherapie, Körperbildstörung, Adoleszenz, Schule, Familiendynamik, Schlankheitswahn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit Essstörungen wie Magersucht, Bulimie und Esssucht, analysiert deren Symptomatik, Ursachen und Verlaufsformen und untersucht Möglichkeiten der pädagogischen Prävention im schulischen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt medizinisch-diagnostische Aspekte, psychologische Ursachenmodelle, diverse therapeutische Interventionsformen sowie praktische Ansätze für Schulseminare und Projekte zur Suchtprävention.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Krankheitsbilder zu schaffen, um daraus fundierte und praktikable Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte zur Vorbeugung von Essstörungen bei Jugendlichen abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, klinischer Studien und Modellprojekten zur Diagnostik und Prävention basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine diagnostische Einordnung, eine differenzierte Untersuchung der Ursachen (biologisch, psychoanalytisch, familiär, gesellschaftlich) sowie eine detaillierte Darstellung von Therapiemethoden und schulpädagogischen Präventionsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Essstörungen, Prävention, Anorexie, Bulimie, Binge-Eating, Körperwahrnehmung, Identitätsentwicklung, psychotherapeutische Methoden, Familiendynamik und gesellschaftlicher Schlankheitsdruck.

Warum ist das Projekt „Wie schlank muss ich sein, um geliebt zu werden?“ relevant?

Dieses Hagener Modellprojekt dient als Beispiel für eine gelungene Suchtprävention, die Mädchen einen positiven Zugang zum eigenen Körper ermöglicht und Alternativen zum gesellschaftlich normierten Schlankheitsideal bietet.

Welche Rolle spielt die Schule bei der Prävention?

Die Schule dient als wichtige Anlaufstelle für die Früherkennung und bietet durch Unterrichtsfächer, AGs oder gezielte Projekte Raum, um das Selbstbewusstsein der Schülerinnen zu stärken und gesellschaftliche Normen kritisch zu hinterfragen.

Wie unterscheidet sich die Binge-Eating-Störung von der Bulimie?

Während bei der Bulimie regelmäßige kompensatorische Maßnahmen wie Erbrechen oder Abführmittelgebrauch nach Essanfällen auftreten, praktizieren Betroffene der Binge-Eating-Störung diese Maßnahmen in der Regel nicht.

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Details

Title
Essstörungen. Erscheinungsbilder, Verlaufsformen, Therapien und Möglichkeiten schulischer Prävention
College
University of Hildesheim  (Institut für Psychologie)
Grade
1.0
Author
Monika Reichard (Author)
Publication Year
2004
Pages
105
Catalog Number
V44254
ISBN (eBook)
9783638418904
ISBN (Book)
9783638802383
Language
German
Tags
Essstörungen Erscheinungsbilder Verlaufsformen Therapien Möglichkeiten Prävention schulische Prävention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Reichard (Author), 2004, Essstörungen. Erscheinungsbilder, Verlaufsformen, Therapien und Möglichkeiten schulischer Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44254
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