Gesunde Lebenswelten schaffen. Setting- und Lebensweltansatz


Ausarbeitung, 2018

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Spurensuche Hauptteil

Ausblick/ Rückblick/ Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

„Wissenschaft ist Schwarz – Weiß“ (G. Heringshausen 2018). Man könnte auch sagen: „Wissenschaft ist ein Hell – Dunkel denken“. Dies ist mitunter aber nicht so. Gerade die Gesundheitswissenschaft ist ein Denken um viele Ecken. Es verhält sich wie mit den Matrjoschka Puppen. Man weiß nie was als Nächstes kommt. Genauso ist es mit der Gesundheitswissenschaft. Man weiß nie, ob das Ergebnis sich so verhält, wie man es voraus gesagt hat. Da viele Faktoren in dieses Gebiet der Wissenschaft mit reinspielen, ist es schwer, eine hundert prozentige Vorsage zu treffen. Aber genau dies macht wiederrum diese Art der Wissenschaft so spannend. Dieses neue Spannungsfeld wurde mir bewusst, als ich diese Hausarbeit verfasst habe. Wenn ich meinte, einen Lösungsansatz für die Fragestellung gefunden zu haben, so fand ich eine andere Studie, die unter Umständen dem Lösungsansatz wiedersprach oder die Fragestellung in ein anderes Licht rückte. Genau dieses „um die Ecke denken“ führt auch dazu, dass jeder, der sich mit dieser Wissenschaft beschäftigt eine eigene Ansicht der Dinge vertritt. Gesundheit ist der Abschnitt zwischen Geburt und Sterben. Wie aber der Verlauf ist, kann keiner voraus sagen. Aber jeder kann diesen Verlauf negativ und/ oder positiv beeinflussen. Dies ist meine persönliche Erkenntnis aus dieser Ausarbeitung der Fragestellung „Wie kann man an Beispielen die Lebensweltansätze- Kommunale Setting sichtbar machen?“

Einleitung

Deutschland befindet sich in der Mitte des 19.Jahrhunderts im Umbruch. Traditionelle soziale Strukturen veränderten sich, die Leute zogen wegen der vermeintlichen besseren Arbeit vom Land in die wachsenden Städte um dort Arbeit zu finden. Dies führte in vieler Hinsicht zu den unterschiedlichsten Problemen (fehlende Sozialstrukturen, hohe Arbeitsleistung bei niedrigem Lohn, mangelnde Hygiene). Da zum Beispiel Wohnraum knapp war und somit die Mieten hoch waren (Angebot und Nachfrage), wurden zum Teil Wohnungen an mehrere Leute vermietet bzw. der Erstmieter vermietete einzelne Räume weiter. Dies war notwendig, damit eine Familie den geringen erwirtschafteten Lohn zusätzlich aufbessern konnte und somit die notwendige Grundversorgung gesichert war (Schmidt, 2012).

In welcher Sozialen Ungerechtigkeit die Leute damals lebten wird deutlich wenn man auf einen Artikel in einer Zeitung schaut. Dort wird die Geschichte eines 3 Geschossigen Herrschaftlichen Wohnhaus (Baujahr 1907) beschrieben. Dort konnte eine Familie in einer Wohnung mit 400 qm³ wohnen. Zum Vergleich lebten 1885 43,7% der Bevölkerung in Berlin in Wohnungen mit nur einem beheizbaren Zimmer, welches zugleich als Küche, Schlaf- und Wohnstube diente. Eine von mehr als 40 Personen benutzte Toilette befand sich entweder im Hof oder auf dem Treppenpodest des Hauses (Schäfer, 2012). Diese Wohnungen befanden sich in Mietkasernen, welche vier bis sechs Stockwerke hoch sind und einen Innenhof umschließen. Der Innenhof muss nach einer Berliner Bauordnung von 1887 nur eine Breite und Länge von nur 5,30m haben – so große, das ein Spritzenwagen der Feuerwehr darin eben wenden kann (Moser, 12/ 2004).

Die Industrie konnte in dieser Phase auf genügend Arbeitskräfte zurückgreifen, was dazu führte, das zum Teil der Lohn trotz hoher Arbeitsstunden (bis zu 16 Stunden täglich) auf einem niedrigen Stand gehalten werden konnte. Diese Missstände führten zu sozialen Unfrieden. So kam es 1848 zu einer Revolution wegen gesteigerten Lebensmittelpreisen (Freund, 1979).

In dieser Phase des Umbruchs, welche sich bis in das 20. Jahrhundert hinzog war es Edmund Husserl, welcher den Begriff Lebenswelt in seinen nach dem Tode veröffentliche Schriften beschrieb.

„I n unserer Lebensnot – so hören wir – hat diese Wissenschaft uns nichts zu sagen. Gerade die Fragen schließt sie prinzipiell aus, die für den in unseren unseligen Zeiten den schicksalsvollsten Umwälzungen preisgegebenen Menschen die brennenden sind: die Fragen nach Sinn oder Sinnlosigkeit dieses ganzen menschlichen Daseins.“ (Husserl, 1954)

Diese Gedanken von E. Husserl wurden von den Schülern A. Schütz und K. Levin aufgenommen und weitergetragen. Dadurch rückte der Begriff der Lebenswelt weiter in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Einzelne Zeitabschnitte zu beleuchten und das jeweiligen Gedankengut würden den Rahmen dieser Ausfertigung erheblich ausweiten. Daher wird die Zeit ab 1986 in den Fokus gerückt.

In der Ottawa- Charta von 1986 wird deutlich, dass die Gesellschaft durch ihre Komplexität und enge Verknüpfung geprägt ist und dadurch z.B. das Themengebiet der Gesundheit nicht von anderen Zielen wie das Leben im Quartier getrennt werden kann.

Veränderte Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedingungen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit. Die Gesellschaft wird in der Ottawa- Charta direkt dazu aufgefordert, die Arbeit, die Arbeitsbedingungen und die Freizeit selber zu organisieren, damit diese Forderung eine Quelle der Gesundheit wird und nicht der Krankheit. Durch eine sinnvolle Gesundheitsförderung wird eine sichere, anregende, angenehme und befriedende Arbeits- und Lebensbedingung geschaffen. Die „Lebenswelt“ ist ein persönliches Umfeld; die Welt, in der sich das Leben abspielt (Duden- Webseite, 2018). Genauso ist es mit dem Begriff „Setting“. Hier ist die Gesamtheit von Merkmalen der Umgebung, in deren Rahmen etwas stattfindet und erlebt wird, beschrieben (Duden- Webseite, 2018). Eigentlich ist mit dieser Beschreibung aus dem Duden alles gesagt.

Der Begriff Lebenswelt wird aber noch weiter beschrieben und findet verstärkt in der Gesundheitsförderung einen seiner vielen Verwendungen. Im 21.Jahrhundert wurde in der Jakarta-Erklärung zur Gesundheitsförderung von 1997 sowie in Gesundheit21, dem Rahmenkonzept „Gesundheit für alle“ der europäischen Region 1998 aus der „Förderung der Lebenswelt“ zum „Setting- Ansatz“ (Kaba- Schönstein, 2016). Dahinter steht die Idee, Lebenswelten gesundheitsgerechter zu gestalten, so das sich persönliche Potenziale individuell Entfalten können (Kilian, Lehmann, & Richter- Kornweitz, 2016)

Deutlich wird im deutschsprachigen Raum, dass der Begriff „Setting“ in der Gesundheitsförderung oft mit dem Wort „Lebenswelt“ in Verbindung gebracht wird und so auch umschrieben wird. Unberücksichtigt bleibt dabei, welche Bedeutungszuweisung der Begriff Lebenswelten in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen erfahren hat. Er ist nicht wertneutral, sondern repräsentiert Konstrukte, die eben in jenen Disziplinen entwickelt wurden (Engelmann & Halkow, 2008). Hier wird bereits deutlich, dass der Begriff „Lebenswelt“, „Setting“ und „Gesundheitsförderung“ in den wissenschaftlichen Disziplinen zum einen unterschiedlich verwendet wird, aber auch eine gemeinsame Verwendung findet. Daher kann man die drei Begriffe einzeln betrachten oder in einem gemeinsamen Zusammenhang verwenden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Lebenswelt den „Lebensraum“ umschreibt, in dem sich ein Mensch in unterschiedlichen Stationen seiner Lebensphasen (Arbeit, Freizeit etc.) aufhält. Genauso wird im Setting auch der Lebensraum umschrieben, wird aber differenzierter (Arbeitsplatz, Freizeitaktivitäten etc.) eingesetzt.

Hierzu zählen auch Merkmale der Umgebung. Beide Begriffe stehen in direkter Verbindung zu der Gesundheitsförderung, welche in unterschiedlichen Ausprägungen durchgeführt wird.

Bis 2010 hatten 41 von 53 Staaten der WHO- Europa Konzepte zu Gesundheitszielen entwickelt. In Deutschland wurden seit Mitte der 1980-er- Jahre auf Bundesebene Grundlagen für nationale Gesundheitsziele geschaffen.

Mit der Verabschiedung des Präventionsgesetzes in Deutschland 2015 findet in §20 Abs.4 PrävG der Begriff „Lebenswelt“ die notwendige Verschriftlichung statt, um die Basis einer nach vollziehbarer Definition für die Ausrichtung der Präventionsarbeit zu gewährleisten. (Klemperer, 2015)

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Gesunde Lebenswelten schaffen. Setting- und Lebensweltansatz
Hochschule
Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V442836
ISBN (eBook)
9783668807211
ISBN (Buch)
9783668807228
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Settingansatz, Lebenswelten
Arbeit zitieren
Pieter Tamsma (Autor), 2018, Gesunde Lebenswelten schaffen. Setting- und Lebensweltansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442836

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