Bereits seit vierzehn Jahren gibt es das soziale Netzwerk „Facebook“. Den offiziellen Nutzerzahlen zum Ende des ersten Quartals 2018 ist zu entnehmen, dass Facebook nun monatlich von 2.2 Milionen Menschen genutzt wird. Davon sind mehr als eine Million Menschen täglich aktiv. Auch schon vor Facebook gab es andere soziale Netzwerke wie beispielsweise MySpace oder SchülerVZ. Doch trotz des kürzlichen “Datenschutz-Skandales” erreichte kein anderes soziales Netzwerk so viele Anhänger. Deshalb werde ich mich in meiner Hausarbeit vordergründig auf Facebook beziehen.
Daraus schließe ich, dass das soziale Netzwerk eine große Rolle in unserem Alltag spielen müsse. Schnell stellt sich der Verdacht ein, dass unsere realen Kontakte durch die investierte Zeit für Facebook, zu knapp kommen. Ich möchte mich mit der Frage, wie sich der Umgang mit unseren Mitmenschen durch das soziale Netzwerk verändert, kritisch auseinandersetzen. Dabei werde ich mich auf das Buch „Verloren unter 100 Freunden – Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern“ von Sherry Turkle beziehen. Sie zeigt durch sämtliche Fallgeschichten, was für einen hohen Stellenwert wir der digitalen Welt zuschreiben, wie wir an sozialen Kompetenzen verlieren und dabei seelischverkümmern.
Im Anschluss möchte ich mich damit auseinandersetzen wie und ob der hohe Stellenwert, den wir sozialen Netzwerken geben, auch die politische Kommunikation beeinflusst und welche Rolle soziale Netzwerke für die politische Partizipation spielen. Werden diese vor dem Hintergrund der immerwiederkehrenden Diskurse über Politikverdrossenheit als neue Möglichkeit politischer Partizipation wahrgenommen? Auf welche Weise werden Soziale Netzwerke von den Bürgern zur politischen Beteiligung genutzt? Werden diese von Parteien und deren Angehörigen lediglich als praktische Plattformen zur Selbstdarstellung im Wahlkampf genutzt oder werden neue Beteligungsmöglichkeiten für Bürger geschaffen? Ob soziale Netzwerke die Teilhabe und gesellschaftliches Engagement ermöglichen oder gar unsere Demokratie gefährden, möchte ich mit Hilfe des Buches “Des Bürgers neue Stimme: Möglichkeiten der politischen Partizipation in Social Networks - Ein Vergleich der Potenziale von Facebook, Hyves & Co” analysieren.
Mit dieser Hausarbeit möchte ich den Leser für das Thema sensibilisieren und dazu animieren Chancen und Grenzen sozialer Netzwerke bzgl. zwischenmenschlicher und politischer Kommunikation kritisch zu reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie verändert Facebok den Umgang mit unseren Mitmenschen?
2.1. Einfluss auf unsere üblichen Kommunikationswege bspw. per Telefon oder Brief
2.2. Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehugen
2.3. Einfluss auf Sozialkompetezen
3. Welche Rolle spielt Facebook für politische Partizipation?
3.1. Einfluss auf politische Kommunikation und Partiziption
3.2. Beteiligungsmöglichkeiten und Grenzen in sozialen Netzweken
4. Zusammenführen der Argumenttion
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den Einfluss des sozialen Netzwerks Facebook auf die zwischenmenschliche Kommunikation sowie auf die Möglichkeiten und Grenzen politischer Partizipation in digitalen Räumen.
- Veränderung der zwischenmenschlichen Interaktion durch digitale Medien
- Verlust sozialer Kompetenzen und Objektivierung im digitalen Zeitalter
- Rolle von sozialen Netzwerken in der politischen Kommunikation
- Partizipationsformen von Bürgern in sozialen Netzwerken
- Potenziale und Gefahren für die digitale Demokratie
Auszug aus dem Buch
Einfluss auf unsere üblichen Kommunikationswege bspw. per Telefon oder Brief
Bevor soziale Netzwerke populär wurden, haben sich die Menschen persönlich getroffen, um kommunizieren zu können oder telefonierten miteinander. Diese Kommunikationsarten werden jedoch immer häufiger durch digitale Kommunikation ersetzt.
Sherry Turkle begründet diese bevorzugte Wahl durch den empfundenen Zeitmangel der Menschen und die Bequemlichkeit, die durch Soziale Netzwerke geboten wird, mit Mitmenschen zu kommunizieren(Turkle, 2012, S. 270-271).
Allerdings werden durch Facebook nicht nur Gespräche während eines örtlichen Zusammen- treffens immer häufiger ersetzt. Auch unsere Bereitschaft per Brief oder Telefongespräch zu kommunizieren sinkt.
Diese These wird durch sämtliche Fallgeschichten in dem Buch „Verloren unter 100 Freunden“ gefestigt. Beispielsweise gesteht eine siebzehn jährige Schülerin, dass sie und auch andere Menschen die digitale Kommunikation präferieren, da diese ermöglicht sich zu verstecken. Während des Verfassens einer Nachricht bleibt laut der Schülerin mehr Zeit zum Überdenken des Geschriebenen, sodass sich Demütigungen vermeiden lassen. Der siebzehnjährigen sind Sprechpausen während eines Telefonats unangenehm (Turkle, 2012, S. 319). Die Möglichkeit sich stets verstecken zu können, um die damit verbundene Angst aus Scharm menschliche Schwächen preiszugeben zu umgehen, ist jedoch hemmend für eine Entwicklung einer eigenständigen, selbstbewussten Persönlichkeit. Es ist notwendig seine Meinung und Gefühle offen vertreten zu können, um Unsicherheiten zu beseitigen, intensive Beziehungen aufzubauen, Erfahrungen zu sammeln und sich frei entfalten zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz sozialer Netzwerke ein und definiert die Fragestellungen hinsichtlich der Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen und politische Partizipation.
2. Wie verändert Facebok den Umgang mit unseren Mitmenschen?: Dieses Kapitel analysiert, wie digitale Kommunikation reale Treffen ersetzt, die Qualität zwischenmenschlicher Freundschaften beeinflusst und soziale Kompetenzen schwächen kann.
3. Welche Rolle spielt Facebook für politische Partizipation?: Der Abschnitt untersucht, wie soziale Netzwerke als Kommunikationskanäle für politische Beteiligung fungieren und welche Chancen sowie Grenzen dabei für die politische Willensbildung entstehen.
4. Zusammenführen der Argumenttion: Hier werden die zentralen Erkenntnisse zu den Gefahren im privaten Bereich und den Potenzialen im politischen Kontext zusammengefasst und kritisch reflektiert.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit eines reflektierten und verantwortungsbewussten Umgangs mit sozialen Netzwerken, ohne diese als Ersatz für reale menschliche Begegnungen zu betrachten.
Schlüsselwörter
Facebook, Soziale Netzwerke, zwischenmenschliche Kommunikation, politische Partizipation, soziale Kompetenzen, digitale Demokratie, Sherry Turkle, Online-Freundschaften, Parteipolitik, Mediennutzung, Kommunikation, digitale Welt, politische Kommunikation, Partizipationsformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert kritisch, wie soziale Netzwerke wie Facebook das menschliche Kommunikationsverhalten verändern und welche Rolle sie bei der politischen Beteiligung von Bürgern spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Transformation zwischenmenschlicher Beziehungen, dem Rückgang sozialer Kompetenzen sowie dem Potenzial für politische Partizipation in digitalen Räumen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Leser für die Chancen und Grenzen sozialer Netzwerke zu sensibilisieren und einen kritischen Blick auf die Auswirkungen auf unsere zwischenmenschliche und politische Kommunikation zu werfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei insbesondere die Thesen von Sherry Turkle zu sozialen Netzwerken und Erkenntnisse von Kristin Pleuger zur politischen Partizipation herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung privater Kommunikationsveränderungen und die Analyse der politischen Dimension sozialer Medien, einschließlich der Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Facebook, soziale Kompetenzen, politische Partizipation, digitale Demokratie, zwischenmenschliche Beziehungen und der verantwortungsbewusste Umgang mit Medien.
Wie verändert Facebook laut der Arbeit das Telefonieren?
Die Autorin argumentiert, dass das Telefonieren aufgrund von Zeitmangel und dem Wunsch nach Bequemlichkeit zunehmend durch digitale Kommunikation ersetzt wird, da letztere mehr Zeit zum Überdenken von Aussagen bietet.
Welche Rolle spielt die Anonymität in sozialen Netzwerken?
Die Anonymität und die Möglichkeit, sich online zu verstecken, senken zwar die Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme, können aber auch dazu führen, dass Bindungen oberflächlich bleiben und soziale Fähigkeiten weniger trainiert werden.
Können soziale Netzwerke die Demokratie stärken?
Sie haben das Potenzial dazu, indem sie eine direktere Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern ermöglichen, erfordern jedoch aufgrund fehlender Filter und der Gefahr von Parteipropaganda eine kritisch-reflexive Haltung der Bürger.
- Citation du texte
- Marina Österreich (Auteur), 2018, Der Einfluss sozialer Netzwerke auf die Kommunikation der Bürger und die politische Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442854