Stress und Arbeit sind untrennbar miteinander verbunden, zumeist wirkt Stress aber als belastender Faktor. So gesehen, muss man sich natürlich auch die Frage stellen, welchen Einfluss Stress auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz hat. Sicherlich wünscht sich kein Arbeitnehmer eine Unterforderung in seinem Beruf, doch in aller Regel beklagt man sich eher über zuviel Belastung bei der Arbeit, was sich wiederum negativ auf die Zufriedenheit auswirken kann. Dementsprechend wird in dieser Abhandlung die Beziehung zwischen psychosozialem Stress und der Arbeitszufriedenheit näher erörtert. Hierzu werden die Begriffe der Arbeitszufriedenheit, der Stressbegriff sowie deren wichtigsten Komponenten definiert und schließlich empirische Belege für die Wirkung von Stress auf Arbeitszufriedenheit diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Arbeitszufriedenheit
2.1. Was hat man unter Arbeitszufriedenheit zu verstehen?
2.2. Formen der Arbeitszufriedenheit nach Bruggemann
2.3. Auswirkungen von Arbeits(un)zufriedenheit
3. Stress
3.1. Was ist Stress?
3.2. „Daily hassels“ und „critical life events“
3.3. Zusammenhänge zwischen Stress- und Arbeitszufriedenheits-Theorien
3.4. Stress und Arbeit
4. Spezielle Aspekte psychosozialen Stresses
4.1. Mobbing
4.2. Sexuelle Belästigung
5. Empirische Belege
5.1. Die Studie von Hardy et al.
5.2. Die Studie von Pugliesi
5.3. Die Studie von Cooper und Jackson
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den signifikanten Zusammenhang zwischen psychosozialem Stress und der Arbeitszufriedenheit von Arbeitnehmern. Ziel ist es, durch die Verknüpfung theoretischer Modelle und empirischer Befunde zu verdeutlichen, dass Arbeitsunzufriedenheit die Wirkung von Stress auf verschiedene Mitarbeiterreaktionen moderiert und somit den negativen Einfluss auf die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden erklärt.
- Theoretische Grundlagen zur Arbeitszufriedenheit und deren Formen
- Stresstheoretische Modelle (Selye, Lazarus)
- Spezielle psychosoziale Stressoren wie Mobbing und sexuelle Belästigung
- Empirische Analysen zu Stress, Fehlzeiten und Arbeitszufriedenheit
- Zusammenhänge zwischen Firmenumstrukturierungen und Mitarbeitergesundheit
Auszug aus dem Buch
3.1. Was ist Stress?
Das Stress-Konzept wurde 1936 von Hans Selye eingeführt. Dieser entdeckte, dass viele Krankenhauspatienten – trotz unterschiedlicher Krankheiten – unter Symptomen wie Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelschwäche etc. litten. Selye vermutete, dass diese Symptome allgemeine Anzeichen für Angriffe auf den Körper seien. Daraufhin testete er seine Hypothese an Tieren, die er verschiedenen Stressoren – also stressauslösenden Faktoren – wie Kälte, Hitze, Verletzungen, Nahrungsentzug etc. aussetzte. Diese unterschiedlichen Beeinträchtigungen erzeugten zum Teil recht ähnliche Reaktionen wie einen erhöhten Adrenalinausstoß, schrumpfende Lymphknoten, sowie Darm- und Magengeschwüre. Selye vermutete, dass diese Symptome Folge eines allgemeinen Adaptionssyndroms waren.
Das Adaptionssyndrom ist in drei Phasen trennbar: (1) Die Alarmphase: Die Konfrontation mit einem Stressor erzeugt ein so genanntes „Fight- or Flightverhalten“, welches evolutionsbiologisch von Vorteil ist. Der Adrenalinspiegel schießt in die Höhe, ebenso wie der Blutdruck, die Herzrate und die Atemfrequenz. (2) Die Widerstandsphase: Diese ist Folge der Alarmphase. Der Körper schüttet weiterhin Stresshormone aus und bleibt angespannt. (3) Die Erschöpfungsphase: Diese tritt auf, wenn der Körper dauerhaft Stress widerstehen muss. Diese Überanspruchung der Stress-Ressourcen führt zu den allgemeinen physischen Insuffizienzen.
Doch das Selye-Konzept beschränkt sich lediglich auf eine physische Stressbelastung. Diese tritt gerade bei moderneren Berufen nur noch selten auf. Viel wichtiger sind heutzutage die psychologischen und sozialen Faktoren, die negativen Stress – den so genannte „Dis-Stress“ – auslösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die untrennbare Verbindung von Stress und Arbeit ein und postuliert den negativen Einfluss von psychosozialem Stress auf die Arbeitszufriedenheit.
2. Arbeitszufriedenheit: Dieses Kapitel definiert Arbeitszufriedenheit als stabile Variable und erläutert verschiedene Formen der Zufriedenheit und Unzufriedenheit nach Bruggemann sowie deren Auswirkungen.
3. Stress: Hier werden zentrale Stresstheorien (Selye, Lazarus) vorgestellt und die Wechselwirkung zwischen dem Individuum, der kognitiven Bewertung sowie der Stressbewältigung (Coping) analysiert.
4. Spezielle Aspekte psychosozialen Stresses: Dieses Kapitel fokussiert auf extreme soziale Stressoren im Arbeitsleben, insbesondere Mobbing und sexuelle Belästigung, und deren psychologische Folgen.
5. Empirische Belege: Anhand von drei Studien (Hardy et al., Pugliesi, Cooper und Jackson) werden empirische Daten über den Einfluss von Stress auf Fehlzeiten, Leistungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit präsentiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Stress einen signifikanten Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit hat, wobei eine interaktive Wirkungsweise wahrscheinlicher ist als ein rein unabhängiger Einfluss.
Schlüsselwörter
Arbeitszufriedenheit, Stress, psychosozialer Stress, Arbeitsunzufriedenheit, Dis-Stress, Coping, Mobbing, sexuelle Belästigung, Fehlzeiten, Arbeitsleistung, Burnout, Lazarus, Bruggemann, Motivationsmodelle, Stressoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von psychosozialem Stress auf die Zufriedenheit von Arbeitnehmern im beruflichen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Konzepte der Arbeitszufriedenheit, verschiedene Stresstheorien, spezifische soziale Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz sowie empirische Evidenzen für diese Zusammenhänge.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu belegen, dass Stress signifikant negativ auf die Arbeitszufriedenheit wirkt und inwiefern beide Konstrukte ähnliche Symptome wie Fehlzeiten oder Motivationsverlust hervorrufen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die durch die Auswertung und Diskussion relevanter empirischer Studien zu den genannten Themenfeldern untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Arbeitszufriedenheit und Stressbewältigung, die detaillierte Betrachtung psychosozialer Stressoren und die Diskussion empirischer Belege aus der Forschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Arbeitszufriedenheit, Stress, Coping, Mobbing, Burnout und psychosoziale Belastung.
Wie definiert die Arbeit den Zusammenhang zwischen Mobbing und Arbeitszufriedenheit?
Mobbing wird als extremer sozialer Stressor identifiziert, der durch psychische Probleme, sinkende Motivation und deutlich höhere Fehlzeiten die Arbeitszufriedenheit massiv beeinträchtigt.
Welche Rolle spielt die Privatisierung laut der Studie von Cooper und Jackson?
Die Studie zeigt, dass Umstrukturierungsmaßnahmen wie eine Privatisierung eine signifikante Stressquelle darstellen, die zu einem temporären Absinken der Arbeitszufriedenheit führt.
- Quote paper
- Konrad Brylla (Author), 2005, Die Auswirkungen von psychosozialem Stress auf die Arbeitszufriedenheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44290