Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval

Orientdarstellung im "Herzog Ernst". Die Darstellung der Stadt Grippia und ihrer Bewohner

Título: Orientdarstellung im "Herzog Ernst". Die Darstellung der Stadt Grippia und ihrer Bewohner

Trabajo Escrito , 2018 , 13 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Lea Marie Roosen (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Nicht viele mittelalterliche Werke haben es geschafft, bis in die Neuzeit bekannt und populär zu bleiben und ein solches Interesse in der Menschheit zu wecken, dass mehrere Überarbeitungen zustande kommen. Die Geschichte des Herzog Ernst ist jedoch ein solches Werk, welches bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist und geschätzt wird. Der Roman liegt in vier deutschen (A, B, D, Kl) Fassungen, sowie drei lateinischen (C, Erf, E) Fassungen und zwei neuhochdeutschen Bearbeitungen (F, G) vor.

Vermutlich ist jedoch die Fassung B die einzig komplett erhaltene Ernst-Dichtung, weshalb sich die Inhalte dieser Arbeit ausschließlich auf diese Fassung beziehen werden. Trotz der zahlreichen Überarbeitungen bleibt der Kern des Romans erhalten und das Nebeneinander von Reichsgeschichte und orientalischer Märchenwelt sprechen den Leser bis heute an.

Informationen zu dem Autor dieses Romans sind nur spärlich vorhanden und ein konkreter Name existiert nicht. Jedoch wird zumindest vermutet, dass es sich wahrscheinlich um einen Geistlichen handelt, welches sich, trotz des eigentlich eher weltlichen Inhaltes, an mehreren Stellen im Text nachweisen lässt. Frühere Forschungen haben ihren Fokus der Betrachtung des Romanes hauptsächlich auf den Reichsteil gelegt, während der, zeilenmäßig überwiegende, Orientteil, lange Zeit außer Acht geblieben ist.

Im Rahmen dieser Arbeit soll die Orientreise jedoch nicht nur als sekundärer Part der Dichtung behandelt werden, sondern in den Fokus treten, wobei der Schwerpunkt auf der Grippia-Episode liegen wird. Noch ist es unklar, "ob die Eigenart des Orientbildes im Herzog Ernst als ein Verdienst des mhd. Dichters anzusehen ist oder ob sie sich noch im Bereich der lateinischen Literatur herausgebildet hat." In diesem Zusammenhang wird die Orientdarstellung genauer fokussiert und es werden Antworten darauf gesucht, was Grippia für eine Stadt darstellt und wofür sie steht. Unerlässlich ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, welche Rolle die Wunderwesen in dieser Stadt spielen.

Um sich diesen Leitgedanken jedoch genauer widmen zu können, ist es notwendig zu wissen, weshalb Ernst überhaupt das Reich verlässt und sich in den Orient begibt. Daher wird die Konzentration im Folgenden auf einer kleinen Übersicht der Handlung liegen, welche unter anderem den Konflikt, zwischen dem Kaiser Otto und Ernst, im Reich, erläutert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlungsgeschehen im Herzog Ernst

3. Der Orient – Ein unbekanntes Gebiet

3.1 Die Darstellung des Orients im Mittelalter

3.2 Die Darstellung Grippias

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

5.1 Primärliteratur

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Orientbild im mittelhochdeutschen Epos "Herzog Ernst" (Fassung B), wobei der Fokus explizit auf der Analyse der Grippia-Episode liegt. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern diese orientalische Stadt sowie ihre Bewohner, die Kranichmenschen, als ein konstruiertes Märchenland fungieren und welche Rolle die Dissoziation zwischen äußerer Pracht und bedrohlicher Realität für den Rezipienten spielt.

  • Analyse des Handlungsverlaufs und der Konflikte im "Herzog Ernst".
  • Untersuchung der Darstellung des Orients und dessen Wahrnehmung im Mittelalter.
  • Deutung der Grippia-Episode als zentralem Schauplatz für die Konstruktion des Fremden.
  • Interpretation der Rolle und Symbolik der Kranichmenschen.
  • Betrachtung von Farb- und Motivsymbolik (z.B. Gold, Rot, Weiß) als Ausdruck von höfischer Pracht und Gewalt.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Darstellung Grippias

Die orientalische Stadt Grippia wird als einzige in diesem Roman ausführlicher beschrieben, wobei der Dichter jedoch „nicht das Bild einer bestimmten orientalischen Stadt heraufbeschwören will, sondern gewissermaßen die orientalische Stadt überhaupt entwirft, wie er sie sich vorstellt.“ Eine realistische und geographische Entsprechung des Orients steht dabei also nicht im Fokus, sondern die Ideen und Vorstellungen von dem unbekannten Raum. Da die ihm zur Verfügung stehenden Mittel zur Stadtbeschreibung begrenzt sind ist dies auch ein typischer Vorgang, da er keine weiteren Städte hätte genauer beschreiben können, ohne sich dabei zu wiederholen. Aber blicken wir an den Anfang der Szene. Herzog Ernst ist mit seinen Gefährten in einen tiefen Seesturm geraten, drei Monate auf dem offenen Meer gesegelt und die Not war groß. Bis der Himmel eines Morgens plötzlich aufklarte, das schöne Wetter zurückkehrte und eine große Hoffnung der Gruppe versinnbildlicht wird:

Der himel wart vil wol gevar,
daz mer lûter unde clâr:
ouch gelâgen die winde
die sie dâ vor sô swinde
wurfen her unde dar.
die helde wurden gewar
daz in trôst wolde nâhen. (V. 2197 ff.)

In diesen Versen ist eindeutig eine positive Wendung zu erkennen, welche darauf hinweisen könnte, dass Ernst und seinen Gefährten gleich etwas Wunderbares widerfahren würde. Als sie die Stadt aus der Ferne erblicken, können sie ihren Augen kaum glauben. Sie werden von einer Pracht, von leuchtenden Farben, Glanz, Silber, mit Gold Verziertem und mit leuchtenden Edelsteinen besetzten Mauern und Türmen regelrecht erschlagen. Noch nie hatten sie solch eine prunkvolle Stadt je zuvor gesehen. Des weiteren wird ihnen diese Stadt nahezu als ein Anschauungsraum präsentiert, da das Eintreten nicht nur möglich ist, sondern durch die offen stehenden und unbewachten Tore regelrecht provoziert wird (Diu burctor waren uf getan, V. 2311).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Rezeptionsgeschichte des "Herzog Ernst" ein und definiert die Forschungsfrage, die sich auf die Orientdarstellung und die Grippia-Episode konzentriert.

2. Handlungsgeschehen im Herzog Ernst: Dieses Kapitel liefert einen zusammenfassenden Überblick über die Handlung des Romans, von der Verbannung Ernsts bis zur Versöhnung mit dem Kaiser.

3. Der Orient – Ein unbekanntes Gebiet: Das Kapitel thematisiert die konzeptionelle Fremdheit des Orients im Mittelalter als Gegenwelt zur Heimat.

3.1 Die Darstellung des Orients im Mittelalter: Hier werden die zeitgenössischen Vorstellungen und Quellen analysiert, die das Orientbild durch Kreuzzüge und antike Traditionen prägten.

3.2 Die Darstellung Grippias: Die Untersuchung zeigt auf, wie der Dichter durch die Beschreibung Grippias ein märchenhaftes und prachtvolles Orientbild erschafft, das sich als Konstrukt erweist.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Orient in der Dichtung als ambivalenter Raum zwischen paradiesischer Schönheit und bedrohlicher Fremdheit dargestellt wird.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

5.1 Primärliteratur: Referenz der verwendeten Textausgabe des "Herzog Ernst".

5.2 Sekundärliteratur: Auflistung der herangezogenen wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Herzog Ernst, Orient, Grippia, Kranichmenschen, Mittelalter, Mittelhochdeutsche Dichtung, Wunderwesen, Kreuzzug, Höfische Pracht, Fernweh, Fremdheit, Symbolik, Literaturwissenschaft, Narratologie, Scheinhöfische Welt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Bild des Orients im mittelhochdeutschen Roman "Herzog Ernst" mit einem besonderen Fokus auf die Episode in der Stadt Grippia.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der mittelalterlichen Orientwahrnehmung, der literarischen Konstruktion von Wunderwesen und der Analyse von Symbolik und Farben im Epos.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie der Orient und die Stadt Grippia dargestellt werden, welche Funktion die dort auftretenden Kranichmenschen haben und wie sich das Bild von der prachtvollen zur bedrohlichen Welt wandelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanente Interpretationen mit dem Rückgriff auf Forschungsliteratur zur mittelalterlichen Imagologie verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenhandlung, die allgemeine Orientdarstellung im Mittelalter und eine detaillierte Exegese der Grippia-Episode sowie der Rolle der Kranichmenschen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Herzog Ernst, Orientbild, Grippia, Kranichmenschen, Mittelalter, Höfische Pracht und Literaturanalyse.

Wie unterscheidet sich die Darstellung Grippias von einer realistischen Stadt?

Der Autor entwirft kein geografisch korrektes Abbild, sondern eine idealisierte Stadt, die als Anschauungsraum für die Vorstellung des "Fremden" dient, wobei die Beschreibung eher auf Märchenhaftigkeit als auf Realismus abzielt.

Welche Bedeutung kommt der Farbe Rot in der Grippia-Episode zu?

Rot fungiert anfangs als Teil der höfischen Farbpalette, wird jedoch im weiteren Verlauf der Erzählung im Kontext von Gewalt und dem Mord an der Prinzessin zunehmend als bedrohliches Symbol für Blut und Tod inszeniert.

Final del extracto de 13 páginas  - subir

Detalles

Título
Orientdarstellung im "Herzog Ernst". Die Darstellung der Stadt Grippia und ihrer Bewohner
Universidad
Christian-Albrechts-University of Kiel
Calificación
1,7
Autor
Lea Marie Roosen (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
13
No. de catálogo
V443109
ISBN (Ebook)
9783668813120
ISBN (Libro)
9783668813137
Idioma
Alemán
Etiqueta
orientdarstellung herzog ernst darstellung stadt grippia bewohner
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lea Marie Roosen (Autor), 2018, Orientdarstellung im "Herzog Ernst". Die Darstellung der Stadt Grippia und ihrer Bewohner, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443109
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  13  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint