Therapeutische Präsenz am Beispiel der Prä-Therapie


Seminararbeit, 2018

29 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Prä-Therapie

Meine Ansichten zur Prä-Therapie

Entwicklung des Selbst

Die Kontaktfunktionen

Kontaktverhalten

Zusammenfassung

Ausblick

Literaturhinweise

Einleitung

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die weibliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

Mein Sohn Lukas hat Trisomie 21 und eine spezielle Form der Epilepsie das West Syndrom auf Grund einer Gehirnblutung bei seiner Geburt. Mittlerweile ist er 7 Jahre alt. Es ist nicht möglich mit ihm wie mit anderen Kindern zu kommunizieren. Er versteht viele Worte nur kann er sie nicht aussprechen. Es braucht eine besondere Form der Kommunikation und eine besondere Form mit ihm in Kontakt zu treten und mit ihm in Beziehung zu sein.

Überraschend ist, dass es mir öfter einmal intuitiv gelungen ist eine Art der Kommunikation zu finden, in der ich und er uns verständigen konnten. Diese Art der Kommunikation könnte der, der Prä-Therapie sehr ähnlich sein und auch meine direkte und echte Präsenz könnte dabei eine Rolle gespielt haben.

Einmal kam es zu einer Begebenheit, dass Lukas und ich beim Essen gesessen sind, auf einmal schob er mit dem Wort „weh!“ den Teller weg. Erst dachte ich, dass es ihm nicht schmeckt und habe versucht ihm etwas Anderes anzubieten, das lehnte er alles ab, auch spielen wollte er nicht, er brach in Tränen aus und war sichtlich verzweifelt. Ich hatte keine Ahnung warum er nur so verzweifelt sein konnte. In meiner Ratlosigkeit habe ich sein Verhalten imitiert, schob mein Teller weg uns sagte „weh!“, intuitiv kam in mir das Gefühl auf, dass dieses „weh“ nichts mit dem Essen zu tun hatte, es war eine tiefe Frustration. Meine Idee dazu war, eine tiefe Frustration darüber, dass er immer noch gefüttert wurde und nicht selbst essen konnte. Ich sagte zu ihm, Lukas es ärgert Dich, dass Du nicht selbst essen kannst. Schnell beruhigte er sich und dann hat er weiter gegessen. Möglicherweise hatte ich endlich verstanden was ihn bewegt.

Diese Begebenheit konnte nur entstehen, aus meinem Versuch ganz präsent zu sein, mich nicht damit zu beschäftigen ihn unbedingt beruhigen zu wollen, sondern im Versuch seine Wahrnehmung zu teilen, um dahinter zu kommen, was in ihm vorgehen könnte.

Prä-Therapie

Das vom amerikanischen Psychologen Garry Prouty erarbeitete Konzept der Prä-Therapie ist eine der wichtigsten Weiterentwicklung der personzentrierten Psychotherapie. Prä-Therapie ermöglicht einen therapeutischen Zugang zu Menschen, die im Allgemeinen als „nicht therapiefähig“ gelten, wie z.B. langjährig hospitalisierte, chronische Psychiatriepatienten, Menschen mit schwerer geistiger Behinderung und solche mit Dualdiagnosen. Eine Dualdiagnose ist z.B. ein Mensch mit geistiger Behinderung und Psychose. Prouty setzt bei der Tatsache an, dass bei diesen Menschen der „psychologische Kontakt“ fehlt, den Carl Rogers als erste Bedingung für eine therapeutische Beziehung bezeichnet hat. Prouty hat eine Methode entwickelt, die auf dem Prinzip der „Reflexion“ beruht, das heißt, der Therapeut spricht das an, was er beim Klienten wahrnimmt. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Carl Rogers hat Reflexionen benutzt, um das emotionale Erleben genauer zu erfassen, und Prouty hat dieses Prinzip weiter ausdifferenziert, indem er verschiedene Formen der Reflexion entwickelte, die den Klientinnen helfen, in verschiedenen Bereichen schrittweise Kontakt aufzunehmen, wie zur Realität, zu sich selbst und zu anderen.

„Prä-Therapie arbeitet mit dem konkreten, wahrnehmbaren, unmittelbaren Erleben – es geht um diesen bestimmten Stuhl, um dieses spezifische Geräusch, um genau dieses Gefühl.“ (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015, S.28)

Rogers bezeichnet den psychologischen Kontakt als die erste Bedingung für eine therapeutische Beziehung. Diese „erste Bedingung“ wird im Allgemeinen übersehen; die Forschung befasst sich vorwiegend mit den „drei Bedingungen der Grundhaltung“. Prouty (1990) stellt fest, dass Rogers den Begriff „psychologischer Kontakt“ im Sinne einer Annahme verwendet und ihn weder genauer definiert noch eine Methode beschreibt, wie er herzustellen sei. Auf diesem Hintergrund wurde mit Prä-Therapie eine Theorie und Praxis des psychologischen Kontaktes entwickelt. Prä-Therapie kommt bei Klienten zur Anwendung, die keine Beziehung aufnehmen können, weil sie kontaktbeeinträchtigt sind. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

In der Psychotherapie geht es in erster Linie darum, um das Erleben an sich, also zu verstehen, was die Klientin erlebt, und nicht darum, ihr Erleben zu deuten. Viele Therapeutinnen gehen nicht direkt auf das unmittelbare Erleben der Klientin ein, sondern auf das Schema in das sie ihr Erleben einordnen. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Nach meinem Verständnis geht es darum, erst genau hinzusehen, was ist da gerade, was macht die Klientin genau jetzt, wie ist ihre Mimik, was macht ihr Körper, was sagt sie und wie sagt sie es. Die ganze Aufmerksamkeit der Therapeutin ist in dem was gerade im Moment geschieht, es reicht einfach nur wahrzunehmen und zu beschreiben, was da gerade ist. Es geht nicht darum, zu erklären woher es kommen könnte oder zu interpretieren warum es gerade so ist.

Prouty hat für das Verstehen des Erlebens an sich 3 Richtlinien formuliert:

Drei Richtlinien

RICHTLINIE 1: Versuche immer auf das unmittelbare Erleben einzugehen, auf das, was „da“ und im Moment wahrnehmbar ist.

RICHTLINIE 2: Versuche, auf den naturalistischen Realitätssinn des Klienten einzugehen, wo er sich zeigt. Die Bestätigung seiner Realität hilft dem Klienten, sich irgendwo zu verankern, wenn er von psychotischem Erleben überflutet wird.

RICHTLINIE 3: Der Therapeut muss ebenso genau hinschauen wie zuhören. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Der psychologische Kontakt bei Prouty

Der psychologische Kontakt umfasst drei Ebenen:

1. Die Kontaktreflexion seitens der Therapeutin.
2. Die Kontaktfunktion der Klientin.
3. Das Kontaktverhalten, das messbar ist. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Die Kontaktreflexionen

Kontaktreflexionen sind ein Instrument, um auf einfühlende Weise Kontakt anzubieten. Sie werden verwendet, wenn nicht genügend Kontakt vorhanden ist, um eine Psychotherapie durchzuführen. Sie ermöglichen Kontakt zwischen Therapeutin und der Klientin, wenn diese nicht in der Lange ist, Kontakt zur Realität, zu sich selbst und zu anderen aufzunehmen.

Kontaktreflexionen wiederholen sehr genau und konkret, was bei den Klienten zum Ausdruck kommt. Sie geben sensibel den konkreten, unverwechselbaren Ausdruck in ihrem Verhalten wieder.

Es gibt vier Arten von Kontaktreflexionen und ein übergreifendes Prinzip:

1. Das Ansprechen der Situation: Situationsreflexion (SR)
2. Das Ansprechen des Gesichtsausdrucks: Gesichtsausdrucksreflexion (GR)
3. Das Wiedergeben der Körperhaltung: Körperhaltungsreflexion (KR)
4. Das Wort-für-Wort-Wiederholen: Wort-für-Wort-Reflexion (WWR)
5. Das Prinzip des Wiederaufgreifens: wiederaufgreifende Reflexion (WR). (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Ansprechen der Situation:

Die Therapeutin betrachtet die augenblickliche Situation und das Umfeld der Klientin und reflektiert ihr diesbezügliches Verhalten. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Zum Beispiel: Wenn Lukas sein Spielzeugauto betrachtet, sage ich: „Du schaust Dir Dein Auto an.“ Meist erhalte ich beim einfachen Ansprechen der augenblicklichen Situation ein Lächeln von Lukas als Antwort.

Ansprechen des Gesichtsausdrucks:

Die Therapeutin betrachtet das Gesicht der Klientin und nimmt wahr, welche Gefühle sich darin andeuten. Zum Beispiel: „Lukas lächelt“ oder „Lukas schaut wütend drein“. Diese Art von Reflexionen regen den affektiven Kontakt an, den Kontakt zu den eigenen Gefühlen. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Es geht hier um den Kontakt der Klientin zu sich selbst und in weiterer Folge ermöglicht dies den Kontakt zur Therapeutin. Wenn ich gut in Kontakt mit mir selbst bin, dann kann ich auch gut in Kontakt mit einem Gegenüber gehen, ohne das es bedrohlich wird.

Zum Beispiel: Wenn Lukas einen wütenden Gesichtsausdruck macht, meist wird das auch dadurch begleitet, dass er einen Gegenstand nimmt und wegwirft oder mit der Hand auf den Tisch hämmert, dann sage ich ihm „Lukas schaut wütend“. Meist lächelt er dann kurz und wirft noch mal einen Gegenstand oder hämmert mit der Hand auf den Tisch, als würde er bestätigen wollen, was ich angesprochen habe.

Wiedergeben der Körperhaltung:

Oft sind bei psychotischen oder geistig behinderten Menschen vielfältige seltsame Körperhaltungen, Gebärden und Bewegungen zu beobachten, beispielsweise in Form von Echopraxie, katatoner Erstarrung und anderem. Die Therapeutin kann entweder diese Körperhaltung ansprechen oder dieselbe Körperhaltung einnehmen. Das hilft der Klientin, ihren Körper zu spüren und die Abspaltung zu überwinden, die so viele geistig behinderte oder psychisch kranke Menschen ihrem Körper gegenüber erleben. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Bei Lukas nehme ich sehr oft seine Körperhaltung ein, wenn ich nicht weiß was er mir gerade zeigen will oder wie es ihm gerade geht. Dies führt manchmal dazu, dass ich dadurch welche Gefühle diese oder jene Körperhaltung in mir auslöst, vielleicht nachempfinden kann, was in ihm vielleicht vorgehen könnte. Dies muss aber sorgsam überprüft werden, ob es auch wirklich so ist.

Wenn ich versuche Lukas nachzuahmen, lacht er meistens. Er sieht mir dann aufmerksam zu und steckt nicht mehr so in der Emotion fest, es wird dann möglich, dass wir in Kontakt gehen können. Zuvor in seiner heftigen Emotion konnte ich ihn gar nicht erreichen. Es scheint als würde er meine Kontaktreflexionen lustig finden. Hin und wieder wiederholt er dann, seine Körperhaltung wie z.B. wenn er mit dem Essen fertig ist und nicht weiter gefüttert werden will, das Wegschieben des Tellers. Es ist als ob er mich damit auch irgendwie zum Spiel auffordert. Spürbar ist dann auch, dass eine Spannung die möglicherweise, dadurch entstanden ist, dass ich ihn nicht verstanden habe oder nicht richtig gesehen habe, nachlässt. Es ist dann so, dass es oft für uns Beide eine große Erleichterung ist. Wesentlich ist in dieser Situation auch meine innere Haltung. Es sollte kein reines mechanisches „Nachäffen“ von meiner Seite sein, sondern mein wirkliches Bemühen darum Lukas zu verstehen. Wäre es ein „Nachäffen“ würde es Lukas tief kränken und er würde das Vertrauen zu mir verlieren. Das Wiedergeben der Körperhaltung nehme ich auch problematisch wahr, da Spannungen zwischen Lukas und mir, wenn ich ihn nicht verstehe, auch zu Frustration und Aggression auf meiner Seite führen kann. Wenn ich in der Situation des Wiedergebens seiner Körperhaltung nicht wirklich um ein Verstehen bemüht bin, sondern in meiner Frustration und Aggression einfach seine Körperhaltung nur mechanisch kopiere, dann würde es Lukas vielleicht sehr kränken und seine Frustration über das nicht verstanden werden würde zunehmen.

Wort für Wort wiederholen:

Viele psychotische Menschen fallen manchmal auf eine vor-sprachliche Stufe zurück, sie äußern lediglich Wortfragmente, Satzfetzen oder vereinzelte Wörter. Oder sie weisen Symptome auf wie Echolalie, Wortsalat oder Neologismen. Die Therapeutin hört sorgfältig zu und wiederholt die erkennbaren Worte auch wenn sie deren Sinn nicht immer erfasst. Es geht darum anzuerkennen, dass der Klient etwas mitteilen möchte. Das kann bewirken, dass er seine Mitteilung weiter ausführt. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Zum Beispiel kam Lukas einmal zu mir und klopfte mir auf’s Knie und sagte: „baue“, ich wiederholte „baue“ und er sagte darauf „Ja, baue“, ich sah ihn an und sagte noch einmal „baue“ und er zeigte dann mit der Hand Richtung seines Kinderzimmers und sagte noch einmal „baue“ und krabbelte in Richtung seines Kinderzimmers. Ich ging ihm nach. Er wollte, dass ich mit ihm spiele. Es war gerade in einer Phase in der er gerne mit Spielsteinen Türme baute. Er benutzt seither generell das Wort „baue“ für spielen.

Das Prinzip des Wiederaufgreifens:

Es hat Sinn, einen Kontakt, der einmal stattgefunden hat, wiederaufzugreifen. Wenn eine Reflexion Kontakt bewirkt hat, soll sie wiederholt werden. Dabei unterscheiden wir zwischen unmittelbarem und späterem Wiederaufgreifen. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Lukas liebt das Reiten, das Pferd auf dem er das erste Mal geritten ist, heißt „Amelie“. Dieses Wort hat er nach ganz kurzer Zeit sprechen können. Immer Montags geht er Reiten. Sein Wort für Reiten ist „hüha“. Als er einmal mit einem Playmobil-Pferd spielte und immer „hüha“ dazu sagte, sagte ich auch „hüha“ und er zeigte mir das Pferd, strahlte und sagte „Ja, hüha, Amelie“ und ich antwortete, das ist auch ein Pferd wie Amelie und er lächelte weiter und klopfte mit dem Pferd auf den Boden und sagte: „Ja, Amelie“ und ich sagte daraufhin, „Du freust Dich schon wieder, wenn wir am Montag reiten gehen.“, er lachte und sagte: „Ja, hüha, Amelie“.

Diese fünf methodischen Elemente bieten der Klientin auf verschiedenen Ebenen ein „Kontaktnetz“ an und geben ihr Gelegenheit, sich auszudrücken und Beziehung aufzunehmen. Es hilft ihr, sich von einem prä-expressiven Zustand auf einen Zustand hinzubewegen, in dem sie sich ausdrücken kann, so dass eventuell eine Psychotherapie möglich wird. (Prouty, Pörtner & Van Werde, 2015)

Meine Ansichten zur Prä-Therapie

Für mich ist Prätherapie eine sehr schwierige Form der Therapie. Ich muss mich sehr stark auf mein Spüren verlassen. In der Therapie mit Menschen die keine „normale“ verbale Kommunikation führen können ist es nicht möglich Verstehenshypothesen direkt im Gespräch vom Gegenüber bestätigt oder zurückgewiesen zu bekommen. Um mein Verstehen zu bestätigen braucht es ein gutes Hinspüren, sehr genaues Beobachten und auch das Achten auf meine eigenen Gefühle. Wie geht es mir im Kontakt mit der Klientin? Bin ich überfordert? Kann es sein, dass auch die Klientin überfordert ist? Werde ich wütend? Kann es sein, dass auch die Klientin wütend ist? Spüre ich Anspannung? Verändert sich etwas? Wenn der Kontakt geglückt ist, kann es auch sein, dass ich spüre, wie sich eine Situation entspannt. Vielleicht kann mich eine Klientin auf einmal völlig ruhig ansehen oder sie beginnt auf einmal mit mir zu sprechen. Wenn dabei auch ich innerlich ruhiger werde, kann es sein, dass sich wirklich etwas verändert hat? Das wir wirklich in Kontakt gekommen sind? Schade, dass man oft die Klientinnen nicht fragen kann, wie es ihnen den wirklich ergangen ist. Mit Klientinnen die nicht in Kontakt gehen können, kann ich meist über diese Gefühle nicht kommunizieren, ich kann nur benennen was sichtbar ist. Benennen wie ihre Mimik ist, was sie gerade tut, was um uns geschieht, es kann nur darum gehen, was unmittelbar sichtbar ist, bei allem anderen könnte ich mich sonst ins Spekulationen und Vermutungen verirren. Dennoch ist es für mich als Therapeutin wichtig, auch bei meinem fühlen zu bleiben, damit die Reflexionen nicht hölzern oder mechanisch werden.

Da gibt es etwas im Fühlen einer Entspannung in mir, wenn ich fühle, dass ich in Kontakt bin Es fühlt sich so an, etwas in mir berührt etwas im Anderen. Bei einer Vorführung von Van Werde wurde davon gesprochen, von der großen Spannung die sich aufbaut, wenn versucht wird Kontakt herzustellen. Die Rückmeldungen waren so, dass man zwar nicht in Kontakt gehen kann oder will, aber dass dieses unmittelbare Kontaktangebot vom Therapeuten so anziehend ist, dass es schwierig wird nicht in Kontakt zu gehen. Hier baut sich eine große Spannung auf, eine immense sogar. Alles kann passieren, ein Wutanfall, die Klientin bricht in Tränen aus, fängt an zu attackieren, lächelt, spricht, verändert ihre Körperhaltung, was auch immer. Anfänglich zeigt sich aber nichts, und dann plötzlich, der Moment, wenn die Klientin auf das Kontaktangebot reagiert wie auch immer, eine Erleichterung, auf einmal zeigt sich was. Unsichtbar, aber deutlich Spürbar passiert hier immens viel. So viel, dass es im reinen Wiedergeben von dem was in diesem Prozess sichtbar ist, bei weitem nicht genüge getan wäre. Es geht ja gar nicht um die Kontaktreflexionen die sind nur die Methode, um was es geht ist die Präsenz der Therapeutin, dass sie da ist und um dieses unwiderstehliche, permanente und unaufhörliche Angebot von echten Kontakt, ein Kontaktangebot, das dermaßen eindringlich ist, dass es zunehmend anstrengender und schwieriger wird, es nicht anzunehmen. Vor allem weil ja auch darin insgeheim jede Sehnsucht der Patientin liegt, wäre es nur wahr und sicher. Jedoch ist die Schwierigkeiten, dass diese Kontaktreflexionen unnatürlich sind, in ihnen ist das Unechte immanent, dennoch muss es echt sein und darin liegt das Eigentliche, wofür es einen guten Kontakt der Therapeutin zu sich und ihrem Spüren braucht.

Wahrscheinlich ist es sinnvoll Kontaktreflexionen vorerst mit Menschen zu üben, die rückmelden könne, wie es sich für sie angefühlt hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Therapeutische Präsenz am Beispiel der Prä-Therapie
Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung  (Psychotherapie)
Note
1
Autor
Jahr
2018
Seiten
29
Katalognummer
V443197
ISBN (eBook)
9783668808010
ISBN (Buch)
9783668808027
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prä-Terapie, Präsenz, Therapie mit Menschen mit Behinderung, Prouty, Therapeutischer Kontakt
Arbeit zitieren
Sonja Friedwagner (Autor), 2018, Therapeutische Präsenz am Beispiel der Prä-Therapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443197

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