Diese Metaanalyse verfolgte die Zielstellung, den Lernerfolg von Berufstätigen innerhalb von entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen anhand von sieben inkludierten Primärstudien übergreifend zu bewerten. Im Fokus stand dabei der Vergleich von e-Learning und traditionellem Präsenzunterricht im Hinblick auf die Variable des Lernerfolgs. Die in die metaanalytische Betrachtung einbezogenen Untersuchungen mussten dabei ein quantitatives Forschungsdesign mit diversen Inklusionskriterien aufweisen. Die Ergebnisse zeigten auf, dass in der Mehrzahl der Studien kein signifikanter Unterschied im Lernerfolg der Teilnehmer zwischen e-Learning und Präsenzunterricht verzeichnet wurde, jedoch lässt sich letztlich eine positive Tendenz bezüglich des Lernens mit neuen Medien feststellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoriediskussion
2.1 Educational Technology
2.2 Corporate e-Learning
2.3 Aktueller Forschungsstand
3 Auswahl der Primärstudien
4 Kodierung der Primärstudien
5 Datenanalyse
6 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Lernerfolg von Berufstätigen in e-Learning-basierten Weiterbildungsmaßnahmen im Vergleich zu traditionellem Präsenzunterricht zu evaluieren. Mithilfe einer systematischen Metaanalyse verschiedener Primärstudien wird untersucht, ob sich signifikante Unterschiede in der Effektivität dieser beiden Lehr-Lern-Formen feststellen lassen.
- Vergleich von e-Learning und Präsenzunterricht hinsichtlich des Lernerfolgs
- Analyse betrieblicher Weiterbildungskontexte
- Methodische Anwendung des "vote counting"-Verfahrens zur Datenauswertung
- Einfluss branchenspezifischer Inhalte auf den Lernerfolg
- Evaluation des Potentials neuer Medien in der beruflichen Weiterbildung
Auszug aus dem Buch
2.1 Educational Technology
Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft bedeutet, dass Wissen fundamental ist und es damit von Belangen ist, sich stets weiterzubilden und dies seit Anbeginn des Internetzeitalters auch zunehmend mithilfe virtueller Angebote. Dazu konstatiert auch MEISTER: „E-Learning gewinnt im gesamten Bildungsbereich immer mehr an Bedeutung, […] sowohl im Hochschulsektor als auch in der […] Weiterbildung. Dieser gestiegene Stellenwert […] neuer Technologien beruht nicht zuletzt darauf, dass die Einflüsse der Wissensgesellschaft zunehmend handlungsrelevant werden.“ (2004, S. 9) Am Schnittpunkt von Weiterbildungen per se und dem Einsatz neuer Medien tritt der Terminus der Educational Technology in den Vordergrund: „Educational technology is the study and ethical practice of facilitating learning and improving performance by creating, using, and managing appropriate technological processes and resources.” (JANUSZEWSKI & MOLENDA, 2008, S. 1)
Die Standards zur Educational Technology wurden von der AECT (Association for Educational Communications and Technology), einer Gesellschaft zur Optimierung digitaler Lehr-/Lernprozesse, eingeführt. Der Fachbereich der Educational Technology umfasst zum einen die rein technischen Elemente des Online-Lernens (z.B. Software und Hardware) und zum anderen die bildungswissenschaftlichen Aspekte. Letztere werden im folgenden Kapitel etwas detaillierter dargestellt. Für die Präsentation der entsprechenden Lehrinhalte im Web werden sogenannte virtuelle Lernplattformen genutzt. Mithilfe dieser wird das Wissen vom Lehrenden zum Lernenden in Orts- und Zeitunabhängigkeit transferiert. Im Hinblick auf Weiterbildungen als e-Learning Arrangement sind die jeweiligen Unternehmen letztlich an die Implementierung derartiger Software gebunden. Open-Source Software wie zum Beispiel Moodle oder ILIAS bietet jeglichen Betrieben eine kostengünstige Variante zur Realisierung von Online-Lernen. Aufgrund der in diesem Abschnitt benannten Aspekte ist Educational Technology der Ausgangspunkt jedes e-Learning oder Blended Learning Arrangements und spielt deshalb auch im Rahmen dieser Arbeit und in Bezug zu digital vermittelten Weiterbildungen eine wichtige Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz betrieblicher Weiterbildung ein und definiert die explorative Forschungsfrage zur Vergleichbarkeit von e-Learning und Präsenzunterricht.
2 Theoriediskussion: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie Educational Technology und Corporate e-Learning erarbeitet sowie der aktuelle Forschungsstand kritisch beleuchtet.
3 Auswahl der Primärstudien: In diesem Kapitel wird die methodische Systematik der Literaturrecherche dargelegt, einschließlich der Inklusions- und Exklusionskriterien für die Auswahl der Studien.
4 Kodierung der Primärstudien: Hier erfolgt die Festlegung der methodischen Merkmale, um die empirische Vergleichbarkeit der einbezogenen Untersuchungen sicherzustellen.
5 Datenanalyse: Dieses Kapitel aggregiert die Einzelergebnisse der Primärstudien mithilfe des vote-counting-Verfahrens, um die Wirksamkeit der e-Learning-Maßnahmen zu bewerten.
6 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden hier zusammengeführt, interpretiert und hinsichtlich ihrer Reliabilität sowie ihres Geltungsbereichs reflektiert.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage, reflektiert kritisch die Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
e-Learning, berufliche Weiterbildung, Präsenzunterricht, Metaanalyse, Lernerfolg, Educational Technology, betriebliche Weiterbildung, Kompetenzentwicklung, Instruktionsdesign, Online-Training, Blended Learning, Lehrmethodik, digitale Medien, Wissensgesellschaft, Forschungseffektivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht in Form einer Metaanalyse den Lernerfolg von Berufstätigen in verschiedenen Weiterbildungsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen den Vergleich zwischen e-Learning und Präsenzunterricht, betriebliche Weiterbildung sowie deren didaktische und technologische Gestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, inwiefern sich der Lernerfolg bei Online-Weiterbildungen von dem im traditionellen Frontalunterricht unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine Metaanalyse und wendet das statistische Verfahren des "vote counting" an, um die Ergebnisse von Primärstudien zu aggregieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Auswahl und Kodierung von Primärstudien sowie die anschließende Datenanalyse und Interpretation der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind e-Learning, berufliche Weiterbildung, Lernerfolg, Metaanalyse und der Vergleich von Lernarrangements.
Warum wurden Blended-Learning-Studien explizit ausgeschlossen?
Blended-Learning-Studien wurden ausgeschlossen, da sie Präsenz- und Fernunterricht kombinieren und somit die Ergebnisse in Bezug auf die reine Vergleichbarkeit von e-Learning und Präsenzunterricht verfälschen würden.
Welches Fazit zieht die Metaanalyse bezüglich der Überlegenheit von e-Learning?
Die Metaanalyse zeigt in der Summe keinen signifikanten Unterschied, stellt jedoch eine leichte Tendenz zu einer Erfolgssteigerung durch Online-Lernen fest, wobei der branchenspezifische Kontext eine große Rolle spielt.
- Arbeit zitieren
- Philipp Gunkel (Autor:in), 2017, Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft. Eine metaanalytische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443720