Theodizee und Bewältigung des Leids. Ijob als Begleitelement


Unterrichtsentwurf, 2018

10 Seiten, Note: 12-13 Punkte


Leseprobe

1. Bezugsrahmen Unterrichtseinheit

1.2 Fachliche und überfachliche Ziele der Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten1

Die Sozial- und die Sprachkompetenz sind relevant für die geplante Unterrichtsstunde. Diese Bereiche entsprechen den überfachlichen Kompetenzen des Hessischen Kerncurriculums im Fach evangelische Religion (Hessisches Kultusministerium, 2011, S. 8).

Die Sozialkompetenz wird durch die Anwendung der Kooperation und Teamfähigkeit in der Gruppenarbeitsphase gefördert, denn die Lernenden arbeiten produktiv zusammen und tauschen ihre Ideen und Gedanken miteinander aus.

Aufgrund der Beteiligung an Gesprächen kommt die Sprachkompetenz zum Ausdruck, was der geplanten Unterrichtsstunde einen kommunikationsfördernden Schwerpunkt verleiht.

1.3. Überblick über die Unterrichtseinheit „Theodizee und Bewältigung des Leids. Ijob als Begleitelement.“

01 / 02 Hiobsbotschaften

Die SuS setzen sich mit den aktuellen Schreckensnachrichten auseinander, indem mehrere Zeitungsartikel über Krieg, Tod oder Verbrechen untersucht werden. Sie entwickeln Elfchen auf der Grundlage einer Wörtersammlung zu Leid. Neben den negativen Begriffen enthält die Wörtersammlung positive Begriffe, die plakatiert und im Klassenzimmer aufgehängt werden.

03 / 04 Warum leidet Ijob?

Die SuS lernen die Person Ijob kennen und erarbeiten die Rahmenhandlung des biblischen Buches. Außerdem erfährt die Lerngruppe von dem Aufkommen des Leids durch Ijobs Verlust von Reichtum und Gesundheit. Mit der Hilfe von Standbildern stellen die SuS dar, wie Ijob das Leid für sich annimmt.

05 / 06 Leid als unvermeidlicher Teil des Lebens

Hier wird der Lernerfolg durch die Ijobs-Erzählung erreicht, in der das Gottvertrauen für Ijob der Schlüssel zur Bewältigung des Leids ist. Das Leid stellt in Ijobs Leben eine Möglichkeit dar, Stärke zu gewinnen und daran zu wachsen. Die SuS erkennen, dass das Gute parallel zu dem Bösen auf der Welt vorhanden ist. Die Frage nach der Schuld wird entlastet / zurück- gewiesen.

07 / 08 Leid erfahren, annehmen und bewältigen anhand der Ijobs-Erzählung

Die SuS erzählen gestalterisch die Geschichte von Ijob nach. Die kreative Arbeit zielt auf die intensivere Auseinandersetzung mit der Leiderfahrung Ijobs ab. Wie ist das Leid zu Ijob gekommen und wie hat er darauf reagiert?

09 / 10 / 11 Warum all das Leid?

Mit Hilfe von drei Warum-Fragen entdecken die SuS, dass das Leid durch differenzierte Ursachen ausgelöst werden kann. Den Ursachen gegenüber stehen die guten Ereignisse. Dazu wird eine Collage angefertigt, die die Gegensätze der Welt hervor hebt. Anschließend werden die Bilder tabellarisch zugeordnet.

12 Was hilft anderen und mir mit Leid umzugehen?

In dieser Stunde wird wiederholt, dass verschiedene Formen des Leids existieren. Leid ent- steht unter Umständen durch die eigene Person, durch andere Menschen oder durch Krank- heiten und Naturkatastrophen. Die SuS finden Beispiele für den ratsamen Umgang mit Leid.

13 / 14 Schwierigkeit des Helfens

Die Lerngruppe entwickelt ein Bewusstsein über den sensiblen Umgang mit Menschen, die durch situative Umstände leiden. Dazu wird in Filmsequenzen beispielhaft gezeigt, wie Menschen sich in ihrer Trauer verhalten und auf Unterstützung reagieren könnten.

2. Bezugsrahmen Unterrichtsstunde

Fachdidaktische Entscheidungen

Das Leid ist eine der Grunderfahrungen des menschlichen Lebens. Da dieses allen Menschen widerfährt, entsteht für die SuS, neben der persönlichen Relevanz, ein Alltagsbezug. Das gemeinsame Suchen und Finden nach Umgangsmöglichkeiten ist von besonderer Bedeutung, da die Lerngruppe Verhaltensweisen kennenlernt, die nicht zwangsläufig zu einer Verneinung des christlichen Glaubens führen.

Die Unterrichtsstunde knüpft an die Unauflöslichkeit der Frage nach dem Leid an. Angesichts dessen ist es relevant, dass die SuS nicht bei den Erklärungsversuchen stehen bleiben, sondern nach differenzierten Umgangsmöglichkeiten suchen, weswegen ein Wissenserwerb darüber in dieser Stunde stattfindet.

Das Entwickeln von differenzierten Handlungsoptionen stellt das Ziel der Unterrichtsstunde dar. Wichtig ist es, dass die Lerngruppe am Ende über einen Lernzuwachs bezüglich der lebenspraktischen Umgangsmöglichkeiten verfügt.

Analyse der Lernvoraussetzungen

Die Religionsklasse der Jahrgangsstufe sieben setzt sich aus 20 SuS zusammen, wovon 11 Mädchen und 9 Jungen sind. Durch den Einsatz unterschiedlicher Methoden und Organisati- onsformen, wie beispielsweise das Unterrichtsgespräch im Stuhlkreis oder die Reflexions- phasen, ist bekannt, dass vor allem die Schülerinnen Noelle und Hanna kommunikativ sehr engagiert sind und sich gerne in der Lerngruppe präsentieren. Da die Kommunikationsbereit- schaft in der geplanten Unterrichtsstunde berücksichtigt wird, werden die Lernenden dement- sprechend aktiv in die offenen Arbeitsaufträge eingebunden und erhalten die Möglichkeit an der Unterrichtsgestaltung teilzuhaben.

In Gruppenphasen arbeiten die SuS motiviert und interessiert. Eine unterstützende Wirkung hat diese Arbeitsform zudem für die zurückhaltenden Mädchen Nele, Larissa und Katrin. Im Austausch untereinander blühen sie auf und bringen ihre Ideen konstruktiv ein. Durch den Gruppenprozess werden sie angeregt, sich intensiver mit den Aufgaben auseinanderzuset- zen. Um mögliche Konflikte der Gruppenbildung zu vermeiden teilen sich die SuS selbst in die Gruppen ein. Die Lerngruppe kennt dieses Vorgehen und ist daran gewöhnt, sodass die Gruppenbildung ohne Diskussionen verläuft. Die Arbeitsgruppen haben sich in der letzten Stunde bereits zusammengeschlossen. Leo, Kevin und Max lassen des Öfteren private Ge- spräche zu. Insbesondere bei Arbeitsphasen in der Gruppe ist darauf zu achten, dass sie sich nicht gegenseitig ablenken.

Von den beiden Lernenden Nele und Lukas ist bekannt, dass sie seit längerem persönlich von Leid betroffen sind.Aller Voraussicht nach haben die beiden Kinder sich bereits intensiver mit Möglichkeiten beschäftigt, wie sie mit Leid umgehen, und können ihre Ideen mit in den Unterricht einbringen.

Bezüglich des Entwicklungsstandes des religiösen Urteils befinden sich die SuS nach Oser und Gmünder hauptsächlich im Bereich „ do ut des “ (Noormann, Becker & Trocholepczy, 2000, S. 62-65). Besonders während der Beschäftigung mit Ijob und der Theodizee-Frage wurde deutlich, dass die Lernenden von einer wechselseitigen Beeinflussung von Gott und den Menschen ausgehen. Jedoch gibt es auch Lernende die sich in der Phase des Deismus befinden. Hier ist vor allem Josephine zu verorten. Sie betrachtet sich getrennt von Gott und hat in der Einheit bereits davon gesprochen, dass der Mensch für sich selbst und sein Leid verantwortlich ist. Für die Schülerin sind Lebensweltbezüge von zentraler Bedeutung.

Methodische Überlegungen

Die SuS haben sich in den vorangegangen Stunden mit der biblischen Geschichte von Ijob auseinandergesetzt, dem schuldlos großes Leid widerfährt. Die Erzählung zeigt, dass Leid weder als pädagogisches Mittel Gottes gedeutet, noch in einen Tun-Ergehen-Zusammen- hang gestellt werden kann. Ijob klagt Gott an und erfährt, dass er in Gott ein Gegenüber ge- funden hat, an den er sich mit seiner Klage wenden darf. Das Musikstück „ Prayer in C “ von Robin Schulz ist ein Beispiel dafür, seine Klage zum Ausdruck zu bringen und vor Gott zu tragen. Nun darf nicht bei der Klage verharrt werden. Angesichts des Leids ist zu fragen, was getan werden kann, um mit dem Leid aktiv umzugehen. Hier besteht die Aufgabe der SuS darin, Ideen zu entwickeln, um Widerstand hinsichtlich des Leids zu leisten. Durch das Ent- wickeln der Handlungsoptionen wird aus der abstrakten Frage nach dem Leid eine lebens- praktische, die jeden Einzelnen etwas angeht.

Der Stundeneinstieg findet in einem Stuhlkreis statt, der eine Gesprächsatmosphäre schafft, die von den SuS aller Altersstufen als wohltuend empfunden wird (Mattes, 2011, S. 108). Es gibt keine Tische als Barriere, wodurch die Distanz in der Gruppe abnimmt. Im Vorfeld wer- den die Gruppentische für die Gruppenarbeit vorbereitet, sodass der Lernprozess nicht durch organisatorische Maßnahmen gestört wird. Den religiösen Blickwinkel in einem aktuellen Lied zu finden, kann, aufgrund des offenkundigen Lebensweltbezugs, die SuS stark anspre- chen.

[...]


1 Schülerinnen und Schüler werden folgend zu SuS abgekürzt.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Theodizee und Bewältigung des Leids. Ijob als Begleitelement
Note
12-13 Punkte
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V443747
ISBN (eBook)
9783668841765
ISBN (Buch)
9783668841772
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theodizee Ijob Hiob Umgang Leid
Arbeit zitieren
Jürgen Schuck (Autor), 2018, Theodizee und Bewältigung des Leids. Ijob als Begleitelement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443747

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