Psychische Erkrankungen beeinträchtigen das Leben in vielen Bereichen. So auch die Borderline-Persönlichkeitsstörung, denn die Betroffenen können ihre Emotionen nur schwer regulieren. Gerade bei erkrankten Müttern oder Vätern hat die Krankheit schwerwiegende Auswirkungen.
Franziska Hecker zeigt, wie eine Borderline-Persönlichkeitsstörung das Verhältnis zwischen betroffenen Müttern und ihren Kindern beeinflusst. Ihre Publikation informiert außerdem über Unterstützung und Erziehungshilfen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit.
Zunächst erklärt Hecker die Ursachen und Symptome einer Borderline-Störung. Dabei geht sie auch auf Faktoren ein, die deren Entwicklung positiv oder negativ beeinflussen können. Mit ihrer Publikation liefert sie sowohl wichtige Hintergrundinformationen als auch praktische Hilfestellungen für den Alltag von Betroffenen.
Aus dem Inhalt:
- Psychische Erkrankungen;
- Borderline;
- Mutter-Kind-Bindung;
- Sozialpädagogik;
- Emotionsregulation
- Psychisch kranke Eltern
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Ursachen der Borderline-Persönlichkeitsstörung
2.1 Allgemeines zum Begriff der Borderline-Persönlichkeitsstörung
2.2 Ursachen der Borderline-Persönlichkeitsstörung
3. Mütter mit einer Borderline-Erkrankung
3.1 Mutter-Kind-Bindung
3.2 Auswirkungen der Borderline-Störung auf die Kinder Betroffener
3.3 Alltägliche Belastungen von Kindern psychisch kranker Eltern
4. Kindeswohlgefährdung und Präventionen
4.1 Kindeswohlgefährdung und Borderline-Mütter
4.2 Präventionen
5. Hilfen zur Erziehung als Aufgabe der Sozialen Arbeit
5.1 Ambulante Hilfeformen
5.2 Teilstationäre und stationäre Hilfeformen
5.3 Eingliederungshilfe nach § 35a als ergänzende Hilfeform
5.4 Anforderungen an die sozialpädagogische Fachkraft
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer mütterlichen Borderline-Persönlichkeitsstörung auf die kindliche Entwicklung und identifiziert unterstützende Hilfsangebote im Kontext der Sozialen Arbeit für betroffene Kinder als gefährdete Risikogruppe.
- Grundlagen und Entstehungsursachen der Borderline-Störung.
- Einfluss der Borderline-Symptomatik auf die Mutter-Kind-Bindung und kindliche Belastungen.
- Risiken der Kindeswohlgefährdung durch Borderline-Mütter.
- Präventionsstrategien und Interventionsformen im System der Jugendhilfe.
- Anforderungsprofil an die sozialpädagogische Fachkraft in der Arbeit mit Borderline-Betroffenen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Mutter-Kind-Bindung
Von Anfang an ist ein Kind mit einem Repertoire an Verhaltensweisen ausgestattet. Dadurch wird die Nähe zur Bezugsperson aufrechterhalten. Das Gegenstück dazu ist das Pflegeverhalten einer Bezugsperson. Beide Systeme, die der Bezugsperson und die des Kindes, harmonieren miteinander. Mitte des ersten Lebensjahres formen Kinder ein Bild ihrer zentralen Bezugsperson. Mit diesem Entwicklungsschritt sind sie nun im Stande, nach Bindungspersonen zu suchen, auch wenn diese nicht anwesend sind. Damit einhergehend entstehen bei Trennungen Gefühle von Kummer. Ab diesem Zeitpunkt ist ein Kind in der Lage, feste Bindungen zu entwickeln.
Kinder entwickeln über „[...] das Bindungsverhalten und die Reaktionen der Bindungsfiguren eine innere Repräsentation von Bindung, das sogenannte innere Arbeitsmodell.“ Diese Modelle beziehen sich auf bewusstes sowie unbewusstes Wissen in Bezug auf „Erfahrungen in engen Beziehungen, und schließen Bewertungen und Gefühle in Zusammenhang mit diesen Erfahrungen und bindungsbezogene Gedächtnisinhalte ein.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Motivation, Zielsetzung und methodisches Vorgehen der Arbeit im Kontext der Hilfen zur Erziehung.
2. Definition und Ursachen der Borderline-Persönlichkeitsstörung: Theoretische Grundlagen zum Krankheitsbild, klinische Kriterien nach DSM-IV und bio-psycho-soziale Erklärungsmodelle.
3. Mütter mit einer Borderline-Erkrankung: Analyse der Mutter-Kind-Bindung und der psychischen Belastungssituationen für Kinder im Alltag.
4. Kindeswohlgefährdung und Präventionen: Erörterung der Risiken für Kinder psychisch kranker Mütter sowie Definition und Einteilung präventiver Ansätze.
5. Hilfen zur Erziehung als Aufgabe der Sozialen Arbeit: Detaillierte Darstellung ambulanter, teilstationärer und stationärer Unterstützungsangebote sowie professioneller Anforderungen an Fachkräfte.
6. Fazit: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur Situation betroffener Kinder und zur Notwendigkeit bedarfsgerechter Unterstützungssysteme.
Schlüsselwörter
Borderline-Persönlichkeitsstörung, Mutter-Kind-Bindung, Kindeswohlgefährdung, Sozialarbeit, Erziehungshilfe, Prävention, Bindungsmuster, Elternschaft, Psychische Erkrankung, Trauma, Kinderschutz, Pädagogische Fachkraft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation beleuchtet die schwierige Lebenssituation von Kindern, deren Mütter an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, und analysiert Möglichkeiten der professionellen Unterstützung durch das System der Sozialen Arbeit.
Welche sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Dynamik der Mutter-Kind-Bindung, das Risiko der Kindeswohlgefährdung und die verschiedenen Formen der Erziehungshilfe nach SGB VIII.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Auswirkungen der mütterlichen Borderline-Störung auf das Kind aufzuzeigen und Fachkräfte in der Sozialen Arbeit für die spezifischen Anforderungen und notwendigen Hilfsmaßnahmen zu sensibilisieren.
Welche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse aktueller psychologischer und sozialwissenschaftlicher Fachliteratur sowie gesetzlicher Grundlagen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition der Störung, deren Auswirkungen auf die Bindungsentwicklung der Kinder, Mechanismen wie Projektion und Parentifizierung sowie konkreten Interventionsformen der Jugendhilfe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Borderline-Störung, Kindeswohlgefährdung, Bindungsmuster, Hilfen zur Erziehung und Sozialpädagogische Familienhilfe.
Welche Rolle spielt die "Parentifizierung" im Kontext der Arbeit?
Parentifizierung beschreibt einen Prozess, in dem Kinder aus Überforderung elterliche Funktionen übernehmen, was ihre gesunde Entwicklung erheblich beeinträchtigen kann.
Wie gehen Fachkräfte mit dem "Spaltungsprozess" bei Borderline-Klienten um?
Fachkräfte sind angehalten, durch kollegialen Austausch im Team, Selbstreflexion und das Setzen klarer inhaltlicher sowie zeitlicher Rahmen der Spaltung (Idealisierung/Entwertung) entgegenzuwirken.
Inwiefern ist die "Objektkonstanz" für betroffene Kinder wichtig?
Das Fehlen der Objektkonstanz bei den Müttern führt dazu, dass Kinder sich bei räumlicher Distanz nicht sicher gebunden fühlen, was massive Unsicherheit und Orientierungslosigkeit erzeugt.
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- Franziska Hecker (Autor), 2019, Die Kinder von Borderline-Müttern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443848