Seit der Finanzmarktkrise und dem VW-Abgasskandal setzt sich die öffentliche Diskussion wieder vermehrt mit den Entscheidungen von Top-Managern auseinander. Diese Manager sind meistens jedoch nicht zugleich auch Eigentümer des Unternehmens. Gerade in großen Unternehmen weichen die Interessen des Managers deshalb deutlich von den Zielen des Eigentümers ab.
Wie kann das Management trotzdem davon überzeugt werden, die Unternehmensaktivitäten auf die Steigerung des Shareholder-Value auszurichten? Jan Behler vergleicht in dieser Publikation zwei Anreizsysteme: Economic Value Added (EVA) und Cash Value Added (CVA).
Behler beschreibt die genaue Funktionsweise der beiden Konzepte, liefert wichtige Hintergrundinformationen und erklärt die jeweiligen Vor- und Nachteile. Seine Publikation veranschaulicht so, welche der beiden Kennzahlen sich besser eignet und als Spitzenkennzahl eines Anreizsystems herangezogen werden sollte.
Aus dem Inhalt:
- Shareholder-Value,
- Eigentümervermögen,
- Economic Value Added,
- Cash Value Added,
- Management,
- Unternehmensziele
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Konzept des Economic Value Added
2.1 Einführung in das Konzept
2.2 Elemente des EVA
2.2.1 Darstellung der Gewinn- und Vermögensgröße
2.2.2 Operating Conversions
2.2.3 Darstellung der Vermögensrendite
2.2.4 Darstellung des Kapitalkostensatzes
2.3 Berechnung des EVA
3 Das Konzept des Cash Value Added
3.1 Einführung in das Konzept
3.2 Elemente des CVA
3.2.1 Darstellung der Gewinn- und Vermögensgröße
3.2.2 Darstellung der ökonomischen Abschreibung
3.2.3 Darstellung der Vermögensrendite
3.2.4 Darstellung des Kapitalkostensatzes
3.3 Berechnung des CVA
4 Bewertung und Vergleich der Konzepte
4.1 Anreizsystem und Spitzenkennzahl
4.2 Gegenüberstellung von EVA und CVA
4.2.1 Anreizverträglichkeit
4.2.2 Kommunikationsfähigkeit
4.2.3 Wirtschaftlichkeit
4.2.4 Leistungsorientierung
4.2.5 Manipulationsresistenz
4.3 Übersicht und Bewertung
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Eignung der Kennzahlen Economic Value Added (EVA) und Cash Value Added (CVA) als Spitzenkennzahlen für ein managementorientiertes Anreizsystem. Das primäre Ziel besteht darin, eine fundierte Empfehlung abzugeben, welches dieser Konzepte effektiver dazu beiträgt, das Management zu einer eigentümerorientierten Unternehmensführung zu motivieren.
- Grundlagen und Herleitung der Residualgewinnkonzepte EVA und CVA.
- Detaillierte Analyse der notwendigen Anpassungen (Conversions) der Rechnungslegungsdaten.
- Definition von Anforderungen an Anreizsysteme und Spitzenkennzahlen (z. B. Zielkongruenz, Kommunikationsfähigkeit).
- Kritische Gegenüberstellung beider Konzepte hinsichtlich ihrer Eignung als Steuerungsinstrument.
- Gewichtung der Leistungsorientierung und Manipulationsresistenz für die finale Bewertung.
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Leistungsorientierung
Eine Belohnung (Bestrafung) des Managements für Sachverhalte, die nicht aus dem Handeln des Managements entstehen, läuft dem Ziel eines Anreizsystems entgegen. Honoriert werden sollen ausschließlich tatsächlich wertsteigernde Aktivitäten. Das bedeutet, dass die Kennzahl frei von Einflussfaktoren sein muss, die nicht auf die Leistung des Managements zurückzuführen sind. Ein positiver (negativer) Ausweis soll nur aufgrund von Sachverhalten erfolgen, auf die das Management Einfluss nehmen oder auf die es reagieren kann. Gleiche Leistungen sollen dementsprechend gleich dargestellt werden.
Die Kapitalkosten werden im EVA-Konzept durch die Multiplikation des Kapitalkostensatzes (WACC) mit der Kapitalgröße (NOA) ermittelt. Durch Abschreibungen sinkt die Kapitalgröße kontinuierlich in jeder Periode, wenn keine weiteren Investitionen durchgeführt werden. Daraus folgt, dass auch die Kapitalkosten in jeder Periode geringer ausfallen. Wird unter sonst gleichen Voraussetzungen im Verlauf der Perioden ein konstanter NOPAT erzielt, steigt der EVA in jeder Periode an. Dadurch wird eine Verbesserung der Unternehmensleistung suggeriert, ohne dass das Unternehmen tatsächlich profitabler agiert hat. Ein weiterer daraus folgender negativer Punkt ist, dass reife Unternehmen mit bereits weit abgeschriebenem Vermögen profitabler dargestellt werden als junge Unternehmen, auch wenn die tatsächliche operative Leistung gleich ist.
Die Vermögensgröße im CVA-Konzept wird hingegen anhand der historischen Investitionen ermittelt. Sowohl Abschreibungseffekte als auch Inflationseffekte werden angepasst. Im Gegensatz zum EVA bleiben die Kapitalkosten konstant, wenn keine neuen Investitionen vorgenommen werden. Die Größe der ÖA wird als konstanter Betrag für die Erwirtschaftung der ursprünglichen Investition angesetzt. Der CVA ist damit frei von Verzerrungen durch Abschreibungen und die Altersstruktur des Vermögens. Eine konstante Performance bewirkt dementsprechend einen konstanten CVA.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Managemententlohnung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Eignung von EVA und CVA als Spitzenkennzahlen zu untersuchen.
2 Das Konzept des Economic Value Added: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen, die erforderlichen Anpassungen (Conversions) sowie die Berechnung von Gewinn, Kapital und Kapitalkosten nach dem EVA-Ansatz.
3 Das Konzept des Cash Value Added: Hier wird das auf dem Cashflow basierende CVA-Konzept vorgestellt, wobei der Fokus auf den spezifischen Anpassungen der Bruttoinvestitionsbasis und der ökonomischen Abschreibung liegt.
4 Bewertung und Vergleich der Konzepte: Dieser Hauptteil vergleicht EVA und CVA anhand von Kriterien wie Anreizverträglichkeit, Kommunikationsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Leistungsorientierung und Manipulationsresistenz.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der der CVA aufgrund seiner höheren Leistungsorientierung und Manipulationsresistenz als vorteilhafter für ein Anreizsystem eingestuft wird.
Schlüsselwörter
Economic Value Added, Cash Value Added, Anreizsystem, Spitzenkennzahl, Shareholder Value, Residualgewinn, NOPAT, Kapitalkosten, WACC, CFROI, Leistungsorientierung, Manipulationsresistenz, Unternehmenssteuerung, Kapitalgeber, Unternehmenswert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich zweier wertorientierter Kennzahlen, dem Economic Value Added (EVA) und dem Cash Value Added (CVA), im Kontext von Anreizsystemen für Manager.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die Konzeption der beiden Kennzahlen, ihre Berechnungsmethodik unter Berücksichtigung von notwendigen Anpassungen (Conversions) sowie ihre Eignung als Steuerungsinstrument für Unternehmensleistungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Ziel ist es, zu analysieren, welche der beiden Kennzahlen (EVA oder CVA) sich besser als Spitzenkennzahl für ein Anreizsystem eignet, um das Management zu einer am Shareholder Value orientierten Unternehmensführung zu motivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Vergleich verwendet?
Die Arbeit führt eine kritische Gegenüberstellung durch, bei der Kriterien wie Anreizverträglichkeit, Kommunikationsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Leistungsorientierung und Manipulationsresistenz abgeleitet und angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der beiden Konzepte (Kapitel 2 und 3) sowie eine systematische Bewertung und den Vergleich dieser Ansätze (Kapitel 4) anhand der definierten Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Economic Value Added, Cash Value Added, Anreizsystem, Spitzenkennzahl, Residualgewinn, Kapitalkosten, NOPAT und Shareholder Value.
Warum ist das Kriterium der Leistungsorientierung für den Autor besonders entscheidend?
Da das Ziel eines Anreizsystems darin besteht, tatsächlich wertsteigerndes Handeln zu belohnen, ist es essenziell, dass die Kennzahl operative Erfolge korrekt widerspiegelt und nicht durch Verzerrungseffekte – wie sie beispielsweise bei EVA durch Abschreibungen entstehen – verfälscht wird.
Warum kommt der Autor zu dem Schluss, dass der CVA dem EVA vorzuziehen ist?
Obwohl der EVA leichter zu kommunizieren ist, überzeugt der CVA durch eine konsistentere Darstellung der Leistung über verschiedene Perioden hinweg und bietet eine höhere Manipulationsresistenz gegenüber buchhalterischen Einflussnahmen.
- Quote paper
- Jan Behler (Author), 2019, Economic Value Added versus Cash Value Added. Welche Kennzahl eignet sich besser für ein Anreizsystem für Manager?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443852