Das Schulbuch ist im Geschichtsunterricht seit jeher ein etabliertes, jedoch in der Fachdidaktik auch stark diskutiertes Lernmedium. Die zahlreichen didaktischen Analysen von Schulbüchern zeichnen hierbei, so die Geschichtsdidaktik, ein katastrophales Bild.
Die vorliegende Arbeit analysiert auf Basis der dargestellten Kritik drei Schulbücher der Geschichte und bewertet diese im Hinblick auf ihre Nutzbarkeit im Geschichtsunterricht, ihre pädagogische Konzeption und ihr Lernpotential.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung - Relevanz des Themas, eigener Zugang, ausgewählte Analysekategorien
2 Die didaktische Theorie
3 Die Schulbuchanalyse
3.1 Das Schulbuch „Expedition Geschichte“
3.2 Das Schulbuch „Zeiten und Menschen 4“
3.3 Das Schulbuch „Durchblick“
4 Fazit - Ein Lernfortschritt?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Qualität und der didaktischen Konzeption zeitgenössischer Geschichtsschulbücher auseinander, um zu prüfen, ob diese den fachdidaktischen Anforderungen gerecht werden und historisches Lernen wirksam unterstützen.
- Analyse didaktischer Konzepte anhand ausgewählter Schulbücher
- Überprüfung der „Brauchbarkeit“ von Schulbüchern nach fachdidaktischen Kriterien
- Untersuchung der Strukturierung von Lerninhalten und Methodenkompetenz
- Bewertung der Quellenorientierung und Gegenwartsbezüge
- Kritische Reflexion über die Förderung historischen Lernens
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Schulbuch „Expedition Geschichte“
Das Schulbuch „Expedition Geschichte“ erschien erstmalig 2003 im Verlag Moritz Diesterweg. Unter dem Zusatz „G3“ verbirgt sich der Schwerpunkt des Buches: „von der Entstehung des Deutschen Kaiserreiches bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges“. Das Buch ist hierbei in sechs Kapitel unterteilt, die verschiedene Themen in zeitlich chronologischer Reihenfolge abarbeiten („Reichseinigung und Deutsches Kaiserreich“ bis „Zweiter Weltkrieg und Völkermord“). Die einzelnen Kapitel enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher Texte zum jeweiligen Themenschwerpunkt und differieren hierbei in Angebote zur „Arbeit mit schriftlichen Quellen“, „Methodenschulung“ und jeweils einer „Doppelseite zur Kulturgeschichte“ am Ende eines jeden Kapitels.
Der Aufbau des Geschichtsbuches ist wie folgt: Jedes Kapitel (z.B. ,,1. Reichseinigung und Deutsches Kaiserreich”, S. 2-46) beinhaltet mehrere Unterkapitel (z.B. ,,1.2 Deutschland wird geeint: Vom Zollverein zum Norddeutschen Bund“, S. 5). Diese Unterkapitel werden wiederum mit einzelnen Seiten gefüllt, die mit erzählenden Texten, Schrift- und Bildquellen (Gemälde, Plakate, Karten, Karikaturen etc.), sowie Arbeitsaufgaben angereichert werden. Textquellen werden mit dem Buchstaben “Q” bezeichnet, während Arbeitsaufgaben durch den Buchstaben “A” ausgewiesen werden. Die Quellennummer bzw. die Aufgabennummer richtet sich hierbei immer nach dem vorausgegangenen Unterkapitel. Historische Bilder, Karikaturen etc. gelten hierbei nicht als Quelle.
Schaut man sich das Geschichtsbuch nun einmal in Hinblick auf seine didaktische Ausarbeitung an, so lässt sich zunächst erkennen, dass die Auswahl an Arbeitsmöglichkeiten, die von dem Schüler mit dem Buch geleistet werden können, sehr umfangreich ausfällt. Er/Sie hat die Möglichkeit, sich durch einen erzählenden Text in das Thema hineinzuarbeiten und die Kenntnisse, welche er/sie daraufhin gewonnen hat, durch die Bearbeitung von Quellen etc. einzuüben, da die Inhalte der Narration zumeist anhand der Quellen direkt wieder aufgegriffen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung - Relevanz des Themas, eigener Zugang, ausgewählte Analysekategorien: Die Einleitung thematisiert die fachdidaktische Kritik an Schulbüchern und definiert den Rahmen der Arbeit, indem sie die Analysekriterien der Didaktiker Bodo von Borries, Jörn Rüsen und Hans-Jürgen Pandel einführt.
2 Die didaktische Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Untersuchung, insbesondere die Konzepte der „Brauchbarkeit“ historischen Lernens sowie Anforderungen an Struktur und Kompetenzvermittlung.
3 Die Schulbuchanalyse: In diesem Hauptteil werden die drei Schulwerke „Expedition Geschichte“, „Zeiten und Menschen 4“ und „Durchblick“ anhand der vorgestellten theoretischen Kriterien detailliert untersucht und bewertet.
4 Fazit - Ein Lernfortschritt?: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die didaktische Konzeption entscheidender für die Qualität eines Schulbuches ist als die reine Menge an Quellen oder Bildern.
Schlüsselwörter
Schulbuchanalyse, Geschichtsunterricht, Fachdidaktik, Historisches Lernen, Didaktische Konzeption, Quellenarbeit, Methodenkompetenz, Rekonstruktion, Dekonstruktion, Sinnbildungsformen, Schülerbezug, Gegenwartsbezug, Expedition Geschichte, Zeiten und Menschen 4, Durchblick.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Qualität und didaktische Eignung von drei verschiedenen Geschichtsschulbüchern für den Unterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die didaktische Konzeption, die Strukturierung der Lerninhalte und die Förderung historischer Kompetenzen bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beurteilen, inwieweit die untersuchten Schulbücher einen historisch gewinnbringenden Lernprozess unterstützen und die fachdidaktischen Anforderungen erfüllen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Analyse stützt sich auf die fachdidaktischen Theorien von Jörn Rüsen, Hans-Jürgen Pandel und Bodo von Borries sowie auf Konzepte des historischen Lernens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Analyse der drei ausgewählten Geschichtsbücher unter Einbeziehung ihrer Struktur, Aufgabenstellungen und Quellenarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schulbuchanalyse, fachdidaktische Kriterien, Methodenkompetenz und historisches Lernen beschreiben.
Wie schneidet „Expedition Geschichte“ im Vergleich ab?
Das Buch zeigt zwar Stärken in der Methodenkonzentration, wird aber aufgrund einer massiven Quellenüberladung und teils unausgereifter Aufgaben als nur bedingt geeignet eingestuft.
Warum wird „Durchblick“ als besonders positiv hervorgehoben?
Das Werk vereint laut dem Autor die besten Ansätze für einen historischen Lernprozess durch eine gelungene Kombination aus Kompetenzschulung, Übersichtlichkeit und Differenzierung.
- Citation du texte
- Christian Appel (Auteur), 2011, Das Schulbuch im Geschichtsunterricht. Eine Schulbuchanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444126