Aussagen weiblicher Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen zum Einsatz von Fitnesstrackern


Hausarbeit, 2017

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode
2.1 Qualitative Forschung - hberblick
2.2 Gütekriterien qualitativer Forschung
2.3 Methode zur Durchführung qualitativer Forschung

3. Vorbereitung der Methode
3.1 Methodenauswahl
3.2 Vorstellung des Fragebogens im Detail
3.3 Untersuchungsbeteiligte
3.4 Untersuchungssetting

4. Durchführung
4.1 Durchführung des ersten Interviews und zentrale Ergebnisse
4.2 Durchführung des zweiten Interviews und zentrale Ergebnisse

5. Evaluation

6. Fazit

7. Anhang

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Verbrauch an Kalorien, das Messen des Schlafrhythmus oder das Zählen der eigenen Schritte und der Herzsequenz - die Nutzung von Gesundheitsapps und Fitnessarmbän- dern steigt in Deutschland kontinuierlich an. Nach einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research aus dem Jahr 2016 nutzen bereits 31 % der Bundesbürger ab 14 Jahren Fitnesstracker und die dazugehörenden Apps zur Aufzeichnung ihrer Gesundheitswerte.1 Steigendes Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung lässt dabei auch den Umsatz der Fitnessindustrie, darunter auch den der Onlinefitness, nach oben steigen 2. Alleine in den beiden größten Appstores gab es über 100.000 gesundheitsbezogene Apps für Android und IOS3. Viele dieser Fitnessapps lassen sich mit Fitnesstrackern in Form von Smart- watches, Armbändern oder Clip-ons kombinieren, die dann unter den unterschiedlichsten Umständen Daten sammeln und an den Fitnesstracker übertragen4. Der Umsatz von Fit- nesstrackern hat eine jährliche Steigerungsrate von ungefähr sechs Prozent5.

Einige gesetzlichen Krankenkassen haben damit begonnen ihren Versicherten Kosten für Fitnesstracker zu erstatten6. Es stellt sich nun die Frage, welche Aussagen weibliche Ver- sicherte der gesetzlichen Krankenversicherung zum Einsatz von Fitnesstrackern tätigen. Interessant sind die Aussagen der weiblichen Mitglieder, da sie die Bevölkerungsmehr- heit stellen7.

Das Ziel dieser Studienarbeit ist es, einen kurzen hberblick darüber zu geben, was die weiblichen Versicherten in den gesetzlichen Krankenversicherungen von dem Einsatz von Fitnesstrackern halten. Dies geschieht durch die Auswertung von zwei geführten In- terviews und deren anschließenden kritischen Würdigung. Die interviewten Personen wurden dabei spezifisch ausgewählt. Da der Ersteller dieser Seminararbeit bestimmte Erwartungen hat, die sich auf das Alter und Erfahrungen mit dem digitalen Umfeld beziehen, wurde jeweils eine Person jüngeren Alters (Generation Y) und eine Person erfahreneren Alters (Best Ager) gewählt. Auf die Erwartungen des Interviewers wird in der Evaluation am Ende dieser Arbeit näher eingegangen.

2. Methode

2.1 Qualitative Forschung - hberblick

Qualitative Forschung ist Teil der Ausbildung in empirischen Forschungsmethoden. Sie wird meistens in Themengebieten wie Soziologie, Psychologie, Kultur-, Erziehungs- und Wirtschaftswissenschaften angewandt. Dabei hat die qualitative Forschung eine starke Anwendungsorientierung in den Fragestellungen und Vorgehensweisen.

Der Anspruch der qualitativen Forschung besteht darin, die Lebenswelten von innen zu beschreiben. Dabei wird die Sicht der handelnden Menschen berücksichtigt. Dadurch wird ein besseres Verständnis sozialer Wirklichkeit erreicht. Im Gegensatz zu anderen Forschungsmethoden ist die qualitative Forschung in ihren Zugangsweisen zu den unter- suchten Phänomenen viel offener und schlussfolgernd näher dran.8 Qualitative Forschung kann mit kleineren Fallzahlen arbeiten, als es die quantitative Forschung tut. Der Grund ist, dass beide Methodenarten auf verschiedene Erkenntnisziele zielen. Der qualitative Ansatz zielt auf die Entdeckung von Theorieaussagen anhand von empirischer Daten. Eine Entdeckung ist beispielsweise schon anhand eines einzigen Interviews möglich.9

2.2 Gütekriterien der qualitativen Sozialforschung

Damit die angewandte qualitative Methode den Status einer sozialwissenschaftlichen Forschungsmethode beanspruchen kann, muss sie die Gütekriterien der qualitativen Forschung erfüllen. Die klassischen Gütekriterien der qualitativen Forschung sind zum einen die Reliabilität, also die Zuverlässigkeit, die Stabilität und Genauigkeit der Messungen sowie der Konstanz der Messbedingungen, und die Validität, also die Gültigkeit, die besagt, dass das gemessen wird, was auch gemessen werden sollte. Zudem gibt es noch die Objektivität. Diese zeigt die Unabhängigkeit der Ergebnisse von der untersuchten Person. Man kann es auch so beschreiben, dass mehrere Forscher zu dem gleichen Ergebnis kommen.10

2.3 Methode zur Durchführung der qualitativen Forschung

Qualitative Interviews, standardisiert, teilstandardisiert oder offen, sind in der Sozialforschung sehr verbreitet. Sie spielen eine wichtige Rolle in ethnographischen, auf teilnehmender Beobachtung basierenden Forschungsprojekten. Durch den Einsatz dieser Methode erhält man Expertenwissen über das jeweilige zu erforschende Forschungsfeld oder Thema. Außerdem dienen qualitative Interviews der Erfassung und Analyse der subjektiven Perspektive der interviewten Personen oder Erhebung zu ihrer Biographie. In der Bundesrepublik Deutschland sind qualitative Interviews noch gebräuchlicher in Forschungsprojekten, in denen die Interviews die zentrale empirische Grundlage bilden. Beispiele hierfür sind Projekte aus dem Bereich der Biographieforschung, Studien zum Berufszugang und zur beruflichen Sozialisation, Studien zu sozialen oder politischen Orientierungen von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen oder Studien zu geschlechtsbezogenen Fragestellungen.11

Zur Vorbereitung des qualitativen Interviews sind die Kennzeichen qualitativer Forschungspraxis zu beachten. Insgesamt werden in der Praxis zwölf verschiedene Kennzeichen betrachtet, auf die hier nun näher eingegangen wird und der Bezug zum durchzuführenden Interview hergestellt wird.

1. Methodisches Spektrum statt Einheitsmethode

Die Praxis qualitativer Forschung ist dadurch geprägt, dass es nicht die eine geeignete Methode gibt, sondern verschiedene Ansätze, die je nach zu untersuchenden Fragestellung ausgewählt werden können. Die in dieser Seminararbeit gewählte Methode ist also nur ein möglicher methodischer Ansatz zur qualitativen Forschung.

2. Gegenstandsangemessenheit von Methoden

Die Angemessenheit der ausgewählten Methode stellt sich aus dem Forschungsthema dar. Um Aussagen von bestimmten Gruppen zu erforschen eignet sich ein Interview.

3. Orientierung am Alltagsgeschehen

Die Fragestellungen des Interviews werden in ihrem alltäglichen Kontext situiert.

4. Kontextualität als Leitgedanke

Die Aussagen werden im Kontext zur Thematik analysiert. Sie werden auch im Bezug der Biographie der Interviewpartner analysiert.

5. Perspektiven der Beteiligten

Die Unterschiedlichkeit der Perspektiven der beteiligten Personen wird in der Analyse berücksichtigt. Der Interviewer hat dabei die Perspektive eines AOK Angestellten und eines Studenten, die Perspektiven der Interviewpartner werden zu einem späteren Zeitpunkt näher beschrieben.

6. Reflexivität des Forschers

Die Reflexivität des Forschers über seine Wahrnehmung, sein Handeln dient als wesentlicher Teil der Erkenntnisse und wird nicht als eine Störquelle verstanden, die es zu kontrollieren oder auszuschalten gilt.

7. Verstehen als Erkenntnisprinzip

Bei der Analyse des Interviews gilt es die Sichtweisen der Interviewpartner zu verstehen und nachzuvollziehen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen.

8. Prinzip der Offenheit

Damit man der Perspektive des Anderen so nah wie möglich kommen kann und um möglichst großen Spielraum zu lassen, ist bei der Datenerhebung das Prinzip der Offenheit zu beachten: Fragen werden beispielsweise offen formuliert.

9. Fallanalyse als Ausgangspunkt

Im ersten Schritt setzen qualitative Studien häufig an der Analyse von Fällen an. Im nächsten Schritt gehen sie dazu über, diese Fälle vergleichend und verallgemeinernd zusammenzufassen und dann gegenüberzustellen. Als Ausgangspunkt für die in der Studienarbeit behandelte Forschungsfrage dient die Relevanz der Zielgruppe gesetzliche Krankenversicherung zum behandelten Thema.

10. Konstruktion der Wirklichkeit als Grundlage

Qualitative Forschung geht von der Konstruktion der Wirklichkeit aus. Durch das Interview mit den beteiligten Personen lässt sich die subjektive Wirklichkeit abbilden und analysieren.

11. Qualitative Forschung als Textwissenschaft

Qualitative Forschung ist trotz der steigenden Bedeutung von visuellen Datenquellen wie etwa Fotos oder Filmen eine Textwissenschaft. Sie ist auf Texte als Arbeitsgrundlage angewiesen. Die hier behandelte Forschungsmethode ist in Textform als Arbeitsgrundlage vorhanden.

12. Entdeckung und Theoriebildung als Ziel

Die Zielsetzung ist es neue Erkenntnisse zu entdecken und eine mögliche Richtung in Aussicht zu stellen. Anhand des Interviews erhalten wir für diese Studienarbeit neue Erkenntnisse durch die Aussagen der Versicherten.12

3. Vorbereitung der Methode

3.1 Methodenauswahl

Im teilstandardisierten Interview gibt es einen Gesprächsleitfaden.

[...]


1 Vgl. o.V., Nutzung von Fitnesstrackern, 2016, o.S.

2 Vgl. o.V., Umsatz der Fitnessindustrie, 2016, o.S.

3 Vgl. Lucht, M. et al., Gesundheits- und Versorgungsapps, o.J., S.6.

4 Vgl. Morgenroth, M., Die wahre Macht der Datensammler, 2014, o.S.

5 Vgl. Köhler, A., Gründer, M., Online-Marketing für medizinische Gesellschaften, 2017, S.35.

6 Vgl. o.V., Zuschuss zur Apple-Watch oder Fitnesstracker, 2017, o.S.

7 Vgl. o.V., Bevölkerung Zensus, 2011, o.S.

8 Vgl. Flick, U. et al, Qualitative Forschung, 2015, S.13-15.

9 Vgl. Brüsemeister, T., Qualitative Forschung-Ein hberblick, 2008, S. 15.

10 Vgl. Mayring, P., Qualitative Inhaltsanalyse, 2015, S.123 - 125.

11 Vgl. Hopf, C., Qualitative Forschung, 2015, S. 349-350.

12 Vgl. Flick, U. et al, Qualitative Forschung, 2015, S. 22-24.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Aussagen weiblicher Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen zum Einsatz von Fitnesstrackern
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Neuss früher Fachhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V444176
ISBN (eBook)
9783668818606
ISBN (Buch)
9783668818613
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitative Methodik, wissenschaftliches Arbeiten, Wissenschaftliche Methoden, Fitnesstracker, gesetzliche Krankenversicherung, Interviews
Arbeit zitieren
Alexander Kuschel (Autor), 2017, Aussagen weiblicher Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen zum Einsatz von Fitnesstrackern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444176

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