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Menschenrechtsverletzungen am Beispiel "Ehe für Alle". Ein Unterrichtsentwurf für das Fach Ethik in der Kursstufe

Titel: Menschenrechtsverletzungen am Beispiel "Ehe für Alle". Ein Unterrichtsentwurf für das Fach Ethik in der Kursstufe

Unterrichtsentwurf , 2018 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Stefanie Zimmermann (Autor:in)

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Entwurf befasst sich mit der Thematik von Menschenrechtsverletzungen. Als Beispiel dient die Diskussion bezüglich der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Hierbei werden verschiedene Positionen von den Schülerinnen und Schülern herausgearbeitet (Kirche, Politik, Betroffene). Abschließend wird die Frage diskutiert, ob gemäß GG Art. 3.1 und 6.1 die Ehe für alle eine Menschenrecht ist.

Die zweistündige Kursstufe des Fachs Ethik besteht aus 16 Schülerinnen und Schülern. Sie sind mit den für die geplante Unterrichtsstunde notwendigen Methoden und Sozialformen vertraut, was flüssiges Arbeiten erwarten lässt. Die Stunde ist als Einzelstunde konzipiert und findet Dienstagmorgen in der dritten Stunde statt. Hierdurch ist mit guter Konzentrations- und Motivationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu rechnen. Die benötigten Materialien werden in Kopie gestellt. Für den Einstieg wird ein Tageslichtprojektor benötigt, der im Klassenraum vorhanden ist. Das Konzept der Stunde hat die Bildungsstandards des Bildungsplans 2004 zur Grundlage und ist Teil der Unterrichtseinheit „Recht und Gerechtigkeit“.

Die Unterrichtseinheit hat sich bisher mit der Definition von Gerechtigkeit und verschiedenen Auffassungen von Rechtsethik (Rawls, Nussbaum, Rechtspositivismus vs. Vernunftrecht) beschäftigt. Die unmittelbar vorangegangenen Stunden hatte die Begründung und die Frage nach der Universalität der Menschenrechte zum Thema. Die geplante Stunde schließt die Thematik der Menschenrechte ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Unterrichtsvoraussetzungen

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse

4. Didaktisch-methodische Analyse

5. Angestrebte Kompetenzen

6. Tabellarischer Unterrichtsverlauf

7. Quellen und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Ziel des Unterrichtsentwurfs ist es, anhand der kontroversen Diskussion über die "Ehe für alle" eine ethische Urteilsbildung bei Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Kursstufe zu fördern und die Komplexität menschenrechtlicher Fragestellungen durch multiperspektivische Arbeit zu verdeutlichen.

  • Anwendung ethischer Prinzipien auf aktuelle gesellschaftliche Diskurse
  • Multiperspektivische Auseinandersetzung mit der "Ehe für alle"
  • Schulung von Argumentations- und Urteilskompetenz
  • Reflexion über die Vereinbarkeit von traditionellen Rollenbildern und Menschenrechten
  • Analyse von Fallbeispielen und politischen Standpunkten

Auszug aus dem Buch

Eine Theorie der Gerechtigkeit

Läßt sich die Auffassung von Gerechtigkeit als Unparteilichkeit ihrerseits relativieren? Man versuche es einmal! Sie ist aber einem anderen Einwand ausgesetzt, dem der mangelnden Konkretisierbarkeit. Wie kann man sich in die Lage versetzen, ein soziales Problem unparteiisch zu beurteilen? Man darf nicht selbst ein Beteiligter sein und muß das Problem doch aus der Perspektive der Beteiligten, und zwar aller Beteiligten, beurteilen. Dazu scheint ein Kraftakt der Phantasie erforderlich.

Als Leitfaden für diesen Kraftakt schlägt Rawls folgendes fiktive Verfahren vor. Wir lassen, sagt er, das Problem nicht von einem Unbeteiligten, sondern von den Beteiligten selbst entscheiden, aber wir binden ihnen, wie der Gestalt der Justitia, einen „Schleier der Unwissenheit“ um: sie sollen nur das reale Problem selbst kennen, nicht hingegen wissen, welche Stelle sie darin einnehmen werden. Und nun brauchen wir bei ihnen keinen Gerechtigkeitssinn vorauszusetzen. Wir lassen sie wählen, wie sie das Problem aus der Perspektive ihres Eigeninteresses gelöst sehen möchten.

Dieses Modell ließe sich auf beliebige Gerechtigkeitsprobleme anwenden. Rawls führt es nur für den speziellen, aber grundlegenden Fall durch, der die Gerechtigkeit der Prinzipien betrifft, die die fundamentale Struktur einer Gesellschaft festlegen. In diesem Fall nimmt die Entscheidung, die unter dem Schleier der Unwissenheit stattfinden soll, die Form einer „ursprünglichen Übereinkunft“ an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Unterrichtsvoraussetzungen: Beschreibt die Zusammensetzung der Lerngruppe, die Rahmenbedingungen der Unterrichtsstunde und die methodische Verankerung im Bildungsplan.

2. Sachanalyse: Analysiert die kontroversen Positionen zur "Ehe für alle", von kirchlichen und konservativen Standpunkten bis hin zu rechtstheoretischen Überlegungen wie dem Rawls’schen Gerechtigkeitsmodell.

3. Didaktische Analyse: Begründet die Relevanz des Themas im Rahmen der Problemfelder der Moral und betont die Förderung der ethischen Urteilsbildung bei den Lernenden.

4. Didaktisch-methodische Analyse: Erläutert den Aufbau der Stunde, insbesondere den Einsatz von Gruppenarbeit und Multiperspektivität zur Steigerung der Schüleraktivierung und Motivation.

5. Angestrebte Kompetenzen: Definiert die Lernziele mit Fokus auf Argumentations-, Urteils-, Wahrnehmungs- und Deutungskompetenzen.

6. Tabellarischer Unterrichtsverlauf: Detaillierte Übersicht über die zeitliche Struktur, die methodischen Schritte und die angestrebten Kompetenzen pro Phase.

7. Quellen und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachdidaktischen Literatur sowie der genutzten Internetquellen für die Materialien.

Schlüsselwörter

Ehe für alle, Menschenrechte, Ethik, Gerechtigkeit, John Rawls, Schleier der Unwissenheit, Argumentationskompetenz, Urteilsbildung, Multiperspektivität, Grundgesetz, Diskriminierung, Wertekonsens, Menschenrechtsverletzung, Religionsunterricht, Fachdidaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?

Es geht um die Konzeption einer Unterrichtsstunde für die gymnasiale Kursstufe, in der die Kontroverse um die "Ehe für alle" als Fallbeispiel für eine mögliche Menschenrechtsverletzung und als ethisches Entscheidungsproblem untersucht wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Menschenrechte, die ethische Definition von Ehe und Familie, rechtliche Grundlagen im Grundgesetz sowie verschiedene gesellschaftliche und philosophische Positionen dazu.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Förderung der ethischen Urteilsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, indem sie komplexe Debatten multiperspektivisch beleuchten und eigene begründete Urteile formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf didaktische Prinzipien der handlungs- und schülerorientierten Unterrichtsgestaltung, kombiniert mit der Analyse von Sachtexten und dem Rawls’schen Gedankenexperiment des "Schleiers der Unwissenheit".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Sachanalyse der Argumentationslinien, eine didaktische Begründung des Vorhabens sowie eine methodische Planung der Unterrichtsphasen inklusive Rollenspielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Ehe für alle, Menschenrechte, ethische Urteilsbildung, Multiperspektivität und Gerechtigkeitstheorie.

Wie gehen die Schüler mit den verschiedenen Standpunkten um?

Die Schüler arbeiten in Gruppen, in denen sie verschiedene Rollen (kirchliche Vertreter, Politiker, Rechtsphilosophen, Betroffene) einnehmen, um die Perspektivenvielfalt nachzuvollziehen und ihre Argumente in der anschließenden Diskussion zu verteidigen.

Warum wird das Modell von John Rawls im Entwurf verwendet?

Das Modell der "ursprünglichen Übereinkunft" und des "Schleiers der Unwissenheit" dient als philosophisches Werkzeug, um Gerechtigkeitsfragen unvoreingenommen und unabhängig von Eigeninteressen zu analysieren.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Menschenrechtsverletzungen am Beispiel "Ehe für Alle". Ein Unterrichtsentwurf für das Fach Ethik in der Kursstufe
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Note
2,0
Autor
Stefanie Zimmermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V444203
ISBN (eBook)
9783668840034
ISBN (Buch)
9783668840041
Sprache
Deutsch
Schlagworte
menschenrechtsverletzungen beispiel alle unterrichtsentwurf fach ethik kursstufe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Zimmermann (Autor:in), 2018, Menschenrechtsverletzungen am Beispiel "Ehe für Alle". Ein Unterrichtsentwurf für das Fach Ethik in der Kursstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444203
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Leseprobe aus  19  Seiten
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