In der Wissenschaft gibt es viele verschiedene Methoden Dinge zu erforschen. Aber was ist Wissenshaft überhaupt? Dazu sollten wir zunächst den Begriff Wissenschaft näher definieren. Unter dem allgemeinen Begriff Wissenschaft versteht man „das Erforschen von Zusammenhängen, das Erweitern von Wissen sowie die Weitergabe des Erforschten“ . Bleibt nur noch die Frage wie wir zu dieser Erweiterung unseres Wissens kommen. Dazu nutzt die Wissenschaft sogenannte Methoden. Darunter versteht man ein „auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zur Erlangung von wissenschaftlichen Erkenntnissen oder praktischen Ergebnissen“. Durch dieses Regelsystem sind die angewendeten Verfahren einfach replizierbar und die Ergebnisse für jeden nachvollziehbar. Allerdings wird die Wissenschaft nicht in allen Fachrichtungen gleich angewandt. So ist z.B. die Wissenschaft im Fachbereich Mathematik sehr von Struktur und Formeln geprägt, durch welche die Ergebnisse hergeleitet werden können. Auch in der Politik werden Forschungsmethoden angewandt, um z.B. Bestandsaufnahmen oder Gesundheitsberichterstattungen zu erstellen, welche dann als Grundlage für Entscheidungen dienen können. Des Weiteren lässt sich die Wissenschaft noch in Grundlagenforschung und angewandte Forschung unterscheiden. Die Grundlagenforschung beschäftigt sich eher mit dem Testen von bereits bestehenden Hypothesen und Theorien. Dabei hat sie keinen direkten Praxisbezug, sodass die theoretische Arbeit im Vordergrund steht. Bei der angewandten Forschung hingegen besteht ein gewisser Praxisbezug, wodurch nicht nur die Überprüfung, sondern auch die Entwicklung von Hypothesen und Theorien im Vordergrund steht. Die Wissenschaft mit der wir uns jedoch in dieser Arbeit beschäftigen wollen, ist die empirisch orientierte Wissenschaft. Sie wird auch Erfahrungswissenschaft genannt, da sie sich nicht aus Formeln o.Ä. herleiten lässt, sondern an der Realität geprüft werden muss. Ihr Ziel ist die Deskription, und Explanation sozialer Sachverhalte. In der empirischen Sozialforschung stehen sich quantitative und qualitative empirische Forschung gegenüber. Welche Methode letztendlich für die eigene Forschung eingesetzt wird, mag von der eigenen Entscheidung abhängen oder auch an der unterschiedlich vorgelebten Denkschule bzw. Methode liegen. anschaulicher zu gestalten, werde ich die zwei Methoden durch ein jeweiliges Praxisbeispiel darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung in das Thema
2. Quantitative und qualitative Forschungsmethoden
2.1 Was versteht man unter quantitativer Forschung?
2.1.1 Verfahren und Ablauf quantitativer Forschung
2.2 Was versteht man unter qualitativer Forschung?
2.2.1 Verfahren und Ablauf qualitativer Forschung
2.3 Zwischenfazit über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Forschungsmethoden und deren Ablauf
2.4 Darstellung der quantitativen Forschung anhand eines Praxisbeispiels
2.4.1 Vorstellung der Studie
2.4.2 Methodisches Vorgehen der Studie
2.4.3 Fazit zu dieser Studie
2.5 Darstellung der qualitativen Forschung anhand eines Praxisbeispiels
2.5.1 Vorstellung der Studie
2.5.2 Methodisches Vorgehen der Studie
2.5.3 Fazit zu dieser Studie
3. Gesamtfazit und Ausblick auf weitere Forschung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit den grundlegenden Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden in der empirischen Sozialforschung, wobei das primäre Ziel darin besteht, diese Methoden durch theoretische Herleitung und anhand konkreter Praxisbeispiele anschaulich gegenüberzustellen und einzuordnen.
- Grundlegende Definition und Abgrenzung wissenschaftlicher Methoden
- Verfahren und Abläufe quantitativer versus qualitativer Forschung
- Vergleich der zugrundeliegenden Weltbilder (materialistisch-deterministisch vs. humanistisch)
- Praktische Anwendung der Methoden anhand von Fallstudien zur Personalentwicklung und zum männlichen Selbstverständnis in Frauenberufen
- Möglichkeiten der methodischen Kombination (Mixed-Methods-Forschung)
Auszug aus dem Buch
2.1 Was versteht man unter quantitativer Forschung?
Wie bereits in der Einleitung erwähnt gibt es in der Sozialforschung verschiedene Methoden die zur Datenerhebung angewendet werden. Eine davon ist die quantitative Forschung.
In der quantitativen Forschung steht nicht das Entwickeln, sondern das Prüfen bereits bestehender theoretischen Hypothesen im Vordergrund. Dabei werden die bereits vorliegenden Hypothesen nicht nur geprüft, sondern wenn notwendig, verbessert oder gar verworfen. Um ein möglichst präzises Ergebnis zu erzielen, werden möglichst viele Untersuchungsfälle zur Datenerhebung herangezogen.
Bereits vor der Untersuchungsdurchführung bestehen meist schon grobe Vorstellungen der Ergebnisse die erzielt werden sollen. Viel wert wird im quantitativen Bereich auf gute Vorarbeit gelegt, da am Anfang getroffene Entscheidungen nicht zu revidieren sind. Die Untersuchung soll möglichst wertefrei durchgeführt werden, damit sie für jeden, der über das nötige Fachwissen verfügt, nachvollziehbar ist. Des Weiteren findet zur Vergleichbarkeit der ermittelten Daten eine Standardisierung statt, auf welche ich zu einem späteren Zeitpunkt in meiner Arbeit zurückkomme.
Außerdem unterliegt die quantitative empirische Forschung einem materialistisch-deterministischen Weltbild. Dieses Weltbild unterstützt den Glaubenssatz einer objektiv existierenden Wirklichkeit, welche unseren Blick hinsichtlich der gesamten Forschung beeinflusst.
Teil dieses Weltbildes ist außerdem die Kausalitätstheorie. Sie umfasst das Ursachen-Wirkung-Prinzip. Nicht zu vereinbaren ist die Theorie allerdings mit der Idee des freien menschlichen Willens.
Denn „die in der empirischen Sozialforschung meist mehr oder weniger selbstverständlich als ´gegeben` vorausgesetzte Freiheit des menschlichen Willens ist in diesem Weltbild […]“ (Schumann S.15) durch das Ursachen-Wirkung-Prinzip mit wissenschaftlichen Überlegungen nicht zu vereinbaren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung in das Thema: Das Kapitel definiert den allgemeinen Wissenschaftsbegriff und führt in die empirische Sozialforschung ein, um das Interesse an den Unterschieden zwischen quantitativen und qualitativen Ansätzen zu begründen.
2. Quantitative und qualitative Forschungsmethoden: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die unterschiedlichen Weltbilder und die spezifischen Vorgehensweisen beider Forschungsparadigmen detailliert gegenübergestellt.
3. Gesamtfazit und Ausblick auf weitere Forschung: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Möglichkeiten der Mixed-Methods-Forschung als integrative Methode für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Quantitative Forschung, Qualitative Forschung, Empirische Sozialforschung, Hypothesenprüfung, Hypothesenentwicklung, Standardisierung, Kausalitätstheorie, Humanistisches Weltbild, Datenerhebung, Mixed-Methods, Wissenschaftliche Methode, Operationalisierung, Forschungsdesign, Deskription, Interpretation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den fundamentalen Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden innerhalb der empirischen Sozialforschung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind der wissenschaftstheoretische Rahmen, die Abgrenzung der zwei Forschungsansätze sowie deren praktische Anwendung anhand von konkreten Studienbeispielen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, die Eigenarten, Vorteile und Einsatzbereiche von quantitativen und qualitativen Methoden durch theoretische Analyse und Fallbeispiele verständlich gegenüberzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Literaturanalyse sowie einen komparativen methodischen Vergleich, ergänzt durch die Analyse von Praxisbeispielen aus dem Bereich der Sozialforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition beider Ansätze, einen direkten Vergleich ihrer Abläufe und Weltbilder sowie die exemplarische Darstellung anhand von Studien zur Personalentwicklung und Rollenverständnissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Empirische Sozialforschung, quantitative und qualitative Forschung, Standardisierung, Hypothesenprüfung, zirkuläre Strategie und Mixed-Methods.
Wie unterscheidet sich die quantitative von der qualitativen Vorgehensweise bei der Datenerhebung?
Die quantitative Forschung nutzt standardisierte Instrumente wie Fragebögen für viele Fälle zur Überprüfung von Hypothesen, während die qualitative Forschung offene, zirkuläre Ansätze zur Entwicklung von Hypothesen und zur Interpretation neuer Aspekte verfolgt.
Welche Rolle spielt das Weltbild in den beschriebenen Methoden?
Das Weltbild ist zentral: Quantitative Forschung beruht oft auf einem materialistisch-deterministischen Verständnis (Kausalität), während die qualitative Forschung ein humanistisches Weltbild verfolgt, das die Selbstentwicklung und Interpretationsspielräume in den Vordergrund stellt.
Was versteht man unter der Mixed-Methods-Sozialforschung im Fazit?
Dieser Ansatz bezeichnet die Verknüpfung von sequenziellem (quantitativ) und zirkulärem (qualitativ) Arbeiten, um durch die Kombination beider Stärken einen maximalen Erkenntnisgewinn in der Forschung zu erzielen.
- Citar trabajo
- Kira Biermann (Autor), 2018, Die Unterschiede zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden. Wie forsche ich richtig?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444249