Besonderheiten computervermittelter Kommunikation im Lernvideo "Gleichungen I musstewissen Mathe" und deren Auswirkungen auf den individuellen Lernerfolg


Hausarbeit, 2018

29 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Computervermittelte Kommunikation
2.1 Definition von Kommunikation und Übergang zur computervermittelten Kommunikation
2.2 Definition von computervermittelter Kommunikation

3 Besonderheiten computervermittelter Kommunikation
3.1 Theorien zu Medienmerkmalen
3.2 Theorien der Medienwahl
3.3 Theorien zum medialen Kommunikationsverhalten

4 Videos als didaktische Medien
4.1 Funktionen von Videos in Multimedia Anwendungen
4.2 Lernen mit Videos

5 Computervermittelte Kommunikation im YouTube Lernvideo
5.1 YouTube als Lernplattform
5.2 Lemvideos auf Y ouTube und ihre Bildungspotenziale
5.3 Analyse des Lemvideos ״Gleichungen I musstewissen Mathe“
5.3.1 Vorstellung des Lernvideos ״Gleichungen I musstewissen Mathe“
5.3.2 Kriterien der computervermittelten Kommunikation im Lernvideos ״Gleichungen I musstewissen Mathe“
5.3.3 Auswirkungen der Kriterien der computervermittelten Kommunikation auf den individuellen Lernerfolg

6 Schlussfolgerung

7 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 : Das medienökologische Rahmenmodell nach Döring

Abbildung 2: Media-Richness-Modell nach Reichwald

Formale Anmerkung zur verwendeten Sprache

In dieser Arbeit werden, soweit dies sinnvoll und möglich ist, geschlechtsneutral Formulierungen verwendet. Bei Begriffen, wo dies nicht möglich ist, wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit die männliche Form benutzt. Auf die Bildung von Wortungetümen wie Z.B. Teilnehmer/-innen, Teilnehmer und Teilnehmerinnen oder Teilnehmerinnen wird verzichtet. Sofern dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird, sind grundsätzlich weibliche und männliche Personen gemeint

1 Einleitung

Das Internet avanciert zum essentiellen Bestandteil vieler Menschen. Kommunikation erfolgt durch zahlreiche verschiedene Kanäle und Medien, wie Z.B. WhatsApp, I- Message, Facebook-Messanger, E-Mails, Sprachnachrichten und viele mehr. Vor allem bei den Digital Natives1 ist eine Kommunikation kaum ohne Technik vorstellbar. Es ist mitunter von einer Generation YouTube die Rede, welche sich durch aktives Medienverhalten auszeichnet (Gerstmann & Gräßer, 2005, s. 30). ״Die Generation YouTube ist immer online, das Netz ein ständiger Begleiter und alles geschieht medienbruchfrei“ (Gräslund & Gräßer, 20015, s. 30). YouTube, eine soziale Videoplattform, gehört zur Kategorie der sozialen Medien, d.h. deren Nutzer erstellen selbst Inhalte und tauschen diese mit anderen Nutzem aus, ebenfalls kommunizieren sie miteinander (Döring, 2014, s. 17). Damit kann YouTube laut Rummler (2017, s. 1) als Leitmedium identifiziert werden, welches mit seiner ״Bildungsfunktion vielfältig in dynamische kulturelle Entwicklungen verflochten ist“. Online-Videos werden nicht nur zur Unterhaltung genutzt, sondern auch gezielt zur Wissensansammlung, so suchen viele Nutzer Videos zu bestimmten lernrelevanten Themen und produzieren diese teilweise selbst (Rummler, 2017, s. 3). Durch diesen Bedeutungszuwachs und der daraus resultierenden Kommunikation durch elektronische Medien, der computervermittelten Kommunikation, soll die vorliegenden Arbeit die Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation thematisieren und anhand eines ausgewählten Lernvideos deren Auswirkungen auf den individuellen Lernerfolg analysieren.

Ausgehend dieser Thematik werden folgende Forschungsfragen abgeleitet: Welche Kriterien der computervermittelten Kommunikation finden sich im YouTube-Lernvideo ״Gleichungen I musstewissen Mathe“ (2017)? Wie wirken sich diese Kriterien auf den individuellen Lernerfolg aus? Einfuhrend in die Thematik soll in Kapitel zwei eine Annäherung an den Terminus Kommunikation erfolgen, im Weiteren soll die computervermittelte Kommunikation definiert und der Übergang von Kommunikation zu computervermittelter Kommunikation erläutert werden. Im dritten Kapitel werden die Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation analysiert. Ausgehend einer Besprechung einiger Theorien der computervermittelten Kommunikation wie Z.B. Theorien zu Medienmerkmalen und Medienwahl soll im vierten Kapitel der Mehrwert von Videos als didaktische Medien beschrieben werden. Im Besonderen soll der Fokus auf den Funktionen von Videos in Multi-Mediaanwendungen und das Lernen mit Videos liegen. Im fünften Kapitel soll ausgehend von einer kurzen Vorstellung, wie YouTube als Lemplattform zu verorten ist und welche Bildungspotenziale YouTube-Lernvideos aufweisen, ein ausgewähltes Lernvideo vorgestellt werden. Das Lemvideo soll ausgehend der oben abgeleiteten Forschungsfragen, die Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation, welche ihr inhärent sind und/oder eben nicht analysieren und diskutieren, ebenfalls soll das Lemvideo in Bezug auf den individuellen Lernerfolg untersucht werden. Es werden in einem letzten Schritt theoretisch begründete Verbesserungsvorschläge der computervermittelten Kommunikation in Hinblick auf den Lernerfolg schlussgefolgert. Ausgehend dieser Diskussion schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.

2 Computervermittelte Kommunikation

Im Folgenden sollen die Termini Kommunikation und computervermittelte Kommunikation näher beleuchtet werden. Es werden diverse Definitionen extrahiert, um sich den Termini zu nähern, um darauf aufbauend den Übergang von der Kommunikation zur computervermittelten Kommunikation zu verorten.

2.1 Definition von Kommunikation und Übergang zur computervermittelten Kommunikation

Eine allgemein anerkannte Definition von Kommunikation besteht nicht, so entschlüsselte Merten (1977, s. 38ff.) bereits vor vier Jahrzehnten 160 Definitionen von Kommunikation. Es soll anschließend, mithilfe unterschiedlicher Definitionen, versucht werden den Terminus Kommunikation zu erklären. Maletzke (1963, s. 18) begreift Kommunikation als Prozess der ״BedeutungsVermittlung zwischen Lebewesen“. Maletzkes Definition bezieht sich somit grundlegend auf soziale Kommunikationsprozesse und klammert kommunikative Vorgänge zwischen ״Nicht- Lebewesen“ aus (Burkhart, 2002, s. 20). Kommunikation kann laut Boos (2013, s. 14) ״als soziales Verhalten begriffen werden, das heißt, als Verhalten in dem Lebewesen aufeinander bezogen agieren und reagieren und bei diesem Verhalten Bedeutungen vermitteln“. Burkhart (2002, s. 35) stellt fest, ״dass kommunikatives Handeln einer Instanz bedarf, über die das Kommunikationsgeschehen abläuft“. Diese Instanz, das Medium, kann auf vielfältige Weise klassifiziert werden (Boos, 2013, s. 15). Burkhart (2002, s. 36ff.) unterscheidet vier Gruppen von Medien, dazu zählen die primären, sekundären, tertiären und quartäre Medien. In Bezugnahme auf den Übergang zur computervermittelten Kommunikation soll im Weiteren der Fokus auf den quartären Medien liegen. Quartäre Medien sind jene Medien, welche nach Burkhart (2002, s. 37) ״auf der Digitalisierungstechnik beruhen, das heißt die die Nutzung eines Computers mit einer о niine-Verbindung voraussetzen, zum Beispiel E-Mail, Websites, Newsgroups und Blogs“ (Boos, 2013, s. 15). Durch die Instanz des quartären Mediums, wird die Kommunikation als computervermittelte Kommunikation identifiziert, welche im folgenden Kapitel thematisiert werden soll.

2.2 Definition von computervermittelter Kommunikation

Die Definition von computervermittelter Kommunikation gestaltet sich ähnlich vielfältig wie die der Kommunikation. ,Aufgrund ständiger technischer Neuerungen und Entwicklungen unterliegt der Begriff der computervermittelten Kommunikation einem fortwährenden Wandel, der es erschwert, eine Definitionsbasis von Haltbarkeit zu finden“ (Döring, 1997, s. 268fi).

Kimpeler et al. (2007, s. 15) begreifen ״die computervermittelte Kommunikation als interpersonale, gruppenbezogene und öffentliche Kommunikation, die offline oder online über Computernetze oder digitale Endgeräte ab läuft“. Döring (2013, s. 242) definiert ״die computervermittelte Kommunikation als interpersonale Kommunikation zwischen Einzelpersonen oder Gruppen mit Hilfe eines Computemetzwerkes, dazu zählt ebenfalls die Kommunikation mittels E-Mail, in Online-Foren oder mittels Social Network Anbietern“. Boos et al. (2000, s. 2) beschreibt die computervermittelte Kommunikation als jene Kommunikation, ״bei der auf Seiten des Senders und des Empfängers einer Botschaft ein Computer zur En-und Dekodierung der Nachricht zum Einsatz kommt“. Die Ausprägungen reichen dabei von textbasierter Massenkommunikation ohne direkten Adressaten bis hin zu Videokonferenzen zwischen Individuen oder Gruppen (Boss et al, 2002, s. 2). Durch die computervermittelte Kommunikation werden neue Wege der Kommunikation eröffnet, die es im Vergleich zur face-to-face Kommunikation ermöglichen, auf eine anderen Ebene miteinander in Kontakt zu treten. Das Kommunikationsverhalten wird einerseits durch computertechnische Medienmerkmale, Z.B. die Übertragung von Text und Icons, sowie durch die Nutzermerkmale, Z.B. Kommunikationsregeln und Motive zur Kommunikation, bestimmt (Döring, 2013, s. 424). Computervermittelte Kommunikation wird in zwei Varianten unterteilt, in synchron und asynchron. Die Kommunikation findet dabei zwischen mindestens zwei Personen, oder auch als Gruppenkommunikation statt. Bei der synchronen Kommunikationsform, welche sich besonders zum sozialen Austausch eignet, senden und empfangen die Personen zeitgleich eine Nachricht, Z.B. via Chat, Videokonferenzen, Skype oder TeamViewer und per Intemettelefonie. Bei der asynchronen Kommunikations form senden und empfangen Personen eine Nachricht zeitversetzt, Z.B. via E-Mail, Newsgroups und Foren. Die asynchrone Kommunikation eignet sich besonders für ״komplexere Diskussionen und Problemlösungen“ (Reips, 2006, s. 556).

3 Besonderheiten computervermittelter Kommunikation

Um die Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation zu veranschaulichen, werden anknüpfend an die vorausgegangenen Definitionen verschiedene Theorien vorgestellt. Die gängigen computervermittelten Kommunikationsmodelle lassen sich wie folgt gruppieren: Theorien zur Medienwahl, Theorien zu Medienmerkmalen und Theorien zum medialen Kommunikations verhalten (Döring, 2013, s. 425). Diese Theorien werden nach Döring (1999) in ein medienökologisches Rahmenmodell eingebettet werden, welches besagt, ״dass alle Interneteffekte aus einem Zusammenspiel vom Medium mit seinen Medienmerkmalen und dem Individuum mit ihrem medialen Kommunikationsverhalten geschaffen werden“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das medienökologische Rahmenmodell (nach Döring, 1999, s. 244)

3.1 Theorien zu Medienmerkmalen

Theorien zu Medienmerkmalen setzten sich mit der Frage auseinander, in welcher Art und Weise die spezifischen Medienmerkmale, den Kommunikationsprozess beeinflussen (Döring, 2013, s. 426). Im Weiteren werden die Theorien zur Kanalreduktion, dem Herausfiltern sozialer Hinweisreize und der Digitalisierung vorgestellt. Das Kanalreduktions-Modell geht aufgrund der Reduktion der Sinnesmodalitäten davon aus, ״dass ein Verlust an Informationen über den psychosozialen Hintergrund der am Kommunikationsprozess beteiligten Individuen und somit eine Ent-Kontextualisierung des Nachrichtenaustausches entsteht“ (Döring, 1999, s. 210). Folgend wird der historisch früheste Ansatz zu den Effekten der computervermittelten Kommunikation erläutert.

Der reduced social cues Ansatz greift die Grundidee des Kanalreduktions-Modells auf und ordnet sich den Filtertheorien unter. Dieser Ansatz bezieht sich vornehmlich auf die computergestützte, textbasierte Kommunikation, welcher sich durch Fehlen sozialer und kontextueller Hinweise auszeichnet. Computervermittelte Kommunikation sei von ״absence of social influence cues“ und ״lack of nonverbal involvement and absence of norms“ (Kiesler et al, 1984, p. 1130) geprägt. Der psychosoziale Hintergrund wie Alter, Aussehen, Bildung oder Status wird im Kommunikationsprozess teilweise ausgeschlossen, was zur Folge hat, dass sich die Statusniedrige eher Mut fassen, etwas der Kommunikation beizutragen und somit eine egalitäre Kommunikation entsteht (Hesse & Schwan, 2005, s. 9). Döring (1999, s. 214) stellt des Weiteren fest, dass durch das Fehlen der sozialen Hintergrundvariablen ein Nivellierungseffekt entsteht.

Statushöhere haben in der computervermittelten Kommunikation keinen Vorteil, jedoch fuhrt diese Nivellierung zu einem enthemmenden Effekt, der sowohl Offenheit, Ehrlichkeit und Freundlichkeit fordert, als auch antisoziales Verhalten, Feindlichkeit und Anomie. Die Anonymität eröffnet Handlungsspielräume, welche sich in pro-und antisoziale Richtung erschließen können (Döring, 1999, s. 214). Durch die Bedingungen der computervermittelten Kommunikation nehmen die Personen die anderen Beteiligten weniger als individuelle Personen wahr, weshalb hier auch von Deindividuation gesprochen wird (Hesse & Schwan, 2005, s. 10). So zeigen sich zwei Verhaltenstendenzen, zum einen die Tendenz zu deregulierten und antinormativen Verhalten, zum anderen wird der Austausch von extremen Argumenten in computergeschützten, textbasierten Diskussionen festgestellt. Dieses Phänomen wurde als risky shift2 bekannt (Hesse & Schwan, 2005, s. 10). Es ist allerdings mit anzubringen, dass Forschungsergebnisse zu Filtertheorien inkonsistent sind und einige Studien belegen, dass soziale Indikatoren in der textbasierten computervermittelten Kommunikation erkennbar sind, wodurch diese Theorie widerlegt werden kann (Döring, 1999, s. 216).

Digitalisierung bezieht sich auf die Konsequenzen, die sich aus der digitalisierten übertragungsform der Botschaften ergeben. Die Digitalisierung eröffnet technische Möglichkeiten, wie gesteigerte Transportgeschwindigkeit, Erweiterung des Teilnehmerkreises, hypertextuelle Verknüpfung und der Dokumentation der Kommunikation. Dies hat aus sozialer Perspektive, Vor-und Nachteile und zeichnet sich durch Ambivalenz aus (Döring, 1999, s. 234).

3.2 Theorien der Medienwahl

Theorien der Medienwahl betrachten die Entscheidung warum ein bestimmtes Medium gegen ein anderes vorgezogen wird, solche Entscheidungen können rational, normativ oder interpersonal sein und sind bei optimaler Medienpassung eine Bereicherung der computervermittelten Kommunikation (Semar, 2014, s. 18). Im Folgenden sollen drei Modelle zur rationalen Medienwahl kurz Umrissen werden. Abschließend wird eine kurze Erläuterung der normativen und interpersonalen Medienwahl folgen.

Die Social Presence Theory wurde 1976 von Short, Williams und Christie entwickelt. Untersucht wurde wie verschiedene Medien auf ihre Eignung hin, die face-to-face Kommunikation ersetzten, im Mittelunkt steht dabei die ״social presence“ (Boos, 2013, s. 28). Social presence sei nach Short et al. (1976, p. 65) eine Eigenschaft des Mediums und nicht der Person, die es nutzt. Die social presence ist somit also kein objektives Medienmerkmal sondern ein subjektiver Eindruck, welcher beim Gebrauch des Mediums entsteht (Döring, 1999, s. 216). Nicht jedes Medium sei für jeden Kommunikationsprozess geeignet, Medien mit geringen Grad an social presence, seien für jene Prozesse geeignet welche Informationsvermittlung und Problemlösungen beinhalten. Medien mit einen hohen Grad an social presence sind notwendig, wenn komplexere Aufgaben, in denen persönliche Beziehungen eine Rolle spielen, bearbeitet werden müssen (Short et al, 1976, p. 158).

Die Media Richness Theory nach Daft und Lengei (1986) geht davon aus, dass die Informationsverarbeitungsleistung in einem medienvermittelten Kommunikationsprozess zwischen Individuen oder in einer Gruppe umso höher ist, je besser das Medium eine zur Anforderung der Aufgabe passende Reichhaltigkeit der zu vermittelnden Information gewährleistet (Boos, 2013, s. 33). Dabei seien verschiedene Kommunikationsmedien unterschiedlich reichhaltig, diesen Zusammenhang stellt die Abbildung 2 dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb, 2: Media-Richness-Modell (nach Reichwald et al, 1998, s. 57)

Das reichhaltigste Medium ist, wie abgebildet zu sehen, der face-to-face Dialog, in absteigender Reihenfolge danach die Videokonferenz, das Telefon, Voice-Mails, Computerkonferenzen, Fax, E-Mail und Briefpost. Es kann allerdings nicht abgeleitet werden, dass reichhaltige Medien besser seien als weniger reichhaltige, da reichhaltige Medien tendenziell zur Verkomplizierung der Situation fuhren, d.h. das Reichtum des Mediums kann eventuell von der eigentlichen Aufgabe ablenken. Die Verwendung von weniger reichhaltigen Medien kann im Gegensatz dazu, zur übersimplifizierung fuhren, dies meint Z.B. ein Medium, das zur reinen Informationssuche geeignet ist, obwohl die Aufgabe eine gemeinsame Interpretation erfordert (Boos, 2013, s. 34). Die Media Richness Theory nach Daft und Lengei (1986) wird in der Literatur, aufgrund ihres Mangels an empirischer Überprüfbarkeit, kritisiert, dennoch legte sie mit der Idee der Passung von Aufgabe und Medium den Grundstein für weitere Forschung (Boos, 2013, s. 35).

Die Media Synchronity Theory stellt eine Weiterentwicklung der Media Reichness Theory dar. Hier steht nun nicht mehr die Reichhaltigkeit, sondern die Synchronizität des Mediums im Mittelpunkt. Der Fokus verlagert sich von der Art der Aufgabe hin zur Art des Kommunikations-und Kooperationsprozesses (Boos, 2013, s. 36). Nach Dennis und Valacich (1999) stellt die Media Synchronity Theory einen Prozess dar, bei dem sich die Kommunikationsteilnehmer aufeinander abstimmen müssen. Das Potenzial eines Mediums wird durch fünf Faktoren bestimmt: Symbolvarietät, Parallelität, Geschwindigkeit des Feedbacks, überarbeitbarkeit und Wiederwendbarkeit. Symbolvarietät meint die Möglichkeit zur Verwendung verschiedener Zeichen bei einem Medium. So stellen sich eine Anzahl von möglichen Wegen dar, auf denen eine Information kommuniziert werden kann, Z.B. schriftlich oder verbal mit allen non-und paraverbalen Möglichkeiten des Ausdrucks (Boos, 2013, s. 36).

Die Geschwindigkeit des Feedbacks steht für die Schnelligkeit mit der ein Kommunikationspartner auf einen Kommunikationsakt, welcher ihn erreicht, reagieren kann. Das Feedback in einer face-to face-Kommunikation ist Z.B. sehr schnell, wobei es in einem geschriebenen Brief vergleichsweise länger dauert. Die Fähigkeit zum Feedback wird jedoch durch die medialen Spezifika eines Systems bestimmt, so können die Nutzer diese Möglichkeiten unterschiedlich einsetzten. Die technischen Prämissen bestimmen also nicht die konkrete Mediennutzung (Filk, 2009, s. 286).

[...]


1 ״digital native1‘ bezeichnet Menschen, die mit Computern und Internet aufgewachsen sind, sie sind in die digitale Welt hineingeboren (Prensky, 2001, p. 1).

2 ״Risky shift‘׳‘, auch als Risikoschub-Phänomen bezeichnet, beschreibt eine Beobachtung, die man bei sozialpsychologischen Experimenten und Untersuchungen machte: Grappen entscheiden im Allgemeinen risikofreudiger als Einzelpersonen.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Besonderheiten computervermittelter Kommunikation im Lernvideo "Gleichungen I musstewissen Mathe" und deren Auswirkungen auf den individuellen Lernerfolg
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Modul 4
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
29
Katalognummer
V444282
ISBN (eBook)
9783668828223
ISBN (Buch)
9783668828230
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bildungswissenschaftliche Voraussetzungen für den Einsatz von neuen Lehr-Lernformen
Schlagworte
Medienpädagogik, Bildungswissenschaft, Mediendidaktik, Pädagogik, Erziehungswissenschaft
Arbeit zitieren
Janine Kollmann (Autor), 2018, Besonderheiten computervermittelter Kommunikation im Lernvideo "Gleichungen I musstewissen Mathe" und deren Auswirkungen auf den individuellen Lernerfolg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444282

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