Durch diesen Bedeutungszuwachs und der daraus resultierenden Kommunikation durch elektronische Medien, der computervermittelten Kommunikation, soll die vorliegenden Arbeit die Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation thematisieren und anhand eines ausgewählten Lernvideos deren Auswirkungen auf den individuellen Lernerfolg analysieren.
Ausgehend von dieser Thematik werden folgende Forschungsfragen abgeleitet: Welche Kriterien der computervermittelten Kommunikation finden sich im YouTube-Lernvideo „Gleichungen I musstewissen Mathe“ (2017)? Wie wirken sich diese Kriterien auf den individuellen Lernerfolg aus?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Computervermittelte Kommunikation
2.1 Definition von Kommunikation und Übergang zur computervermittelten Kommunikation
2.2 Definition von computervermittelter Kommunikation
3 Besonderheiten computervermittelter Kommunikation
3.1 Theorien zu Medienmerkmalen
3.2 Theorien der Medienwahl
3.3 Theorien zum medialen Kommunikationsverhalten
4 Videos als didaktische Medien
4.1 Funktionen von Videos in Multimedia Anwendungen
4.2 Lernen mit Videos
5 Computervermittelte Kommunikation im YouTube Lernvideo
5.1 YouTube als Lernplattform
5.2 Lernvideos auf YouTube und ihre Bildungspotenziale
5.3 Analyse des Lernvideos „Gleichungen I musstewissen Mathe“
5.3.1 Vorstellung des Lernvideos „Gleichungen I musstewissen Mathe“
5.3.2 Kriterien der computervermittelten Kommunikation im Lernvideos „Gleichungen I musstewissen Mathe“
5.3.3 Auswirkungen der Kriterien der computervermittelten Kommunikation auf den individuellen Lernerfolg
6 Schlussfolgerung
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die spezifischen Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation im Kontext von YouTube-Lernvideos zu untersuchen und deren Auswirkungen auf den individuellen Lernerfolg zu analysieren. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, welche Kriterien der computervermittelten Kommunikation in einem ausgewählten Lernvideo identifizierbar sind und inwieweit diese den individuellen Lernprozess beeinflussen.
- Grundlagen der computervermittelten Kommunikation und ihrer Theorien.
- Die Rolle von Videos als didaktische Medien in multimedialen Lernumgebungen.
- Analyse von YouTube als Bildungsplattform und deren Bildungspotenziale.
- Empirische Betrachtung und Diskussion eines konkreten Mathematik-Lernvideos.
- Evaluation des Lernerfolgs in Bezug auf deklaratives, prozedurales und konditionales Wissen.
Auszug aus dem Buch
5.3.2 Kriterien der computervermittelten Kommunikation im Lernvideos „Gleichungen I musstewissen Mathe“
Lernvideos auf YouTube werden als audiovisuelle Bildungsmedien verstanden, welche durch ihren inhärent audiovisuellen Charakter in der Lage sind mehrere Sinneskanäle anzusprechen. In dem zu besprechenden Lernvideo wird das Thema sprachlich mit entsprechenden Bildern verbunden, wichtige Aspekte werden farblich hervorgehoben. Neben der einfachen Darstellung der Gleichungen in der Videosequenz werden die Thematiken sprachlich unterlegt und mit bildlichen Darstellungen, wie z.B. einer Waage, unterlegt. Diese Multimedialität erzeugt ein hohes Maß an Realitätsnähe. Diese Realitätsnähe wird durch die zahlreichen Kommentare unterlegt.
Es bildet sich eine social community, welche sich durch die Abonnenten-und Kommentarfunktion auszeichnet. Die hauptsächlich positiven Kommentare erzeugen Emotionalität beim Betrachter, es wird ein positives Gruppengefühl erzeugt, welches sich entgegen dem Kanalreduktionsmodell in einer emotionalen Verbundenheit ausdrückt. Es kann hier nicht von Entfremdung oder gar Distanz ausgegangen werden, ganz im Gegenteil fühlen sich die Betrachter mit der Autorin und den Kommentatoren verbunden. Dies entsteht ebenfalls durch das gegenseitige Wahrnehmen des Wissensrückstandes. Wo im Unterricht gegebenenfalls die Scham eine gravierende Rolle spielt, eventuelle Wissensrückstände gegenüber anderen zuzugeben, wird hier eine Verbundenheit erzeugt, welche auch aufgrund der Anonymität der Mitglieder zustande kommt.
So werden Kommentare wie „das habe ich im Unterricht gar nicht gecheckt“ oder „jetzt verstehe ich das besser“ von anderen Mitgliedern zahlreich gelikt und durch ein Herz Emoticon der Autorin kommentiert. Durch diese positiven Zusagen anderer entsteht eine Gruppenzugehörigkeit, welche auf positiven Anonymitäts-Effekten beruht. Dies hat laut dem Filtermodell enthemmende Effekte, wie bei den Kommentaren im Video zusehen, zeichnen sich diese durch Freundlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit aus. Negative Kommentare wie „Mega cool (ironie ist am start)“ oder „super niveau für den durchschnitts youtube zuschauer höhö“ halten sich in Grenzen und können noch nicht als Feindlichkeit, Anomie oder gar antisoziales Verhalten identifiziert werden. Es finden sich 99,09% positive Kommentare, lediglich die zwei oben genannten sind zu den 0,91% negativ zu werten, obwohl negativ als drastisch zugespitzt zu verstehen ist, denn sie zeichnen sich mehr durch Überheblichkeit aus, als durch einen negativen Charakter.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von YouTube als Leitmedium und Bildungsplattform ein und leitet die Forschungsfragen zur computervermittelten Kommunikation in Lernvideos ab.
2 Computervermittelte Kommunikation: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Termini der Kommunikation sowie des computervermittelten Austauschs und beleuchtet deren Übergang.
3 Besonderheiten computervermittelter Kommunikation: Hier werden zentrale Theorien zu Medienmerkmalen, zur Medienwahl und zum medialen Kommunikationsverhalten vorgestellt und in ein medienökologisches Rahmenmodell eingebettet.
4 Videos als didaktische Medien: Das Kapitel erörtert die didaktischen Funktionen von Videos in Multimedia-Anwendungen und analysiert, wie Lernen mit Videos gestaltet werden kann.
5 Computervermittelte Kommunikation im YouTube Lernvideo: Dieser Hauptteil analysiert YouTube als Lernplattform und nimmt eine detaillierte Untersuchung des Lernvideos „Gleichungen I musstewissen Mathe“ vor.
6 Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung bewertet das Potenzial des untersuchten Lernvideos hinsichtlich des Aufbaus von deklarativem Wissen und reflektiert die Grenzen der Wissensvermittlung.
7 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert notwendige Verbesserungsansätze für aktivere Lernprozesse.
Schlüsselwörter
Computervermittelte Kommunikation, YouTube, Lernvideos, E-Learning, Individueller Lernerfolg, Media Richness Theory, Didaktische Medien, Deklaratives Wissen, Prozedurales Wissen, Konditionales Wissen, Digitale Bildung, Social Community, Medienwahl, Konstruktivismus, Multimedia.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von YouTube-Lernvideos und deren Rolle als Medium der computervermittelten Kommunikation im Hinblick auf den individuellen Lernerfolg.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Kommunikationstheorie im digitalen Raum, die didaktischen Möglichkeiten von Online-Videos sowie die psychologischen Auswirkungen von sozialen Netzwerken auf den Lernprozess.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Kriterien der computervermittelten Kommunikation in einem spezifischen YouTube-Lernvideo vorhanden sind und wie sich diese Kriterien auf den individuellen Lernerfolg der Rezipienten auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine deskriptive Analyse und Diskussion auf Basis aktueller medienwissenschaftlicher und lerntheoretischer Modelle durchgeführt, kombiniert mit einer qualitativen Betrachtung eines Fallbeispiels.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert das Lernvideo „Gleichungen I musstewissen Mathe“ und bewertet dessen Eignung zum Aufbau von deklarativem, prozeduralem und konditionalem Wissen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Computervermittelte Kommunikation, Multimedialität, Social Presence, YouTube als Bildungsressource und die verschiedenen Taxonomiestufen des Wissenserwerbs.
Warum wurde das Video „Gleichungen I musstewissen Mathe“ für die Analyse gewählt?
Das Video dient als repräsentatives Fallbeispiel für hochwertig produzierte Bildungsangebote auf YouTube, die ein großes Publikum erreichen und einen hohen Grad an Interaktivität durch die Kommentarfunktion aufweisen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Lernerfolg?
Das Video ist exzellent dazu geeignet, deklaratives Wissen (Fakten) aufzubauen, stößt jedoch an Grenzen bei der Vermittlung von prozeduralem und konditionalem Wissen, da hierfür aktivere, begleitende Lernprozesse erforderlich wären.
- Quote paper
- Janine Kollmann (Author), 2018, Besonderheiten computervermittelter Kommunikation im Lernvideo "Gleichungen I musstewissen Mathe" und deren Auswirkungen auf den individuellen Lernerfolg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444282