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Die Notwendigkeit einer kultursensiblen Beratung bei türkischen MigrantInnen

Titre: Die Notwendigkeit einer kultursensiblen Beratung bei türkischen MigrantInnen

Dossier / Travail , 2018 , 25 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Aysun Luna Yildirim (Auteur)

Psychologie - Consultation et Thérapie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Während meines Praktikums an einem medizinischen Versorgungszentrum in Berlin-Neukölln, kam ich das erste Mal in Berührung mit türkischen Patienten, die familienberaterische, psychotherapeutische und/oder psychiatrische Hilfe in Anspruch nahmen. Das Versorgungszentrum ist interkulturell geöffnet und das Verhältnis von deutschen und türkischen Ärzten, Therapeuten und Sozialarbeitern ist gleichmäßig verteilt. Da sich während meines Praktikums die Möglichkeit für mich geboten hat die türkischen und deutschen Patienten zu beobachten und ich große kulturbedingte Unterschiede bei der Arbeit mit türkischen Patienten feststellen konnte, kam ich zu dem Schluss das Thema in einer Hausarbeit zu vertiefen.

Diese Arbeit untersucht die Frage, wie genau sich die Arbeit mit türkischen Patienten unterscheidet und stellt dar, was es bei der psychosozialen Beratung kultur- und generationsspezifisch zu beachten gilt. Derzeit leben ca. 3 Millionen Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland, die ihre Wurzeln in der Türkei haben, was das Thema zu einem aktuell hochrelevantem macht. Außerdem öffnen sich nun auch die türkeistämmigen immer mehr gegenüber der Inanspruchnahme psychischer Behandlungen, was heißt, dass auch die deutschen Behandler sich auf ihre türkischen Patienten vorbereiten müssen.

Ziel dieser Arbeit ist es den Leser mit den kulturellen Unterschieden, die Einfluss auf die psychosoziale Beratungssituation haben, vertraut zu machen und zu zeigen, in wie fern der Migrationshintergrund auf die psychische Gesundheit einwirken kann und wie kultursensible Arbeit möglich ist. Bezogen wird sich dabei vor allem auf Literatur, manchmal auch auf Eigen- und Gemeinschaftserfahrungen, die jedoch auch in der Literatur zu finden sind. Die Arbeit bezieht sich auch auf den Film „Almanya – Willkommen in Deutschland“, der viele kulturelle Generations- und Migrationskonflikte aufgreift und dessen ich mich bediene, um näher auf das Thema einzugehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Datenlage

3 „Almanya – Willkommen in Deutschland“: Migrationskonflikte der Familie Yilmaz

3.1 Die erste Generation

3.2 Die zweite Generation

3.3 Die dritte Generation

4 Häufig auftretende Konflikte, Störungen und Beratungsthemen bei türkischen Migranten

4.1 Konflikte der ersten Generation

4.2 Konflikte der zweiten Generation

5 Kulturspezifische Faktoren

5.1 Familienstruktur

5.2 Krankheitsverständnis

6 Besonderheiten der interkulturellen Beratung

6.1 Missverständnisse, Hürden & Fallen

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Spezifika der psychosozialen Beratung türkischer Migranten und beleuchtet die generationsübergreifenden Herausforderungen sowie die Notwendigkeit einer kultursensiblen Herangehensweise in der Gesundheitsversorgung.

  • Analyse von Migrationskonflikten am Beispiel der Familie Yilmaz
  • Untersuchung generationsspezifischer Identitätskrisen und psychischer Belastungen
  • Bedeutung kultureller Faktoren wie Familienstruktur und Krankheitsverständnis
  • Identifikation von Barrieren und Missverständnissen in der interkulturellen Beratung
  • Ableitung von Kompetenzen für eine erfolgreiche interkulturelle therapeutische Praxis

Auszug aus dem Buch

Besonders interessant sind die Beschreibungen der Schmerzen von türkischen Migranten, die sogenannten „Organchiffren“.

Diese kulturspezifische Symbolsprache wird von deutschen Ärzten oft als Sprachbarriere missinterpretiert, da die türkischen Patienten ihre Redewendungen wortwörtlich übersetzen und damit für Verwirrung sorgen. Daraus folgt auch, dass einige Patienten als psychotisch angesehen werden, obwohl dies meist nicht der Fall ist (Gün, 2018). Einige Beispiele sollen hier kurz erläutert werden:

- „Ich habe meinen Kopf erkältet“ – heißt „Ich bin verrückt geworden“

- „Er/Sie hat meinen Kopf aufgeblasen“ oder „Er/Sie hat meinen Kopf gegessen“ – jemand hat auf die Person eingeredet

- „Ich habe den Kopf gegessen“ – „Ich habe den Verstand verloren“

- „Meine Leber brennt“ oder „Meine Lunge ist zerfetzt“ – Ausdruck von großer Trauer und starkem Schmerz, besonders bei Verlust einer nahestehenden Person

- „Du hast meine Leber verbrannt“ – „Du hast mir schlimmes angetan“

- „Mein Inneres brennt“ – sehr traurig oder durstig sein

- „Mein Nabel ist verschoben“ – Bauch- und Magenbeschwerden mit Übelkeit, Müdigkeit und Schwindel, oftmals psychische Belastung im privaten und/oder Arbeitsleben

- „Meine Gallenblase ist geplatzt“ – großer Schreck, Angst oder Trauma

- „Mein Herz wurde eng“ – Indiz für Leiden an Heimweh

Wie zu sehen ist, sind Leidensbeschreibungen auf der organischen Ebene oft Anzeichen auf seelische Nöte. Meist werden die beschriebenen Organe als geschwollen, verrutscht oder gefallen dargestellt, um die eigenen Gefühle metaphorisch auszudrücken und somit auf ihrer kulturell akzeptierten Form zu verdeutlichen, dass das Gleichgewicht im Körper nicht mehr stimmt. Vor allem wird die bildhafte Sprache von Türken der ersten Generation genutzt und hat ihren Ursprung im traditionellen Volksglauben, der nicht in die westlichen Diagnoseschemata passt (Gün, 2018).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der interkulturellen Beratung türkischer Patienten ein und nutzt den Film „Almanya“ als anschauliches Fallbeispiel.

2 Zur Datenlage: Es wird dargelegt, dass eine mangelnde Repräsentation von Migranten in der Versorgungsforschung sowie fehlende interkulturelle Kompetenz in Einrichtungen zu einer sozialen Benachteiligung führen.

3 „Almanya – Willkommen in Deutschland“: Migrationskonflikte der Familie Yilmaz: Anhand der drei Generationen der Familie Yilmaz werden spezifische Anpassungsschwierigkeiten und Generationskonflikte illustriert.

4 Häufig auftretende Konflikte, Störungen und Beratungsthemen bei türkischen Migranten: Dieses Kapitel vertieft die psychischen Belastungen und Rollenkonflikte, mit denen Migranten der ersten und zweiten Generation in Deutschland konfrontiert sind.

5 Kulturspezifische Faktoren: Zentrale Aspekte wie die traditionelle Familienstruktur und ein somatisch geprägtes Krankheitsverständnis werden erläutert, um das Verhalten der Klienten besser einzuordnen.

6 Besonderheiten der interkulturellen Beratung: Es werden Strategien für Berater aufgezeigt, um kulturelle Barrieren zu überwinden und Missverständnisse in der Interaktion proaktiv zu vermeiden.

7 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer für einen respektvollen, offenen Austausch, der kulturelle Besonderheiten berücksichtigt, ohne diese überzubetonen oder zu verleugnen.

Schlüsselwörter

Migration, Türkische Migranten, Interkulturelle Beratung, Gesundheitsversorgung, Familienstruktur, Generationskonflikte, Psychische Gesundheit, Identitätskrisen, Organchiffren, Kultursensibilität, Patientenbedürfnisse, Sozialisation, Rollenflexibilität, Integrationsleistung, Beratungspraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation türkischer Migranten im deutschen Gesundheits- und Beratungswesen und untersucht, wie interkulturelle Unterschiede die psychologische Betreuung beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen generationsspezifische Migrationskonflikte, die Bedeutung der Familienstruktur, das Verständnis von psychischen Erkrankungen sowie die notwendigen Kompetenzen für Berater.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Leser mit den kulturellen Unterschieden vertraut zu machen, die die psychosoziale Beratungssituation beeinflussen, und Wege zu einer kultursensiblen Arbeit aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse existierender Literatur sowie auf ein filmisches Fallbeispiel („Almanya – Willkommen in Deutschland“), um die theoretischen Aspekte zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Generationenkonflikten, kulturspezifische Faktoren der Lebens- und Krankheitswahrnehmung sowie die Besonderheiten der interkulturellen Beratungspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Interkulturelle Beratung, Migration, Identitätskrisen, Kultursensibilität und Psychische Gesundheit.

Warum spielt der Begriff der „Organchiffren“ eine besondere Rolle?

Organchiffren sind eine kulturspezifische Symbolsprache, bei der psychische Nöte über körperliche Beschwerden ausgedrückt werden. Ihr Verständnis ist essenziell, um Patienten nicht fälschlicherweise als psychotisch einzustufen.

Welche Herausforderungen ergeben sich für Berater durch das türkische Familienmodell?

Die hierarchische, oft autoritäre Familienstruktur und der hohe Stellenwert der Familienehre erfordern eine differenzierte Beziehungsgestaltung, die Distanz und Sensibilität für kulturelle Normen vereint.

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Résumé des informations

Titre
Die Notwendigkeit einer kultursensiblen Beratung bei türkischen MigrantInnen
Université
International Psychoanalytic University
Note
1,0
Auteur
Aysun Luna Yildirim (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
25
N° de catalogue
V444293
ISBN (ebook)
9783668814233
ISBN (Livre)
9783668814240
Langue
allemand
mots-clé
notwendigkeit beratung migrantinnen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Aysun Luna Yildirim (Auteur), 2018, Die Notwendigkeit einer kultursensiblen Beratung bei türkischen MigrantInnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444293
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Extrait de  25  pages
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