Inklusion und Teilhabe von Kindern aus dem Kindergarten mit Trisomie 21


Hausarbeit, 2018
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Ziel dieser Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Inklusion
2.1 Definition
2.2 Was fordert Inklusion?

3. Trisomie
3.1 Begriffserklärung: Trisomie
3.2 Defizite und Ursachen von Trisomie
3.3 Wichtige Erkenntnisse

4. Unterrichtsmethoden im Kindergarten zur Verbesserung der Inklusion von Kindern mit Trisomie
4.1 Grundstein der Umsetzung von Inklusion
4.2 Gestaltung der Inklusion
4.3 Bildungseinrichtungen
4.4 Fallbeispiel: Lernen durch Beobachtung
4.5 Übergang in die Grundschule

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

Früher sprach man von Integration, heute aber könnte man meinen, dass der Begriff der Integration vom Begriff der Inklusion übernommen wurde. Inklusion hat sich als neuer Begriff behauptet, weil bei Inklusion ein Umdenken gefordert ist.

„Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können“ (UN-Behindertenrechtskonvention, 2006).

Nicht nur die Beeinträchtigungen selbst behindern nach diesem Konzept die Teilhabe, sondern sie stehen auch in Wechselwirkung mit in der Gesellschaft vorhandenen Barrieren. Wie „behindert“ jemand ist, hängt nicht nur von einem selbst und seinem Krankenbild ab, sondern auch von der Gesellschaft, in der er sich bewegt.

1.2 Ziel dieser Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst einen kleinen Überblick über die allgemeine Inklusion zu bekommen, zu zeigen, was die Inklusion bewirken möchte. Zudem möchte ich die Trisomie 21 als Krankheit und Behinderung kurz beschreiben. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Inklusion und Teilhabe von Kindern aus dem Kindergarten mit Trisomie 21. Wie kann man Kinder mit Trisomie 21 in den Kindergarten integrieren und wie bewährt sich die Inklusion der Kinder mit Trisomie 21? Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf den Unterrichtsmethoden, die Kinder mit Trisomie 21 benötigen und die so ausgerichtet sind, dass man gleichzeitig aber von Inklusion sprechen kann.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist in zwei Teile eingeteilt. Zuerst erfolgt der Grundlagenteil, in dem die allgemeinen Begriffe erklärt und erläutert werden. So wird zunächst die Inklusion als Begriff erklärt, was man darunter verstehen soll und zugleich was die Inklusion fordert, was von ihr erwartet wird, damit wir von Inklusion sprechen können. Als nächstes wird der Begriff Trisomie 21 erklärt und sowohl auf die Defizite und Ursachen als auch auf wichtige Erkenntnisse für die Förderung eingegangen. In einem zweiten Teil werden dann Unterrichtsmethoden erläutert und aufgeführt, um die Inklusion von Kindern mit Trisomie 21 zu gewährleisten.

Die fachliche Basis dieser Arbeit bilden zahlreiche Bücher, vor allem aber zwei Bücher, die immer wieder erwähnt werden, sowie Studien und Aufsätze verschiedener Forscher aus dem Fachbereich.

„Entwicklung gesellschaftlicher Veränderungsstrategien hin zu einer Gesellschaft von Gleichen → Inklusion.“ Inklusion aus Sicht der Disability Studies.

Aus diesem Verständnis heraus gilt der Begriff der Integration heute als überholt. Er steht zwar in seiner Wortbedeutung für eine Erneuerung (lat. integrare = erneuern), wurde aber lange mit einem Konzept der Eingliederung in bestehende Systeme verbunden. Menschen mit Beeinträchtigungen waren gefordert, sich anzupassen und, so gut es ging, mit den bestehenden Hürden zu leben. Damit will die Inklusion endgültig brechen. Sie baut auf neue Systeme, die sich in ihrer Struktur den individuellen Bedürfnissen anpassen.

Bei der Inklusion geht es darum, den Menschen individuell zu fördern und ihn aber in eine Gruppe einzubeziehen, beispielsweise den Menschen mit Behinderung in einer Regelschule zu fördern, gemeinsam mit den anderen Kindern ohne Behinderung. Integration hingegen zielte darauf ab, die Kinder mit Behinderung einfach nur in eine Regelschule zu stecken, vielleicht in eine externe Klasse, die einfach nur in der Regelschule neben den „normalen“ Klassen koexistierte. Es ging aber nicht darum, die Kinder gemeinsam mit den Kindern ohne Behinderung zu unterrichten.

2. Inklusion

2.1 Definition

„Die Integration strebt die Wiedereingliederung behinderter Menschen an. Das Ideal der Inklusion ist dagegen Teilhabe von Anfang an“ (Wilken, 2009). Das Prinzip der Inklusion gilt als Menschenrecht, dieses wurde im Übereinkommen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention) aus dem Jahre 2006 verdeutlicht. Die Gewährleistung einer gemeinsamen Schulbildung für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung spielt eine große Rolle in der Durchführung von Inklusion. Nicht nur lernschwache Kinder, sondern auch Kinder mit Behinderungen sollen mit nicht behinderten Kindern folglich zusammen lernen und arbeiten. Durch den gemeinsamen Unterricht und die große Vielfalt an Schülern, die verschiedene Lernvoraussetzungen mit sich bringen, entstehen heterogene Lerngruppen. Diese Umsetzung verlangt neue Unterrichtsmethoden und spezialisierte Fachkräfte, um ein gerechtes Lernklima zu schaffen (Wilken, 2009).

2.2 Was fordert Inklusion?

Inklusion fordert die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Es geht darum, die Vielfalt von Menschen - jeder mit seinen einzigartigen Eigenschaften, ob Behinderung, Geschlecht, Rasse, Herkunft, Kultur, Religion - zu akzeptieren und in die Gruppe einzuschließen. Dies wird von der lateinischen Übersetzung ,,includere’’ unterstrichen. Jedes Individuum soll auf die gleichen Rechte zurückgreifen dürfen, daher ist Inklusion ein Menschenrecht, das nicht mehr wegzudenken ist. Die Heterogenität ist von positivem Sinne, da jeder Einzelne von ihr profitieren kann. Durch die Inklusion können Brücken geschaffen werden, an denen jeder sich beteiligen kann (Montag Stiftung, 2011, S. 18 f.). Wenn man von Inklusion spricht, geht es um Leidenschaft, Menschenliebe, Gleichberechtigung, Barrierefreiheit und Chancengleichheit (Booth, 2012). Diese Prinzipien gilt es auch in der Bildung zu berücksichtigen, denn jedes Kind, jeder Mensch, hat trotz seiner Behinderung das Recht auf Lehre und Bildung.

"Inklusive Bildung ist der Schlüssel dafür, dass Menschen mit Behinderungen wirksam an einer freien Gesellschaft teilhaben können" (Aichele/Rudolf, 2014, S.6).

3. Trisomie 21

3.1 Begriffserklärung: Trisomie 21

Trisomie 21, auch noch unter dem Begriff „Down-Syndrom“ bekannt, verdankt ihren Namen dem Arzt Langdon Down. Er wählte für diese Form der Intelligenzminderung die Bezeichnung „Mongolismus“, weil er annahm, dass bei einigen seiner Patienten ein „mongolischer Typus“ der geistigen Behinderung vorliege, wegen der auffälligen Lidfalte auch noch „Epikanthus“ genannt (Down, 1866, 261). Die Bezeichnung hat jedoch heutzutage ihren Wert verloren, denn sie wird als diskriminierend bezeichnet und bezieht sich auf falsche Grundannahmen. (Wilken, 2016).

Dr. Down beschrieb nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch typische Verhaltensmuster, wie z.B. die erschwerte Sprache, die jedoch durch ein systematisches Training verbessert werden können (Down, 1866). In den ersten Lebensmonaten sei kein großer Unterschied im Vergleich zur Entwicklung gesunder Kinder zu sehen. Jedoch vermindert sich im zunehmenden Alter das Entwicklungstempo auf 50% in Opposition zu Kindern mit typischer Entwicklung (Rauh, 1992).

3.2 Defizite und Ursachen von Trisomie 21

Die Kinder, die unter Trisomie 21 leiden, zeigen Probleme bei der Informationsverarbeitung und der Koordination von Aufmerksamkeitsprozessen. Sie zeigen Stärke bei visuellen Aufgaben zur Gedächtnisfunktionen und Schwäche bei sprachlichen Aufgaben. Die Suche nach Unterstützung ist groß und sie zeigen meist wenig Eigeninitiative (Wilken, 2016).

Die Ursache des Down-Syndroms war lange nicht bekannt. Heute ist man sich der Tatsache bewusst, dass das Chromosom 21 nicht zweimal, sondern dreimal vorhanden ist. Das zusätzliche Chromosom führt zur Störungen und Abweichungen in der prä- und postnatalen Entwicklung des Kindes. Die Fehlverteilung erfolgt fast immer zufällig, jedoch nimmt das Auftreten mit höherem Lebensalter der Mutter zu (Wilken, 2016). Das Down-Syndrom gehört zu einem der häufigsten angeborenen Syndrome. Weltweit werden jährlich über 200.000 Kinder mit Trisomie 21 geboren, allein in Deutschland etwa 1000. Doch durch eine Erneuerung in der Medizin wird die Geburtenrate des Down-Syndroms abnehmen, die Rede ist von der Pränataldiagnostik (Wilken, 2016).

3.3 Wichtige Erkenntnisse

Es ist von großer Bedeutung zu veranschaulichen, dass Menschen mit Trisomie 21 jedoch sehr heterogen sind, da das individuelle Potenzial aufgrund verschiedener Lebens- und Sozialisationsbedingungen von verschiedenen Kompetenzen und Interessen beeinflusst wird (Wilken,2016). Durch diese Vielfalt müssen die Förderung und gesundheitliche Betreuung individuelle und syndromspezifische Aspekte berücksichtigen, um das Potential optimal zu entfalten, Probleme zu behandeln und mögliche Folgebeeinträchtigungen zu verringern. Deshalb ist es sehr wichtig, pädagogische Konzepte der Förderung weiter zu entwickeln, um neue Möglichkeiten zu entdecken, damit ein differenzierteres und positiveres Bild von Kindern und Menschen mit Trisomie 21 entstehen kann (Wilken, 2016).

Nachdem der Begriff „Inklusion“, die gleichrangige, gesellschaftliche Partizipation aller Menschen einschließlich derjenigen mit Behinderungen unter Gewährung dafür notwendiger Hilfen verstanden (Kullmann/ Lütje – Klose/ Textor 2014) und der Begriff der Trisomie 21 geklärt wurden, möchte ich beide in Verbindung bringen und die Frage klären, wie Inklusion und Teilhabe von Kindern mit Trisomie 21 im Kindergarten gefördert werden kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Inklusion und Teilhabe von Kindern aus dem Kindergarten mit Trisomie 21
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V444381
ISBN (eBook)
9783668815148
ISBN (Buch)
9783668815155
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inklusion, teilhabe, kindern, kindergarten, trisomie
Arbeit zitieren
Noemie Henry (Autor), 2018, Inklusion und Teilhabe von Kindern aus dem Kindergarten mit Trisomie 21, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444381

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