Das kindliche Spiel. Rollenspiele mit Praxisbezug


Hausarbeit, 2013
17 Seiten, Note: 1.7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Das kindliche Spiel – Bedeutung und Entwicklung
2.1. Bedeutung des Spiels
2.2. Phasen des kindlichen Spiels
2.2.1. Sensomotorisches Spiel / Funktionsspiel
2.2.2. Konstruktionsspiel
2.2.3. Symbolspiel

3. Rollenspie

4. Praxisbeispiel – Rollenspiel
4.1. Vorstellung der Kinder
4.2. Transkribierung des Videos
4.3. Analyse

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit dem Thema Rollenspiel im Kleinkindalter befassen.

Die vielleicht auffallendste neue Entwicklung auf dem Weg zum Vorschulalter ist, dass Kinder beginnen, sich mit gleichaltrigen Kindern auseinander zusetzten und somit erste Interaktion zwischen Gleichaltrigen stattfindet. Zuvor verließ sich das Kind immer auf einen Erwachsenen oder deutlichen älteren Gesprächspartner als Hauptbeitragenden der Interaktion. So wurde abgesichert, dass die Interaktion erhalten bleibt und sich nicht durch mangelndes miteinander agieren verloren geht.[1]

Da ich das Glück habe, drei Kinder im Übergang zum Vorschulalter beobachten zu können, beschäftigt sich meine Hausarbeit mit einem Praxisbeispiel. Rollenspiele sind zur Zeit ein großes Thema für die Kinder, weshalb ich öfters in den Genuss kommen darf, sie dabei zu beobachten. Dennoch bleibt Vorweg zu sagen, dass es nicht immer einfach ist, solche Momente einzufangen, da man entweder zu spät ins Geschehen einsteigt, die Kinder mit seinem eintreten stört und sie das Spiel abbrechen oder die Frequenzen des Spiels so schnell enden wie sie beginnen.

Um das Thema einzuleiten, wird zunächst das kindliche Spiel beleuchtet. Dabei werden die verschieden Spielabschnitte im Kindesalter vom Funktionsspiel bis hin zum Rollenspiel betrachtet werden. Um das Rollenspiel beschreiben zu können wird dann zunächst der Begriff der „Rolle“ “ genauer untersucht werden. Abschließend werde ich anhand meines Praxisbeispiels das Rollenspiel mit einer Analyse abschließen.

2. Das kindliche Spiel – Bedeutung und Entwicklung

2.1. Bedeutung des Spiels

»Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.« (Jacques-Yves Cousteau) [2]

Das Spiel stellt für die kindliche Entwicklung eine enorme Rolle dar und begleitet das Kind durch verschiedenste Lebensabschnitte bis hin zum Erwachsen werden. Dabei gliedern sich verschiedene Spielformen in die jeweiligen Lebensabschnitte ein, überschneiden sich dabei teilweise und leiten die neue Spielform ein. Kinder besitzen von Anfang an das innere Bedürfnis zu spielen und somit ihre Umwelt zu entdecken, zu begreifen, für sich zu ordnen und zu verstehen. Dabei ist das Spiel befreit von jedem Zweck und wird vor allem zunächst mit Erwachsenen erprobt und später auch mit gleichaltrigen Kindern als soziale Aktivität genutzt. Während des Spielens bringen Kinder ihre Emotionen, ihre eigenen Gedanken zu Themen durch ihre Handlungen im Spielverlauf zum Ausdruck. Dabei können sie aus Fehlverhalten Konsequenzen ziehen, ohne dabei den Mut zu verlieren, sich neuen Hürden zu stellen. Dadurch erweitern sie ihre sozialen Kompetenzen und bauen somit ihre vorhandenen Fähigkeiten aus.[3]

„ Für Kinder ist die Fähigkeit zu spielen einzigartig. Hier können sie ihre Gefühle artikulieren und aktiv ihre Umgebung mitgestalten." [4]

Kinder schaffen sich während des Spiels eine fiktive Welt, in der sie Erlebtes aus dem Alltag nachspielen und dadurch verarbeiten können. So nähern sich Kinder dem alltäglichen Leben der Erwachsenen an, können Regeln überschreiten, Grenzen brechen und Konfliktsituationen neu durchleben. Durch die fiktive Form des Spiels können sie aus dem Reglement der Erwachsenen ausbrechen und sich eigene Handlungsräume erschaffen. Durch die Möglichkeit Alltägliches und Reales im Spiel noch einmal zu durchleben, verarbeitet das Kind auf kognitiver und emotionaler Ebene Erlebtes im Spiel.[5]

2.2. Phasen des kindlichen Spiels

Im Laufe der kindlichen Entwicklung durchläuft auch das kindliche Spiel verschiedene Stufen, die im Weiteren erläutert werden. Da mein Schwerpunkt auf dem Rollenspiel liegt, werde ich mit dieser Stufe in meiner Hausarbeit enden und auch dort einen besonderen Fokus legen. Beginnen werde ich demnach mit dem Sensomotorischen Spiel/ Funktionsspiel, gefolgt vom Konstruktionsspiel, Symbolspiel und letztendlich dem Rollenspiel. Wie zuvor erwähnt, wird das Regelspiel nicht erläutert werden.

2.2.1. Sensomotorisches Spiel / Funktionsspiel

Vorab möchte ich den Begriff Sensomotorik durch eine Definition erläutern, damit im weiteren Verlauf keine Unstimmigkeiten auftreten.

„Gesamtheit des durch Reize bewirkten Zusammenspiels von Sinnesorganen und Muskeln“ [6]

Sensomotorik bezeichnet demnach das Zusammenspiel von sensorischen (sinnesbedingten) und motorischen (körperbedingten) Leistungen. Hierbei ist die Steuerung und Kontrolle von Bewegungen durch Sinnesreize gemeint, welche ein Zusammenspiel der sensorischen und motorischen Systeme erfordern.[7]

Das Funktionsspiel gliedert sich in das erste und zweite Lebensjahr ein und bildet somit den Grundstein des kindlichen Spiels. Ergründen tut sich das Funktionsspiel aus der Funktionslust des Kindes und dem ständigen Drang, Dinge wiederholt zu tun. Dabei spielt das Kind zunächst mit sich selbst, erkundet seinen Körper und überträgt diesen Erkundungsdrang auf seine Umwelt mit ständigem Rückbezug auf seinen eigenen Körper.[8] Auf Grund dessen wird das funktionelle Spielen in körperbezogenes und gegenstandbezogenes Funktionsspiel unterteilt.[9]

2.2.2. Konstruktionsspiel

Das Konstruktionsspiel beginnt in etwa mit zwei Jahren und endet circa im Alter von vier Jahren.[10] In diesem Alter nimmt die Konstruktivität des Kindes zu. Über den Weg des Spiels erfasst das Kind räumliche Beziehungen von Gegenständen, erkennt Dimensionen des Raumes und setzt sich mit der Schwerkraft auseinander.[11] Beim Konstruktionsspiel nimmt das Kind vermehrt seine Umwelt ein, indem es Spielzeuge konstruktiv nutzt. Dabei läuft die Entwicklung des Konstruktionsspiels parallel zur Entwicklung des Kindes im fortschreitenden Alter ab.[12] Zunächst reiht das Kind einfache Gegenstände aneinander ohne große Konstrukte zu kreieren. Je weiter das Kind jedoch in seinem perspektivischen und logischen Denken fortschreitet, desto komplexer werden die erzeugten Gebilde.[13] Hierbei müssen drei Aspekte miteinander übereinkommen: die kindlichen Vorstellungen über das zu konstruierende Produkt, das Konstruktionsmaterial und das notwenige Werkzeug um das erwünschte Produkt herzustellen. Das bekannteste Konstruktionsspiel stellt dabei wohl Lego dar. Hier werden aus anfänglichen einfachen Türmen und aneinander gereihten Gebilden, später Autos, Flugzeuge und Häuser.

„Die Konstruktionsspiele sind realitätsorientiert, entstehen aus der Person selbst heraus und werden als „Kindliches Schaffen“ bezeichnet. Die Kinder sind Architekten bzw. Ingenieure bei der Entstehung ihrer Spielwelten.“ [14]

2.2.3. Symbolspiel

Mit Anbruch des zweiten Lebensjahres beginnt das Kind mit dem Symbolspiel und behält dieses bis hin zum Vorschulalter bei.[15]

Nehmen wir Bezug auf Piaget, so hat das Kind die zweite Phase des kindlichen Spiels erreicht (Phase eins umfasst das sogenannte Übungsspiel (Funktions- und Konstruktionsspiel)). Im Symbolspiel beginnt das Kind Personen und Gegenstände aus seiner Umwelt zu verwandeln. Dieses Verwandeln setzt voraus, dass das Kind dazu in der Lage ist sich Objekte vorzustellen, die nicht in erreichbarer Nähe sind. Dabei löst das Kind sich von der Realität los und abstrahiert aus seiner Phantasie. So werden Bauklötze und Legosteine zu Werkzeugen, ein Besen zum reitbaren Pferd oder ein Karton zum Auto. Das Symbolspiel stellt den Vorreiter zum Rollenspiel dar und ist daher ein breit gefächertes Gebiet.[16]

3. Rollenspiel

Um das Rollenspiel beschreiben zu können, muss man sich zunächst mit dem Begriff der Rolle auseinander setzen.

„Rolle kann definiert werden als die aktuelle und greifbare Form, die das Selbst annimmt... Jede Rolle ist eine Fusion persönlicher und kollektiver Elemente. Jede Rolle hat zwei Seiten, eine persönliche und eine kollektive Seite.“ (Moreno) [17]

Unter dem Begriff „Rolle“ ist ein Konzept oder Konstrukt zu verstehen, das ein geordnetes Verhaltensmuster im Zusammenleben der Menschen erklärt.

Ganz allgemein gefasst kann man sagen, dass man unter einer Rolle die strukturierte Gesamtheit aller Erwartungen verstehen kann, die sich auf die Aufgabe, das Benehmen, die Gesinnung, Werte und Wechselbeziehungen einer Person im Gruppenkontext beziehen. Dabei hat diese Person in der Gruppe eine bestimmte Funktion, eine Tätigkeit oder Aufgabe, die sie erfüllen muss. Dementsprechend wird unter einer sozialen Rolle das Verhalten verstanden, das man von dem Individuum an seiner Stelle erwartet. Dieses erwartete Verhalten wird durch gesellschaftliche Normen sowohl geformt als auch geprägt. Kinder erkennen diese Rollenvergabe schon sehr früh, früher noch als die Rollenfunktion.[18]

[...]


[1] Andresen, 2005, S. 92

[2] http://www.klein-ep.de/shop/page/12?shop_param=

[3] Bechstein,Manfred. http://mbechstein.de/reader_sozm/01_spielentwicklung.pdf

[4] Schmidt,Renate. http://www.kindergartenpaedagogik.de/2100.html

[5] Bechstein,Manfred. http://mbechstein.de/reader_sozm/01_spielentwicklung.pdf

[6] http://www.duden.de/rechtschreibung/Sensomotorik

[7] http://www.fremdwort.de/suchen/bedeutung/sensomotorik

[8] Bechstein,Manfred. http://mbechstein.de/reader_sozm/01_spielentwicklung.pdf

[9] https://www.heilpaedagogik-info.de/fachwissen/heilpaedagogische-spieltherapie/22-die-spielentwicklung-des-kindes.html

[10] http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=123236.html

[11] vgl. Bechstein,Manfred. http://mbechstein.de/reader_sozm/01_spielentwicklung.pdf

[12] Textor, Martin R. http://www.kindergartenpaedagogik.de/2100.html

[13] Bechstein,Manfred. http://mbechstein.de/reader_sozm/01_spielentwicklung.pdf

[14] Textor, Martin R. http://www.kindergartenpaedagogik.de/2100.html

[15] Bechstein,Manfred. http://mbechstein.de/reader_sozm/01_spielentwicklung.pdf

[16] Piaget, 2009, S. 157

[17] http://www.psychodrama-austria.at/fachsektion/methode-rollenspiel.html

[18] vgl. Oerter, 1977, S.32

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das kindliche Spiel. Rollenspiele mit Praxisbezug
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1.7
Autor
Jahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V444430
ISBN (eBook)
9783668815001
ISBN (Buch)
9783668815018
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rollenspiele, kindliches Spiel
Arbeit zitieren
Valerie Schröder (Autor), 2013, Das kindliche Spiel. Rollenspiele mit Praxisbezug, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444430

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