Der Aufbauende Musikunterricht (AMU) erfährt zurzeit eine große Beliebtheit bei Musiklehrern. Doch ist diese relativ junge Konzeption wirklich ein Königsweg zu besserem Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen? In der Fachdidaktik herrscht größtenteils Konsens darüber, dass die Motivierung der Schüler eine wichtige Aufgabe des Lehrers in jeder Unterrichtsstunde ist. In dieser Hausarbeit wird deshalb versucht, folgende Forschungsfrage zu beantworten: Gibt es im AMU Aspekte, die einen potentiell motivierenden Effekt haben könnten und wenn ja, welche sind dies?
Die Hausarbeit kommt zu dem Schluss, dass der AMU durchaus potentiell motivierende Aspekte enthält. Es muss allerdings bedacht werden, dass die Analyse auf den theoretischen Überlegungen der Autoren beruht. Ob AMU wirklich die gelisteten Prinzipien wie z.B. die Mitbestimmung und Selbstregulierung und die nach und nach anspruchsvolleren Übungen verwirklicht, müsste in einer Studie untersucht werden. Dies wäre allerdings ein schwieriges Unterfangen, denn schließlich weisen die Autoren selbst darauf hin, dass der AMU ganz unterschiedlich verwirklicht werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbauender Musikunterricht
2.1 Allgemeines
2.2 Ziele und Prinzipien
2.3 Die drei Praxisfelder
2.4 Musikalische Vorhaben
2.5 Weiterführende Bemerkungen zur Umsetzung des AMU
3. Motivation
4. Analyse
4.1 Einstieg
4.2 Lernbausteine bzw. Übungen
4.3 Die Unterrichtsvorhaben
4.4 Aufbau und weitere Prinzipien
4.5 Abschließende Kommentare
5. Zusammenfassung und Ausblick
6. Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Aufbauenden Musikunterricht“ (AMU) hinsichtlich seines Potenzials, die Motivation von Schülern im allgemeinbildenden Musikunterricht zu fördern. Dabei wird auf Basis fachdidaktischer Literatur analysiert, ob und welche Aspekte der Konzeption motivierende Effekte auf Schüler ausüben können.
- Theoretische Grundlagen zu Motiv, Motivierung und Motivation.
- Vorstellung der Ziele, Prinzipien und Strukturen des Aufbauenden Musikunterrichts.
- Analyse des Einstiegs, der Lernbausteine und der Unterrichtsvorhaben unter Motivationsaspekten.
- Untersuchung der strukturellen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die Schülermotivation.
- Reflexion über die Grenzen der Motivierung im schulischen Musikunterricht.
Auszug aus dem Buch
4.2 Lernbausteine bzw. Übungen
Die Übungen bzw. Lernbausteine sind ein fester Teil (siehe Abbildung 3) (fast) jeder Stunde. Durch die Übungen werden nach und nach anspruchsvollere Fähigkeiten aufgebaut. Solch eine Regelmäßigkeit und Systematik des Übens kann nach Dartsch (vgl. 2014: 56) zu mehr Spaß und somit Motivation führen.
Teil des Prinzips der Motivierung ist es, die Schüler dabei zu unterstützen, ein positives Leistungsselbstbild aufzubauen (vgl. Wiater 2008: 60). Dies erfolgt unter anderem durch „[…] ‘optimal challenging‘ – [also das Stellen von] Aufgaben des für den Schüler nächst höheren Erreichbarkeitsgrads […]“ (ibid.). Meiner Meinung nach setzen die Lernbausteine genau dieses Prinzip um, nur ist es kritisch zu sehen, ob dies bei der vorhandenen Leistungsheterogenität wirklich für jeden Schüler einer Klasse möglich ist. Auf die Lernbausteine trifft auch ein weiterer Aspekt der Motivierung von Schülern zu, der von Criss (2011: 64) erwähnt wird: Der Lehrer soll den Schülern beibringen, dass Ziele nicht über Nacht erreicht werden können; stattdessen benötigt es „[…] a series of baby steps.“. Diese Erfolgserlebnisse machen es wahrscheinlicher, dass die Schüler Spaß am Unterricht haben, was mit einer verstärkten Motivation einhergeht (vgl. Koops & Keppen 2015: 13).
Viele der Übungen sind in Spiele verpackt, was sich – wie im letzten Abschnitt schon erwähnt – positiv auf die Motivation der Schüler auswirken kann (vgl. Wiater 2008: 59).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, ob der Aufbauende Musikunterricht motivierende Potenziale besitzt und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Aufbauender Musikunterricht: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption des AMU, seine Ziele, Prinzipien, die drei Praxisfelder sowie die Umsetzung durch musikalische Vorhaben und Lernbausteine.
3. Motivation: Hier werden grundlegende theoretische Begriffe wie Motiv, Motivierung und Motivation im schulischen Kontext definiert.
4. Analyse: In diesem Hauptteil wird der AMU anhand von Einstieg, Übungen und Unterrichtsvorhaben systematisch auf seine motivierende Wirkung hin untersucht.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die Möglichkeiten sowie Grenzen der Motivierung im Musikunterricht.
6. Literatur: Das Verzeichnis listet die für diese Hausarbeit verwendete Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
Aufbauender Musikunterricht, AMU, Motivation, Motivierung, Musikdidaktik, Musikpraxis, Lernbausteine, Unterrichtsvorhaben, Handlungsorientierung, Schüleraktivierung, Selbstbestimmung, Kompetenzaufbau, Musikunterricht, Leistungsmotivation, Schulpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Aufbauenden Musikunterricht (AMU) hinsichtlich seines Potenzials, Schüler im Musikunterricht zu motivieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die Konzepte des AMU, theoretische Grundlagen der Motivationspsychologie und die praktische Analyse von Unterrichtseinstiegen, Übungen und Vorhaben.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Aspekte innerhalb des AMU zu identifizieren, die einen potenziell motivierenden Effekt auf Schüler haben könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fachdidaktische Literaturanalyse, um die theoretischen Prinzipien des AMU mit allgemein anerkannten motivationspsychologischen Erkenntnissen in Beziehung zu setzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie spezifische Elemente des AMU – wie der strukturierte Aufbau, die Lernbausteine und offene Unterrichtsvorhaben – zur Schülermotivation beitragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aufbauender Musikunterricht, Motivation, Handlungsorientierung, Kompetenzaufbau und Selbstbestimmung.
Warum spielt der „Spaß“ am Musizieren im AMU eine so wichtige Rolle?
Spaß fungiert laut der Arbeit als wichtiger Motivator, der den Einstieg in Lernprozesse erleichtert und durch positive Erlebnisse beim Musizieren zu anhaltender Motivation beitragen kann.
Welche Grenzen der Motivierung werden im Text thematisiert?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Motivation nicht erzwungen werden kann und von individuellen Faktoren der Schüler wie Persönlichkeit, Geschlecht und bisherigen Erfahrungen abhängt.
Wie wichtig ist der strukturierte Aufbau für die Motivation?
Laut der Untersuchung wirkt der strukturierte Aufbau, der zwischen Instruktion (Lernbausteine) und offenen Phasen (Vorhaben) abwechselt, motivierend, da er Abwechslung bietet und Erfolgserlebnisse fördert.
- Citation du texte
- Dennis King (Auteur), 2017, Aufbauender Musikunterricht. Ein motivierender Unterricht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444450