Im 19. Jahrhundert wurden die deutschen Volksbücher des 15. und 16. Jahrhunderts von den Germanisten wieder entdeckt und vielfach neu bearbeitet. Obwohl „Der arme Heinrich“ eigentlich kein Volksbuch, sondern ein mittelhochdeutsches Versepos war, wurde diese Geschichte in eine ganze Reihe von Volksbuchsammlungen des 19. Jahrhunderts aufgenommen. Am Anfang stand eine Übersetzung durch Wilhelm Grimm. Bald folgten die ersten Prosafassungen. Außerdem beschäftigten sich bekannte Autoren wie Ludwig Uhland und Adelbert von Chamisso mit dem Thema. Als Volksbuch fand „Der arme Heinrich“ auch seinen Weg in die Sammlungen von Gotthard Oswald Marbach, Gustav Schwab und Karl Simrock. Die zwei letztgenannten Autoren und ihre Volksbuchfassungen der Geschichte vom „armen Heinrich“ werden in dieser Seminararbeit behandelt. Die beiden Versionen werden miteinander verglichen. Dabei soll untersucht werden, inwiefern die Ansätze Simrocks und Schwabs bei der Bearbeitung des Stoffes differieren und inwieweit jeder von ihnen einen eigenen Weg beschritten hat, um den mittelhochdeutschen Text zu einem Volksbuch umzuformen. Auf diese Weise werden also zwei Volksbuchfassungen aus derselben Epoche gegenübergestellt. Dabei wird außerdem gefragt, inwieweit die beiden Autoren möglicherweise dieselbe Vorlage verwendeten oder sich vielleicht sogar gegenseitig beeinflussten.
Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den Mono- und Dialogen der Figuren. Allerdings wird ebenfalls auf die Konzepte der Autoren und den erzählten Teil der Geschichte eingegangen werden. Mit der vorliegenden Seminararbeit sollen die oben formulierte Leitfrage beantwortet und die wichtigsten Aspekte beim Vergleich der zwei Volksbuchfassungen dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Das Volksbuch bei Gustav Schwab und Karl Simrock
- III. Der erzählte Teil der Geschichte
- IV. Die Reden der Figuren
- V. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht die Volksbuchfassungen der Geschichte vom „armen Heinrich“ von Gustav Schwab und Karl Simrock, die im 19. Jahrhundert entstanden sind. Sie analysiert, wie beide Autoren den mittelalterlichen Text in ein Volksbuch des 19. Jahrhunderts umformten und welche Ansätze sie dabei verfolgten.
- Vergleich der Volksbuchfassungen von Schwab und Simrock
- Untersuchung der Unterschiede in den Ansätzen beider Autoren
- Analyse der Gestaltung der Dialoge und Monologe der Figuren
- Rezeption des „armen Heinrich“ als Volksbuch im 19. Jahrhundert
- Die Rolle des „armen Heinrich“ in der deutschen Literaturgeschichte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Entstehung des „armen Heinrich“ als Volksbuch im 19. Jahrhundert und stellt die wichtigsten Autoren und Werke zu diesem Thema vor. Kapitel II widmet sich den Ansätzen von Schwab und Simrock bei der Bearbeitung des „armen Heinrich“. Es analysiert ihre jeweiligen Vorstellungen von einem Volksbuch und wie sie diese in die Praxis umsetzten. Kapitel III untersucht den erzählten Teil der Geschichte und die Unterschiede in der Darstellung der Handlung bei Schwab und Simrock. Kapitel IV analysiert die Reden der Figuren und die Unterschiede in ihrer sprachlichen Gestaltung. Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen.
Schlüsselwörter
Volksbuch, „Der arme Heinrich“, Gustav Schwab, Karl Simrock, Mittelhochdeutsches Versepos, 19. Jahrhundert, deutsche Literaturgeschichte, Dialoganalyse, Sprachgestaltung, Rezeption, Volksbuchsammlung, Germanistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Geschichte vom „armen Heinrich“?
Es handelt sich ursprünglich um ein mittelhochdeutsches Versepos, das im 19. Jahrhundert als Volksbuch neu bearbeitet wurde und von der Heilung eines kranken Ritters handelt.
Welche Autoren werden in dieser Seminararbeit verglichen?
Die Arbeit vergleicht die Volksbuchfassungen von Gustav Schwab und Karl Simrock.
Was ist das Ziel des Vergleichs zwischen Schwab und Simrock?
Es soll untersucht werden, wie beide Autoren den mittelalterlichen Stoff in Prosa umformten und inwiefern sie sich in ihren Ansätzen und ihrer Sprachgestaltung unterscheiden.
Worauf liegt der Schwerpunkt der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf der Analyse der Monologe und Dialoge der Figuren sowie auf den erzählerischen Konzepten der beiden Autoren.
Warum wurde „Der arme Heinrich“ im 19. Jahrhundert so populär?
Im Zuge der Germanistik und der Romantik wurden viele mittelalterliche Texte wiederentdeckt und durch Volksbuchsammlungen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.
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- Daniel Scholaster (Author), 2013, "Der arme Heinrich" bei Gustav Schwab und Karl Simrock, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444464