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"Der arme Heinrich" bei Gustav Schwab und Karl Simrock

Ein mittelhochdeutsches Versepos als Volksbuch im 19. Jahrhundert

Titre: "Der arme Heinrich" bei Gustav Schwab und Karl Simrock

Dossier / Travail , 2013 , 19 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Daniel Scholaster (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Im 19. Jahrhundert wurden die deutschen Volksbücher des 15. und 16. Jahrhunderts von den Germanisten wieder entdeckt und vielfach neu bearbeitet. Obwohl „Der arme Heinrich“ eigentlich kein Volksbuch, sondern ein mittelhochdeutsches Versepos war, wurde diese Geschichte in eine ganze Reihe von Volksbuchsammlungen des 19. Jahrhunderts aufgenommen. Am Anfang stand eine Übersetzung durch Wilhelm Grimm. Bald folgten die ersten Prosafassungen. Außerdem beschäftigten sich bekannte Autoren wie Ludwig Uhland und Adelbert von Chamisso mit dem Thema. Als Volksbuch fand „Der arme Heinrich“ auch seinen Weg in die Sammlungen von Gotthard Oswald Marbach, Gustav Schwab und Karl Simrock. Die zwei letztgenannten Autoren und ihre Volksbuchfassungen der Geschichte vom „armen Heinrich“ werden in dieser Seminararbeit behandelt. Die beiden Versionen werden miteinander verglichen. Dabei soll untersucht werden, inwiefern die Ansätze Simrocks und Schwabs bei der Bearbeitung des Stoffes differieren und inwieweit jeder von ihnen einen eigenen Weg beschritten hat, um den mittelhochdeutschen Text zu einem Volksbuch umzuformen. Auf diese Weise werden also zwei Volksbuchfassungen aus derselben Epoche gegenübergestellt. Dabei wird außerdem gefragt, inwieweit die beiden Autoren möglicherweise dieselbe Vorlage verwendeten oder sich vielleicht sogar gegenseitig beeinflussten.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den Mono- und Dialogen der Figuren. Allerdings wird ebenfalls auf die Konzepte der Autoren und den erzählten Teil der Geschichte eingegangen werden. Mit der vorliegenden Seminararbeit sollen die oben formulierte Leitfrage beantwortet und die wichtigsten Aspekte beim Vergleich der zwei Volksbuchfassungen dargestellt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Volksbuch bei Gustav Schwab und Karl Simrock

III. Der erzählte Teil der Geschichte

IV. Die Reden der Figuren

V. Fazit

VI. Literaturverzeichnis

1. Quellen

2. Forschungsliteratur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Volksbuchfassungen des mittelalterlichen Versepos „Der arme Heinrich“ von Gustav Schwab und Karl Simrock, um ihre unterschiedlichen Bearbeitungsansätze, ihre Auffassungen vom „Volksbuch“ und ihre methodischen Herangehensweisen an das Original im 19. Jahrhundert herauszuarbeiten.

  • Vergleichende Analyse der Adaptionsstrategien von Schwab und Simrock.
  • Untersuchung der Bedeutung von „Volk“ und dem erzieherischen Anspruch der Volksbuch-Sammlungen.
  • Kontrastierung der textlichen Gestaltung, insbesondere der Mono- und Dialoge der Figuren.
  • Evaluation der Nähe zum mittelhochdeutschen Urtext versus der Modernisierung für ein zeitgenössisches Publikum.

Auszug aus dem Buch

II. Das Volksbuch bei Gustav Schwab und Karl Simrock

Die Idee des Volksbuches hatte schon für die Romantiker etwas Mystisches an sich. Von ihnen stammt die Vorstellung, dass ein Volksbuch das Ergebnis eines längeren Entstehungsprozesses sei, an dem sich das ganze Volk beteiligt habe. Durch sie würden die Werte und Prinzipien aus der Zeit ihrer Entstehung in die Gegenwart des Lesers überliefert. Diese Vorstellungen werden von Schwab und Simrock aufgegriffen. Beide unternehmen mit ihren beiden Volksbuchfassungen des „armen Heinrich“ den Versuch, einen mittelhochdeutschen Text zu einem Volksbuch nach Art des 16., aber für ein Publikum des 19. Jahrhunderts umzuformen. Dabei verfolgtn sie jedoch unterschiedliche Ansätze. Simrock erläutert sie in seinem „Vorwort an den großgünstigen Leser“:

„Nachstehendes Büchlein gehört nicht zu denen, welche seit Jahrhunderten auf Märkten und Kramläden feil geboten worden sind. Es ist also nicht Volksbuch; allein es steht im Begriff es zu werden, seitdem es Zweie meiner Vorgänger in der Sammlung der Volksbücher unter diese aufgenommen haben. Ist es aber nun einmal im Besitz des Rechts unter die Volksbücher gezählt zu werden und ihre Schicksale zu theilen, so möchte ich es am Wenigsten daraus vertreiben, da ich vielmehr überzeugt bin, es hätte längst Volksbuch zu werden verdient und würde es auch geworden sein, wenn man es in den ersten Jahrhunderten nach Erfindung der Buchdruckerkunst dem Volk dargeboten hätte. Wie es auch gekommen sei daß dieß nicht geschah, so thut man nicht übel daran, das damals Versäumte jetzt nachzuholen, und obgleich ich selbst es nicht gewagt hätte, es zuerst unter dem Namen eines Volksbuchs dem Leser darzureichen, so bin ich doch, nachdem es Andere gethan haben, dem Beispiel zu folgen gleichsam gedrungen, um meiner Sammlung nicht den Vorwurf der Unvollständigkeit zuzuziehen oder denen meiner Mitbewerber den ausschließlichen Besitz eines solchen Kleinods einzuräumen. Auch möchte ich mich gern an dem Verdienste betheiligen, die deutsche Volksliteratur um ein so werthvolles Stück bereichert zu haben. Ich gebe es aber in ungebundener Rede, weil ich glaube, daß es sich so leichter allgemeinen Eingang verschaffen wird.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Rezeption des „armen Heinrich“ im 19. Jahrhundert dar und erläutert die methodische Herangehensweise des Vergleichs zwischen Schwab und Simrock.

II. Das Volksbuch bei Gustav Schwab und Karl Simrock: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Konzepte der beiden Autoren hinsichtlich der Gattung Volksbuch und ihre jeweiligen Intentionen bei der Textbearbeitung untersucht.

III. Der erzählte Teil der Geschichte: Der Fokus liegt auf der Analyse der erzählerischen Rahmengestaltung, bei der Simrock stärker am Original festhält, während Schwab modernisiert und kürzt.

IV. Die Reden der Figuren: Das zentrale Kapitel analysiert die Mono- und Dialoge der Protagonisten und verdeutlicht, wie Simrock und Schwab durch die Gestaltung der Figurenrede ihre unterschiedlichen Zielsetzungen verfolgen.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Schwab den Text stark modernisiert hat, während Simrock ein authentischeres Bild des Originals anstrebt.

VI. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen und die Forschungsliteratur aufgelistet.

Schlüsselwörter

Der arme Heinrich, Hartmann von Aue, Gustav Schwab, Karl Simrock, Volksbuch, 19. Jahrhundert, Rezeption, Volksliteratur, literarischer Vergleich, Prosa, Mittelalter, Romantik, Figurenrede, Edition, Adaption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Rezeption des mittelhochdeutschen Versepos „Der arme Heinrich“ im 19. Jahrhundert durch die Volksbuchfassungen von Gustav Schwab und Karl Simrock.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen das Verständnis vom Genre „Volksbuch“, die unterschiedlichen Bearbeitungsansätze der beiden Autoren und die textuelle Ausgestaltung von Figurenreden und Erzählteilen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den Fassungen von Schwab und Simrock herauszuarbeiten und zu analysieren, inwieweit diese den Anspruch einer „Volksbuchfassung“ erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl die Vorworte der Autoren als auch den konkreten Textvergleich der beiden Fassungen unter Einbezug germanistischer Fachliteratur umfasst.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konzepte der Autoren, den erzählten Teil der Geschichte (wie Prologe und Ortsbeschreibungen) und den Schwerpunkt der Arbeit: die Mono- und Dialoge der Figuren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „Volksbuch“, „Hartmann von Aue“, „Rezeption“, „Prosa-Adaption“, „Figurenrede“ und der Vergleich zwischen den Versionen von Schwab und Simrock.

Warum kürzt Schwab die Gespräche der Meierstochter deutlich stärker als Simrock?

Schwab verfolgt einen pädagogischen Ansatz für ein jüngeres und literarisch weniger gebildetes Publikum; er möchte den Handlungsfluss nicht durch zu lange, reflektierende Dialoge unterbrechen.

Warum wählt Simrock bei seinem Werk einen historisierenden, altertümlichen Stil?

Simrock will den Volksbuch-Charakter verstärken und dem Leser eine authentische Fassung bieten, die so wirken soll, als hätte sie bereits im 16. Jahrhundert existieren können.

Welchen Unterschied gibt es beim Ende der Geschichte zwischen den Autoren?

Simrock lässt die Geschichte mit einem christlichen Gebet enden, was seiner Intention der Urtextnähe entspricht, während Schwab auf ein explizites Gebet verzichtet, um den Volksbuch-Charakter zu wahren.

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Résumé des informations

Titre
"Der arme Heinrich" bei Gustav Schwab und Karl Simrock
Sous-titre
Ein mittelhochdeutsches Versepos als Volksbuch im 19. Jahrhundert
Université
University of Freiburg  (Deutsches Seminar)
Cours
Seminar: Der Arme Heinrich Hartmanns von Aue und seine Rezeption in der Neuzeit
Note
1,3
Auteur
Daniel Scholaster (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
19
N° de catalogue
V444464
ISBN (ebook)
9783668814073
ISBN (Livre)
9783668814080
Langue
allemand
mots-clé
Armer Heinrich Hartmann von Aue Gustav Schwab Karl Simrock Mediävistik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniel Scholaster (Auteur), 2013, "Der arme Heinrich" bei Gustav Schwab und Karl Simrock, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444464
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