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Philipp Jennigers Gedenkrede. Ein linguistisches Fiasko?

Titel: Philipp Jennigers Gedenkrede. Ein linguistisches Fiasko?

Hausarbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christian Appel (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die im Jahr 1988 gehaltene Rede des Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger zum 50. Jahrestag der nationalsozialistischen Pogrome von 1938, sowie die 1985 entstandene Ansprache des Bundespräsidenten Richard Freiherr v. Weizsäcker anlässlich des 40. Jahrestages nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges und der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands stellen im Bereich der Textsorte Gedenkrede zwei, in vielerlei Hinsicht bedeutsame, Beispiele dar.

Die vorliegende Arbeit stellt diese beiden Exempla vergleichend einander gegenüber und arbeitet anhand ihrer linguistischen Qualität Gründe heraus, die als Erklärung für die jeweils unterschiedlichen Reaktionen auf die Gedenkreden - im Falle Jenningers dessen Entlassung und im Falle Weizsäckers die durchweg positive Bewertung - angeführt werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Jenningers Gedenkrede - Ein linguistisches Fiasko?

2.1 Die Jenninger-Rede und die Weizsäcker-Rede - Reaktionen der politischen Öffentlichkeit

2.2 Die Gedenkrede - Überlegungen zu einer komplexen Textsorte

2.3 Jenningers historisches Schriftstück

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht aus linguistischer Perspektive die unterschiedlichen Reaktionen auf die Gedenkreden von Philipp Jenninger (1988) und Richard von Weizsäcker (1985). Ziel ist es zu klären, ob das Scheitern Jenningers als Bundestagspräsident auf inhaltliche Aspekte oder auf eine Verletzung textsortenspezifischer Konventionen der Gedenkrede zurückzuführen ist.

  • Linguistische Analyse der Textsorte Gedenkrede
  • Vergleich der Gedenkreden von Jenninger und Weizsäcker
  • Untersuchung der politischen und medialen Reaktionen
  • Anwendung theoretischer Ansätze von Joseph Klein und Heiko Girnth
  • Evaluation der rhetorischen und strukturellen Merkmale

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Gedenkrede - Überlegungen zu einer komplexen Textsorte

Die Textsorte der Gedenkrede wurde von zahlreichen Autoren und Wissenschaftlern erforscht und diskutiert. Als erstes wäre im Rahmen dieser Thematik der Linguist Joseph Klein zu nennen. Klein zufolge zeichne sich die Gedenkrede grundlegend durch folgende Charakteristika aus: Es handele sich bei ihr um einen “mündlich vorgetragen[en] Text mittleren bis größeren Umfangs, meist auf der Grundlage eines sorgfältig ausgearbeiteten Manuskripts”. Vor allem Politiker/innen in Spitzenämtern nutzten die Gedenkrede als Textsorte, um dem jeweiligen, ausgewählten Publikum der Gedenkveranstaltung, sowie der allgemeinen Öffentlichkeit ein bestimmtes Thema zu präsentieren. Die Themen seien hierbei stets “mit festen Daten verknüpfte politisch und ethisch relevante Geschehnisse in der Vergangenheit“. Für die Bundesrepublik Deutschland sei darüber hinaus kennzeichnend, dass sich Gedenkreden, wie bereits vorher erwähnt wurde, überwiegend mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands auseinandersetzten.

Wenn nun diese Kriterien Kleins auf die Jenninger- bzw. die Weizsäcker-Rede bezogen werden, so ließen sich alle Aspekte in beiden Gedenkreden nachweisen. Sowohl Jenningers als auch Weizsäckers Text beinhalten über 4900 Wörter, beide Reden werden angesichts eines historischen Ereignisses gehalten und thematisch befassen sich sowohl der Bundestagspräsident Jenninger als auch der Bundespräsident Weizsäcker mit dem nationalsozialistischen Deutschland. Hier lassen sich also folglich keine Gesichtspunkte finden, welche die jeweils unterschiedlichen Pressereaktionen erklären könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die beiden zu untersuchenden Reden vor, skizziert die konträren öffentlichen Reaktionen und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der linguistischen Ursache für Jenningers Scheitern.

2 Jenningers Gedenkrede - Ein linguistisches Fiasko?: Das Hauptkapitel analysiert unter Einbeziehung linguistischer Theorien die Unterschiede zwischen den Reden, wobei die mangelnde Einhaltung textsortenspezifischer Konventionen durch Jenninger im Vergleich zu Weizsäcker herausgearbeitet wird.

2.1 Die Jenninger-Rede und die Weizsäcker-Rede - Reaktionen der politischen Öffentlichkeit: Hier wird der mediale Kontrast zwischen der weitgehend positiven Aufnahme der Weizsäcker-Rede und der heftigen Kritik an Jenninger gegenübergestellt, was zur Vermutung über formale Mängel führt.

2.2 Die Gedenkrede - Überlegungen zu einer komplexen Textsorte: Auf Basis der Theorien von Joseph Klein werden Kriterien für Gedenkreden definiert und festgestellt, dass Jenningers Rede von der funktionalen Norm einer Gedenkrede abweicht.

2.3 Jenningers historisches Schriftstück: Dieses Unterkapitel verdeutlicht, dass Jenninger aufgrund seiner schriftlichen, erörternden Form die Anforderungen an eine mündliche Gedenkrede verfehlte und dadurch keine Empathie beim Publikum aufbauen konnte.

3 Fazit: Das Fazit bestätigt, dass Jenningers Rücktritt direkt mit dem Bruch der Gedenkreden-Konventionen zusammenhängt, da er sein Thema nicht als rituelles Gedenken, sondern als moralisierende historische Abhandlung präsentierte.

Schlüsselwörter

Gedenkrede, Philipp Jenninger, Richard von Weizsäcker, Textsortenanalyse, Politische Rede, NS-Vergangenheit, Joseph Klein, Heiko Girnth, Linguistische Analyse, Rhetorik, Erinnerungskultur, Textsortenkonventionen, Politische Kommunikation, Schuldfrage, Zeitgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die linguistischen und rhetorischen Unterschiede zwischen den Gedenkreden von Philipp Jenninger und Richard von Weizsäcker.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Textsorte "Gedenkrede", die Analyse politischer Kommunikation und die Verarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll geklärt werden, ob die konträren Reaktionen auf die Reden – insbesondere das Scheitern Jenningers – durch linguistische Faktoren in der Textform begründet sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine linguistische Analyse auf Basis der Textsortentheorie, insbesondere unter Anwendung der Analysekriterien von Joseph Klein und Heiko Girnth.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt der Vergleich der beiden Reden hinsichtlich ihrer thematischen Struktur, ihrer Wirkung auf die Öffentlichkeit und ihrer Übereinstimmung mit den Konventionen einer Gedenkrede.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Gedenkrede, NS-Vergangenheit, Textsortenkonventionen, rhetorische Kompetenz, politische Kommunikation und Erinnerungskultur.

Warum musste Philipp Jenninger nach seiner Rede zurücktreten?

Laut der Arbeit, weil er mit der Form einer Gedenkrede brach und statt eines rituellen Gedenkens eine historische Erörterung wählte, die vom Auditorium als unsensibel und unpassend wahrgenommen wurde.

Wie unterscheidet sich die Rede von Weizsäcker von der Jenningers?

Weizsäcker nutzte rhetorische Mittel wie Anaphern, um ein rituelles Gedenken zu erzeugen, während Jenningers Rede eher wie eine sachliche historische Abhandlung wirkte, die den Adressatenbezug vermissen ließ.

Welche Bedeutung hat das "Schriftstück" bei Jenninger?

Das Schriftstück war linguistisch gesehen keine Gedenkrede, sondern ein erörternder Text, der laut dem Autor als öffentliches Gedenken aus dem Mund eines Repräsentanten ungeeignet war.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Philipp Jennigers Gedenkrede. Ein linguistisches Fiasko?
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät für Geisteswissenschaften)
Note
2,0
Autor
Christian Appel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V444470
ISBN (eBook)
9783668813519
ISBN (Buch)
9783668813526
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik Politolinguistik Politik Philipp Hariolf Jenninger Richard Weizsäcker
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Appel (Autor:in), 2011, Philipp Jennigers Gedenkrede. Ein linguistisches Fiasko?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444470
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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