Ein ganzes Jahrhundert wird unter dem Etikett der literarischen Aufklärung zusammengefasst; oft werden die großen Namen der Zeit in einem Atemzug genannt: Aber wieviel haben Gottsched, Gellert, Lessing, Schiller, Goethe, Lenz u.v.a.m. tatsächlich gemein?
Inhaltsverzeichnis
1. Aufklärung. Spaziergang durch eine literarische Epoche
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit unternimmt einen literaturgeschichtlichen Spaziergang durch das 18. Jahrhundert, um die Entwicklung der Aufklärung und des Sturm und Drang anhand zentraler Autoren und deren Werkverständnis zu beleuchten. Ziel ist es, die Heterogenität der Epoche aufzuzeigen und das Spannungsfeld zwischen traditionellen Lehrauffassungen und dem modernen Anspruch an Leidenschaft und individuelle Handlung aufzuzeigen.
- Die literarische Aufklärung und ihre Vordenker wie Gottsched
- Der Kontrast zwischen didaktischer Dichtung und Lessings Theaterverständnis
- Variationen der Fabelgattung als Spiegel gesellschaftlicher Kritik
- Die Aufbruchstimmung des Sturm und Drang mit Fokus auf Goethe und Lenz
- Der Übergang zur Weimarer Klassik am Beispiel der Freundschaft zwischen Goethe und Schiller
Auszug aus dem Buch
Aufklärung. Spaziergang durch eine literarische Epoche
Ein ganzes Jahrhundert wird unter dem Etikett „Aufklärung“ zusammengefasst. Was in der Kürze von Lexikonartikeln und Schulbuchkapiteln aber verloren geht, ist, was für ein langer Zeitraum 100 Jahre eigentlich sind! Sollte man nicht annehmen, dass ein Fabeldichter, der am Anfang eines solchen Jahrhunderts lebt, von ganz anderen Erfahrungen geprägt und bewegt wird als einer, der schon zurückblicken kann auf so umwälzende historische Ereignisse wie z.B. die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 oder die Französische Revolution von 1789?
Da brauche ich mir nur vorzustellen, mit was für anderen Augen ich als ein Jugendlicher im Jahr 1917 das Leben um mich herum betrachtet haben würde
Kunst und Literatur einer Zeit lassen sich bestimmt immer nachträglich irgendwie als Trends beschreiben, aber das eigentlich Faszinierende bleibt doch der Augenblick, in dem ein Mensch etwas erschafft. Was hat ihn bewegt? Mit wem hat er sich ausgetauscht? Wer und was hat ihn inspiriert und wen oder was konnte er noch gar nicht kennen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aufklärung. Spaziergang durch eine literarische Epoche: Diese Einleitung führt in die Problematik einer pauschalen zeitlichen Einordnung der Aufklärung ein und erläutert die methodische Herangehensweise des zeitstrahlbasierten Spaziergangs durch das 18. Jahrhundert.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Sturm und Drang, Literaturgeschichte, Gottsched, Lessing, Goethe, Lenz, Schiller, Fabel, Theaterkunst, Gesellschaftskritik, Weimarer Klassik, Moral, Lehre, Subjektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Epoche der Aufklärung und dem darauffolgenden Sturm und Drang, wobei sie die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze der Dichter dieser Zeit vergleicht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Funktion von Dichtung (Lehre vs. Unterhaltung/Leidenschaft), die gesellschaftliche Rolle des Theaters und der Generationenkonflikt zwischen den „alten“ Aufklärern und den jungen Stürmern und Drängern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Vielschichtigkeit des 18. Jahrhunderts aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass „Aufklärung“ keine statische Epoche mit einer einheitlichen Lehrmeinung war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-biografische Methode, bei der anhand konkreter Autorenbiografien und ihrer Werke die literarischen Konzepte der Zeit direkt gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Werke von Gottsched, Lessing, Pfeffel, Gellert, Goethe, Lenz und Schiller analysiert, um die Entwicklung von der starren, didaktischen Regelpoetik hin zum subjektiven Sturm und Drang darzulegen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aufklärung, Sturm und Drang, Theaterkunst, Gesellschaftskritik, Moral und der literarische Übergang zur Weimarer Klassik.
Warum spielt die Fabel „Der Tanzbär“ eine so wichtige Rolle in der Argumentation?
Die unterschiedlichen Bearbeitungen der Fabel dienen als konkretes Anschauungsobjekt dafür, wie sich die inhaltliche Gewichtung von moralischer Lehre hin zu gesellschaftskritischer Aussage über das Jahrhundert hinweg gewandelt hat.
Wie unterscheidet sich Gottscheds Literaturverständnis von dem Lessings?
Gottsched betrachtet Dichtung wie ein technisches Handbuch zur Verbreitung moralischer Sätze, während Lessing fordert, dass Theater Leidenschaft wecken muss, um die Fähigkeit zum Mitleid zu erweitern.
Warum wird Reinhold Jakob Michael Lenz als Kontrastfigur zu Goethe dargestellt?
Lenz wird als radikaler Stürmer und Dränger beschrieben, der keine Kompromisse eingehen will und das Theater durch aktives Handeln ersetzen möchte, im Gegensatz zum erfolgreicheren Goethe, der sich stärker an das gesellschaftliche System anpassen konnte.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Weimarer Klassik?
Der Autor endet an der Schwelle zur Weimarer Klassik und erkennt diese als notwendige literaturgeschichtliche Weiterentwicklung an, die jedoch den Rahmen des angestrebten „Spaziergangs“ überschreiten würde.
- Citation du texte
- Mathis Leander Koch (Auteur), 2017, Aufklärung. Spaziergang durch eine literarische Epoche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444524