Rassistische und rechtsextremistische Gewalt in den neuen Bundesländern


Hausarbeit, 2018

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Fallbeispiel aus persönlicher Erfahrung

3.0 Aktuelle Situation in den Neuen Bundesländern

4.0 Rassismus in Deutschland
4.1 Situation nach der Wiedervereinigung Deutschlands
4.2 Formierung und Aufstieg des Rechtspopulismus und neuer rechter Bewegungen
4.3 Flucht- und Migrationsbewegungen nach Deutschland und Europa

5.0 Psychoanalytische Überlegungen
5.1 Whitebooks Erklärungsmodell: Theoretische Grundlagen

6.0 Schlussbetrachtungen und Fazit

7.0 Literatur

8.0 Links

1.0 Einleitung

In den letzten Jahren erleben wir in Deutschland kaum ein Thema, das zu solcher Erregung führt, wie die Diskussion über den erneuten, massiven Ausbruch von rassistischer und rechtsextremistischer Gewalt. Wenn man sich die verheerenden Folgen in Erinnerung ruft, die der Impuls, Juden und andere Minderheiten - etwa nach dem Modell arischer Reinheit - von einem vermeintlich wahren, eingeborenen deutschen Wesen abzusondern, in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts gehabt hat, dann scheint Deutschland durch die fortschreitenden Globalisierungs- und Internationalisierungstrends, das höhere Maß an Mobilität und die weltweite kommunikative Verflechtung zu einer multiethnischen, multikulturellen und kosmopolitischen Gesellschaft geworden zu sein. Auch wenn es oberflächlich ist, gibt es doch zu einem großen Teil ein multikulturelles Leben, das in der Regel von Toleranz und gegenseitigem Respekt geprägt ist. In dieser Atmosphäre ist es Individuen und Gemeinschaften häufig gelungen, Feindschaften und Feindseligkeiten hinter sich zu lassen, die ihre ethnischen, religiösen oder kulturellen Gruppierungen in anderen Weltgegenden auseinanderdividieren.

Heute gewinnt nicht nur in Deutschland, sondern europaweit eine Gesinnung, die zu ethnisch, religiös, kulturell oder nationalistisch geprägten Gruppierungen führt, zunehmend an Bedeutung. Aus diesen Gründen werden Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion und Herkunft täglich diskriminiert oder angegriffen.

Fakhry Davids (2016) ist der Meinung, dass die erneute Bedrohung des friedlichen Miteinanders in Deutschland von zwei Seiten zu betrachten ist. Einerseits ist er davon überzeugt, dass die anhaltende Gefahr des Terrorismus z.B. Al-Qaida oder ISIS und ihre Konflikte mit den westlichen Mächten in die Straßen Europas einen Beitrag zum Rassismus leisten. Die konzertierten Attentate von Madrid (am 11. März 2004), London (am 7. Juli 2005), Paris (13. November 2015) und Brüssel (22. März 2016) und der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirsche (19. Dezember 2016) sind Beispiele dafür, wie der Terrorismus in grausamen, tödlichen Attentaten europäische Bürger verstört und verunsichert. Andererseits ist Fakhry Davids überzeugt, dass die rassistische und rechtsextremistische Gewalt gegen Ausländer eine Folge des unverminderten Flüchtlingsstroms nach Europa ist (vgl. Davids, 2016). Viele Menschen fliehen vor Krieg, instabilen politischen Verhältnissen, Verfolgung oder Armut, die in ihren afrikanischen oder nahöstlichen Herkunftsländern herrschen, und sie sind fest entschlossen, sich hier in Europa eine neue, ungefährlichere und stabilere Existenz aufzubauen. Deutschland alleine hat im Jahr 2015 eine Million dieser nach Europa drängenden Flüchtlinge aufgenommen. Der Druck, so große Mengen von Neuankömmlingen integrieren zu müssen, rührt primitive Ängste an – etwa die Sorge, ob dafür überhaupt ausreichende Ressourcen verfügbar sind; den entsprechenden Sorgen geben rechtsextreme Gruppen einen rassistischen Anstrich. Insbesondere, wenn die Andersartigkeit der Flüchtlinge deutlich erkennbar ist, wird ihr Zustrom dann schnell als eine Gefahr für die Identität Deutschlands erlebt.

Vor diesem Hintergrund stelle ich mir im Rahmen der Vorlesung „Sozialpsychologie und Mikrosoziologie menschlicher Interaktion“ und der daraus entstehenden Hausarbeit die Frage, ob die verbreiteten Ängste vor Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, fehlenden Lebensperspektiven und Terror ausreichend sind, um die zunehmende rassistische und rechtsextremistische Gewalt vor allem in Ostdeutschland zu erklären. Oder haben die mächtigen sozialen Strömungen, die durch die Migrationspolitik entstanden sind, das Böse des Menschen – die Destruktivität der Menschheit wie Joel Whitebook (2018) es nennt, - die unter anderen Umständen verborgen geblieben wäre, zum Vorschein gebracht?

Ich dieser Hausarbeit werde ich mit Hilfe des psychoanalytischen Erklärungsmodells von Whitebook (2018) versuchen, diese Frage zu beantworten. Als Einstieg werde ich meine persönlichen rassistischen und rechtsextremistischen Erfahrungen in der Stadt Schwedt in Brandenburg darstellen. Im Anschluss werde ich einen Überblick über den aktuellen Stand rassistischer und rechter Gewalttaten in den neuen Bundesländern seit 2015 geben und unterschiedliche Erklärungsversuche für Rassismus und Rechtsextremismus, der soziale, gesellschaftliche und politische Komponenten beinhaltet, eingehend beleuchten.

2.0 Fallbeispiel aus persönlicher Erfahrung

Von Anfang 2016 bis Ende 2017 lebte ich aufgrund meiner Tätigkeit als Psychologe in Schwedt, in der Uckermark. In dieser Zeit wurde ich wegen meiner Hautfarbe sowohl bei der Ausübung meiner Arbeit als auch privat sehr oft rassistisch beleidigt. Anfang dieses Jahres wurde ich auf einem Supermarktparkplatz von einer Gruppe umzingelt und rassistisch beleidigt, ein Mann zeigte den sogenannten Hitlergruß. Für mich, der ich bereits in Ghana mein Psychologiestudium abgeschlossen hatte, und sowohl in Europa als auch in unterschiedlichen afrikanischen Ländern gelebt hatte und nun in Schwedt meine Erfahrungen in der Jugendhilfe u.a. mit geflüchteten Jugendlichen einbringen wollte, war dieses Erlebnis nur eine von vielen rassistischen Erfahrungen in Schwedt: An der Bushaltestelle auf dem Weg zur Arbeit wurde ich mehrmals grundlos beschimpft und bespuckt. In einem Restaurant, in dem ich nach der Arbeit zu Abend essen wollte, wurde mir bereits beim Betreten unterstellt, dass ich mir das Essen dort nicht leisten könne. Häufig wurde ich bei der Begleitung meiner Klienten zu Terminen bei städtischen Institutionen nicht von anderen Personen als Psychologe anerkannt, und meine Kompetenz wurde mir abgesprochen. In einem lokalen Online-Portal wurde ein Foto von mir beim Autofahren veröffentlicht, das mit vielen rassistischen Äußerungen kommentiert wurde. Von einem Großteil meiner Kollegen und Kolleginnen, die auch teilweise die Beleidigungen direkt mitbekommen hatten, erhielt ich nur wenig oder gar keine Unterstützung und fühlte mich mit dem Problem vor Ort allein gelassen. Die permanenten Anfeindungen und rassistischen Beleidigungen gipfelten schließlich auch in Bedrohungen. Vor meinem Haus versammelte sich eine kleine Gruppe von Männern, die laut das Wort „Neger“ skandierte. Als ich die entsprechende Anzeige erstatten wollte, weigerte sich die Polizei diese aufzunehmen, da es keine Beweise gebe. Aus Angst um mein Leben zog ich nach Berlin und fuhr täglich 2 ½ Stunden mit dem Zug zur Arbeit.

Mein Auto, mit dem ich seit dieser Vorfällen vom Bahnhof in Schwedt zu meiner Arbeitsstelle fuhr, wurde mit Steinen beworfen, so dass die Fensterscheiben zu Bruch gingen. Ich fühlte mich in der Uckermark nicht mehr sicher. Die Belastung und die zunehmende Bedrohung gegen meine Person schränkten mich so stark ein, dass ich nicht mehr in der Lage war zu arbeiten. Daher bat ich meinen Arbeitgeber um ein Gespräch, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Da der Arbeitgeber nicht gewillt war, mich auf dem Weg vom Schwedter Bahnhof zur Arbeitsstelle zu schützen, schlug ich vor, er solle mich firmenintern an einen sicheren Arbeitsort versetzen. Außerdem bat ich um eine öffentliche Stellungnahme zu den Vorfällen in der lokalen Presse. Beide Vorschläge wurden allerdings seitens des Arbeitgebers nicht ernsthaft verfolgt.

Die Untätigkeit sowohl der Schwedter Polizei als auch meines Arbeitgebers zwangen mich dazu, der Stadt Schwedt und meinem Arbeitgeber endgültig den Rücken zu kehren. Ich musste nicht nur meine Wohnung, sondern auch meine Arbeitsstelle kündigen, um mich wieder sicher zu fühlen. Dadurch hatte ich meine Existenzgrundlage verloren.

Dieses Beispiel meiner persönlichen Erfahrung ist nur eins von tausenden, die auf der politischen, institutionellen und gesellschaftlichen Ebene unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Während sich ein Großteil der Bevölkerung für diese Gewalt gegen Ausländer schämt, darüber erschrocken ist, sie auf keinen Fall dulden will und versucht, auf unterschiedliche Art und Weise das Problem zu bewältigen, wählt ein anderer Teil der Gesellschaft einen einfachen Ausweg aus diesem multidimensionalen Problem: „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Sie schauen weg, schweigen darüber, distanzieren sich von dem Problem und schlimmstenfalls tun sie so, als existiere Rassismus nicht oder als sei er normal und akzeptabel. Wenn eine rassistische Tat tatsächlich stattgefunden hat, wird sie nicht als solche angesehen. Solche Verhalten zählen laut Rassismusforschern zu den Ursachen der rassistischen Gewalt in Deutschland.

3.0 Aktuelle Situation in den Neuen Bundesländern

Nach Angaben des Bundesministeriums des Inneren hat die Anzahl an rechtsextremistischen Angriffen in Deutschland seit 2015 zugenommen. Darüber hinaus lässt die Tatmotivation der Rechten eine neue Richtung erkennen: Rassismus wird zum häufigsten Tatmotiv. Laut Amnesty International, deren Zahlen auf den Angaben des Bundesministeriums des Inneren (BMI) und des Bundeskriminalamtes (BKA) beruhen, sind zwischen 2013 und 2015 politisch rechts motivierte Straftaten von 522 auf 980 in Ostdeutschland und somit um rund 90 Prozent gestiegen. 2015 registrierten die Behörden 1.031 rassistisch motivierte Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte, fünfmal mehr als 2014 und sechzehnmal mehr als 2013 (Amnesty International, 2016). Allerdings wurden die Angaben des BMI von unabhängigen Organisationen, wie dem Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) widerlegt: „ Die Anzahl von 1.130 politisch rechts motivierten Gewalttaten, die das Bundesinnenministerium für 2017 registriert hat, erfasst allenfalls einen kleinen Ausschnitt der Realität der Bedrohung durch Neonazis und organisierte Rassisten“ (VBRG e.V., 2018), sagt Robert Kusche, der Vorstand des Vereins.

Als Erklärung für diese Diskrepanz nennt die Amadeu-Antonio-Stiftung zwei Gründe für die inadäquate Erfassung des tatsächlichen Ausmaßes von Rassismus in Deutschland. Zum einen untersuchen und erfassen die Behörden rassistisch motivierte Straftaten oftmals nicht als solche und zum anderen werden die Betroffenen immer wieder von der Polizei selbst rassistisch diskriminiert und trauen sich deswegen nicht mehr eine Anzeige zu erstatten (Amnesty International, 2016).

Deshalb hat der VBRG sich entschieden seine eigenen Zahlen in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Allein im Jahr 2017 gab es ein erschreckend hohes Niveau an rechtsmotivierten Gewalttaten - so der VBRG. In den ostdeutschen Bundesländern, Berlin und Schleswig-Holstein wurden 1.185 Angriffe registriert. Statistisch gesehen gibt es jeden Tag mindestens drei Angriffe. Trotz eines Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr gab es im Jahr 2017 deutlich mehr Angriffe als in den Jahren 2003 – 2014. In den neuen Bundesländern wurden im vergangenen Jahr mindestens 1.740 Personen verletzt oder massiv bedroht. Bei dem überwiegenden Anteil der Angriffe, fast 70 Prozent, steht eine rassistische Motivation im Vordergrund.

Laut Pressmitteilung des ReachOut, der Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, wurden 2017 267 Angriffe verzeichnet. Ein erfreulicher Rückgang um fast 30 Prozent der Gewalttaten und massiven Bedrohungen im Vergleich zu 2016. Allerdings gibt es laut der Sprecherin von ReachOut keinen Grund zur Entwarnung. „Denn der Rückgang rassistischer Gewalt kann unterschiedliche Gründe haben. Möglicherweise bewegen sich potenzielle Opfer dieser Angriffe vorsichtiger im öffentlichen Raum, um sich selbst zu schützen,“ so Sabine Seyb (ReachOut-Berlin Pressmitteilung, 2017 S.1).

Die landesweite Opferberatung Beistand und Information für Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern (LOBBI) nennt auch Rassismus weiterhin als Hauptmotiv rechter Gewalt. Trotzt des leichten Rücklaufs rechter Gewalttaten (109) im Jahr 2017 im Vergleich zu 2015 (130) und 2016 (149), ist der Anteil rassistisch motivierter Angriffe massiv gestiegen (83 Prozent) (Lobbi-mv.de).

In Brandenburg berichtet die Beratungsstelle von einer ungebrochen hohen Zahl rechter Gewalttaten, mit der Region Uckermark als der häufigste Tatort. Laut Jahresbericht 2017 der Opferperspektive e.V. Potsdam wurden in dem Jahr im Land Brandenburg allein 171 rechte Angriffe registriert. Obwohl die Zahl im Vergleich zu 2016 (221) und 2015 (203) rückläufig ist, liegt sie immer noch deutlich über dem Niveau des Zeitraums von 2002 bis 2014. Interessant ist auch die Feststellung des Vereins, dass in den letzten Jahren Rassismus als Tatmotivation im Land Brandenburg immer wieder an Kraft gewinnt. So waren beispielweise 84 Prozent aller Taten im Jahr 2017 rassistisch motiviert. Häufig betroffen sind Immigranten und Geflüchtete. Hierzu erklärt Judith Porath, Geschäftsführerin der Opferperspektive: „Die rassistische Gewaltwelle, die vor allem geflüchtete Menschen betrifft, muss endlich gestoppt werden. Eine Gesellschaft, in der sich Alteingesessene und Neuangekommene auf Augenhöhe begegnen können, ist nicht möglich, solange die Orte fehlen, an denen sich Geflüchtete angstfrei bewegen können“ (Opferperspektive.de).

4.0 Rassismus in Deutschland

Die Ergebnisse aus unterschiedlichen Studien zum Thema Antisemitismus zeigen, dass Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und rassistisch motivierte Gewalt kein Phänomen der Nachwendezeit in Deutschland ist. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges entstand in Europa der Eindruck, dass ethnische und nationale Etikettierungen und Kategorisierungen als Konfliktstoff ausgedient hätten und Rassismus von der breiten Öffentlichkeit abgelehnt, verurteilt und als nicht haltbar angesehen würde. Insbesondere in Deutschland verschwand der Rassismus jedoch nicht, sondern unterlag aufgrund der faschistischen Vergangenheit vielmehr einer Tabuisierung. Dann tauchte in der ehemaligen DDR das, was vor Jahren unter einem staatlich verordneten Antifaschismus eingefroren war, wieder auf. Nationalismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus erwachten zu neuem Leben. Ein starkes nationalistisches Potential wird gespeist aus unverarbeitet gehaltenen Resten einer autoritär nationalistischen Sozialisation im Nationalsozialismus und aus Erfahrungen mit der darauffolgenden autoritären kommunistischen DDR-Gesellschaft (Funke, 1991).

Eine deutschlandweit durchgeführte Umfrage nach der Wiedervereinigung zeigt, dass 65 Prozent der Befragten eine starke Feinseligkeit gegenüber Sinti und Roma bekundeten (Der Tagespiegel v. 16.10.1993). Eine im Oktober 1990 unter den Jugendlichen in Sachsen durchgeführte Untersuchung (Friedrich et al., 1991; Schubarth und Friedrich, 1991) ergab, dass zwischen 15–20 Prozent der ostdeutschen Jugendlichen ein geschlossenes autoritär nationalistisches Einstellungssyndrom aufweisen, das aus ausländerfeindlichen Haltungen, nationalistischen, autoritären und gewaltakzeptierenden Orientierungen besteht. 40 Prozent der befragten Jugendlichen zeigten ein hohes Maß an Intoleranz gegenüber Ausländern und Andersdenkenden. Die Hälfte aller Befragten stimmten dem Neonazi-Schlachtruf Deutschland den Deutschen zu. Es drängt sich die Vermutung auf, dass diese explosive ideologische Mischung in den Angriffen rechtsextremer Taten auf Asylsuchende und Ausländer und in der Duldung dieser in großen Teilen der Bevölkerung sichtbar wird.

4.1 Situation nach der Wiedervereinigung Deutschlands

Bohleber (2018) sieht die Zunahme von Fremdenfeindlichkeit und rassistischer Gewalt auf einer politisch-gesellschaftlichen Ebene als Folge der Wiedervereinigung Deutschlands. Er ist der Auffassung, dass die Wiedervereinigung eine gewisse Unsicherheit, die Suche nach neuer Orientierung und Identität ausgelöst hat, die die aufgebrochenen sozialen Verhältnisse nicht mehr bieten können (Bohleber, 2018). Die ungleiche wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklung nach der Wiedervereinigung zum Nachteil der neuen Bundesländer hat die Unsicherheit und Angst vor Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot erhört. Diese negativen Gefühle werden an Ausländern und Asylsuchenden festgemacht, die als diejenigen angesehen werden, die etwas erhalten, was einem selber fehlt: Geld, Wohnung und Jobs. Die Verteilungskonflikte in der wiedervereinigten deutschen Gesellschaft werden auf diese Weise verschoben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Rassistische und rechtsextremistische Gewalt in den neuen Bundesländern
Hochschule
International Psychoanalytic University
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V445056
ISBN (eBook)
9783668818460
ISBN (Buch)
9783668818477
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rassistische, gewalt, bundesländern
Arbeit zitieren
Daniel Apobona Awenva (Autor), 2018, Rassistische und rechtsextremistische Gewalt in den neuen Bundesländern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445056

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