Die Belastungs-Beanspruchungsforschung zählt zu den ältesten Forschungsthemen der Psychologie und der Arbeitswissenschaft. Die Wurzeln der Ermüdungsdiagnostik gehen zurück aus die psychiatrische Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit, sowie auf die Gestaltung vor Arbeitszeitregimen im Zuge der Industrialisierung am Beginn des vergangenen Jahrhunderts.
Seitdem erfreut sich die Thematik eines ungebrochenen Interesses und hat an Brisanz oder Aktualität nicht verloren. Vielmehr ist die Erforschung von, im heutigen Sprachgebrauch recht unscharf verwendeten Begriffes, Stress von großer Bedeutung vor allem in der Arbeits- und Organisationspsychologie.
Pflegepersonal scheint in besonderem Umfang Stressfaktoren zu unterliegen. Daher soll sich diese Arbeit diesen beiden Thematiken näher widmen. Zunächst soll der Strassbegriff näher erschlossen und in die Thematik eingeordnet werden. Darauf aufbauend soll sich den Besonderheiten des Pflegesektors zugewandt werden, um darzustellen, welche Belastungen hier besonders beeinflussend vorkommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stressoren und Ressourcen
2.1 Reizorientiertes Stressmodell
2.2 Reaktionsorientiertes Stressmodell
3. Psychische Beanspruchung und Belastung
3.1 Belastungen in Pflegeberufen
3.2 Belastungsfaktoren auf einer Intensivstation
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die psychischen Belastungen im Pflegeberuf durch die theoretische Linse der Stressforschung, um spezifische Stressoren in diesem hochsensiblen Bereich zu identifizieren und zu analysieren.
- Grundlagen der Stressmodelle (reiz- und reaktionsorientiert)
- Definition und Abgrenzung von Belastung und Beanspruchung
- Spezifische Belastungsfaktoren in der professionellen Pflege
- Analyse der Stressbelastung im klinischen Umfeld
- Notwendigkeit arbeitsgestaltender Präventionsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Belastungs-Beanspruchungsforschung zählt zu den ältesten Forschungsthemen der Psychologie und der Arbeitswissenschaft. Die Wurzeln der Ermüdungsdiagnostik gehen zurück aus die psychiatrische Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit, sowie auf die Gestaltung vor Arbeitszeitregimen im Zuge der Industrialisierung am Beginn des vergangenen Jahrhunderts.
Seitdem erfreut sich die Thematik eines ungebrochenen Interesses und hat an Brisanz oder Aktualität nicht verloren. Vielmehr ist die Erforschung von, im heutigen Sprachgebrauch recht unscharf verwendeten Begriffes, Stress von großer Bedeutung vor allem in der Arbeits- und Organisationspsychologie.
Nach einer EU-Umfrage aus dem Jahre 1992 klagen 48% der Befragten über Stress-Symptome. Eine unlängst abgeschlossene Studie im Auftrag der Bremer Angestelltenkammer an 6331 Bürgern der Hansestadt ließ beträchtliche Zunahmen von Überforderungssyndromen gegenüber Daten von vor 10 Jahren erkennen. In diesem Falle klagten 68 % über gewachsenes Arbeitstempo, 58% benannten Leistungsdruck als Belastung und 55% klagten über psychische Belastung bei der Einführung neuer Techniken. (vgl. Marstedt et al, 1993, S. 24ff)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung der Belastungsforschung ein und verdeutlicht die hohe Relevanz von Stress als psychologisches Phänomen im modernen Arbeitsleben, insbesondere im Pflegesektor.
2. Stressoren und Ressourcen: Das Kapitel erläutert grundlegende Definitionen von Stress und stellt mit dem reizorientierten sowie dem reaktionsorientierten Modell zwei zentrale theoretische Ansätze vor.
3. Psychische Beanspruchung und Belastung: Hier werden die Fachbegriffe Belastung und Beanspruchung differenziert betrachtet und auf die spezifische Situation in der Pflege sowie die besonderen Faktoren auf Intensivstationen angewendet.
4. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Dringlichkeit, durch gezielte Arbeitsgestaltung das Belastungserleben von Pflegekräften nachhaltig zu senken.
Schlüsselwörter
Stressforschung, Belastung, Beanspruchung, Pflegesektor, Stressoren, Arbeitspsychologie, Intensivstation, Prävention, Überforderung, Arbeitsgestaltung, Reizorientiertes Stressmodell, Reaktionsorientiertes Stressmodell, Psychische Gesundheit, Klinikpersonal, Pflegequalität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Erforschung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz, wobei der Fokus gezielt auf dem Berufsfeld der Krankenpflege liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Stressbegriffs, die Abgrenzung von Belastungsfaktoren und deren konkrete Auswirkung auf das Personal in medizinischen Einrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Analyse der Stressursachen aufzuzeigen, wie komplex die Anforderungen in der Pflege sind, um daraus die Notwendigkeit für verbesserte Arbeitsbedingungen abzuleiten.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf das reizorientierte Stressmodell sowie das reaktionsorientierte Stressmodell nach Selye.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Stressmodelle, die begriffliche Definition von Belastung und Beanspruchung sowie die praktische Untersuchung von Stressoren in der Pflege.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Stressforschung, psychische Belastung, Pflegesektor, Arbeitsgestaltung, Prävention und Beanspruchung.
Was unterscheidet das reizorientierte vom reaktionsorientierten Stressmodell?
Das reizorientierte Modell fokussiert auf externe Stressoren als Auslöser, während das reaktionsorientierte Modell Stress als die individuelle, physiologische Antwort des Organismus auf Einwirkungen definiert.
Was ergab die Untersuchung auf den Intensivstationen in München?
Die Befragung zeigt, dass Pflegekräfte unabhängig von der Trägerschaft (privat oder kirchlich) unter ähnlichen Belastungen wie Zeitdruck, Personalmangel und Pausenmangel leiden.
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- Anonym (Author), 2016, Belastung und Beanspruchung in Pflegeberufen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445122