Mit dem Wandel der Gesellschaft hat auch die deutsche Sprache eine Reihe von Veränderungen durchgemacht. Vor allem im Hinblick auf Adjektive wird erkennbar, welch eine Entwicklung sie zurückgelegt haben. Ob zuhause beim Fernsehen, oder an einer Bushaltestelle beklebt mit Werbeplakaten, fast täglich begegnet man neuen Adjektiven, die beispielsweise aus einem Wein den genussvollsten Wein aller Zeiten machen. Auf Beispiele wie diese bezieht sich folglich die vorliegende Arbeit. Genauer handelt sie von der syntaktischen Analyse der Adjektive in Weinbeschreibungen, die unterteilt in einen theoretischen und einen empirischen Teil ist. Hierfür soll im theoretischen Teil bzw. Kapitel 2 das Grundlagenwissen wie die Definition und die Gesetzmäßigkeiten zur Verwendung von den syntaktischen Funktionen von Adjektiven behandelt werden. Im weiteren Verlauf wird die Analyse der Sprache in Werbungen im Allgemeinen vorgenommen. Der empirische Teil befasst sich mit den drei Weinkatalogen Weinmayer, Vinos und Bremer Weinkolleg, und untersucht sie auf die prototypischen Verwendungsweisen von Adjektiven hin, die im Unterkapitel 3.3 ausgewertet werden. Im abschließenden Teil der Arbeit soll folglich ein Fazit gezogen werden. Mit Hilfe dieser Analyse sollen die These, dass der Gebrauch der attributiven Verwendung der Adjektive in Weinbeschreibungen quantitativ überwiegt, entweder be- oder entkräftet werden. Des Weiteren soll die Fragestellung, wie die drei prototypischen adjektivischen Verwendungen gebildet werden und welche Regeln zum Gebrauch beachtet werden müssen, erläutert werden, mit dem Ziel, sprachliche Muster zu entdecken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Definition
2.2 Unterschiedliche Verwendungen des Adjektivs
2.2.1 Die attributive Verwendung
2.2.2 Die prädikative Verwendung
2.2.3 Die adverbiale Verwendung
2.3 Adjektive in Werbetexten
3. Empirischer Teil
3.1 Analyse von Weinkatalogen im Hinblick auf die Verwendung von Adjektiven
3.2 Erscheinungsformen und Funktionen der Adjektive
3.2.1 Weinmayer
3.2.2 Vinos: Das Beste aus Spanien
3.2.3 Bremer Weinkolleg
3.3 Auswertung der Weinkataloge
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die syntaktischen Verwendungsweisen von Adjektiven in Weinbeschreibungen. Das primäre Ziel ist es, die These zu belegen oder zu entkräften, dass der attributive Gebrauch von Adjektiven in diesem Texttyp quantitativ überwiegt.
- Syntaktische Analyse von Adjektiven
- Definition und Klassifizierung von Adjektiven
- Funktionsweise von attributiven, prädikativen und adverbialen Adjektiven
- Sprachliche Untersuchung von Weinkatalogen (Weinmayer, Vinos, Bremer Weinkolleg)
- Quantitative Auswertung des Adjektivgebrauchs in Werbetexten
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Weinmayer
Die erste Produktbeschreibung bezieht sich auf den Wein „Carmenere Reserva – Valle de Colchagua“ (Weinmayer Katalog 2018/19, S. 3), der folgendermaßen beschrieben wird:
Dunkelrubinrote Farbe mit Purpurreflexen. In der Nase erinnert er an rote Früchte, Pfeffer, Rosmarin und Thymian. Im Geschmack von mittlerer Intensität mit Noten von Waldfrüchten mit einem aromatischen Abgang.
Dies ist ein gutes Beispiel zur ersten Annahme, dass die erwähnte These sich als wahr erweisen könnte, denn in dieser Beschreibung liegen ausschließlich attributiv verwendete Adjektive. Diese befinden sich in Nominal- und Präpositionalphrasen, wie beispielsweise [DunkelrubinroteAdj. Farbe]NP, [an roteAdj. Früchte]Prä.P., [von mittlererAdj. Intensität]Prä.P. und [mit einem aromatischenAdj. Abgang]Prä.P.. Bei allen vier Adjektiven liegt die starke Flexion vor, da ihnen kein Determinativum vorausgeht bzw. in der letzten Phrase nur ein unbestimmter Artikel vor dem Adjektiv steht. Das hat zur Folge, dass die Endungen der Adjektive an das Substantiv nach Numerus, Genus und Kasus angepasst werden. In dem Fall sind es die Endungen „-e“, „-er“ und „-en“. Außerdem auffällig ist die Verwendung von vor allem Farbadjektiven. Sie werden Kompositionsverfahren unterschiedlich erweitert, wie beispielsweise in der Nominalphrase [Dunkelrubinrote Farbe], in der das Wort durch das Adjektiv „dunkel“ zusammen mit dem Substantiv „Rubin“ und erneut einem Adjektiv „rot“ ergänzt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Adjektiventwicklung und Definition der Forschungsfrage sowie des methodischen Vorgehens.
2. Theoretischer Teil: Darstellung der grammatikalischen Grundlagen, Definitionen und syntaktischen Unterscheidungen von Adjektiven.
3. Empirischer Teil: Durchführung der Untersuchung anhand von konkreten Beispielen aus drei ausgewählten Weinkatalogen inklusive quantitativer Auswertung.
4. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der These zur Dominanz der attributiven Adjektivverwendung.
Schlüsselwörter
Adjektiv, attributive Verwendung, prädikative Verwendung, adverbiale Verwendung, Sprachwissenschaft, Weinbeschreibung, Werbesprache, Syntax, Flexion, Morphologie, Semantik, Nominalphrase, Korpusanalyse, Weinkatalog, Wortart.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der syntaktischen Analyse von Adjektiven innerhalb von Werbetexten, speziell in Form von Produktbeschreibungen für Weinsorten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die grammatikalischen Erscheinungsformen von Adjektiven (attributiv, prädikativ, adverbial) sowie deren wertende Funktion in der Werbesprache.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die These zu prüfen, dass attributive Adjektive in Weinbeschreibungen im Vergleich zu prädikativen und adverbialen Formen quantitativ am häufigsten vorkommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine korpusbasierte Analyse von 50 Weinbeschreibungen aus drei verschiedenen Katalogen durchgeführt, deren Ergebnisse quantitativ ausgewertet und grafisch dargestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Grammatik des Adjektivs und einen empirischen Bereich, in dem die Daten aus den Katalogen Weinmayer, Vinos und Bremer Weinkolleg untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Adjektiv, attributive Verwendung, Syntax, Werbesprache, Weinbeschreibung und Wortart.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen attributiver und prädikativer Verwendung eine Rolle?
Die Unterscheidung ist zentral, da sie unterschiedliche grammatikalische Regeln der Flexion und unterschiedliche Funktionen innerhalb der Satzstruktur erfordert.
Welches Ergebnis lieferte die Analyse der Weinkataloge?
Die Analyse bestätigt die These eindeutig: In allen untersuchten Katalogen ist die attributive Verwendung die mit Abstand am häufigsten gewählte Form der Adjektivverwendung.
Welche Besonderheit weisen die untersuchten Werbetexte hinsichtlich der Satzstruktur auf?
Oftmals werden elliptische Sätze verwendet, in denen das Kopulaverb fehlt, um die prägnante und wertende Funktion der Adjektive hervorzuheben.
- Citation du texte
- Rabia Dogan (Auteur), 2018, Erscheinungsformen und Funktionen von Adjektiven in Beschreibungen für Weinsorten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445127