Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Leitideen sowie Schwerpunkte einer Europaschule darzustellen und daraufhin aufzuzeigen, welche Grenzen und Möglichkeiten sich daraus für Schulen mit einem solchen Europaprofil und ihre Akteure ergeben. Dafür wird zunächst eine Definition des Begriffs ‚Europaschule‘ unter Berücksichtigung der Schwerpunktsetzungen, die Europaschulen von anderen Bildungseinrichtungen unterscheiden, vorgenommen. Anschließend wird die geschichtliche Entwicklung der Europaschulen in Deutschland skizziert. Daraufhin wird die gegenwärtige bundesweite Situation mit Fokus auf NRW präsentiert. Besondere Berücksichtigung finden dabei das Zertifizierungsverfahren, die von den Schulen zu erfüllenden Kriterien und die Angebote und Leistungen, die Europaschulen durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW zur Verfügung gestellt werden. Daraufhin werden an dem konkreten Beispiel der Europaschule Dortmund Städtische Gesamtschule, nach einer kurzen Vorstellung der Schule, die Umsetzung der Kriterien und der grundsätzlichen Leitideen einer Europaschule sowie die damit verbundenen Grenzen und Möglichkeiten für die verantwortlichen Lehrkräfte, Schüler und Eltern aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Europaschulen
2.1 Definition und Charakteristika
2.2 Historische Entwicklung der Europaschulen
2.3 Gegenwärtige Situation
2.3.1 Bundesweite Verteilung
2.3.2 Europaschulen in Nordrhein-Westfalen
2.3.2.1 Das Zertifizierungsverfahren
2.3.2.2 Kriterien der Zertifizierung
2.3.2.3 Angebote und Leistungen für Europaschulen
3. Die Europaschule Dortmund
3.1 Kurzporträt der Schule
3.2 Umsetzung der Kriterien und Leitideen
3.2.1 Erweitertes Fremdsprachenangebot
3.2.2 Crossing Cultures-Konzept
3.2.3 Internationale Projekte, Partnerschaften und Wettbewerbe
3.2.4 Austauschprogramm
3.3 Grenzen und Möglichkeiten
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Leitideen und Schwerpunkte von Europaschulen, um die damit verbundenen Grenzen und Möglichkeiten für Schulen und deren Akteure aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus auf der Definition, der historischen Entwicklung sowie der gegenwärtigen Situation in Deutschland mit besonderer Berücksichtigung des Zertifizierungsverfahrens in Nordrhein-Westfalen, illustriert am Beispiel der Europaschule Dortmund.
- Definition und Charakteristika des Konzepts Europaschule
- Entwicklung und aktuelle Verbreitung der Europaschulen in Deutschland
- Struktur des Zertifizierungsverfahrens für Europaschulen in NRW
- Analyse der Schulpraxis am Beispiel der Europaschule Dortmund
- Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen europäischer Schulentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Crossing Cultures-Konzept
Das eigens von der ESD entwickelte und seit dem Schuljahr 2011/12 eingeführte Crossing Cultures-Konzept hat das bilinguale Konzept abgelöst. Laut dem Schulleiter Jörg Girrulat wurde sich bewusst gegen „nur einen bilingualen Zweig“ und „nur ein einziges Unterrichtsfach auf Englisch [...], wie zum Beispiel Erdkunde oder Geschichte“ entschieden. Stattdessen haben alle Schüler von der 5. bis zur 8. Klasse neben dem regulären Englischunterricht eine zusätzliche Englischstunde in der Woche. In diesem sogenannten Crossing Cultures-Unterricht ist die Arbeits- und Begegnungssprache Englisch. Dadurch sollen „die bilingualen, interkulturellen und sozialen Kompetenzen schrittweise erweitert werden“, wodurch die Schüler „in die Lage versetzt werden, sich im europäischen Kontext zurechtzufinden und zu verständigen“.
Da der CC-Unterricht unabhängig vom regulären Englischunterricht stattfindet und der „Spaß am Sprechen“ im Vordergrund steht, werden keine Noten vergeben und es besteht kein Leistungsdruck. Stattdessen ist das Ziel, die englische Sprache und Kultur losgelöst von Arbeitsblättern und Englischbüchern zu erleben. Dafür wird ein spielerischer Ansatz, wie zum Beispiel durch Rollenspiele, gewählt. Da stets die Kommunikation im Mittelpunkt steht, werden Themen aus der Lebenswirklichkeit der Schüler, wie zum Beispiel Landeskunde, kulinarische Besonderheiten, englische Filme und Musik, behandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Europaschulen ein, definiert deren Zielsetzung der Europabildung und umreißt die Forschungsfrage sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Europaschulen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, die historische Genese der Europaschulen und analysiert die aktuelle Situation in Deutschland mit Fokus auf die Zertifizierungsstandards in Nordrhein-Westfalen.
3. Die Europaschule Dortmund: Dieses Kapitel stellt die Europaschule Dortmund als Fallbeispiel vor, untersucht ihre spezifische Umsetzung von Europa-Leitideen durch Konzepte wie „Crossing Cultures“ und reflektiert die Grenzen und Chancen dieses Europaprofils.
4. Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, konstatiert eine ungleiche Verbreitung sowie fehlende bundeseinheitliche Kriterien und würdigt den Wettbewerbsvorteil, den das Europaprofil für die untersuchte Schule bietet.
Schlüsselwörter
Europaschule, Europaorientierung, Schulentwicklung, Zertifizierung, Nordrhein-Westfalen, Gesamtschule, Crossing Cultures, Fremdsprachenangebot, Europacurriculum, interkulturelles Lernen, Schüleraustausch, Europabildung, Bildungsstandard, Projektarbeit, Europäische Union.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Europaschulen, ihrer Definition, ihrer historischen Entwicklung in Deutschland und ihrer heutigen Ausgestaltung im Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören das Zertifizierungsverfahren, die obligatorischen und profilierenden Kriterien für Europaschulen sowie die praktische Umsetzung eines Europaprofils im schulischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Leitideen einer Europaschule darzustellen und zu analysieren, welche spezifischen Grenzen und Möglichkeiten sich daraus für die Schule und ihre Akteure, wie Lehrkräfte und Schüler, ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Hausarbeit, die den Ist-Zustand anhand von Literaturanalyse und einer Fallstudie der Europaschule Dortmund untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Rahmen und die bundesweite Entwicklung dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Zertifizierungsverfahrens in NRW und einer praktischen Untersuchung der Europaschule Dortmund.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Europaschule, Zertifizierung, Europaorientierung, Schulentwicklung, Interkulturelle Pädagogik und das spezifische Konzept der Crossing Cultures.
Was unterscheidet das „Crossing Cultures“-Konzept von einem traditionellen bilingualen Zweig?
Im Gegensatz zum klassischen bilingualen Unterricht, der oft auf ein einzelnes Sachfach begrenzt ist, ist das CC-Konzept als durchgängige, nicht benotete Ergänzung für alle Schüler konzipiert, bei der die Kommunikation und der Spaß an der englischen Sprache im Vordergrund stehen.
Welchen Wettbewerbsvorteil zieht die Europaschule Dortmund aus ihrem Profil?
Durch das ausgeprägte Europaprofil, inklusive internationaler Projekte und Zertifizierungen, positioniert sich die Schule vorteilhaft bei der Wahlentscheidung von Eltern gegenüber anderen konkurrierenden (Gesamt-)Schulen im Umfeld.
- Citation du texte
- Daria Cappel (Auteur), 2017, Die Europaschule Dortmund. Umsetzung der Leitideen, Grenzen und Möglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445142