Heutzutage existieren immer mehr börsennotierte Unternehmen, die ihren
Mitarbeitern aus den verschiedensten Gründen die Möglichkeit bieten, sich an dem gemeinsam erwirtschafteten Erfolg zu beteiligen.
Schon in der Weimarer Republik wurden die ersten Ansätze von Mitarbeiterkapi-talbeteiligungen vor dem Hintergrund hoher Mitarbeiterfluktuation diskutiert. Mit der Entstehung erster Beteiligungsprogramme in den folgenden Jahrzehnten
entwickelte sich auch zunehmendes Diskussionspotential in Bezug auf deren
nationale und internationale Besteuerung.
Eine Studie des Deutschen Aktieninstituts in Kooperation mit Ernst & Young, eine der vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt, zeigt, dass aktien-basierte Beteiligungsprogramme mittlerweile sowohl in Deutschland als auch
grenzüberschreitend weit verbreitet sind. Für Arbeitnehmer stellt das Verständnis der steuerrechtlichen Folgen jedoch nach wie vor eine Herausforderung dar.
Ziel dieser Bachelorthesis ist es, die steuerrechtlichen Aspekte aktienbasierter Vergütungen im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungen börsennotierter Unterneh-men aufzuzeigen.
Zu Beginn werden die auf dem Aktiengesetz basierenden gesellschaftsrechtlichen und zivilrechtlichen Grundlagen von Aktien und Aktienoptionen in realer und virtu-eller Form, soweit sie für das Verständnis ihrer Besteuerung relevant erscheinen, dargestellt (Kapitel 2). Der Hauptteil dieser Arbeit besteht in der Betrachtung der Besteuerungsfolgen für den Arbeitnehmer bei Erwerb, während des Haltens und bei Veräußerung von Aktien bzw. Aktienoptionen (Kapitel 3 – 5). Letztlich wird die praktische Umsetzung der lohnsteuerlichen Folgen anhand von Gehaltsabrech-nungen betrachtet, wodurch fehlendes Verständnis von Arbeitnehmern beseitigt werden soll (Kapitel 6).
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkung
- Ziele, Formen und rechtlicher Rahmen aktienbasierter Vergütungen
- Einleitung
- Begriffsdefinition und Ziele
- Vergütungsformen
- Aktien
- Aktienoptionen
- Virtuelle Aktien
- Virtuelle Aktienoptionen
- Gesellschaftsrechtlicher Rahmen
- Vorbemerkung
- Aktien
- Kapitalerhöhung
- Erwerb eigener Aktien
- Veräußerung durch Dritte
- Aktienoptionen
- Vorbemerkung
- Kapitalerhöhung
- Erwerb eigener Aktien
- Basispreis
- Wartezeit
- Virtuelle Aktien
- Virtuelle Aktienoptionen
- Zivilrechtlicher Rahmen
- Satzung
- Beteiligungsvereinbarungen
- Verfallsklausel
- Vesting-Regelung
- Besteuerungsfolgen bei verbilligtem Erwerb der Aktien bzw. Gewährung von Aktienoptionen
- Vorbemerkung
- Einkunftsart und Besteuerungszeitpunkt
- Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit
- Bewertung
- Zuflusszeitpunkt des geldwerten Vorteils bei verbilligter Überlassung von Aktien
- Grundsatz
- Beschränkte Aktienbezugsrechte
- Zuflusszeitpunkt des geldwerten Vorteils bei der Gewährung von Aktienoptionen
- Grundsatz
- Anderweitige Verwertung
- Aktienoptionsrechte gegenüber Dritten
- Exkurs: Auslandsaufenthalt während des Erdienungszeitraums von Aktienoptionen
- Tarif
- Anwendung des § 32a EStG
- Anwendung des § 34 EStG
- Voraussetzungen
- Funktionsweise und Rechentechnik der Fünftelregelung
- Berechnungen mit dem Tarif 2017
- Einzelveranlagung
- Zusammenveranlagung
- Gestaltungsmöglichkeiten
- Kirchensteuererlass
- Besteuerungsfolgen während des Haltens der Aktien und Aktienoptionen
- Einkünfte aus Kapitalvermögen
- Halten im inländischen Depot
- Halten im ausländischen Depot
- Einbehalt von Quellensteuer
- Folgen für den Steuerinländer
- Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
- Besteuerungsfolgen bei Veräußerung der Aktien bzw. Ausübung der Aktienoptionen und bei Währungstransaktionen
- Veräußerung der Aktien
- Abhängigkeit der Steuerpflicht vom Zeitpunkt des Erwerbs der Aktien
- Ermittlung des Veräußerungsgewinns
- Veräußerungsreihenfolge
- Ausübung der Aktienoptionen
- Grundsatz
- Verzicht oder Verfall der Aktienoptionen
- Privater Veräußerungsgewinn im Sinne des § 23 EStG beim Umtausch von Fremdwährungsguthaben
- Praktische Umsetzung in der unterjährigen Gehaltsabrechnung und Jahreslohnsteuerbescheinigung
- Geldwerte Vorteile in der Gehaltsabrechnung
- Finanzierungsproblem des geldwerten Vorteils in der unterjährigen Gehaltsabrechnung
- Zusammenfassung
- Definition und rechtlicher Rahmen aktienbasierter Vergütungen
- Besteuerung beim verbilligten Erwerb von Aktien und der Gewährung von Aktienoptionen
- Steuerliche Behandlung während des Aktienbesitzes und bei der Ausübung von Aktienoptionen
- Praxisrelevante Aspekte der Gehaltsabrechnung und der Jahreslohnsteuerbescheinigung
- Relevante Gesetzesänderungen und Rechtsprechung
- Das erste Kapitel führt in die Thematik der aktienbasierten Vergütungen ein und erläutert deren Bedeutung und rechtliche Rahmenbedingungen.
- Das zweite Kapitel befasst sich mit den steuerlichen Folgen beim verbilligten Erwerb von Aktien und der Gewährung von Aktienoptionen. Es werden die relevanten Einkunftsarten, die Bewertung des geldwerten Vorteils und der Zuflusszeitpunkt diskutiert.
- Das dritte Kapitel beleuchtet die Steuerfolgen während des Aktienbesitzes und bei der Ausübung von Aktienoptionen. Dabei werden sowohl die Einkünfte aus Kapitalvermögen als auch die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit betrachtet.
- Das vierte Kapitel widmet sich der praktischen Umsetzung der steuerlichen Vorgaben in der Gehaltsabrechnung und der Jahreslohnsteuerbescheinigung.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Besteuerung aktienbasierter Vergütungen im deutschen Steuerrecht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der praktischen Umsetzung der rechtlichen Vorgaben.
Zusammenfassung der Kapitel
Schlüsselwörter
Aktienbasierte Vergütung, Aktienoptionen, Besteuerung, Einkommensteuergesetz (EStG), geldwerter Vorteil, Zuflusszeitpunkt, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Gehaltsabrechnung, Jahreslohnsteuerbescheinigung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel dieser Bachelorarbeit zur Mitarbeiterbeteiligung?
Ziel ist es, die steuerrechtlichen Aspekte aktienbasierter Vergütungen bei börsennotierten Unternehmen aufzuzeigen und die praktische Umsetzung in der Gehaltsabrechnung zu erläutern.
Welche Formen der aktienbasierten Vergütung werden unterschieden?
Die Arbeit unterscheidet zwischen realen Aktien, Aktienoptionen sowie virtuellen Aktien und virtuellen Aktienoptionen.
Wann findet die Besteuerung des geldwerten Vorteils statt?
Dies hängt von der Form ab: Bei Aktien meist zum Zeitpunkt der verbilligten Überlassung (Zuflusszeitpunkt), bei Aktienoptionen in der Regel erst bei deren Ausübung.
Was versteht man unter der "Fünftelregelung" gemäß § 34 EStG?
Es handelt sich um eine steuerliche Begünstigung für außerordentliche Einkünfte, um die Progression bei einer geballten Entlohnung für mehrere Jahre abzumildern.
Welche Probleme treten bei der Gehaltsabrechnung auf?
Ein häufiges Problem ist die Finanzierung der Lohnsteuer auf den geldwerten Vorteil, wenn dieser den Barlohn in einem Monat übersteigt.
Wie werden Dividenden während der Haltedauer versteuert?
Erträge während des Haltens der Aktien fallen grundsätzlich unter die Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen der Abgeltungsteuer bzw. dem entsprechenden Quellensteuerabzug.
- Quote paper
- Pia Helen Stumpp (Author), 2017, Besteuerung aktienbasierter Vergütungen unter Berücksichtigung der praktischen Umsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445416