Beim Fremdsprachenlernen ist es, nicht nur am Anfang, normal, dass Fehler unterlaufen, aber auch wichtig, dass diese dann korrigiert werden. Im Fremdsprachenunterricht gehört die Fehlerkorrektur primär zum Aufgabenbereich des Lehrenden und ist auch nicht wegzudenken, denn fehlerfrei spricht und schreibt auch kein Muttersprachler. Doch das genaue "Wie" und "Wann" ist nicht einfach und nicht immer eindeutig definierbar.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Schulische Einrichtung
1.1 Vorstellung der Institution
1.2 Vorstellung des von mir besuchten Integrationskurses
2 Aussprachekorrektur
2.1 Fehlertypen
2.2 Die mündliche Korrektur
2.3 Stellenwert der Aussprache
2.4 Aussprachekorrektur
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das mündliche Korrekturverhalten von Lehrenden im Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DaF), wobei ein besonderer Fokus auf dem Umgang mit Aussprachefehlern liegt. Ziel ist es, unter Berücksichtigung verschiedener Fehlertypen und lerntheoretischer Erkenntnisse aufzuzeigen, wie ein effektives, unterstützendes und motivierendes Korrekturverhalten in der Praxis gestaltet sein sollte.
- Grundlagen der Fehleranalyse und Klassifizierung von Fehlertypen
- Methoden und Strategien der mündlichen Fehlerkorrektur
- Die soziolinguistische Bedeutung der Aussprache für die gesellschaftliche Integration
- Vergleich von Lehrenden-Perspektiven und Lernermeinungen zur Korrektur
- Didaktische Empfehlungen für eine sensiblere Aussprachevermittlung
Auszug aus dem Buch
2.4 Aussprachekorrektur
Zunächst lässt sich gute Aussprache so beschreiben, dass sie für uns normal klingt und eine „dem Gewohnten möglichst nahekommende, möglichst unauffällige Variante“ (Hirschfeld 1995: 177) darstellt. Aussprachekorrektur greift aber nur bei schlechter Aussprache, die Hirschfeld mit einer zu hohen Abweichung von der sprachlichen Gewohnheit definiert, was für den Hörer Schwierigkeiten beim Verständnis hervorruft (ebd.: 177). Sehr akzentbehaftete mündliche Sprache und für Muttersprachler nicht verständliche und damit kommunikationsbeeinträchtigende Ausdrücke bewertet Dretzke in Übereinstimmung mit Hirschfeld als mangelhafte Aussprache (Dretzke 2006: 134). Ihre Forschungsergebnisse zeigen außerdem, dass Muttersprachler des deutschsprachigen Raumes Suprasegmentalia, Prosodie, Vokallängen und Rhythmusabweichungen für das Verständnis am wichtigsten empfinden, da Fehler auf diesen Ebenen die größten Perzeptionsschwierigkeiten hervorrufen (Hirschfeld 1995: 177f.).
Schaden orientiert sich bei der Kategorisierung der Fehler am Schweregrad, beginnend mit den leichtesten. Stufe 1 meint eine hohe Stabilität der Muttersprache, sodass muttersprachliche Laute anstatt der zielsprachlichen verwendet werden. Die zweite Stufe beinhaltet, dass sich die Aussprache zu stark an der Schriftsprache orientiert. Werden Aussprachefehler der dritten Stufe begangen, so werden unbekannte Laute durch einen am ehesten gleich klingenden Laut aus der Muttersprache ersetzt. Die laut Schaden schlechteste Aussprache wird mit der vierten und letzten Stufe erreicht. Hierbei orientiert sich der Sprecher nur an der Schriftsprache, die dann muttersprachlich realisiert wird (ebd.: 81).
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Fehlerkorrektur im DaF-Unterricht ein und definiert das Ziel der Arbeit, gutes mündliches Korrekturverhalten zu untersuchen.
1 Schulische Einrichtung: Dieses Kapitel beschreibt die Rahmenbedingungen einer konkreten Bildungseinrichtung und die Situation in einem besuchten Integrationskurs.
2 Aussprachekorrektur: Das Hauptkapitel analysiert Fehlertypen, Strategien der Korrektur, den Stellenwert der Aussprache und gibt spezifische Empfehlungen zur Aussprachekorrektur im Unterricht.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines motivierenden, unterstützenden und am Lernstand orientierten Korrekturverhaltens.
Schlüsselwörter
Fehlerkorrektur, DaF-Didaktik, Aussprachekorrektur, Fremdsprachenunterricht, Fehlertypen, mündliches Feedback, Selbstkorrektur, Integrationskurs, Phonetik, Lernermotivation, Kommunikationsstörung, Sprachstandsdiagnose, Unterrichtsgestaltung, Sprachbewusstsein, Akzent.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Didaktik und Methodik des Korrekturverhaltens im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht, mit einem speziellen Schwerpunkt auf dem Umgang mit Aussprachefehlern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Typisierung von Fehlern, verschiedene Feedbackstrategien im Unterricht, die psychologische Wirkung von Korrekturen auf Lernende sowie die Relevanz der Aussprache für die gesellschaftliche Integration.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie ein gutes und effektives mündliches Korrekturverhalten gestaltet sein sollte, um den Lernfortschritt zu fördern, ohne die Lernmotivation durch zu häufige oder falsche Korrektur zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Hospitationserfahrungen in einer schulischen Einrichtung und einer fundierten Literaturrecherche zu fachdidaktischen Konzepten der Fehleranalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Lernumgebung, eine theoretische Einordnung von Fehlern und Korrekturmethoden sowie eine vertiefende Analyse des Stellenwerts der Aussprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fehlerkorrektur, Aussprachevermittlung, DaF-Didaktik, Selbstkorrektur und kommunikative Angemessenheit.
Warum spielt die Aussprache für die Integration eine Rolle?
Eine gute Aussprache erleichtert die Kommunikation im Alltag und Beruf. Da mit fremden Akzenten oft (bewusste oder unbewusste) Vorurteile verbunden sind, kann eine präzise Aussprache die gesellschaftliche Anerkennung und Akzeptanz erhöhen.
Welche Bedeutung hat die Selbstkorrektur laut der Arbeit?
Die Selbstkorrektur wird als besonders wertvoll hervorgehoben, da der Lernende durch die eigenständige Suche nach dem Fehler stärker für sprachliche Strukturen sensibilisiert wird und sich aktiver mit der Zielsprache auseinandersetzt.
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- Melanie Jankrift (Author), 2014, Aussprache und Fehlerkorrektur im Deutsch als Fremdsprache (DaF) Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445550