Eine BSC ist ein sehr vielseitig nutzbares Managementinstrument, dessen Ziel es ist, mit einem ausgewogenen Kennzahlenrepertoire die Unternehmensstrategie für Mitarbeiter aller Ebenen zu visualisieren und sie durch die Konkretisierung von Zielen in Ihrer Umsetzung zu sichern. Ältere Kennzahlensysteme betrachteten zumeist die finanzielle Perspektive, also die Spätindikatoren von Unternehmensentwicklungen. Die Umstellung auf ausbalancierte Kennzahlen bedeutet, nicht mehr ausschließlich mit diesen Finanzkennzahlen zu arbeiten, sondern auch Frühindikatoren, also Kennzahlen die schon im Vorhinein Auskunft über zukünftige Entwicklungen geben können, mit einzubeziehen. Die BSC sucht zudem einen Ausgleich zwischen quantitativen und qualitativen Kennzahlen sowie zwischen strategischen und operativen Zielstellungen.
Die früheren finanzwirtschaftlichen Messsysteme zur Leistungsüberprüfung sind heute höchst unzulänglich und senden insbesondere bezüglich kontinuierlicher Verbesserungsprozesse oder Innovationen irreführende Signale. Diese verursachen zunächst nur Kosten, sind jedoch, was mit Finanzkennzahlen nicht zu messen ist, langfristig ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die positive Unternehmensentwicklung. Erst mit großer Verzögerung lassen sich diese Effekte auch an Finanzkennzahlen wie Umsatz- und Gewinnsteigerung ablesen. Es hat sich also als zweckmäßig erwiesen, die Vergangenheitsorientierung durch einen Zukunftsblickwinkel zu ergänzen.
Inhaltsverzeichnis
1) Entwicklung einer Balanced Score Card und deren Anwendungsziele
2) Einordnung in den Kontext der Unternehmenssteuerung
3) Die zweidimensionale Wirkung der Balanced Score Card
4) Die Bedeutung einer differenzierten Sichtweise aus verschiedenen Perspektiven
5) Genutzte Kennzahlenarten
6) Bedingungen für die Kennzahlendefinition
7) Kundenperspektive
8) Prozessperspektive
9) Finanzperspektive
10) Innovations-/ Lernperspektive
11) Die Balanced Score Card als Strukturierungs- und Ausrichtungshilfe in der Beschaffung
12) Einführungsbedingungen für ein komplettes Balanced Score Card System
13) Fazit über die Notwendigkeit und den Nutzen der Balanced Score Card
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz der Balanced Score Card als strategisches Managementinstrument, um Unternehmensziele in der Beschaffungslogistik messbar zu machen, zu strukturieren und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
- Grundlagen und Wirkungsweise der Balanced Score Card
- Differenzierte Betrachtung der vier Basisperspektiven
- Kriterien für die Definition aussagekräftiger Kennzahlen
- Anwendung und Integration in der Beschaffungsabteilung
- Einführungsbedingungen und strategischer Nutzen
Auszug aus dem Buch
8) Prozessperspektive
Die betriebsinterne Perspektive informiert über Faktoren der Fertigungsprozesse wie Kosten, Produktivität und Personal. Generell ist jede Unternehmensaktivität Teil des Gesamtprozesses, jedoch sollten nur die Prozesse mit dem höchsten Einflussgewicht auf das Gesamtergebnis in die Balanced Score Card einfließen. Dies ist beispielsweise der Verstriebsprozess stärker als ein Reinigungsprozess in der Fabrikhalle.
Die Prozessperspektive wirkt besonders stark auf die Kunden- und Finanzperspektive. Sie spiegelt die Leistungsfähigkeit der internen Prozesse wieder. Die Kennzahlen sollten auch hier wieder am Prozess messbar sein oder von den am Prozess direkt beteiligten Mitarbeitern erhoben werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Entwicklung einer Balanced Score Card und deren Anwendungsziele: Erläutert das Grundkonzept der Balanced Score Card als Managementinstrument zur Visualisierung von Strategien durch ein ausgewogenes Kennzahlenrepertoire.
2) Einordnung in den Kontext der Unternehmenssteuerung: Beschreibt die Rolle der Balanced Score Card als Bindeglied zwischen Vision, Strategie und operativer Umsetzung.
3) Die zweidimensionale Wirkung der Balanced Score Card: Analysiert den Regelkreis zwischen top-down Strategievorgaben und bottom-up Ergebnisüberprüfungen.
4) Die Bedeutung einer differenzierten Sichtweise aus verschiedenen Perspektiven: Führt die von Kaplan und Norton entwickelten Basisperspektiven als notwendige Blickwinkel für eine ganzheitliche Betrachtung ein.
5) Genutzte Kennzahlenarten: Klassifiziert Kennzahlen in interne Steuergrößen und externe Messgrößen sowie monetäre und nichtmonetäre Indikatoren.
6) Bedingungen für die Kennzahlendefinition: Definiert Anforderungen wie Beeinflussbarkeit, Eindeutigkeit und Komplexitätsbegrenzung bei der Auswahl von Indikatoren.
7) Kundenperspektive: Erörtert die Konkurrenzfähigkeit durch Produktqualität, Markenimage und Kundenbeziehungen.
8) Prozessperspektive: Beleuchtet betriebsinterne Fertigungsfaktoren und deren Einfluss auf den Gesamterfolg des Unternehmens.
9) Finanzperspektive: Zeigt auf, wie sich die Strategieumsetzung in wirtschaftlichen Erfolg und Unternehmenswert niederschlägt.
10) Innovations-/ Lernperspektive: Fokussiert auf die kontinuierliche Verbesserung und die Anpassungsfähigkeit der Organisation durch Wissensmanagement und Innovation.
11) Die Balanced Score Card als Strukturierungs- und Ausrichtungshilfe in der Beschaffung: Überträgt das Konzept auf die speziellen Anforderungen und Ziele der Beschaffungsabteilung.
12) Einführungsbedingungen für ein komplettes Balanced Score Card System: Nennt Voraussetzungen wie die Akzeptanz der Veränderung und die Bereitstellung notwendiger Ressourcen durch das Management.
13) Fazit über die Notwendigkeit und den Nutzen der Balanced Score Card: Führt die positiven Effekte wie Vereinheitlichung der Ausrichtung, Transparenz und strategische Fokussierung zusammen.
Schlüsselwörter
Balanced Score Card, Beschaffungslogistik, Unternehmenssteuerung, Kennzahlen, Strategieumsetzung, Prozessperspektive, Kundenperspektive, Finanzperspektive, Innovationsperspektive, Frühindikatoren, Spätindikatoren, Wertschöpfung, Unternehmensstrategie, Managementinstrument
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Anwendung der Balanced Score Card als Instrument zur strategischen und operativen Steuerung in der Beschaffungslogistik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die vier Perspektiven (Kunden, Prozess, Finanzen, Innovation/Lernen) und deren Bedeutung für eine ganzheitliche Unternehmensführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine Balanced Score Card die Beschaffung als Kernprozess optimiert und die Unternehmensstrategie erfolgreich umgesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine konzeptionelle Analyse basierend auf theoretischen Modellen von Kaplan und Norton sowie deren Anwendung auf spezifische betriebliche Abläufe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die vier Perspektiven, definiert Kennzahlenarten sowie Bedingungen für deren Auswahl und überträgt das Modell praxisnah auf die Beschaffung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Balanced Score Card, Beschaffungslogistik, Kennzahlen, Strategieumsetzung und Wertschöpfung.
Warum ist die Beschaffung laut Autor so wichtig für die Balanced Score Card?
Die Beschaffung verursacht durch den hohen Materialkostenanteil signifikante Kosten und ist damit ein zentraler Hebel für die Umsatzrendite und Wettbewerbsfähigkeit.
Was ist die Kernvoraussetzung für die erfolgreiche Einführung des Systems?
Die Veränderungsnotwendigkeit muss von allen Beteiligten anerkannt werden, wobei insbesondere das Top-Management die notwendigen Ressourcen und Zeit für den Aufbau bereitstellen muss.
- Quote paper
- Matthias Hintze (Author), 2004, Die Balanced Score Card und ihre Einsatzmöglichkeiten in der Beschaffungslogistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44564