Beschaffungslogistik und Sourcing-Strategien


Hausarbeit, 2017
14 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sourcing als Funktion der Unternehmenslogistik
2.1 Beschaffungslogistik und Sourcing
2.2 Make or Buy
2.3 ABC- und XYZ-Analyse

3 Sourcing-Strategien
3.1 Lieferantenkonzept
3.2 Objektkonzept
3.3 Zeitkonzept
3.4 Subjektkonzept
3.5 Arealkonzept

4 Kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1 Einleitung

Das praktische Handeln der Logistik in den Bereichen Transport, Verkehr, Umschlag und Lagerung reicht in der Geschichte weit zurück; bereits vor über 150 Jahren beschäftigte sich die Logistik mit dem Bereitstellen und Verteilen von Gütern in Form von Handel, Spedition, Schifffahrt etc. Logistikdienstleistungen wurden zur damaligen Zeit von Postgesellschaften und Fuhrunternehmen angeboten.1

Die heutige Unternehmenslogistik befasst sich mit der Beschaffung, dem Transport, der Lagerung, der Verteilung und der Entsorgung von Produkten. Dabei ist es das Ziel der Logistik, die Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden, zu den richtigen Kosten sicherzustellen (Seven-Rights-Definition nach Plowman) .[2] Aufgrund der zahlreichen Schnittstellen zwischen Lieferanten, Unternehmen und Kunden ist es notwendig, eine hoch koordinierte Beschaffungslogistik in einem Unternehmen zu etablieren. Mit der zunehmenden Globalisierung von Märkten und Wertschöpfungsketten sowie der gesteigerten Individualisierung der Produkte für Konsumgütermärkte hat sich die Bedeutung der Beschaffungsstrategie für den Unternehmenserfolg in den letzten Jahren zudem kontinuierlich erhöht.3

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die der Wahl einer Beschaffungsstrategie zugrunde liegenden Entscheidungsprobleme konzeptionell zu erfassen, zu definieren und einzuordnen. Dabei wird die Gestaltungsdimension Beschaffungsobjekt, Beschaffungssubjekt, Beschaffungsort, Lieferantenstruktur und Beschaffungszeit beschrieben und eingeordnet. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu überschreiten, wird auf jeweilige Vor- und Nachteile der Konzeptionen nicht gesondert eingegangen. Im letzten Kapitel findet eine kritische Würdigung statt. Da es sich um eine theoretische Forschungsfrage handelt, geht die Arbeit literaturbasiert vor.

2 Sourcing als Funktion der Unternehmenslogistik

Die Logistik umfasst alle Tätigkeiten zur zielgerichteten Planung, Steuerung, Realisierung sowie Kontrolle der Flüsse von sich in Wertschöpfungs- und/ oder Entsorgungsketten bewegenden Objekten mit dem Ziel der Sicherung der bedarfsgerechten Verfügbarkeit der Objekte. Die Unternehmenslogistik fokussiert diesen Ansatz auf ein Unternehmen.“4

Es gibt verschiedene Modellansätze für die Beschreibung der Logistik bzw. Unternehmenslogistik. Eines davon gliedert die Logistik in phasenspezifische Subsysteme: Beschaffungs-, Distributions-, Produktions- und Entsorgungslogistik. Fernern beschäftigt sich die Unternehmenslogistik mit der optimalen Planung, Umsetzung und Kontrolle der Material- und Informationsflüsse zwischen den Lieferanten und Kunden. Relevante Märkte sind somit der Beschaffungs-, Entsorgung- und Recycling- sowie Absatzmarkt.5 Ein weiteres Modell gliedert die Unternehmenslogistik in die Grundfunktionen Transport, Umschlag und Lagerung, auch als TLU-Logistik bekannt. Mit den Aufgaben der Auftragsabwicklung werden Steuerungs- und Kontrollfunktionen erfüllt. Im Rahmen der Planung und Gestaltung der Logistiksysteme können administrative und strategische Funktionen erfüllt werden. Maßgebend für die Planung, Steuerung und Kontrolle der Logistikziele ist das Logistische Zieldreieck, bestehend aus Leistung, Kosten und Qualität. Oftmals resultieren Zielkonflikte, da die drei Messgrößen voneinander abhängig sind; hier versucht die Logistik ein relatives Optimum zu finden.6

Die Ziele der Unternehmenslogistik richten sich nach den Unternehmenszielen aus und beinhalten unter anderem die langfristige Existenzsicherung des Unternehmens und dienen der Sicherstellung von Rentabilität, Wettbewerbsvorteilen, Liquidität, hoher Lieferbereitschaft und Flexibilität, Qualitätssicherung, günstigen Einstandspreisen und kostengünstiger Versorgung, optimalem Bestandsmanagement sowie Umweltverträglichkeit und Entsorgungssicherheit.7

2.1 Beschaffungslogistik und Sourcing

Der Begriff Beschaffung wird oftmals als Oberbegriff für die Beschaffungslogistik verwendet und wird mit dem Begriff Einkauf synonym verwendet. Allerdings unterscheiden sich die Tätigkeitsbereiche dahin gehend, dass der Einkauf die rechtliche Verfügbarkeit (Erschließung, Pflege und Entwicklung der auf dem Beschaffungsmarkt vorhandenen Bezugsquellen) und die Beschaffungslogistik die Sicherstellung der physischen Verfügbarkeit der Beschaffungsgüter zur Aufgabe hat. Zudem stellt die Beschaffungslogistik die Verbindung zwischen der Distributionslogistik, den Lieferanten und der Produktionslogistik des beschaffenden Unternehmens her.8 Sourcing oder zu Deutsch Beschaffung, beschäftigt sich mit der Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen. Sourcing-Strategien zeigen systematische Ansätze zur Umsetzung von Beschaffungsstrategien innerhalb gewählter Gestaltungsdimensionen dar. Das Beschaffungsobjekt kann durch Kauf, Miete, Leasing oder Gegengeschäft vom Markt ins Unternehmen überführt werden. Beschaffungsobjekte können unter anderem Kapital, originäre Güter, Dienstleistungen, Betriebsmittel und Sachgüter, Arbeitsleistung oder Werkstoffe und Handelswaren sein. Zudem besteht die Möglichkeit der internen Beschaffung, wenn innerhalb eines Unternehmens Leistungen oder Stoffe zwischen Abteilungen getauscht oder verkauft werden.9 Der strategische Rahmen der Beschaffungslogistik beschäftigt sich mit den grundlegenden Problemen der Raumüberwindung und Zeitüberbrückung. Es ist Aufgabe der Beschaffungslogistik, die korrekten Beschaffungsobjekte zur richtigen Zeit am Verbrauchsort zur Verfügung zu stellen. Ferner gilt es, die zweite strategische Dimension zu betrachten, hierbei sind sowohl die richtige Zeit der Güterbereitstellung und der Zeitverbrauch der Logistikprozesse (Transportieren, Umschlagen, Produzieren etc.) von großer Relevanz.10 Mithilfe von Sourcing-Strategien soll gewährleistet werden, dass die damit verbundenen Anforderungen erfüllt werden.

2.2 Make or Buy

Noch bevor Beschaffungsobjekte durch Lieferanten erworben werden, stellt sich die grundlegende Frage für jedes Unternehmen, ob es diese Objekte mit den zur Verfügung stehenden Mitteln selbst produzieren sollte. Make or Buy beschreibt die radikale Abgrenzung zwischen Eigenfertigung oder Fremdbezug. Allerdings besteht auch die Möglichkeit der Arbeitsteilung, also einer partiellen Verlagerung der Produktionsstufen an Zulieferer. Im Rahmen der Entscheidungsfindung von Make or Buy spielen insbesondere die Faktoren Kosten, Qualität, Kapitalbedarf, Absatzwirkung, Abhängigkeit von Lieferanten und Risikoverteilung eine primäre Rolle. Allgemein lässt sich nicht entscheiden, welche der beiden Alternativen die günstigere ist, dies variiert je nach Situation und Prioritäten des beschaffenden Unternehmens. Als Entscheidungshilfe können die Vor- und Nachteile hinsichtlich einzelner entscheidungsbeeinflussender Faktoren gegenübergestellt und nach Priorität gewichtet werden.11

2.3 ABC- und XYZ-Analyse

Bevor nun geeignete Sourcing-Strategien gewählt werden können und der eigentliche Beschaffungsprozess starten kann, müssen die Beschaffungsobjekte kategorisiert werden, d. h., es muss festgelegt werden, welchen Gütern das Unternehmen besondere Aufmerksamkeit bei der Materialdisposition, dem Einkauf und der Lagerung zukommen lässt.

Mithilfe der ABC-Analyse werden Beschaffungsobjekte nach dem wertmäßigen Verbrauch eingestuft. Die Erkenntnisse aus der Praxis zeigen, dass ein relativ kleiner Anteil der Güter den Hauptteil des gesamten Verbrauchswertes ausmacht. Als A-Material werden jene Güter eingestuft, deren wertmäßiger Verbrauch innerhalb einer bestimmten Periode sehr hoch ausfällt. Wenn sich der wertmäßige Verbrauch im mittleren Bereich bewegt, wird von B-Material ausgegangen.

[...]


1 Vgl. Gudehus (2004:1).

2 Vgl. Brich, Hasenbalg, Winter (2014:2030).

3 Vgl. Brich, Hasenbalg, Winter (2014:2031).

4 Schwinger (2017:6).

5 Vgl. Mathar (2012:6).

6 Vgl. Mathar (2012:16).

7 Vgl. Schulte (2001:23ff).

8 Vgl. http://www.wirtschaftslexicon24.com/d/beschaffungslogistik/beschaffungslogistik.htm [Stand: 07.07.2017].

9 Vgl. Schulte (2001:6).

10 Vgl. http://www.wirtschaftslexicon24.com/d/beschaffungslogistik/beschaffungslogistik.htm [Stand: 07.07.2017].

11 Vgl. Melzer-Ridinger (2008:66ff).

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Details

Titel
Beschaffungslogistik und Sourcing-Strategien
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V445699
ISBN (eBook)
9783668841376
ISBN (Buch)
9783668841383
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beschaffungslogistik, Sourcing-Strategien, Strategie, AKAD, LPM61
Arbeit zitieren
Matthäus Banach (Autor), 2017, Beschaffungslogistik und Sourcing-Strategien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445699

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