"Ich spreche so, dass mich andere gut verstehen!" Unterrichtsstunde zur Präsentationsfähigkeit in Klasse 5 und 6 (Förderschule)


Unterrichtsentwurf, 2017

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

A 1 Aufbau der Unterrichtsreihe

B Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde
B 1 Zielsetzung der Unterrichtsstunde
B1.1 Zentrale Zielsetzung der Unterrichtsstunde (fachliches Ziel)
B1.2 Weitere Zielsetzung der Unterrichtsstunde (förderzielorientiertes Ziel)
B1.3 Zielorientierte Handlungsschritte
B 2 Begründungszusammenhang
B2.1 Begründung von Zielsetzung und Thema
B 2.2 Analyse des Zielschwerpunktes
B 2.3 Lernausgangslage der Schüler
B 2.4 Maßnahmen zur Differenzierung

B 3 Verlaufsplanung

Literaturverzeichnis

A Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

A 1 Aufbau der Unterrichtsreihe

Thema der Unterrichtsreihe: Wir werden Präsentations-Profis!

Ziel der Unterrichtsreihe: Zur Förderung der Präsentationskompetenz erarbeiten die Schülerinnen und Schüler verbale und nonverbale Kommunikationskriterien für das Präsentieren, erproben ihre Anwendung und reflektieren sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

*Eine Einheit kann bei Bedarf mehrere Stunden umfassen

B Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde

B 1 Zielsetzung der Unterrichtsstunde

B1.1 Zentrale Zielsetzung der Unterrichtsstunde (fachliches Ziel)

Zur Förderung der Präsentationskompetenz festigen die SuS die eingeübten Regeln und erarbeiten, erproben und reflektieren die Regel „Ich spreche so, dass mich andere gut verstehen!“

B1.2 Weitere Zielsetzung der Unterrichtsstunde (förderzielorientiertes Ziel)

Zur Förderung des zoologischen Wissens stellen die SuS Informationen über die Nahrungsgewohnheiten ihres Tieres auf einem Plakat dar und präsentieren ihre Lernergebnisse in der Klasse.

B1.3 Zielorientierte Handlungsschritte

Die Schüler erreichen das zentrale Ziel der Stunde, indem sie…

in der Einstiegsphase

… mithilfe des Reihenplans das Geschehen der Stunde in den Gesamtkontext einordnen.
… die bereits erarbeiteten Regeln aus der vorherigen Stunden wiederholen.

in der Erarbeitungsphase

… sich über das Stundenziel informieren.
… Kriterien zur Präsentationsregel der Stunde erarbeiten.

in der Durchführungsphase

… durch Bildkarten an die Einhaltung der neuen Präsentationsregel erinnert werden.
… ihre Präsentation unter Beachtung der erarbeiteten Regeln einüben (optional)

in der Ergebnissicherungsphase

… bei ihrer Präsentation auf die Einhaltung der Präsentationsregeln achten.
… ausgewählte Kriterien bei der Präsentation ihrer Mitschüler beachten und durch ein Daumen-Feedback rückmelden.
… eine individuelle kriteriengeleitete Rückmeldung für einen Mitschüler formulieren.
… nach ihrer Präsentation eine individuelle kriteriengeleitete Rückmeldung eines Mitschülers oder der LAA annehmen können.

B 2 Begründungszusammenhang

B2.1 Begründung von Zielsetzung und Thema

Die Auswahl des Zielschwerpunktes im Förderbereich beruht vor allem auf einer konkreten Beobachtung im Schulalltag. Während einer Projektwoche zum Thema „Hip Hop und Rap“ haben die Sus der Klasse 5/6/7 an unterschiedlichen AGs mit den Schwerpunkte Gesang (Rap) und Tanz (Hip Hop) teilgenommen. Zu der Projektwoche gehörte auch eine Präsentation der Arbeitsergebnisse in der Aula der Schule vor den anderen Schülern und Lehrkräften der Schule. Auffallend dabei war es, dass vielen der SuS dieser Auftritt vor Publikum sehr unangenehm war. Viele SuS schauten bei den Auftritten auf den Boden und nicht in das Publikum, standen mit den Händen in den Taschen vor dem Mikrofon, machten sich klein in der Gruppe, um nicht aufzufallen. Ein Schüler aus dem Gesangsprojekt versteckte auch sein Gesicht unter einem Halstuch, um sich zu verstecken. Nach der intensiven und enthusiastischen Arbeit in den Arbeitsgruppen war es schade, dass die SuS ihr aus den Trainingsstunden bekanntes Potential bei der Aufführung nicht vollständig abrufen konnten. Auch in anderen Situationen in der Schule wird deutlich, dass es den SuS schwerfällt, Blickkontakt zu suchen und zu halten, in ganzen Sätzen zu sprechen, ein/e angemessene/s Lautstärke/Sprechtempo zu wählen oder auf die Fragen von Zuhörern einzugehen.

Um die Präsentationsfähigkeit und damit auch die Kommunikationskompetenz der SuS kurzfristig zu erweitern, sollen die SuS zunächst den Mut aufbringen, erarbeitet Inhalte im Fach Biologie im Klassenverband vorzustellen. Dabei helfen Regeln bei der konkreten Umsetzung ihrer jeweiligen Präsentation, die Einhaltung der Regeln wird den Vortragenden durch ein „Daumen-Feedback“ ihrer Mitschüler rückgemeldet. Außerdem besteht die Möglichkeit eine individuelle kriteriengeleitete Rückmeldung durch einen ausgewählten Mitschüler oder die LAA zu erhalten, in welcher zunächst positive Aspekte verbalisiert werden, um dann auf Tipps zur Verbesserung einzugehen. Mattes weist auf die Relevanz einer positiven Rezeptions- und Besprechungskultur im Klassenverband hin. „Präsentierende Jugendliche fürchten sich eher vor herabwürdigenden Kommentaren ihrer Klassekameraden als vor der Lehrerreaktion. Eine positive Grundhaltung gegenüber der Gruppe, die vorne steht, ist ebenso zu fördern, wie eine Besprechungskultur, die zunächst die Stärken einer Präsentation würdigt“ (Mattes 2011, S. 122).

Mittelfristig erhalten die SuS den Auftrag auch andere Klassen über Arbeitsergebnisse zu informieren. Geplant ist ggf. ein Ausflug mit der gesamten Mittelstufe in den Zoo, bei dem die SuS ihre jeweiligen Tiere vor allen SuS der Mittelstufe vorstellen. Durch die größere Gruppe an uninformierten Zuhörern und die Beachtung aller erarbeiteten Regeln ergibt sich für die SuS ein erhöhter Schwierigkeitsgrad im Vergleich zu den Präsentationen innerhalb des Klassenzimmers.

Im weiteren schulischen Alltag können die erarbeiteten Regeln zukünftig auch auf andere Bereiche der Kommunikation übertragen werden. Außerdem kann für das Förderziel eine fächerübergreifende Bedeutung konstatiert werden, da das Präsentieren von Arbeitsergebnissen prinzipiell in jedem Unterrichtsfach erfolgen kann.

Legitimation des zentralen Förderziels der Unterrichtsstunde sowie der Unterrichtsreihe findet sich sowohl in der KMK von 2000 zum Unterstützungsbedarf emotionale und soziale Entwicklung als auch in den Richtlinien der Schule für Erziehungshilfe von 1978 wieder. In den letztgenannten wird darauf verwiesen, dass die SuS soziale Verhaltensmuster einüben und übernehmen sollen (vgl. (MSJK NRW 1978, S. 11), wozu auch das Sprechen vor Gruppen gehört. Als weitere Lernprozess für die SuS mit dem Förderschwerpunkt ESE wird das „Aushalten von Spannungen“ beschrieben (ebd. S. 11), welche auch in Präsentationssituationen auftreten. In der KMK zum Unterstützungsbedarf emotionale und soziale Entwicklung heißt es ganz konkret: „Erziehung und Unterricht müssen einen hohen Aufforderungscharakter zum sprachlichen Handeln besitzen. Dem Förderbedarf wird entsprochen durch die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen bei der Ausweitung ihrer kommunikativen Handlungsfähigkeiten und durch die Sensibilisierung für eigene Anteile an einer erschwerten Kommunikation. Für die didaktisch- methodische Gestaltung bieten sich daher (…) die Gestaltung lebensweltbezogener Unterrichtssituationen und das Aufsuchen außerschulischer Lernorte an“ (KMK 2000, S. 17). Weiterhin wird auch dort die Relevanz von Rückmeldungen betont und es heißt, dass bestätigende und ermutigende Rückmeldungen von Lehrkräften und der Gruppe die Leistungsmotivation und das Interesse der Schüler steigern (vgl. ebd. S. 18).

Das weitere Ziel der Unterrichtsstunde bildet die Vertiefung des Wissens über ein selbstgewähltes Zootier. Im Lehrplan der Hauptschule werden als übergeordnete Kompetenzen im Bereich der Naturwissenschaften die Fähigkeiten „altersgemäße Texte mit naturwissenschaftlichen Inhalten Sinn entnehmend lesen und sinnvoll zusammenfassen“ (MSW 2011, S. 17) sowie „bei der Klärung naturwissenschaftlicher Fragestellungen anderen konzentriert zuhören, […] und bei Unklarheiten sachbezogen nachfragen“ (ebd. S. 18). Diese übergeordneten Kompetenzerwartungen sind „stets an fachliche Inhalte gebunden und basieren auf einem gut abrufbaren strukturierten Fachwissen“ (ebd. S. 27), welches sich in der konkreten Unterrichtseinheit auf die „Kenntnis verschiedener Lebewesen in ihrem Lebensraum mit spezifischen Merkmalen, Eigenschaften und Abhängigkeiten“ (ebd.) fokussiert und so als Voraussetzung für ein Verständnis einfacher ökologischer Zusammenhänge dient. Die SuS beschäftigen sich in der Unterrichtsreihe mit einzelnen, selbstgewählten Zootieren, deren Aussehen, Nahrung, Feinden, Herkunft und Lebensraum und erhalten so einen Einblick in die Besonderheiten einzelner Tierarten. Das Thema wird situationsbezogen in den Biologieunterricht der Klasse einbezogen, da in diesem Jahr noch ein Besuch im Dortmunder Zoo ansteht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
"Ich spreche so, dass mich andere gut verstehen!" Unterrichtsstunde zur Präsentationsfähigkeit in Klasse 5 und 6 (Förderschule)
Hochschule
Staatliches Seminar für das Lehramt an Grundschulen und für das Lehramt an Förderschulen
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V446072
ISBN (eBook)
9783668840782
ISBN (Buch)
9783668840799
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Präsentationsfähigkeit, Präsentationskompetenz, Referat, Förderschule, Grundschule, Expertenvortrag, Vortrag, Präsentieren, Frei Sprechen, Gesprächsregeln, Sprechregeln
Arbeit zitieren
Dana Swillims (Autor), 2017, "Ich spreche so, dass mich andere gut verstehen!" Unterrichtsstunde zur Präsentationsfähigkeit in Klasse 5 und 6 (Förderschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446072

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