Zur Förderung der Präsentationskompetenz festigen die SuS die eingeübten Regeln und erarbeiten, erproben und reflektieren die Regel „Ich spreche so, dass mich andere gut verstehen!“
Um die Präsentationsfähigkeit und damit auch die Kommunikationskompetenz der SuS kurzfristig zu erweitern, sollen die SuS zunächst den Mut aufbringen, erarbeitet Inhalte im Fach Biologie im Klassenverband vorzustellen. Dabei helfen Regeln bei der konkreten Umsetzung ihrer jeweiligen Präsentation, die Einhaltung der Regeln wird den Vortragenden durch ein „Daumen-Feedback“ ihrer Mitschüler rückgemeldet. Außerdem besteht die Möglichkeit eine individuelle kriteriengeleitete Rückmeldung durch einen ausgewählten Mitschüler oder die LAA zu erhalten, in welcher zunächst positive Aspekte verbalisiert werden, um dann auf Tipps zur Verbesserung einzugehen. Mattes weist auf die Relevanz einer positiven Rezeptions- und Besprechungskultur im Klassenverband hin. „Präsentierende Jugendliche fürchten sich eher vor herabwürdigenden Kommentaren ihrer Klassekameraden als vor der Lehrerreaktion. Eine positive Grundhaltung gegenüber der Gruppe, die vorne steht, ist ebenso zu fördern, wie eine Besprechungskultur, die zunächst die Stärken einer Präsentation würdigt“ (Mattes 2011, S. 122).
Mittelfristig erhalten die SuS den Auftrag auch andere Klassen über Arbeitsergebnisse zu informieren. Geplant ist ggf. ein Ausflug mit der gesamten Mittelstufe in den Zoo, bei dem die SuS ihre jeweiligen Tiere vor allen SuS der Mittelstufe vorstellen. Durch die größere Gruppe an uninformierten Zuhörern und die Beachtung aller erarbeiteten Regeln ergibt sich für die SuS ein erhöhter Schwierigkeitsgrad im Vergleich zu den Präsentationen innerhalb des Klassenzimmers.
Inhaltsverzeichnis
A Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
A 1 Aufbau der Unterrichtsreihe
B Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde
B 1 Zielsetzung der Unterrichtsstunde
B1.1 Zentrale Zielsetzung der Unterrichtsstunde (fachliches Ziel)
B1.2 Weitere Zielsetzung der Unterrichtsstunde (förderzielorientiertes Ziel)
B1.3 Zielorientierte Handlungsschritte
B 2 Begründungszusammenhang
B2.1 Begründung von Zielsetzung und Thema
B 2.2 Analyse des Zielschwerpunktes
B 2.3 Lernausgangslage der Schüler
B 2.4 Maßnahmen zur Differenzierung
B 3 Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Arbeit ist die Förderung der Präsentationskompetenz bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, wobei die Lernenden lernen, verbale und nonverbale Kommunikationskriterien anzuwenden und zu reflektieren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie durch eine kriteriengeleitete Vorbereitung und eine wertschätzende Feedbackkultur die Hemmschwellen beim Auftreten vor der Klasse abgebaut und die fachliche Auseinandersetzung mit Zootieren gefördert werden kann.
- Förderung der Präsentationskompetenz und Kommunikationsfähigkeit
- Erarbeitung und Reflexion von Präsentationsregeln im Klassenverband
- Vertiefung des zoologischen Fachwissens durch Plakatpräsentationen
- Etablierung einer positiven Feedbackkultur (Tipp-Top-Verfahren)
- Umgang mit Leistungsdruck und Versagensängsten in Präsentationssituationen
Auszug aus dem Buch
B2.1 Begründung von Zielsetzung und Thema
Die Auswahl des Zielschwerpunktes im Förderbereich beruht vor allem auf einer konkreten Beobachtung im Schulalltag. Während einer Projektwoche zum Thema „Hip Hop und Rap“ haben die Sus der Klasse 5/6/7 an unterschiedlichen AGs mit den Schwerpunkte Gesang (Rap) und Tanz (Hip Hop) teilgenommen. Zu der Projektwoche gehörte auch eine Präsentation der Arbeitsergebnisse in der Aula der Schule vor den anderen Schülern und Lehrkräften der Schule. Auffallend dabei war es, dass vielen der SuS dieser Auftritt vor Publikum sehr unangenehm war. Viele SuS schauten bei den Auftritten auf den Boden und nicht in das Publikum, standen mit den Händen in den Taschen vor dem Mikrofon, machten sich klein in der Gruppe, um nicht aufzufallen.
Ein Schüler aus dem Gesangsprojekt versteckte auch sein Gesicht unter einem Halstuch, um sich zu verstecken. Nach der intensiven und enthusiastischen Arbeit in den Arbeitsgruppen war es schade, dass die SuS ihr aus den Trainingsstunden bekanntes Potential bei der Aufführung nicht vollständig abrufen konnten. Auch in anderen Situationen in der Schule wird deutlich, dass es den SuS schwerfällt, Blickkontakt zu suchen und zu halten, in ganzen Sätzen zu sprechen, ein/e angemessene/s Lautstärke/Sprechtempo zu wählen oder auf die Fragen von Zuhörern einzugehen.
Um die Präsentationsfähigkeit und damit auch die Kommunikationskompetenz der SuS kurzfristig zu erweitern, sollen die SuS zunächst den Mut aufbringen, erarbeitet Inhalte im Fach Biologie im Klassenverband vorzustellen. Dabei helfen Regeln bei der konkreten Umsetzung ihrer jeweiligen Präsentation, die Einhaltung der Regeln wird den Vortragenden durch ein „Daumen-Feedback“ ihrer Mitschüler rückgemeldet.
Zusammenfassung der Kapitel
A Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge: Dieses Kapitel erläutert den übergeordneten Rahmen der Unterrichtsreihe, die darauf abzielt, durch schrittweises Training der Präsentationsregeln ein kompetentes Auftreten vor der Klasse zu entwickeln.
B Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde: Hier wird die konkrete Unterrichtseinheit detailliert geplant, inklusive der fachlichen und förderpädagogischen Ziele sowie der methodischen Umsetzung.
B 1 Zielsetzung der Unterrichtsstunde: In diesem Teil werden das spezifische fachliche Ziel, die förderzielorientierten Aspekte und die geplanten Handlungsschritte für die Zielerreichung festgelegt.
B 2 Begründungszusammenhang: Dieses Kapitel begründet die Auswahl des Themas anhand konkreter Beobachtungen, verknüpft die Ziele mit wissenschaftlichen Grundlagen und analysiert die Lernvoraussetzungen der einzelnen Schüler.
B 3 Verlaufsplanung: Die Verlaufsplanung stellt den zeitlichen Ablauf der Unterrichtsstunde sowie die eingesetzten Sozialformen und Medien transparent dar.
Schlüsselwörter
Präsentationskompetenz, Emotionale und soziale Entwicklung, Kommunikationsfähigkeit, Feedbackkultur, Tipp-Top-Verfahren, Unterrichtsplanung, Sonderpädagogik, Zootiere, Lernvoraussetzungen, Differenzierung, Motivationsförderung, Präsentationsregeln, Biologieunterricht, Klassengemeinschaft, Leistungsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Unterrichtsstunde für eine Klasse mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, wobei der Fokus auf dem Training der Präsentationskompetenz liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Bereiche Kommunikation, Präsentationsfähigkeit, soziale Interaktion, Feedbackkultur im Unterricht sowie die fachliche Wissensvermittlung im Biologieunterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Förderung der Präsentationskompetenz durch die Erarbeitung und Anwendung von Regeln, um den Schülern Sicherheit beim Vortragen vor der Klasse zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf kriteriengeleitete Bewertungsmethoden, Beobachtungen aus dem Schulalltag, sowie didaktische Reduktion und Differenzierungsmaßnahmen für Schüler mit verschiedenen Unterstützungsbedarfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die schriftliche Planung, die inhaltliche Begründung der Zielsetzung, die detaillierte Analyse der Lernvoraussetzungen der Schüler sowie die methodische Verlaufsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Präsentationskompetenz, Feedbackkultur, emotionale Entwicklung, Differenzierung und fachliche Förderung.
Wie werden die Schüler individuell unterstützt?
Die Differenzierung erfolgt durch angepasste Sachtexte, vorstrukturierte Plakate, den Einsatz von Integrationskräften und ein individuelles Tokensystem zur Verhaltenssteuerung.
Warum ist das Tipp-Top-Verfahren für diese Klasse relevant?
Das Verfahren unterstützt die Reflexionsfähigkeit, indem es durch die Kombination von positivem Feedback und konstruktiven Verbesserungsvorschlägen eine wertschätzende Atmosphäre schafft.
Welche Rolle spielt der Zoo in dieser Unterrichtsreihe?
Die Arbeit mit Zootieren dient als motivierendes fachliches Thema, das den Schülern eine konkrete Struktur für ihre Plakatpräsentationen bietet und auf einen geplanten Zoobesuch vorbereitet.
- Quote paper
- Dana Swillims (Author), 2017, "Ich spreche so, dass mich andere gut verstehen!" Unterrichtsstunde zur Präsentationsfähigkeit in Klasse 5 und 6 (Förderschule), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446072