Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, konkrete Ursachen herauszuarbeiten, an denen Start-ups in Deutschland letztendlich scheitern. Des Weiteren sollen Vorgehensweisen beschrieben werden, welche ein mögliches Scheitern von Unternehmen verhindern können.
Start-ups zeichnen sich in der Theorie durch zwei essentielle Merkmale hinsichtlich ihres Gründungsvorhabens aus. Zum einen ist die Verwirklichung der innovativen Geschäftsidee von hoher Bedeutung, zum anderen ist starkes Wachstum sowie die Ausweitung ihrer Geschäfte zur Stärkung ihrer Kapitalbasis als weiteres Primärziel anzusehen. Auf Grundlage dieser Zuschreibung von Attributen, erscheint eine Verknüpfung zwischen den Begriffen Start-up und dem unternehmerischen Scheitern zunächst paradox.
Die Praxis hingegen verdeutlicht, dass vor allem Start-ups vom Misserfolg bedroht sind. Die Insolvenzquote deutscher Jungunternehmen, welche sich existentiell unterhalb der 10 Jahresgrenze bewegen, liegt bei 50,7 %. Somit erleidet jedes zweite Start-up in Deutschland einen finanziellen und oftmals end-gültigen Zusammenbruch. Verschärfend konstatiert der Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dass ein Großteil der Unternehmen bereits in den ersten Geschäftsjahren scheitert. Nach drei Jahren, ausgehend von der Existenzgründung, sind lediglich 68 % der Unternehmen noch aktiv.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Start-ups
2.2 Scheitern von Unternehmen
3 Ursachen des Scheiterns
3.1 Kennzeichen unternehmerischen Scheiterns
3.2 Stand der Forschung
3.3 Historische Entwicklung von Unternehmensinsolvenzen
3.4 Phasenmodelle von Krisenprozessen
3.5 Endogene Ursachen
3.5.1 Businessplanung und Geschäftsmodell
3.5.2 Finanzen
3.5.3 Management und unternehmerische Entscheidungen
3.5.4 Personal
3.5.5 Kooperationsbeziehungen und Geschäftspartner
3.5.6 Forschung und Entwicklung
3.5.7 Produkt
3.5.8 Rechnungswesen und Controlling
3.5.9 Vertrieb und Marketing
3.6 Exogene Ursachen
3.6.1 Markt und Wettbewerb
3.6.2 Faktorkosten
3.7 Gesamtbetrachtung
4 Folgen des Scheiterns
4.1 Gesellschaftliche Folgen
4.2 Volkswirtschaftliche Folgen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Ursachen, warum Start-ups in Deutschland scheitern, und arbeitet konkrete Faktoren sowie präventive Vorgehensweisen heraus, um dieses Scheitern zu verhindern. Dabei wird insbesondere auf die Unterscheidung zwischen endogenen und exogenen Einflussbereichen eingegangen.
- Ursachenanalyse des Scheiterns von Start-ups in Deutschland
- Unterscheidung zwischen endogenen (internen) und exogenen (externen) Einflussfaktoren
- Analyse von Krisenphasenmodellen im unternehmerischen Kontext
- Untersuchung der gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgen von Insolvenzen
- Erarbeitung präventiver Strategien für Gründer und Management
Auszug aus dem Buch
3.1 Kennzeichen unternehmerischen Scheiterns
Krystek (1987, S. 67) konstatiert, dass die Ursachen des Scheiterns durch hauptsächlich folgende drei Charakteristika bestimmt werden:
– Multikausalität: Unternehmen scheitern nicht nur an einer Ursache, sondern das Scheitern eines Unternehmens ist das Ergebnis des Zusammenwirkens mehrerer krisenverursachender Faktoren (Krystek 1987, S. 67; Liebig 2010, S. 23 f.).
– Mehrstufigkeit: Die Ursachen von Unternehmungskrisen sind im Prinzip nicht nur einstufige Vorfälle, statt dessen sind sie als mehrstufige Ursachen-Wirkungs-Konstellationen darzustellen (Krystek 1987, S. 67). Innerhalb der Ursachen des Scheiterns sind diverse Interdependenzen festzuhalten, welche sich gegenseitig auf verschiedenen Ebenen der Unternehmung auswirken (Liebig 2010, S. 23).
– Multilokalität: Nur in einzelnen Fällen sind die Ursachen nur in einem Entstehungsort einzuordnen. Die Ursachen des Scheiterns können entweder innerhalb des Unternehmens (endogen) entstehen, oder sich aus den Einflüssen der Umwelt des Unternehmens (exogen) entwickeln. Hingegen Teile der Literatur eher auf exogene Einflüsse verweisen, ist zu konstatieren, dass den unternehmensinternen Ursachen ein größeres Ausmaß zukommt. Übereinstimmung herrscht hingegen, dass die endogenen und exogenen Bereiche bei der Entstehung von Unternehmenskrisen zusammenwirken. Durch wachsende Umweltkomplexität und -dynamik kann dem exogenen Bereich in Zukunft eine größere Bedeutung zugeschrieben werden (Krystek 1987, S. 67 f.; Liebig 2010, S. 23 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die paradox erscheinende Verbindung zwischen dem innovativen Charakter von Start-ups und ihrer hohen Insolvenzquote sowie die volkswirtschaftliche Relevanz des Themas.
2 Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie „Start-up“, „unternehmerisches Scheitern“ sowie „Erfolg“ und „Misserfolg“ definiert, um einen einheitlichen Betrachtungsrahmen für die Arbeit zu schaffen.
3 Ursachen des Scheiterns: Dieses Kapitel identifiziert und analysiert Kennzeichen, Krisenphasen sowie endogene und exogene Ursachen für das Scheitern von Start-ups, inklusive Ansätzen zur Risikominimierung.
4 Folgen des Scheiterns: Es werden die gesellschaftliche Wahrnehmung des Scheiterns sowie die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Unternehmensschließungen und Insolvenzen detailliert dargestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Scheitern zwar nicht vollständig vermeidbar ist, aber durch Stärkung der Krisenresistenz und besseres Management beeinflusst werden kann.
Schlüsselwörter
Start-up, Unternehmensscheitern, Insolvenz, Krisenmanagement, Businessplan, Geschäftsmodell, Unternehmertum, Krisenursachen, Endogene Ursachen, Exogene Ursachen, Existenzgründung, Entrepreneurship, Risikomanagement, Marktneuheit, Volkswirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Gründe, warum Start-ups in Deutschland scheitern, und untersucht dabei sowohl interne als auch externe Einflussfaktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Definition von Start-ups und unternehmerischem Scheitern, die Darstellung von Phasenmodellen der Unternehmenskrise sowie die Untersuchung spezifischer endogener und exogener Ursachen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, konkrete Ursachen für das Scheitern junger Unternehmen herauszuarbeiten und Empfehlungen zu geben, wie dieses Scheitern verhindert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und greift auf bestehende Studien und Statistiken (z.B. KfW-Gründungsmonitor) zurück, um Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit endogenen Faktoren (wie Finanzen, Management, Produkt) sowie exogenen Faktoren (wie Markt und Wettbewerb) und enthält konkrete Handlungsempfehlungen zur Krisenvermeidung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Start-up, Unternehmensscheitern, Insolvenz, Krisenmanagement und unternehmerische Ursachen beschreiben.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen graduellem und absolutem Scheitern?
Unter Rückgriff auf Junge (2004) wird graduelles Scheitern als temporäre existenzbedrohende Phase verstanden, die zur Umkehr führen kann, während absolutes Scheitern als unumkehrbar mit Insolvenzgründen gleichgesetzt wird.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur in Bezug auf das Scheitern?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass in Deutschland zwar eine positive Grundhaltung gegenüber allgemeinem Scheitern besteht, unternehmerisches Scheitern jedoch oft noch stigmatisiert wird, was einen Kulturwandel erfordert.
- Citar trabajo
- Sina Schaper (Autor), 2017, Scheitern von Start-ups. Analyse möglicher Ursachen in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446174