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T.H. Whites Tetralogie "Der König auf Camelot" als Begründerin einer neuen Rezeptionskultur der Artus-Sage

Title: T.H. Whites Tetralogie "Der König auf Camelot" als Begründerin einer neuen Rezeptionskultur der Artus-Sage

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nadja Schuppenhauer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der König-Artus-Sage, ihrer Entstehung von den ersten schriftlichen Erwähnungen des Sagenkönigs im 7. Jh. bis zu den im ausgehenden Mittelalter verfassten glorifizierenden Heldenmythen.
Untersucht werden hierbei die spärlichen historischen Quellen, die die tatsächliche Existenz einer Gestalt namens Artus belegen könnten, und die historischen Rahmenbedingungen der „Dark Ages“ in Britannien, die das Aufkommen der Sage begünstigten, nachgeradezu notwendig machten. Epochemachende Werke, die spätere Generationen von Schriftstellern und Erzählern nachhaltig prägten und die Sage immer wieder um neue Elemente und Helden erweiterten, werden in einem kurzen Abriss vorgestellt. Im Besonderen wird dabei auf die Werke von Geoffrey of Monmouth, Chrétien de Troyes und Sir Thomas Malory eingegangen. Im Hinblick auf diese Werke, die Artus als schillernden und gerechten Herrscher erscheinen lassen, findet der Wandel, den die Rezeptionstradition mit der Tetralogoie „Der König auf Camelot“ von Terence Hansbury White in den 30er und 40er Jahren des 20. Jh. erfahren hat, besondere Berücksichtigung. White nimmt von der herkömmlichen Tradition, konservatives Gedankengut zu vermitteln, Abstand und lässt seinen Protagonisten als einfache und sensible Persönlichkeit auftreten, die von ihrer Kindheit an unter dem erzieherischen Einfluss des Zauberers Merlin steht. Artus’ größter innerer Konflikt ist in dem neu definiertem Verhältnis zwischen Macht und Recht begründet. Als grundsätzlich gutmütiger und nachdenklicher Herrscher stellt Artus die überkommene Vorstellung von Ritterschaft und Krieg in Frage und entwickelt sich „zu einem verstehenden und nicht zu einem kraft- und machtvoll herrschenden Monarchen“.
Der Bruch mit althergebrachten Rezeptionsmodellen und die Nutzbarmachung einer jahrhunderte alten Legende für die Vermittlung von neuer, ganz anders gelagerter Sinnstiftung gibt dem Artus-Mythos bei White eine neue Wendung. Wurde die Legende bis zu T.H. White dahingehend genutzt, den Ruf nach einem Ausweg aus einer großpolitischen Krise und nach Wiederherstellung vertrauter Kategorien laut werden zu lassen, stellt White sie in seine Dienste, um seinem Wunsch nach einem veränderten Herrschaftssystem und damit einhergehend nach einem neuen Wertekanon Ausdruck zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Saga, ihre Ursprünge und Entwicklung

2.1 Situation Britanniens während und nach dem Abzug der Römischen Truppen

2.2 Die Gestalt des König Artus – Realität und Fiktion

2.3 Die Weiterentwicklung der Saga

3 T.H. White und seine innovative Perspektive

3.1 Der Autor und die Entstehungsgeschichte der Tetralogie

3.2 Die Whitesche Tetralogie und ihr Bruch mit der Tradition

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Artus-Sage von ihren historischen Ursprüngen bis hin zur modernen literarischen Bearbeitung. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Tetralogie „Der König auf Camelot“ von T.H. White und der Frage, wie diese das traditionelle Heldenbild durch eine pazifistische Gesellschaftsutopie ersetzt und mit der Rezeptionstradition bricht.

  • Historische Rahmenbedingungen der „Dark Ages“ in Britannien
  • Genese der Artus-Figur in frühen Quellen und Mythen
  • Die literarische Evolution des Artus-Stoffes durch Autoren wie Geoffrey of Monmouth und Chrétien de Troyes
  • T.H. Whites innovative Darstellung des Sagenhelden als politischer Innovator
  • Das Spannungsfeld zwischen Macht, Recht und menschlicher Natur in der modernen Rezeption

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Autor und die Entstehungsgeschichte der Tetralogie

Terence Hansbury White wurde 1906 im Bombay, Indien geboren, besuchte aber das Queen’s College in Cambridge, England. Er studierte Anglistik und schloss sein Studium mit höchster Auszeichnung ab. In den Jahren 1930 bis 1936 unterrichtete er Englisch an der Stowerton School und widmete sich schon früh dem Studium des Mittelalters. Die profunden Kenntnisse, die er über diese Epoche gewinnt, spiegeln sich in detailgetreuen Beschreibungen in seinem großen Werk wieder: „his knowledge of the codes, the customs, the courtesies of medieval England, is extraordinary“.

White, der von Natur aus ein in sich gekehrter Mensch war, zog sich aufgrund privater Probleme häufig vom gesellschaftlichen Leben zurück und verbrachte viel Zeit mit Jagen und Fischen. Den ersten literarischen Erfolg konnte White mit dem autobiographischen Werk „England have my Bones“ in den 1930ern verzeichnen. Schon von früher Jugend an war White von Malorys „Morte Darthur“ beeindruckt und so mag es nicht wundern, dass dieses Werk White als Vorlage für seinen „König auf Camelot“ gedient hat und in diesem auch immer wieder zitiert wird. In den Jahren 1938 bis 1940 erschienen die vier Bücher „Das Schwert im Stein“, „Die Königin von Luft und Dunkelheit“, „Der missratene Ritter“ und „Die Kerze im Wind“ als Einzelpublikationen. Die Gesamtedition von 1958 wurde um „The Book of Merlyn“ erweitert. Einige Autoren sehen in Whites „König auf Camelot“ autobiographische Züge. So soll White mit der Gestalt der grausamen Königin Morgause seine Mutter nachzeichnen und sich gar selbst in dem hässlichen und von Selbstzweifeln gepeinigten Ritter Lanzelot verewigt haben.

White starb 1964 bei einem Bootsunglück bei Piräus auf der Heimreise aus den USA nach Europa und wurde in Athen begraben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die historische Entstehung der Artus-Sage und führt in die spezifische Fragestellung der Rezeption durch T.H. White ein.

2 Die Saga, ihre Ursprünge und Entwicklung: Dieses Kapitel untersucht die historische Quellenlage zu Artus im Britannien der „Dark Ages“ sowie die literarische Weiterentwicklung des Stoffes durch bedeutende mittelalterliche Autoren.

3 T.H. White und seine innovative Perspektive: Hier wird der Autor T.H. White vorgestellt und analysiert, wie sein Werk gezielt mit klassischen Rezeptionsmustern bricht, um aktuelle gesellschaftliche Fragen zu verhandeln.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Whites Tetralogie eine innovative Gesellschaftsutopie darstellt, die jedoch tragisch am Widerstreit zwischen Idealismus und menschlicher Natur scheitert.

Schlüsselwörter

König Artus, Artus-Sage, T.H. White, Der König auf Camelot, Literaturgeschichte, Rezeptionskultur, Britannien, Dark Ages, Merlin, Rittertum, Pazifismus, Gesellschaftsutopie, Mittelalter, Moderne, Heldenmythos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die literarische Transformation der Artus-Sage, insbesondere mit Blick auf die Tetralogie von T.H. White.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Hintergründe der Sagenentstehung, die literarische Traditionspflege und der Wandel des Artus-Bildes von einem antiken Heerführer hin zu einem modernen, pazifistischen Protagonisten.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu ergründen, inwieweit T.H. White durch sein Werk „Der König auf Camelot“ einen bewussten Bruch mit traditionellen Rezeptionsmodellen vollzogen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte des Artus-Stoffes unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur.

Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den historischen Ursprüngen der Sage, der Entstehungsgeschichte von Whites Tetralogie sowie der kritischen Auseinandersetzung mit Themen wie Macht, Recht und dem Rittertum in Whites Erzählung.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?

Zentrale Begriffe sind neben dem Protagonisten Artus vor allem der „Bruch mit der Tradition“, „gesellschaftliche Utopie“, „Pazifismus“ und die Verbindung zwischen Mittelalter und Moderne.

Warum spielt der Zauberer Merlin bei White eine veränderte Rolle?

Im Gegensatz zur klassischen Darstellung fungiert Merlin bei White als zerstreuter Erzieher, der Artus' politisches Denken durch den rückwärts verlaufenden Lebenszyklus mit modernen Werten prägt.

Wie endet das Fazit des Autors bezüglich der menschlichen Natur?

Das Fazit ist pessimistisch: Trotz der hochgehaltenen Ideale von Gerechtigkeit und Frieden scheitert Artus' Vision, da die menschliche Natur oft nicht in der Lage ist, diese Ideale dauerhaft umzusetzen.

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Details

Title
T.H. Whites Tetralogie "Der König auf Camelot" als Begründerin einer neuen Rezeptionskultur der Artus-Sage
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Lehrstuhl für Mittelalterliche GEschichte Mitteleuropas und regionale Kulturgeschichte)
Course
Die Gegenwart der Vergangenheit
Grade
1,3
Author
Nadja Schuppenhauer (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V44627
ISBN (eBook)
9783638421935
ISBN (Book)
9783656452485
Language
German
Tags
Whites Tetralogie König Camelot Begründerin Rezeptionskultur Artus-Sage Gegenwart Vergangenheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadja Schuppenhauer (Author), 2005, T.H. Whites Tetralogie "Der König auf Camelot" als Begründerin einer neuen Rezeptionskultur der Artus-Sage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44627
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