Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philosophie - Philosophie du présent

Grimassen des Realen. Slavoj Žižek und Hegels Subjektphilosophie

Titre: Grimassen des Realen. Slavoj Žižek und Hegels Subjektphilosophie

Dossier / Travail , 2016 , 20 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Benjamin Trilling (Auteur)

Philosophie - Philosophie du présent
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

„Gefährlichster Denker des Westens“„ Pedant des Wirren“, „Scharlatan“ – die abfälligen Bemerkungen über Slavoj Žižek ließen sich beliebig fortsetzen. Aufgrund seiner wilden Assoziationen, provokanter Auftritte und politisch unkorrekten Bemerkungen hat er sich den Ruf einer philosophischen Persona non grata redlich erkämpft.

Doch seine zahlreichen Werke eröffnen entlang der Achse Lacan-Hegel-Marx über ein popkulturell gebrochenes Sapere aude hinaus neue (mehr oder weniger systematische) Erkenntnisse – auch über die Klassische Deutsche Philosophie. Hier ist der Star-Philosoph alles andere als leicht zugänglich. Offensichtlich ist zunächst ein Widerspruch zwischen dem ordentlichen ‚Deutschen Idealismus‘ und der unordentlichen Herangehensweise Žižeks, was unter anderem daran liegt, „daß eigentlich keiner der idealistischen Philosophen, sondern die Psychoanalyse Lacans der führende Meinungsmacher ist“. Denn mit Lacan (wie von einer generellen poststrukturalistischen Perspektive) liest Žižek einen ‚Hegel der Signifikantenlogik‘ – nicht zuletzt auch, um seine Subjektphilosophie, wie er sie bei Hegel liest, zu begründen.

Gilt es folglich, Ordnung in diese Hegel-Lektüre Žižeks zu bringen, so muss dargelegt werden, inwiefern Žižek überhaupt eine Theorie radikaler Kontingenz wie absoluter Subjektivität bei Hegel liest. Dies soll, auch auf die Gefahr einer Redundanz hin, in vier Schritten dargelegt werden: Ein Grund, weswegen Žižek mit Hegel und Lacan mit einem ‚gebarrten‘ Subjekt argumentiert, ist ein postmoderner Diskurs, der von einer Dezentrierung und Dekonstruktion des modernen Subjektbegriffs ausgeht (Kapitel 1) Entgegen der postmodernen Kritik versucht Žižek, nicht nur aufzuzeigen, dass Hegel kein ‚Denker der Einheit‘ ist, sondern er rekontextualisiert darüber hinaus den hegelschen Begriff der ‚Antithese‘ als die eigentliche These, die für eine konstitutive Differenz des Widerspruchs steht. (Kapitel 2) Damit verbunden ist für Žižek ein Mangel-Begriff, der auf eine fundamentale Kontingenz, eine Leerstelle verweist, die sowohl das Subjekt als auch die Substanz betrifft (3. Kapitel). Notwendig verbunden ist Žižeks Auslegung der hegelschen Subjektphilosophie zudem mit einer lacanschen Relektüre des kantischen Ding an sich.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Dezentrierung des Subjekts. Warum Žižek auf Hegel zurückgreift

2. Die Antithese als These. Die konstitutive Differenz des Widerspruches.

3. Doppelseitiger Mangel. Kants Ding an sich und Die Unmöglichkeit von Subjekt und Substanz.

4. Ver-rücktheit und Exzessivität. Das Subjekt als Zerrbild der Realität

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hegel-Lektüre von Slavoj Žižek vor dem Hintergrund poststrukturalistischer Subjektphilosophie und lacanscher Psychoanalyse. Ziel ist es, Žižeks spezifische Rekontextualisierung des hegelschen Begriffs der „Antithese“ und sein Verständnis von Subjektivität als konstitutivem Mangel, der Realität verzerrt, systematisch darzulegen und kritisch zu hinterfragen.

  • Die Dezentrierung des modernen Subjektbegriffs im postmodernen Diskurs.
  • Hegels Dialektik als Prozess konstitutiver Differenz statt als Denken der Einheit.
  • Die Verknüpfung von Kants „Ding an sich“ mit dem lacanschen „Realen“ bei Žižek.
  • Das Konzept der „exzessiven Subjektivität“ als Ausdruck einer ontologischen Leerstelle.
  • Ideologiekritische Implikationen und die politische Dimension des hegelschen Widerspruchs.

Auszug aus dem Buch

4. Ver-rücktheit und Exzessivität. Das Subjekt als Zerrbild der Realität

In seiner Anthropologie des „subjektiven Geistes“ in der Enzyklopädie von 1830 analysiert Hegel eine Abhängigkeit der subjektiven Innerlichkeit vom Allgemeinen bzw der allgemeinen Ebene der Vermittlung als Medium des subjektiven, individuellen Selbstverhältnisses. Emotionale Zustände und die objektiven Verhältnisse der ‚Außenwelt‘ stehen also in einem gegenseitigen Verweisungszusammenhang. Hegel spricht von einer „Welt, die außer ihm [dem Menschen, B.T.] ist, ihre Fäden“ jedoch so in ihm haben, „daß, was er für sich wirklich ist, aus denselben besteht.“ Das ist Žižeks entscheidender Ansatzpunkt, um einen Hegel der Signifikantenlogik und damit des Unbewussten zu lesen. Denn bekanntlich ging Lacan davon aus, dass das Unbewusste wie Sprache strukturiert sei.

Hegel spricht in der Enzyklopädie von einem „Verrückt-Sein“, einem verzerrten Realitäts- und Selbstverhältnis des Subjekts. Diese vollzieht sich ebenso als Verrückung im Verhältnis von Allgemeinem und Besonderem – bis hin zur Infragestellung normengenerierender Gewohnheiten. Die Gewohnheit ist in diesem Zusammenhang als performatives Strukturmoment, in der sich das die partikulären Inhalten von Emotionen subsumierende Selbst der Seele verfestigt, zu begreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert die kontroverse Wahrnehmung von Slavoj Žižek und stellt die Forschungsfrage, wie Žižek mittels Lacans und Hegels Philosophie eine Theorie radikaler Kontingenz und Subjektivität begründet.

1. Die Dezentrierung des Subjekts. Warum Žižek auf Hegel zurückgreift: Dieses Kapitel verortet Žižeks Hegel-Rezeption im Kontext der postmodernen Kritik an metaphysischen Einheitskonzeptionen und zeigt auf, wie er Foucaults Machtbegriff einer dialektisch-antagonistischen Analyse unterzieht.

2. Die Antithese als These. Die konstitutive Differenz des Widerspruches.: Hier wird dargelegt, dass Žižek den hegelschen Widerspruch nicht als auflösbare Stufe, sondern als treibende Kraft begreift, bei der das Allgemeine im Besonderen immer an seine Grenze stößt.

3. Doppelseitiger Mangel. Kants Ding an sich und Die Unmöglichkeit von Subjekt und Substanz.: Dieses Kapitel analysiert Žižeks Relektüre des kantischen Dings an sich, das für ihn mit dem lacanschen Realen korreliert und die Unmöglichkeit einer widerspruchsfreien Identität von Subjekt und Substanz markiert.

4. Ver-rücktheit und Exzessivität. Das Subjekt als Zerrbild der Realität: Im Fokus steht hier Hegels Analyse des Verrückt-Seins, welches Žižek als Ausdruck exzessiver Subjektivität interpretiert, die sich der symbolischen Vermittlung entzieht und die Realität verzerrt.

Schluss: Der Schluss bilanziert die Wirksamkeit von Žižeks philosophischem Projekt und fragt kritisch nach den Grenzen seiner selektiven Hegel-Interpretation im Hinblick auf substanzielle Freiheit.

Schlüsselwörter

Slavoj Žižek, G.W.F. Hegel, Jacques Lacan, Subjektphilosophie, Dialektik, Konstitutive Differenz, Das Reale, Symbolische Ordnung, Ideologiekritik, Kontingenz, Exzessive Subjektivität, Ding an sich, Dezentrierung, Postmoderne, Negativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Auseinandersetzung von Slavoj Žižek mit der Klassischen Deutschen Philosophie, insbesondere mit Hegel, unter Einbeziehung psychoanalytischer Ansätze von Jacques Lacan.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Dekonstruktion des modernen Subjektbegriffs, das Verhältnis von Differenz und Einheit, die Bedeutung des Realen als Mangel und die politische Dimension ideologischer Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die systematische Rekonstruktion von Žižeks Hegel-Lektüre, um aufzuzeigen, wie er Subjektivität nicht als Substanz, sondern als eine durch Mangel definierte, exzessive Negativität interpretiert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wendet eine theoretisch-philosophische Exegese an, die Žižeks Werke mit hegelscher Primärliteratur und zeitgenössischen poststrukturalistischen Theorien (Foucault, Butler, Laclau/Mouffe) in Dialog setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Dezentrierung des Subjekts, die Neubewertung des hegelschen Widerspruchs, die Kopplung von Kants Ding an sich mit Lacans Realem sowie die Untersuchung von Wahnsinn und Verrücktheit als subjektiver Exzessivität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere geprägt durch Begriffe wie Subjektivität, Dialektik, konstitutiver Mangel, Symbolische Ordnung, das Reale und ideologische Verzerrung.

Wie unterscheidet Žižek laut der Arbeit bei Hegel zwischen "An-sich" und "Für-sich"?

Žižek interpretiert diese Unterscheidung als Ausdruck der Negativität, bei der das Bewusstsein als Ort fungiert, an dem die Differenz zwischen diesen Zuständen ineinanderfällt und das Subjekt als konstitutive Lücke in der Substanz hervortritt.

Welche Rolle spielt der Begriff der "Gewohnheit" in der Analyse?

Die Gewohnheit wird als performatives Strukturmoment betrachtet, das die Seele stabilisiert; ihr Verlust führt zur Verrücktheit, die jedoch laut der Arbeit einen Widerspruch im System aufdeckt und auf eine neue Bewusstseinsstufe hinweist.

Fin de l'extrait de 20 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Grimassen des Realen. Slavoj Žižek und Hegels Subjektphilosophie
Université
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaften)
Note
1,0
Auteur
Benjamin Trilling (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
20
N° de catalogue
V446344
ISBN (ebook)
9783668827301
ISBN (Livre)
9783668827318
Langue
allemand
mots-clé
grimassen realen slavoj hegels subjektphilosophie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Benjamin Trilling (Auteur), 2016, Grimassen des Realen. Slavoj Žižek und Hegels Subjektphilosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446344
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint