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Familien im Fokus. Wie Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen Kinderschutz definieren und gestalten

Titel: Familien im Fokus. Wie Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen Kinderschutz definieren und gestalten

Bachelorarbeit , 2018 , 50 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anne-Lena Smikale (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Themen Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung stehen seit geraumer Zeit verstärkt in der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Der geäußerte Wunsch nach einem nachhaltig verbesserten Kinderschutz erklingt häufig im Zuge medialer Berichterstattung tragischer Fälle der Kindesmisshandlungen oder Vernachlässigung.

Im Tenor dieser öffentlichen Diskussion sind in den vergangenen Jahren entsprechende gesetzliche Entwicklungen zu verzeichnen. So wurde im November 2000 der für viele Fachleute längst überfällige Paragraph 1631 Abs. 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung eingeführt, das Kindern ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung zuspricht und körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen als unzulässig deklariert. Als weitere zentrale Neuerung in der Kinderschutzdebatte gilt auch die im Jahr 2005 erfolgte Einführung des § 8a SGB VIII Abs. 4 (Sozialgesetzbuch, Achtes Buch, Kinder- und Jugendhilfe), die den Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe bei Gefährdungen des Kindeswohls konkretisiert. Der Gesetzgeber richtet seine Forderung zur Ausübung des Schutzauftrages darin an die freien Träger der Kinder -und Jugendhilfe sowie an die dazugehörigen Institutionen, zu denen unter anderem Kindertagesstätten gezählt werden können. Eine genaue Betrachtung der beruflichen Anforderungen, die dieser Schutzauftrag für die dortigen Beschäftigten mit sich bringt, soll zentraler Gegenstand dieser Arbeit sein. Unter der Frage, wie Fachkräfte in Kindertagesstätten Kinderschutz definieren und gestalten, findet zunächst eine übersichtliche Beschreibung des Arbeitsfelds „Kindertagestätten“ statt.

Dem folgt eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen und Risikofaktoren der Kindeswohlgefährdung sowie den rechtlichen Gegebenheiten, die eine ausführlichere Beschreibung der einzelnen Handlungsaufträge für die Fachkräfte enthält. Anschließend diskutiert die vorliegende Arbeit, wie die Fachkräfte ihre Aufgabe im Kinderschutz nach § 8a derzeit umzusetzen versuchen. Anhand professionstheoretischer Überlegungen und Ergebnisse zweier empirischer Untersuchungen sollen darüber hinaus Unstimmigkeiten, Lücken und mögliches Verbesserungspotenzial aufgezeigt werden. Zuletzt erfolgt eine Auseinandersetzung mit vorhandenen normativen Vorstellungen von Familie, welche auf das professionelle Handeln der Fachkräfte maßgeblich Einfluss nehmen, denen letztlich aber auch gesamtgesellschaftliche Bedeutung zukommt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Kindertagesstätten haben einen Schutzauftrag

2. Gegenstandsbeschreibung

2.1 Kindertagesstätten

2.2 Personal in Kindertagesstätten

2.3 Ziele und Aufgaben von Kindertagesstätten

2.3.1. Kinderschutz als Aufgabe von Kindertageseinrichtungen

3. Kindeswohl

3.2 Kindeswohlgefährdung

3.2.1 Vernachlässigung

3.2.2 Körperliche Misshandlung

3.2.3 Psychische, emotionale oder seelische Misshandlung

3.2.4 Sexueller Missbrauch

3.2.5 Risikofaktoren

4. Gesetzliche Rahmenbedingungen

4.1 Elternrecht im GG Art. 6

4.2 Staatliches Wächteramt im GG Art. 6 Abs. 2 Satz 2

4.2.1 Schutzauftrag im § 8a SGB VIII

5. Professionalität im Kinderschutz

5.1 Handlungsschritte nach § 8a ABS. 4 SGB VIII

5.1.1 Wahrnehmen gewichtige Anhaltspunkte

5.1.2 Gefährdungseinschätzung vornehmen

5.1.3 Hinzuziehen einer insofern erfahrenen Fachkraft

5.1.4 Auf geeignete Hilfe hinwirken und überprüfen

5.2 Was Fachkräfte in Kindertagesstätten wissen und können

5.2.1 Kurzdarstellung einer empirischen Untersuchung

5.3 Zusammenfassung und Ausblicke

5.3.1 Normative Vorstellungen von Familie

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen den gesetzlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung definieren und in ihrer täglichen Praxis umsetzen. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der professionellen Anforderungen, der Wahrnehmung gewichtiger Anhaltspunkte und dem Spannungsfeld zwischen Elternrecht und staatlichem Schutzauftrag.

  • Kinderschutz als gesetzlicher Auftrag nach § 8a SGB VIII
  • Empirische Erkenntnisse zur Gefährdungseinschätzung durch Fachkräfte
  • Bedeutung der Kooperation mit "insofern erfahrenen Fachkräften"
  • Normative Familienbilder und ihr Einfluss auf professionelles Handeln
  • Anforderungen an die Professionalität und Qualifizierung des pädagogischen Personals

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Vernachlässigung

„Vernachlässigung ist die andauernde oder wiederholte Unterlassung fürsorglichen Handelns durch sorgeverantwortliche Personen welches zur Sicherstellung der physischen und psychischen Versorgung des Kindes notwendig wäre.“ Weiter könne diese Unterlassung wissentlich oder unbewusst geschehen. Aktive Vernachlässigung beziehe sich auf eine Verweigerung von Handlungen durch die sorgeverpflichtete Person, obwohl diese den Bedarf des Kindes erkenne, nachvollziehen und die Handlungen leisten könne. Passive Vernachlässigung ergebe sich hingegen durch fehlende Einsicht oder Handlungsmöglichkeiten. Konkret zeigt sich Vernachlässigung in unzureichender Pflege, Ernährung, unpassender und witterungsungünstiger Kleidung, mangelnde emotionale Zuwendung, unzureichender Schutz vor Gefahren sowie verletzen der Aufsichtspflicht und Formen von mangelnder körperlicher und geistiger Anregung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kindertagesstätten haben einen Schutzauftrag: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Kinderschutzes ein und verortet den Schutzauftrag der Kindertageseinrichtungen innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

2. Gegenstandsbeschreibung: Hier werden die Arbeitsfelder, die Ziele von Kindertagesstätten sowie das Aufgabenprofil des Personals definiert, mit besonderem Blick auf den Kinderschutz als institutionelle Aufgabe.

3. Kindeswohl: Dieses Kapitel beleuchtet den unbestimmten Rechtsbegriff des Kindeswohls und definiert verschiedene Formen von Kindeswohlgefährdung sowie deren Risikofaktoren.

4. Gesetzliche Rahmenbedingungen: Es erfolgt eine Einordnung des Schutzauftrags nach § 8a SGB VIII in das Elternrecht und das staatliche Wächteramt gemäß Grundgesetz.

5. Professionalität im Kinderschutz: Dieses zentrale Kapitel diskutiert die notwendigen Handlungsschritte nach § 8a, empirische Befunde zur Einschätzungskompetenz von Fachkräften und die Bedeutung von Familienbildern.

6. Schluss: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Diskussion der Notwendigkeit für weiterführende Forschung und strukturelle Verbesserungen im Kinderschutzsystem.

Schlüsselwörter

Kinderschutz, Kindeswohlgefährdung, Kindertageseinrichtungen, § 8a SGB VIII, Gefährdungseinschätzung, Fachkräfte, Professionelles Handeln, Vernachlässigung, Frühe Hilfen, Familienbilder, Prävention, Handlungssicherheit, Qualifizierung, Kindeswohl, Pädagogische Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Umsetzung des staatlichen Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung durch Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt gesetzliche Grundlagen, die Definition von Kindeswohlgefährdung, professionelle Anforderungen an Fachkräfte sowie die Rolle von Familienbildern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszufinden, wie pädagogische Fachkräfte ihre Aufgabe im Kinderschutz definieren und welche Herausforderungen sie bei der praktischen Umsetzung erleben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Diskussion von Ergebnissen zweier empirischer Untersuchungen, die sich mit der Praxis von Fachkräften im Kinderschutz beschäftigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung gesetzlicher Rahmenbedingungen, die detaillierte Beschreibung von Gefährdungsformen und die Analyse der Professionalität bei der Gefährdungseinschätzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Kinderschutz, Gefährdungseinschätzung, Professionalität und der § 8a SGB VIII.

Welche Rolle spielt die "insofern erfahrene Fachkraft"?

Sie fungiert als beratende Instanz für Teams in Kindertagesstätten, um bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos zu unterstützen und das weitere Vorgehen zu planen.

Warum fühlen sich viele Fachkräfte im Kinderschutz unsicher?

Die Unsicherheit resultiert aus dem Dilemma, trotz unbestimmter Gefährdungssituationen eindeutige professionelle Einschätzungen treffen zu müssen, kombiniert mit einer oft als lückenhaft empfundenen Ausbildung.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Familien im Fokus. Wie Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen Kinderschutz definieren und gestalten
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Erziehungswissenschaft)
Note
2,0
Autor
Anne-Lena Smikale (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
50
Katalognummer
V446674
ISBN (eBook)
9783668827165
ISBN (Buch)
9783668827172
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderschutz Kindertagesstätten Erzieherinnen Frühe Hilfen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne-Lena Smikale (Autor:in), 2018, Familien im Fokus. Wie Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen Kinderschutz definieren und gestalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446674
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  50  Seiten
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