Zur Faszination des Phänomens Poetry Slam im Zeitalter der Digitalisierung

Eine medienwissenschaftliche Untersuchung


Bachelorarbeit, 2018
41 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Themenstellung und Untersuchungsaspekt
1.2 Überblick zum Forschungsstand

2. Poetry Slam - Das Veranstaltungsformat
2.1 Entstehung und Etablierung
2.2 Beteiligte und ihre Aufgaben
2.3 Ablauf
2.4 Regeln
2.5 Slam Poetry
2.5.1 Sprachliche Besonderheiten
2.5.2 Themen
2.5.3 Beispiel: „Trojanische Worte“ von Sebastian 23
2.5.4 Einordnung in den literarischen Kontext
2.6 Weitere Veranstaltungsformen

3. Poetry Slam und seine medialen Verbreitungsformen
3.1 Digitale Verbreitungsformen
3.1.1 „Poetry Clips“ und „Poetry Film“
3.1.2 Aufzeichnungen bei YouTube
3.1.3 Film und Fernsehen
3.1.4 Onlineradio
3.1.5 Internetportale der Printmedien
3.2 Andere Verbreitungsformen

4. Faszination Poetry Slam

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Filmquellen

1. Einleitung

Von einem Poetry Slam hörte ich zum ersten Mal, als eine Freundin von mir an einer Veranstaltung in einem Jugendzentrum in meiner Heimatstadt teilnahm. Sie erzählte mir, dass es sich dabei um ein Format handele, bei dem jeder1, der wollte, seinen eigenen Text in Form eines Wettbewerbs vortragen könne. Zu diesem Zeitpunkt interessierte ich mich zwar schon für Literatur und Sprache, stellte mir eine literarische Veranstaltung jedoch eher langweilig vor, weshalb ich meine Freundin auch nicht begleitete. Jahre später stieß ich dann zufällig auf der Online-Videoplattform YouTube auf Aufzeichnungen eines Poetry Slams und war sofort von dem neuartigen und unterhaltsamen Charakter der Texte und der Vorträge begeistert.

1.1 Themenstellung und Untersuchungsaspekt

Seit einigen Jahren ist der Poetry Slam schon Teil der deutschen Kulturland- schaft. Das Format erfreut sich immer größerer Beliebtheit, was nicht zuletzt anhand der zahlreichen Verbreitungsformen abseits der Veranstaltung selbst zu erkennen ist. Daraus resultiert die Fragestellung dieser Arbeit: Worin besteht die Faszination beim Poetry Slam beziehungsweise was macht seine Beliebt- heit aus?

Beim Erarbeiten dieser Fragestellung wurde schnell deutlich, dass für deren ertragreiche Beantwortung eine möglichst genaue und differenzierte Darlegung des Phänomens Poetry Slam sowie seiner medialen Verbreitungsformen not- wendig ist. Daher machen diese Erläuterungen die ersten zwei Kapitel dieser Arbeit aus. In einem weiteren Kapitel werden dann, unter Bezugnahme auf die vorangegangenen Kapitel, mögliche Gründe für die Faszination des Poetry Slam erschlossen.

1.2 Überblick zum Forschungsstand

Bei der Recherche wurde außerdem deutlich, dass es bisher nur wenig grund- legende Forschungsliteratur zum Thema Poetry Slam gibt. Dies ist besonders verwunderlich, wenn man seine Beliebtheit bedenkt und die Tatsache, dass der Poetry Slam schon seit vielen Jahren als Veranstaltungsformat in Deutschland etabliert ist. Es besteht also eine Diskrepanz zwischen dem großen Interesse am Poetry Slam und den quantitativ eher überschaubaren wissenschaftlichen Auseinandersetzungen damit.

Die Forschungsliteratur, die bislang veröffentlicht wurde, besteht zum Großteil aus Publikationen von Abschlussarbeiten. Die erste dieser Arbeiten wurde 1997 von Boris Preckwitz veröffentlicht und trägt den Titel „Slam Poetry - Nachhut der Moderne. Eine literarische Bewegung als Anti-Avantgarde“. Da- nach kam Stefanie Westermayr mit ihrer Magisterarbeit „Poetry Slam in Deutschland. Theorie und Praxis einer multimedialen Kunstform“ (2004) und Charlotte Rieber mit ihrer Magisterarbeit „Slam Poetry als literarisches Genre. Versuch einer einheitlichen Klassifizierung der beim Poetry Slam vorgetrage- nen Texte“ (2006). Die aktuellsten Arbeiten sind die 2012 veröffentlichte Ar- beit „Poetry Slam. Eine orale Kultur zwischen Tradition und Moderne“ von Sulaiman Masomi, Clara Felis’ Arbeit mit dem Titel „Auf den Spuren der Ly- rik beim Poetry Slam. Ein Vergleich der US-amerikanischen und der deutsch- sprachigen Poetry-Slam-Szenen“ aus dem Jahr 2013 sowie Franziska Holzheimers 2014 veröffentlichte Arbeit „Strategien des Authentischen. Her- ausforderungen einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Lite- ratur sekundärer Oralität am Beispiel von Slam Poetry“.

Neben diesen publizierten Abschlussarbeiten war das 2017 von Karsten Strack unter Mitarbeit von Michael Serrer herausgegebene Buch „Poetry Slam. Das Handbuch“, in dem sich mehrere Autoren zu unterschiedlichen den Poetry Slam betreffenden Themenbereichen äußern, die wichtigste Grundlage bei der Recherche für diese Arbeit. Darüber hinaus wurden auch Filmquellen und Online-Artikel herangezogen. Diese Herangehensweise entspricht in gewisser Weise dem Thema dieser Arbeit, da es sich bei dem Untersuchungsgegenstand Poetry Slam auch um ein multimediales Format handelt.

Generell lassen sich bei der Betrachtung der vorhandenen Sekundärliteratur drei Untersuchungsschwerpunkte feststellen:

− literaturhistorischer und -systematischer Schwerpunkt (Arbeiten, die sich zum Beispiel mit der Gattung der beim Poetry Slam verwendeten Texte befassen)
− literatursoziologischer und kulturanthropologischer Schwerpunkt (zum Beispiel Fragen nationaler Spezifika)
− literaturdidaktischer Schwerpunkt (Arbeiten, die sich zum Beispiel mit der Möglichkeit, Poetry Slam in Schulcurricula einzubauen, beschäfti- gen)2

Bisher gibt es jedoch noch keine Arbeit, die sich mit den Gründen für die Faszination des Poetry Slam beschäftigt. Dadurch stellt eine Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung zum einen eine spannende Herausforderung dar, zum anderen ist sie aber auch wissenschaftlich relevant.

2. Poetry Slam - Das Veranstaltungsformat

Der Poetry Slam ist ein Format, welches sich Anfang der neunziger Jahre in Deutschland etablierte3 (s. 2.1). Es handelt sich dabei um Veranstaltungen, die in regelmäßigen Abständen meist spät abends4 in Kneipen, Cafés, Theatern oder ähnlich öffentlichen Gebäuden stattfinden5 und bei denen die Teilneh- menden ihre eigenen Texte in Form eines Wettbewerbs vor Publikum vortra- gen.6 Das Format Poetry Slam ist nicht lizensiert, weshalb grundsätzlich jeder einen Slam ausrichten darf.7 Die deutschsprachige „Slam-Szene“ ist neben der amerikanischen die weltweit größte.8

Der Begriff Poetry Slam setzt sich zusammen aus den englischen Worten „po- etry“, also Dichtung oder Poesie9, und „slam“, welches entweder mit „etwas zuknallen“ oder mit „jemanden scharf kritisieren“ übersetzt werden kann.10 Im Sprachgebrauch meint es aber eigentlich den Wettstreit.11 Im Deutschen wird der Begriff Poetry Slam auch als Dichterschlacht oder Dichterwettkampf be- zeichnet.12

2.1 Entstehung und Etablierung

Wie schon erwähnt, etablierte sich der Poetry Slam Anfang der neunziger Jahre in Deutschland. Seine Ursprünge hat er jedoch in den USA, genauer gesagt in Chicago: Marc Smith, der im Südosten der Stadt aufwuchs, wollte Schriftstel- ler werden. Da er keinen Weg für sich sah, dies zu verwirklichen, wurde er Bauarbeiter. Aufgrund seines literarischen Interesses, besuchte er Lesungen, die er jedoch oft als langweilig und leidenschaftslos empfand. Smith hatte da- raufhin die Idee, selbst eine Lesung zu veranstalten, bei der selbstgeschriebene Texte in Form eines Wettbewerbs nicht nur vorgetragen, sondern inszeniert - mit einem Wort: „performt“ - werden sollten. Diese fand zum ersten Mal im November 1984 im „Get Me High Jazzclub“ in Chicago statt. Das Format hatte zu dieser Zeit jedoch noch keinen richtigen Namen. Aufgrund des großen Zu- spruchs für diese neue Art von literarischer Veranstaltung und die immer wei- ter steigenden Publikumszahlen musste die Veranstaltung in eine größere

Räumlichkeit verlegt werden.13 So fand sie am 20. Juli 198614 zum ersten Mal im „Green Mill Club“ in Chicago statt und wurde von Marc Smith als „Uptown Poetry Slam“ bezeichnet.15 Diese Veranstaltung im „Green Mill Club“ gilt da- her auch als erster offizieller Poetry Slam.16 Die nun regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen waren sehr erfolgreich und so breitete sich der Poetry Slam innerhalb weniger Monate in den größeren Städten der USA aus. Im Jahr 1990 fand der erste städteübergreifende Poetry-Slam- Wettbewerb in San Francisco statt.17

In Berlin hatte zeitgleich eine ähnliche Entwicklung stattgefunden. Wolf Hogekamp, einer der Mitbegründer der deutschen Poetry-Slam-Bewegung, sagt über die Anfänge der Slam-Bewegung in Deutschland:

Dann hat man angefangen, das quasi als Format zu etablieren, dass jede Woche an ´nem Donnerstag Leute da waren, die performt haben in irgendeiner Art und Weise, bis irgendwann auch mal Amerikaner sozusagen Gast waren. Die sagten: „Dass, was ihr da macht, das ist ähnlich dem Poetry Slam, das gibt´s in Chica- go“. Und dann hat man mir erklärt, wie denn das Format Poetry Slam aussieht. Was wir gar nicht hatten, war natürlich eine Jury, das war ein vollkommen neuer Gedanke. Und diesen neuen Gedanken fand ich eigentlich provokativ genug, um ihn einzuführen.18

Zusammen mit den amerikanischen Künstlern Priscilla Be und Rick Maverick veranstaltete Hogekamp 1994 den ersten offiziellen Poetry Slam Deutschlands in der Berliner Bar „Ex´n´Pop“.19 Von dort breitete sich das Format in andere Städte aus.20

„Gerade im urbanen, universitären Milieu ist Poetry Slam ein fester Bestandteil der kulturellen Abendgestaltung geworden“, resümieren Karsten Strack und

Dean Ruddock in ihrem Artikel „The Point is Poetry“.21 Mittlerweile gibt es Poetry Slams aber nicht nur in fast allen deutschen Städten, sondern auch in ländlicherer Gegend.22 Die Veranstaltungszahlen und -orte nehmen immer wei- ter zu, doch auch die Poetry Slams selbst werden immer größer, sodass mitt- lerweile große Säle gefüllt werden.23 Der bisher weltweit größte Poetry Slam wurde 2015 vom Poetry-Slam-Label „Kampf der Künste“ im Freien auf einer Trabrennbahn in Hamburg veranstaltet und zählte über 5.000 Zuschauer.24

Marc Smith sagt über die Slam-Bewegung, dass er zwar geahnt habe, wie er- folgreich der Poetry Slam in den USA werden könne, dass er sich aber nie hät- te vorstellen können, dass seine Idee ein internationales Phänomen werden würde.25

2.2 Beteiligte und ihre Aufgaben

Bei einem Poetry Slam gibt es mehrere Beteiligte: den Veranstalter, den Mode- rator, die Slammer, das Publikum und die Jury. Alle zusammen werden als Slamily bezeichnet (ein Kompositum der englischen Wörter „slam“ und „fa- mily“), da sich die Mitglieder der Slam-Szene als eine große Familie anse- hen.26

Die Veranstalter kümmern sich um die Organisation des Slams, um eine ge- eignete Örtlichkeit und werben für die Veranstaltung.27 Sie nehmen auch häu- fig die Rolle des sogenannten „Master of Ceremony“ (kurz: MC, deutsch: Zeremonienmeister) ein. Die Bezeichnung ist der HipHop-Szene entnommen und meint den Moderator der Veranstaltung.28 Im Deutschen wird gelegentlich auch der Begriff Slammaster verwendet.29 Die Aufgabe des MC ist die Mode- ration des Abends. Er begrüßt das Publikum, erklärt die Regeln, ernennt gege- benenfalls die Jury, stellt die Slammer vor und versucht generell, für eine gute Stimmung zu sorgen.30 Der MC kürt außerdem am Ende des Slams den Sie- ger.31

Als Slammer (auch „Slam Poeten“)32 werden all diejenigen bezeichnet, die während des Poetry Slams ihre Texte vortragen. In Deutschland sind es in der Regel zehn bis fünfzehn Slammer pro Abend.33 Dabei können Laien ebenso beteiligt sein wie Profis. Die meisten Slammer nehmen nur hobbymäßig an einem Slam teil, doch es gibt mittlerweile auch einige, die (insbesondere in Verbindung mit Fernsehauftritten oder eigenen Veröffentlichungen) hauptbe- ruflich als Slammer arbeiten können. Stefanie Westermayr bezeichnet den Be- griff „Slammer“ als einen Übergriff. Slammer seien auch „Dichter, Lyriker, Geschichtenerzähler, Performer, Performance-Poeten, Soundpoeten, Lebens- künstler und Autoren“.34 Slammerinnen sind beim Poetry Slam generell unter- präsentiert. Dies ist besonders interessant, da durch das Losverfahren (s. 2.3) eine geschlechtsspezifische Vorauswahl verhindert wird, es also tatsächlich weniger Frauen gibt, die auftreten möchten. Welche Gründe es dafür gibt, ist jedoch unklar.35

Zusätzlich zu den Slammern, die unangemeldet zu einem Poetry Slam kom- men, können die Veranstalter auch bereits bekannte Slammer einladen, da eine Veranstaltung dann in der Regel besser besucht wird.36 Laut Marc Smith werde dadurch auch die hohe Qualität eines Poetry Slams gesichert.37 Diese soge- nannten „featured poets“ nehmen manchmal auch nicht am eigentlichen Wett- bewerb teil, sondern performen einen oder mehrere ihrer Texte gegen eine Gage. In der Regel übernehmen sie dann auch die Rolle des sogenannten „Op- ferlamms“ oder „Sacrifice“.38 So wird der Slammer bezeichnet, der als erster auftritt. Diese Rolle kann, sollten keine geladenen Slammer zur Verfügung stehen, auch der MC übernehmen. Das „Opferlamm“ bekommt eine Wertung von der Jury und setzt damit den Maßstab für die späteren Auftritte, ist jedoch selbst vom Wettbewerb entbunden.39 Sebastian 23, ein bekannter deutscher Slammer, sagt über die Rolle des ersten Auftretenden:

Es ist so, dass es eine ungeschriebene Regel ist, dass man es als erster auf jeden Fall am schwierigsten hat beim Slam, eben weil das Publikum noch nicht weiß, was noch kommt. Und auch die Wertungen, selbst wenn sie es total super fanden, dann aber so ausfallen, dass sie denken, da kann ja noch was draufgesetzt werden, und gegen Ende werden sie immer enthusiastischer, weil die Stimmung immer weiter steigt, die Wertungen gehen nach oben, aber so ist das eben. Ich nehme den Wettbewerbsgedanken nicht zu ernst.40

Die Gewinnchancen für den ersten Slammer sind also sehr gering. Um den Wettbewerb selbst dennoch so fair wie möglich zu gestalten, gibt es das „Opferlamm“, das das Publikum und die Jury einstimmen und es dem ersten Teilnehmer des eigentlichen Wettbewerbs erleichtern soll.41

Das Publikum beim Poetry Slam ist in der Regel ein sehr gemischtes: Erwach- sene und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft kommen hier zusammen.42 Dennoch lässt sich eine Tendenz zu einem jungen und oftmals studentischen Publikum feststellen.43 Boris Preckwitz fasst zusammen, dass das Publikum „[...] generell der sozialen Mischung der jeweiligen Stadt [entspricht]“.44 Das Publikum ist entscheidend für den Verlauf und die Stimmung eines Poetry Slams, da es durch Applaus und Zwischenrufe seine Zuneigung oder Ableh- nung deutlich machen kann.45 Stefanie Westermayr betont die aktive Rolle des Publikums:

Das Publikum ist - anders als bei herkömmlichen Lesungen - eingeladen, sich einzubringen, Stellung zu beziehen, zu kommentieren, seinen Spaß zu haben.

Die Zuschauer dürfen rauchen, reden und aufstehen, um sich ein neues Getränk zu holen. Poetry Slam bedeutet für die Zuschauer die hohe Schule des Zuhörens. Es geht um Respekt gegenüber denen, die sich trauen - aber auch um Ehrlichkeit gegenüber dem, was vorgetragen wird.46

Doch dies ist nicht der einzige aktive Part des Publikums. Auch die Jury be- steht meistens aus Zuschauern, die sich entweder freiwillig gemeldet haben oder zu Beginn des Abends willkürlich vom MC ausgesucht wurden. Aus die- sem Grund haben die Jury-Mitglieder oft nicht nur unterschiedliche Vorkennt- nisse über den Slam selbst, sondern auch eine unterschiedliche literarische Vorbildung47, was zu einer sehr subjektiven Bewertung der Slammer beiträgt.48 Die Juroren bewerten unter anderem die Vortragsweise, die Themenwahl und den Unterhaltungswert. Gelegentlich werden auch Journalisten oder bekannte Slammer als Jury-Mitglieder eingeladen.49 Alle Juroren erhalten vom MC Wer- tungstafeln mit Nummern von Null bis Zehn, die sie am Ende jedes Vortrags hochhalten, um den Slammer zu bewerten.50 Ko Bylanzky beschreibt das Wer- tungssystem wie folgt: „Die Skala reicht dabei von 0 Punkten für den Text, der nie hätte geschrieben werden dürfen, bis zu 10 Punkten für einen Text, der or- giastische Gefühle auslöst“. Der Slammer mit der höchsten Punktzahl gewinnt den Wettbewerb.51

Eine Alternative zu der Bewertung mit Wertungstafeln stellt die Applauswer- tung dar. Dabei gibt es keine Jury, sondern vielmehr fungiert das gesamte Pub- likum als Jury, indem es seine Zu- oder Abneigung durch Applauslautstärke deutlich macht. „Wer den lautesten Applaus bekommt, gewinnt auch den Slam“, konstatieren Dean Ruddock und Karsten Strack.52 Nach Ko Bylanzky komme diese Art der Publikumsabstimmung „dem basisdemokratischen Ab- lauf des Slams wesentlich mehr entgegen“ als die Bewertung durch eine Jury.53

[...]


1 Zu Gunsten der leichteren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen das generische Maskulinum verwendet, solange es keine neutrale Alternative gibt. Dies soll keine Benachteiligung anderer Geschlechter implizieren, sondern als geschlechtsneutral zu verstehen sein.

2 Goer, Charis: Poetry Slam und Universität. In: Poetry Slam. Das Handbuch. Hrsg. von Karsten Strack unter Mitarbeit von Michael Serrer. 1. Aufl. Paderborn: Lektora 2017. S. 148.

3 Felis, Clara: Auf den Spuren der Lyrik beim Poetry Slam. Ein Vergleich der US- amerikanischen und der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szenen. Paderborn: Lektora 2013. S.

4 Kerenski, Boris: Stimmen aus dem Untergrund. Social Beat & Slam Poetry. In: Alles Pop. Kapitalismus & Subversion. Hrsg. von Marvin Chlada, Gerd Dembowski und Deniz Ünlü. Aschaffenburg: Alibri 2013. S. 152.

5 Mailand, Lia: Poetry Slam. Kann eine Subkultur den Lyrikunterricht erobern. Saarbrücken: Akademiker 2014. S. 6.

6 Mailand, L.: Poetry Slam. S. 4.

7 Masomi, Sulaiman: Poetry Slam. Eine orale Kultur zwischen Tradition und Moderne. Paderborn: Lektora 2012. S. 25.

8 Ruddock, Dean und Karsten Strack: The Point is Poetry. In: Poetry Slam. Das Handbuch. Hrsg. von Karsten Strack unter Mitarbeit von Michael Serrer. 1. Aufl. Paderborn: Lektora 2017. S. 11.

9 [Art.] Poetry. In: Pons. Kompaktwörterbuch für alle Fälle. Hrsg. von Prof. Dr. Erich Weis. 4. Aufl. Stuttgart: Klett 2000. S. 430.

10 [Art.] Slam. In: Longman Dictionary of Contemporary English. Hrsg. von Pearson Education Limited. 5. Aufl. Essex: Pearson Educated Limited 2009. S. 1648.

11 [Art.] Poetry-Slam, Poetry Slam. In: Duden. Deutsches Universal-Wörterbuch. Hrsg. von der Dudenredaktion. Berlin: Duden 2015. S. 1361.

12 Mailand, L.: Poetry Slam. S. 4.

13 Der Club der wilden Dichter. Die Geschichte des Poetry Slams. Regie: Marcus Richardt und Lillian Rosa. Deutschland 2016. Veröffentlicht in der 3sat Mediathek am 23.09.2017, www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=57041 (Zugriff: 11.05.2018). TC: 00:04:51- 00:07:12.

14 Preckwitz, Boris: Slam Poetry - Nachhut der Moderne. Eine literarische Bewegung als AntiAvantgarde. Hamburg: Books on Demand 1997. S. 45.

15 Der Club der wilden Dichter. TC: 00:04:51-00:07:12.

16 Preckwitz, B.: Slam Poetry - Nachhut der Moderne. S. 45.

17 Baig, Mehroz: Slam Poetry. A History. www.huffingtonpost.com/mehroz-baig/slam-poetry- a-history_b_4944799.html?guccounter=1 (Abfragedatum: 12.06.2018).

18 Der Club der wilden Dichter. TC: 00:12:24-00:12:39.

19 Preckwitz, B.: Slam Poetry - Nachhut der Moderne. S. 59-60.

20 Felis, C.: Auf den Spuren der Lyrik beim Poetry Slam. S. 21.

21 Ruddock, Dean und Karsten Strack: The Point is Poetry. In: Poetry Slam. Das Handbuch. Hrsg. von Karsten Strack unter Mitarbeit von Michael Serrer. 1. Aufl. Paderborn: Lektora 2017. S. 10.

22 Ebd.

23 Der Club der wilden Dichter. TC: 00:35:41-00:35:59.

24 Ruddock, D. und K. Strack: The Point is Poetry. S. 9.

25 Der Club der wilden Dichter. TC: 00:13:47-00:14:03.

26 Ruddock, Dean und Karsten Strack: Begriffe des Poetry Slam. In: Poetry Slam. Das Handbuch. Hrsg. von Karsten Strack unter Mitarbeit von Michael Serrer. 1. Aufl. Paderborn: Lektora 2017. S. 201-202.

27 Mailand, L.: Poetry Slam. S. 7.

28 Ebd. S. 8.

29 Westermayr, Stefanie: Poetry Slam in Deutschland. Theorie und Praxis einer multimedialen Kunstform. Marburg: Tectum 2004. S. 32.

30 Mailand, L.: Poetry Slam. S. 8.

31 Westermayr, S.: Poetry Slam in Deutschland. S. 33.

32 Ebd.

33 Ebd. S. 34.

34 Ebd. S. 33.

35 Ebd. S. 34.

36 Ruddock, D. und K. Strack: Begriffe des Poetry Slam. S. 196.

37 Der Club der wilden Dichter. TC: 00:24:21-00:24:35.

38 Ruddock, D. und K. Strack: Begriffe des Poetry Slam. S. 196.

39 Mailand, L.: Poetry Slam. S. 8-9.

40 Dichter und Kämpfer. Das Leben als Poetryslammer in Deutschland. Regie: Marion Hütter. Deutschland: Ascot Elite Home Entertainment 2012. TC: 00:07:09-00:07:37.

41 Ruddock, D. und K. Strack: Begriffe des Poetry Slam. S. 199-200.

42 Mailand, L.: Poetry Slam. S. 12.

43 Keller, Christine: Poetry Slam als Comedy- und Mainstreamevent. In: Poetry Slam. Das Handbuch. Hrsg. von Karsten Strack unter Mitarbeit von Michael Serrer. 1. Aufl. Paderborn: Lektora 2017. S. 82.

44 Preckwitz, B.: Slam Poetry - Nachhut der Moderne. S. 97.

45 Westermayr, S.: Poetry Slam in Deutschland. S. 37.

46 Ebd.

47 Ebd. S. 38.

48 Felis, C.: Auf den Spuren der Lyrik beim Poetry Slam. S. 23.

49 Westermayr, S.: Poetry Slam in Deutschland. S. 38.

50 Ruddock, D. und K. Strack: Begriffe des Poetry Slam. S. 198.

51 Bylanzky, Ko: Slam Rules. In: Planet Slam. Das Universum Poetry Slam. Hrsg. von Ko Bylanzky und Rayl Patzak. 1. Aufl. Riemerling bei München: Yedermann 2002. S. 9.

52 Ruddock, D. und K. Strack: Begriffe des Poetry Slam. S. 194.

53 Bylanzky, K.: Slam Rules. S. 9.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Zur Faszination des Phänomens Poetry Slam im Zeitalter der Digitalisierung
Untertitel
Eine medienwissenschaftliche Untersuchung
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
41
Katalognummer
V446726
ISBN (eBook)
9783668825208
ISBN (Buch)
9783668825215
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Poetry Slam, Slam Poetry, Slam, Trojanische Worte, Digitalisierung, Medienwissenschaften, Germanistik, Poetry Clips, Poetry Film, Poetry
Arbeit zitieren
Sophia Pistorius (Autor), 2018, Zur Faszination des Phänomens Poetry Slam im Zeitalter der Digitalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446726

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