Angststörungen finden in der Öffentlichkeit eine immer bedeutsamere Beachtung. Immer häufiger sind Studenten von psychischen Beeinträchtigungen betroffen, die von diversen Angststörungen einhergehen. Diesbezüglich nimmt die vorliegende Arbeit Bezug zu Studenten mit Prüfungsangst. Die Arbeit geht der Frage nach, wie man mit dieser psychischen Störung umgehen kann und letztendlich bewältigen kann. Mit einer geschlechtsspezifischen Unterscheidung soll verglichen werden, ob Männer und Frauen gleich anfällig für Prüfungsängste sind. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden ausschließlich Frauen für einen bedürfnisorientierten Bewältigungskonzeptentwurf herangezogen. Die Arbeit beruht auf einem theoriebasierten Konzept, das mithilfe von wissenschaftlichen Quellen erschlossen wurde. Der Entwurf des Bedarfskonzepts zeigt, dass notwendige Maßnahmen für weibliche Studenten bezüglich körperlichen und psychischen Beeinträchtigung und der daraus entstehenden Folgen getroffen werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Angststörung
2.2 Prüfungsangst
2.3 Geschlechtsspezifische Unterschiede
3. Zielsetzung
4. Methodische Vorgehensweise
5. Ergebnisse
6. Diskussion
7. Reflektion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über den Umgang mit und die Behandlung von Angststörungen, insbesondere Prüfungsangst bei Studentinnen, zu geben und ein theoretisches Bewältigungskonzept vorzustellen.
- Grundlagen von Angststörungen und deren Klassifizierung
- Phänomenologie und Ursachen von Prüfungsangst
- Analyse geschlechtsspezifischer Unterschiede bei Ängsten
- Entwicklung eines bedürfnisorientierten Bewältigungskonzepts
- Einsatz von präventiven Maßnahmen und therapeutischen Interventionen
Auszug aus dem Buch
2.2 Prüfungsangst
In den Anfängen der 60er Jahren wurde in der Forschung Prüfungsangst als Zustand emotionaler Erregung definiert (Wacker, 2005, S. 13). Bis heute liegt allerdings keine allgemeine akzeptierte und operationale Definition in der wissenschaftlichen Literatur vor (Liebert, 1967, S. 975ff.). Nach den Kriterien der wichtigen Klassifikationssysteme für psychische Störungen DSM-IV und der ICD-10 (ICD-10, Kapitel V) gehören Prüfungsängste nicht explizit zu den definierten „Störungen mit Krankheitswert“ (Friedrich L. F., 2011, S. 5). Für eine diagnostische Einordnung werden Prüfungsängste in Anlehnung an das ICD-10 je nach Fokussierung der Symptomatik, Komorbidität und individueller Vorerfahrung grundsätzlich entweder unter einer sozialen Phobie oder spezifischen Phobie zugeordnet (Bögels, 2010, S. 168).
Fehm und Friedrich definieren Prüfungsangst ansatzweise als „anhaltende und deutlich spürbare Angst in Prüfungssituationen und/oder während der Zeit der Prüfungsvorbereitung, die den Bedingungen der Prüfungsvorbereitung und der Prüfung selbst nicht angemessen ist“ (Friedrich L. F., 2011).
Angelehnt an die Definition wird auch von einer „Bewertungsangst“ gesprochen, da eine zielgerichtete Erhebung von Leistung erfolgt. Diesbezüglich kann Prüfungsangst als „state anxiety“ interpretiert werden, also Angst in einer bestimmten Situation (Grüner, 2010, S. 21). Die Symptome von Prüfungsangst treten auf verschiedenen Ebenen des Verhaltens und Erlebens auf. Dabei kann interindividuell wie auch intraindividuell von sehr unterschiedlichen Ausprägungsgraden sowie Kombinationen der Symptomatik ausgegangen werden. Psychologen unterteilen Prüfungsangst in vier Modalitäten: Emotionalität (z.B. nervöses Gefühl), Kognition (z.B. Versagungsangst und die Konsequenzen), Physiologie (z.B. erhöhter Herzschlag) und Verhalten (z.B. ungünstige Lernstrategien, Vermeidung) (Grüner , 2010, S. 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Angststörungen ein und begründet den Fokus auf die Prüfungsangst bei Studentinnen aufgrund steigender Leistungsanforderungen.
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund: Hier werden Definitionen zu Angststörungen und Prüfungsangst erläutert sowie geschlechtsspezifische Erklärungsansätze für die höhere Betroffenheit von Frauen dargelegt.
3. Zielsetzung: Dieses Kapitel präzisiert das Ziel der Arbeit, effiziente Bewältigungsmaßnahmen für von Prüfungsangst betroffene Studentinnen vorzustellen.
4. Methodische Vorgehensweise: Die methodische Vorgehensweise beschreibt die systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken zur Fundierung des Bewältigungskonzepts.
5. Ergebnisse: Es wird ein theoriebasiertes Konzept zur Bewältigung von Prüfungsangst vorgestellt, das auf dem Intervention Mapping basiert und verschiedene Interventionsmethoden umfasst.
6. Diskussion: Dieser Abschnitt erörtert die Relevanz der Thematik an Hochschulen und betont die Notwendigkeit frühzeitiger präventiver Maßnahmen.
7. Reflektion: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die behandelten Inhalte und unterstreicht die Wichtigkeit hochschulischer Beratungsangebote.
Schlüsselwörter
Angststörung, Prüfungsangst, Studentinnen, Bewältigungskonzept, Intervention Mapping, Gesundheitspsychologie, Prüfungsstress, Lernstrategien, psychosoziale Faktoren, Leistungsanforderungen, Prävention, psychische Beeinträchtigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Umgang mit und die Behandlung von Angststörungen, mit einem speziellen Fokus auf die weit verbreitete Prüfungsangst bei Studierenden.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Zentral sind die theoretische Einordnung von Angststörungen, die Analyse der Prüfungsangst, die Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede bei Betroffenen sowie die Erarbeitung eines praktischen Bewältigungskonzepts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, für die betroffene Zielgruppe der Studentinnen effiziente Bewältigungsmaßnahmen zu identifizieren und ein theoriebasiertes Konzept zu deren Umsetzung vorzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse. Hierzu wurde eine systematische Literaturrecherche in diversen Datenbanken mittels des Trichterprinzips durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Angststörung und Prüfungsangst insbesondere die geschlechtsspezifischen Unterschiede sowie ein konkretes Interventionskonzept für die Praxis diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Prüfungsangst, Bewältigungskonzept, Intervention Mapping, Studentinnen und Angststörung definieren.
Warum wird in der Arbeit ein spezieller Fokus auf das weibliche Geschlecht gelegt?
Studien zeigen, dass Frauen häufiger und intensiver unter Angststörungen und Prüfungsängsten leiden als Männer, weshalb sie für das entwickelte Bedarfskonzept als primäre Zielgruppe gewählt wurden.
Welches Interventionsmodell wird für das Bewältigungskonzept herangezogen?
Die Arbeit stützt sich auf das "Intervention Mapping" (IMA) von Bartholomew, welches einen sechsstufigen Prozess von der Bedarfsanalyse bis zur Evaluation umfasst.
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- Diana Ciesluk (Autor), 2018, Umgang mit und Behandlung von Angststörungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446795