Der demografische Wandel im Hinblick auf die alternde und zu pflegende Bevölkerung macht nachdenklich - wie, und besonders wo, wollen wir im Alter leben?
Gibts es Alternativen zu den klassischen Möglichkeiten? Anstatt sich die Pflegekräfte nach Deutschland zu holen: ist vielleicht die Pflege im Ausland eine solche Alternative? Welche ethischen und moralischen Bedenken gibt es aktuell?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsbestimmungen und Erklärungen
2.1 Demografischer Wandel und Umlageverfahren
2.2 Pflege und dessen Zielgruppe
2.3 Tourismus
2.3.1 Begriffserklärung „Pflegetourismus“
2.3.2 Kurzzeitpflege im Ausland
2.3.3 Langzeitpflege im Ausland
3 Wohnen und Pflege in Deutschland
3.1 Pflegesystem Deutschland
3.1.1 Stationäre Einrichtungen
3.1.2 Ambulante Dienste
3.1.3 Pflege Zuhause
3.2 Wohnbedarfe
3.3 Wohnbedürfnisse
4 Gesellschaftliche und soziale Bewertung des Pflege-Tourismus
4.1 Eigene Erhebung
4.1.1 Methodik und Inhalte
4.1.2 Durchführung
4.1.3 Auswertung & Auswertungsmethode der Ergebnisse
4.2 Vor- und Nachteile des Pflegetourismus
4.3 Ethische Aspekte
5 Fazit
5.1.1 Schlussfolgerungen
5.1.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die aktuelle Pflegesituation in Deutschland und untersucht Pflegetourismus im Ausland als eine potenzielle Alternative vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Dabei wird der gesellschaftliche Umgang mit diesem Thema sowie dessen Chancen und Risiken kritisch hinterfragt.
- Demografischer Wandel und Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems
- Traditionelle Pflegeformen versus neue Ansätze
- Empirische Analyse der gesellschaftlichen Einstellung zum Wohnen im Alter
- Vor- und Nachteile des Pflegetourismus (ökonomisch und ethisch)
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Die Weltbevölkerung wird älter, der Anteil der zu pflegenden Menschen in Deutschland steigt stetig und schneller noch als in den letzten Jahrzehnten. Grund hierfür ist vor allem der demografische Wandel im Hinblick auf die Altersstruktur sowie die geringeren Geburtenraten der letzten Generationen und der medizinische Fortschritt. Hier steht der unbedingte Erhalt des Lebens an erster Stelle und die Ausgaben für das deutsche Gesundheitssystem steigen somit bei sinkenden Geburten, ergo künftigen Einzahlern. Jenes Gesundheitssystem mit seinem Solidaritätsprinzip und Umlageverfahren, bei welchem die einzahlende Generation die aktuell pensionierte Generation finanziert, könnte demnach ins Negative kippen. Daher könnten Wohn- und Pflegeformen außerhalb Deutschlands eine soziale sowie finanzielle Lösung sein.
Die Generation, die sich aktuell in dem Alter befindet, in welchem über eine mögliche Pflege nachgedacht werden müsste, tut sich mit neuen Angeboten im Hinblick auf pflegerische Versorgungen eher schwer. Traditionelle Pflegemöglichkeiten sind immer noch für diese Generation beliebt und besonders die Unsicherheit gegenüber Alternativen wird auch unter anderem durch die Medien und negative Artikel im Internet geschürt. Hinzu kommt, dass die Menschen in Deutschland weiterhin ein gewisses medizinisches Versorgungsniveau gewohnt sind und sich viele nicht vorstellen können, dieses auch woanders als in Deutschland zu erhalten. Gleichzeitig steigen aber die medizinischen Kompetenzen im Ausland. Auch werden weltweit diverse Leitlinien für gesundheitliche Versorgung festgelegt, z.B. durch die WHO, um die Interaktion und Kooperation unter den Ländern zu optimieren. Durch die hier entstehenden Standards hat nicht nur der ältere Mensch zukünftig immer mehr die Chance, auch über die eigenen Ländergrenzen hinaus und auf einem geregelten Niveau, pflegerische Angebote in Anspruch zu nehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des demografischen Wandels ein und erläutert die Zielsetzung sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 Begriffsbestimmungen und Erklärungen: Hier werden die zentralen Fachbegriffe wie Pflege, Tourismus und insbesondere der Pflegetourismus definiert und kontextualisiert.
3 Wohnen und Pflege in Deutschland: Dieses Kapitel erörtert das bestehende Pflegesystem in Deutschland, inklusive stationärer und ambulanter Optionen sowie Wohnbedürfnisse im Alter.
4 Gesellschaftliche und soziale Bewertung des Pflege-Tourismus: Der Fokus liegt auf der Analyse einer eigens durchgeführten Umfrage sowie der Diskussion von Vor- und Nachteilen des Pflegetourismus unter Berücksichtigung ethischer Aspekte.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen im Bereich der Pflege im Ausland.
Schlüsselwörter
Pflegetourismus, Demografischer Wandel, Pflegeversicherung, Wohnen im Alter, Pflegesystem Deutschland, Kurzzeitpflege, Langzeitpflege, Umlageverfahren, Pflegenotstand, Ethik, stationäre Pflege, ambulante Pflege, Empirische Erhebung, Mid-Ager, Auswandern im Alter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob Pflegetourismus – also die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen im Ausland – eine ernsthafte Alternative zur traditionellen stationären oder ambulanten Pflege in Deutschland darstellt.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die zentralen Themen sind der demografische Wandel, die Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems, die verschiedenen Pflegemodelle in Deutschland und die kritische Auseinandersetzung mit der Pflege im Ausland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, einen Einblick in die gesellschaftliche Wahrnehmung von Pflegetourismus zu gewinnen und zu bewerten, inwiefern dieses Modell eine zukunftsfähige Alternative für das Wohnen im Alter bieten kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie einer eigens durchgeführten, empirischen Online-Umfrage unter 66 Teilnehmern.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Begriffe, die Darstellung der deutschen Pflegesituation, die Analyse der eigenen Erhebung sowie eine ethische Bewertung des Pflegetourismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Pflegetourismus, Demografischer Wandel, Pflegebedürftigkeit, Wohnen im Alter und Pflegenotstand.
Wie bewerten die befragten Teilnehmer das Thema Pflege im Ausland?
Die Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Befragten stationäre oder häusliche Pflege in Deutschland bevorzugt; für die Option der Pflege im Ausland zeigten sich nur sehr wenige Teilnehmer offen.
Welche ethischen Bedenken werden in Bezug auf den Pflegetourismus angeführt?
Es wird kritisch hinterfragt, ob eine Auslagerung der Pflege ins Ausland primär dem finanziellen Interesse von Angehörigen dient und inwieweit dies zu einer sozialen Entfremdung der Betroffenen führen kann.
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- Sara Laube (Author), 2018, Pflege & Wohnen im Alter. Pflegetourismus als Alternative?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446832