Die Beziehung Ottos des Grossen zu seinem Sohn Liudolf. Ein Vater-Sohn-Konflikt?


Hausarbeit, 2018

21 Seiten, Note: 1.5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

I. Einführung

II. Die Beziehung Ottos I. zu seinem Sohn Liudolf
i. Hzg. Liudolf v. Schwaben in den Quellen
ii. Das Band von Vater zu Sohn
iii. Politische Lage
iv. Ausbruch der Krise in den Quellen
v. Machtpolitische Ebene
vi. Friedensverhandlungen
vii. Wiederaufnahme in des Königs Gunst

III. Zusammenführung

IV. Quellen und Literaturverzeichnis
i. Quellenverzeichnis
ii. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

I. Einführung

„Quod cum vidisset filius eius Liudulfus, tristis a rege discessit, profectusque in Saxoniam aliquamdiu moratus est in loco consiliis funesto Salavedun.“ [1] . Liudolf von Schwaben[2], erzürnt durch die Hochzeit seines Vaters Otto dem Grossen mit Adelheid von Italien[3], wendet sich von seinem Vater ab und provoziert einen Bürgerkrieg, der schrecklich im Reich wüten wird. Ein Ereignis, welches das Reich Ottos nahe an den Kollaps führt; ein Konflikt, der heute noch für Kontroversen unter Historikern sorgt[4].

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Beziehung Ottos des Grossen zu seinem Sohn Liudolf. Im Zentrum steht hierbei Aufstand und Revolte des Letzteren gegen seinen Vater. Als Quellen dienen Widukinds Sachsengeschichte[5], Adalberts Fortsetzung des Regino von Prüm[6], die Chronik des Thietmar von Merseburg[7] und nicht zuletzt Ruotgers Vita Brunonis archiepiscopi Coloniensis[8]. Der Vergleich und die Analyse der Quellen bilden die Grundlage dieser Arbeit. Anhand der somit spezifisch hervorgehobenen Stellen und Unterschiede, welche sich finden, soll ein besseres Verständnis der Beziehung zwischen Otto dem Grossen und Liudolf von Schwaben erzielt, und somit auch ein Einblick in die Handlungsmotive der beiden Figuren geliefert werden. Weiter hat die Arbeit das Ziel aufzudecken, inwiefern der stilisierte und romantisierte Vater-Sohn-Konflikt, welchen uns die Quellen beschreiben, wirklich stattfand, oder ob ein anderes Handlungsmuster aufgezeigt werden kann.

Zu den Ottonen und vor allem Otto I. liegt eine enorme Fülle an Forschung vor. Speziell hervorzuheben sind hier die Werke von Robert Holtzmann und Gerd Althoff, welche beide mehrere Standardliteraturwerke vollendeten. Auch die Aufstände während Ottos Regierungszeit sorgen immer noch für neue Forschung, so beschäftigte sich beispielsweise Adelheid Krah[9] erst 2006 mit dem Aufstand Liudolfs. Das Rätsel des Liudolfinischen Aufstandes sorgt jedoch nicht erst seit der Jahrtausendwende für Aufruhr, schon vorher beschäftigten sich Johannes Laudage[10] oder auch Helmut Naumann[11] hiermit. Alle Ansätze werden in dieser Arbeit berücksichtigt.

II. Die Beziehung Ottos I. zu seinem Sohn Liudolf

i. Hzg. Liudolf v. Schwaben in den Quellen

Liudolf, einziger Sohn des Königs und späteren Kaisers[12] Otto und dessen erster Frau Edgitha von England[13], erscheint in den Quellen, welche uns für diese Zeit vorliegen, als ausnehmend liebenswerter und tugendhafter Mensch. So beschreibt Thietmar von Merseburg ihn als strahlend in jeglicher Kraft, Ebenbild seines Vaters, der durch sein vortreffliches Benehmen die Zierde seiner feinen Geburt nur noch erhöhte und allen Ersten des Reichs gefiel[14]. Auch Ruotger hat Gutes zu berichten, bezeichnet er ihn doch als glänzenden und schätzenswerten Mann, welcher es zu noch grösseren Ehren hätte bringen können, wenn er nur seinen Vater nicht verraten hätte[15]. Auch wenn es sich hierbei um typische Herrschertugenden handelt, muss davon ausgegangen werden, dass nicht alle dieser Eigenschaften Liudolf lediglich angedichtet wurden, dafür ist die Quellenlage zu einstimmig und unwiderlegt.

ii. Das Band von Vater zu Sohn

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass ein Mann von solcher Qualität das Schwert gegen seinen Vater erhob und in offene Rebellion gegen ihn trat.

Konfliktiv gestaltete sich die Beziehung nicht immer. Ottos Herrschaft war davon geprägt, nahe Verwandte in wichtige Positionen des Reichs zu setzen, um die Stabilität seiner Herrschaft abzusichern[16]. So fungierte auch Liudolf, welcher nach Edgithas Tod 946 als designierter Nachfolger Ottos eingesetzt wurde[17], als wichtige Stütze der Herrschaft Ottos, nämlich als Herzog in Schwaben[18]. Als Herzog besass Liudolf grossen Handlungsspielraum sowie weitreichende Macht[19]. Daraus ist zu schliessen, dass Otto seinem Sohn durchaus vertraute und diesen auch schätzte sowie auf ihn angewiesen war. Thietmar von Merseburg bestätigt diese Vermutung mit seiner Aussage über die gemeinsame Herrschaft von Vater und Sohn nach Edgithas Tod. In dieser Zeit, wie Thietmar zu berichten weiss, erblühte das Reich unter der gemeinsamen Herrschaft von Vater und Sohn so, dass es schwer zu beschreiben sei[20]. Ein weiteres Ereignis, welches diese Annahme untermauert, ist, dass Liudolf die Italienreise seines Vaters vorbereitete, indem er im Voraus mit seinen Alemannen dorthin zog, um – wie Adelheid Krah schreibt – für den König zu werben[21]. Auch der Chronist Adalbert erwähnt dieses Geschehen in seinem Text, fügt jedoch hinzu, dass der Thronfolger ohne das Wissen seines Vaters und um diesem zu gefallen nach Italien zog, womit er ihn durch seinen Ungehorsam verärgerte. Seiner Einschätzung nach liegt hier der Anstoss der späteren Rebellion[22].

Dieser Quellenabschnitt muss jedoch kritisch analysiert werden, da es höchst unwahrscheinlich ist, dass ein Herzog mit der Machtfülle, welche Liudolf zuteilwurde, jeden seiner Schritte vor dem König rechtfertigen musste. Falls Liudolf ohne Wissen seines Vaters gehandelt haben sollte, wäre dies wohl kein schwerwiegender Affront gewesen, vor allem dann nicht, wenn man zusätzlich miteinbezieht, dass Liudolf für das Wohl des Königs agierte. Es stellt sich sogar die Frage, ob dies nicht Teil von Ottos hegemonialem Plan war und, falls nicht ausdrücklich befohlen, doch indirekt erwartet oder Teil von Liudolfs Aufgaben war[23]. Dieser Grund – ein ungeschickter Übereifer des Thronfolgers – scheint für die Rebellion lediglich vorgeschoben zu sein, um eine akzeptable Narrative zu schaffen[24].

Ein weiterer Aspekt, welcher auf eine gute Beziehung von Vater zu Sohn hindeutet, ist, dass es nach den vorliegenden Quellenaussagen nie an Liebe zwischen den beiden gemangelt haben soll. Widukind schreibt in seiner Sachsengeschichte, dass der König nach dem Tod seiner Gemahlin seine gesamte Liebe für sie auf den gemeinsamen Sohn übertrug[25]. Auch Ruotger legt dem Bruder des Königs in einem Gespräch, welches Liudolf mit seinem Onkel Brun geführt haben soll, die Worte in den Mund, dass es Liudolf seit seiner Kindheit nie an väterlicher Liebe gemangelt hätte[26].

Hier stellt sich nun jedoch die Frage, inwiefern diese Liebe tatsächlich existierte oder auch ausgedrückt wurde. Es ist nicht zu bestreiten, dass Otto hohe Ansprüche an seinen erstgeborenen Sohn hatte und dieser unter grossem Druck stand. Ob hier väterliche Liebe nicht teilweise als Tadel und Härte empfunden wurde, bleibt offen; grundsätzlich kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Otto durchaus Interesse an seinem Sohn zeigte.

Ein letztes Beispiel, welches auf eine gute Beziehung zwischen Vater und Sohn hindeutet, ist eine Schenkungsurkunde, angefertigt am 9. August 952 in Augsburg, in welcher Otto dem Kloster Einsiedeln den Ort Liel schenkte. Diese Schenkung - so in der Urkunde festgehalten - geschah auf die Bitte Liudolfs hin: „ Noverint omnes fideles nostri presentes scilicet et futuri, qualiter nos per interventum dilecti filii nostri Liutolfi (...)“[27]. Adelheid Krah betont hierbei die machtpolitische Bedeutung, welche der Schenkung inne liegt, denn sie bestärkte die Funktion Liudolfs als Schwabenherzog[28].

iii. Politische Lage

Um nun den folgenden Bruch zwischen König und Sohn nachvollziehen zu können, muss auf die damals herrschende politische Lage eingegangen werden.

Zwei Schlüsselelemente können hierbei aufgezeigt werden: Zum einen heiratet Otto seine zweite Frau Adelheid von Italien[29] und zum anderen wächst der Einfluss Herzog Heinrichs von Bayern, des Königs Bruder[30]. Beide Umstände führen unweigerlich dazu, dass sich die Machtstruktur im Reich verändert und dass ausserdem die Thronfolge Liudolfs nicht mehr als unanfechtbar angesehen werden kann.

Mit der Hochzeit seines Vaters entstehen für Liudolf zwei Risiken: Auch wenn er schon als Thronfolger bestimmt worden ist, besteht die Möglichkeit, dass Ottos Erbe neu verteilt werden wird. Wie Johannes Laudage hervorhebt, zieht die Wiederverheiratung Ottos erhebliche Konsequenzen für die Erbfolge mit sich. „ In allen Rechtsquellen, die sich mit dem Problem der Erbansprüche von Söhnen aus aufeinanderfolgenden Muntehen befassen, wird der Grundsatz aufgestellt, dass das Hausgut nach der Wiederverheiratung des Vaters neu aufgeteilt werden müsse.“ [31]. Die meisten Rechtstexte führen das Prinzip der Einkinschaft auf. Somit würden alle legitimen Söhne zu gleichen Teilen am Erbe des Vaters, in diesem Falle Otto, beteiligt werden[32]. Der zweite und weitaus schwerwiegendere Punkt ist, dass Otto – wie schon sein Vater Heinrich I. – wohl eine Individualsukzession im Kopf hatte[33]. Aus diesem Grund wurde Liudolf schon frühzeitig als Nachfolger bestimmt. Da nun jedoch die Möglichkeit auf weitere männliche Nachkommen Ottos bestand, galt Liudolfs Nachfolge nicht mehr als vollkommen gesichert.

Die zweite Veränderung, welche Einfluss auf die politische Lage hatte, war das Verhältnis von Liudolf zu seinem Onkel Heinrich. Denn Liudolfs ungetrübtes und liebevolles Verhältnis zu seinem Vater war nicht automatisch übertragbar auf seinen Onkel Heinrich – im Gegenteil: Heinrich, welcher wesentlich an Einfluss gewonnen hatte[34], stand in Konkurrenz zum designierten Thronnachfolger. Es ist anzunehmen, dass des Königs Bruder andere Vorstellungen als Liudolf hatte, wer secundus a rege, als Zweiter nach dem König gelten sollte: nämlich nicht der Sohn, sondern der Bruder[35]. Widukind erwähnt, dass Heinrich, wohl wissentlich, dass Liudolf der mütterlichen Liebe beraubt war, diesen verächtlich behandelte und gar verhöhnte[36]. Auch Adalbert zeichnet ein ähnliches Bild: Ihm zufolge vereitelte Heinrich sogar Liudolfs Pläne in Italien, da er neidisch auf die Ehren und Erfolge des Königssohns war[37]. Somit ist von einer Rivalität zwischen den beiden Herzögen auszugehen. Adelheid Krah schätzt die damalige Situation so ein, dass Heinrichs Einfluss auf den König zu dieser Zeit zunahm, während Liudolf sich immer mehr in eine Randposition gedrängt sah[38]. Als Beispiel hierfür gilt Adalberts Anmerkung, dass der König auf dem Reichstag in Augsburg, Mitte August 952, seinem Bruder Heinrich die Marken Verona und Aquileja[39] anvertraute[40]. Liudolf sah seinen eigenen Einfluss somit schwinden, den seines Onkels wachsen. Plötzlich stand nicht mehr er dem König am nächsten und genoss dessen uneingeschränktes Vertrauen, sondern ein anderer, obwohl doch er der eigentliche Nachfolger war. Ein Phänomen, welches zweifellos zu Unsicherheit und negativen Gefühlen führen kann.

iv. Ausbruch der Krise in den Quellen

Auf der Basis dieses Hintergrunds kann nun der Ausbruch des Liudolfinischen Aufstands genauer betrachtet werden[41]. Die Quellen schildern ähnliche Beweggründe für Liudolfs Empörung und seine Abwendung von Otto. Am berühmtesten ist wohl Widukinds Schilderung der Ereignisse. Nach dem Korveier Mönch verliess Liudolf seinen Vater missvergnügt, als dieser Adelheid in Pavia ehelichte, und zog heim nach Sachsen. Dort hielt er sich längere Zeit in Saalfeld auf, einem Ort, der auf Grund eines früheren Anschlags[42] Unheil ankündigte. Weiter wird berichtet, dass sowohl Konrad als auch Liudolf, des Königs Bruder Heinrich mieden, da diesen ihrer Meinung nach die Schuld an einem Affront des Königs gegenüber Konrads träfe[43]. Zuletzt wird noch auf die verächtliche Behandlung Liudolfs durch Heinrich hingewiesen[44]. Widukind erkennt hierbei die zwei wichtigen Problempunkte, welche die Beziehung zwischen Otto und seinem Sohn belasteten, nämlich zum einen der Konkurrenzkampf mit Heinrich und zum anderen die Möglichkeit einer Umstrukturierung der Herrschaftsnachfolge. Thietmar von Merseburg beschreibt Ähnliches. Auch er sieht den Anlass für Liudolfs Verstimmung in der Hochzeit Ottos mit Adelheid und beschreibt, dass Liudolf, welcher auf Grund dieses Ereignisses düster und unzufrieden gestimmt war, heim eilte und sich in Saalfeld. Auch hier wird Saalfeld als ein Ort bezeichnet, welcher wie geschaffen für einen Hinterhalt sei[45]. Ruotger schreibt, dass Liudolf es eilig gehabt hätte, Macht zu erlangen und dem väterlichen Rate nicht mehr folgen wollte[46].

Sehr interessant gestaltet sich Adalberts Analyse der Geschehnisse. Der Unterschied zu den anderen Quellenaussagen macht seine Geschichte nur noch relevanter und eröffnet uns Interpretationsspielraum für die Hintergründe[47]. Der Geschichtsschreiber berichtet von Liudolfs fehlendem Gehorsam seinem Vater gegenüber, als er eigenmächtig nach Italien zog, wie bereits oben erwähnt. Hier wird eine einfache Narrative vorgeschlagen[48], was Adalbert gleich darauf jedoch erlaubt, auf einen wesentlich wichtigeren Punkt zu sprechen zu kommen; nämlich auf den neidischen Heinrich. Wegen dessen heimlicher Pläne, die dazu dienten, Liudolfs Erfolg in Italien zu verhindern, musste dieser allerlei Unannehmlichkeiten und Widerwärtigkeiten erdulden[49].

[...]


[1] Widukind von Korvei, Die Sachsengeschichte, in: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit / Fontes ad historiam aevi Saxonici illustrandam, unter Benützung der Übers. von Hirsch, Paul, neu bearb. von Bauer, Albert; Rau, Reinhold, Darmstadt 1971 [52002], S. 134. Übersetzt ebd. S. 135: “Als dies sein Sohn Liudolf gesehen hatte, verließ er missvergnügt den König, zog nach Sachsen und hielt sich längere Zeit in Saalfeld auf, einem Ort der Unheil ankündete durch einen früheren Anschlag.“.

[2] Einen guten Überblick zum Leben Liudolfs von Schwaben liefert Thomas Zotz in: Zotz, Thomas: Liudolf, Hzg. v. Schwaben, in: Lexikon des Mittelalters, Tl. 5, Stuttgart 1991, Sp. 2039.

[3] Eine recht ausführliche Beschreibung der Herrschaft Ottos liefert Tilman Struve in: Struve, Tilman: Otto I., d. Gr., Ks., dt. Kg., in: Lexikon des Mittelalters, Tl. 6, Stuttgart 1993, Sp. 1563-1567. Genaueres zu Otto und seinem Leben in der moderneren Biographie von Johannes Laudage, welcher dem Leben des Herrschers chronologisch folgt in: Laudage, Johannes: Otto der Grosse (912-973). Eine Biographie, Regensburg 2001 [32012].

[4] Helmut Naumann betont explizit die Rätselhaftigkeit des Liudolfinischen Aufstandes. Hierbei konzentriert er sich vor allem auf die Motive, welche die Aufrührer antrieben. Er unterscheidet zwischen ideellen und persönlichen Motiven und weist die bisher vorherrschende Meinung, nach welcher persönliche Motive massgeblich zum Aufstand führten, mit dem Argument zurück, dass bis heute einfach kein sachlicher Grund gefunden wurde, der das Verhalten von Ottos Gegnern ausreichend erklären kann. Vgl. Naumann, Helmut: Rätsel des letzten Aufstandes gegen Otto I. (953-954), in: Archiv für Kulturgeschichte 46 (1964), S. 133-184, hier S. 147-150.

[5] Verwendet wird hierbei: Quellen zur Geschichte der sächsischen Kaiserzeit / Fontes ad historiam aevi Saxonici illustrandam, unter Benützung der Übers. von Hirsch, Paul, neu bearb. von Bauer, Albert; Rau, Reinhold, Darmstadt 1971 [52002]

[6] Wie Anm. 5.

[7] Verwendet wird hierbei: Die Chronik des Thietmar von Merseburg. Nach der Übersetzung von Laurent, Johann Christian Moritz; Strebitzki, Johannes; Wattenbach, Wilhelm. Neu übertragen und bearb. von Holtzmann, Robert, Halle 2008.

[8] Zurückgegriffen wird hierbei auf: Ruotger, Lebensbeschreibung des heiligen Erzbischofs Bruno von Köln, übersetzt und erläutert von Schmale-Ott, Irene (Die Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit 30), Münster u. a. 1954.

[9] Vgl. Krah, Adelheid: Der aufständische Königssohn. Ein Beispiel aus der Ottonenzeit, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 114/1 (2006), S. 48-64.

[10] Vgl. Laudage, Johannes: Hausrecht und Thronfolge. Überlegungen zur Königserhebung Ottos des Großen und zu den Aufständen Thankmars, Heinrichs und Liudolfs, in: Historisches Jahrbuch 112 (1992), S. 23-71.

[11] Wie Anm. 4.

[12] Mit dem Ende des Liudolfinischen Aufstandes und der nachfolgenden Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955, bei welchem Otto siegreich über die Ungarn triumphierte, steigerte er sein Ansehen im Reich gewaltig. Vgl. Struve, Otto I., 1993. Der König wurde gar als Retter der Christenheit angesehen, und dies nicht zum ersten Mal. Ottos zahlreiche Siege gegen die sogenannten Feinde der Christen, zu welchen auch die Ungarn zählten, liess ihn für viele Zeitgenossen als Retter erscheinen. Vgl. Rovan, Joseph: Histoire de l’Allemagne. Des origines à nos jours, Paris 31999, hier S. 90. Nach Widukind wurde der König nach der Schlacht von den Seinen zum Kaiser ausgerufen. Vgl. Widukind, S. 159. Auch wenn dies keinerlei rechtliche Grundlage besass, kann doch angenommen werden, dass Zeitgenossen Ottos ihn schon damals in einer solchen Position sahen. Als Papst Johannes XII. Otto im Herbst 960 um Hilfe gegen Berengar II. von Ivrea bat, zog Otto mit einem Heer nach Italien. Dies resultierte darin, dass Otto am 2. Februar 962 in Rom von Papst Johannes XII. zum Kaiser gekrönt wurde, was zugleich eine Tradition für alle weiteren Kaiserkrönungen des Mittelalters bildete. Vgl. Althoff, Gerd: Die Kaiserkrönung Ottos des Großen 962, in: Scheibelreiter, Georg (Hg.): Höhepunkte des Mittelalters, Darmstadt 2004, S. 70-84. Auch Adelheid, Ottos Gemahlin, erhielt die Salbung und wurde gekrönt, was sie auf den gleichen Rang mit ihrem Gemahl stellte. Dies war eine vollkommene Neuerung, denn zuvor war keine Frau eines Karolingers je zur Kaiserin gekrönt worden. Vgl. und weiter mehr zu Adelheid und ihrer Position im Reich, in: Weinfurter, Stefan: Kaiserin Adelheid und das ottonische Kaisertum, in: Frühmittelalterliche Studien 33 (1999), S. 1-19, hier S. 10.

[13] Edgitha von England, geb. 910 in England, gest. am 29. Januar 946 in Magdeburg, war die Tochter Eduards des Älteren von Wessex und Ælflaedas sowie die Halbschwester König Æthelstans. Vgl. Schmid, Karl: Edgith, in: Lexikon des Mittelalters, Tl. 3, Stuttgart 1986, Sp. 1572-1573. Weiteres zu König Æthelstans und der Englischen Königspolitk dieser Zeit, in: Foot, Sarah: Æthelstan. The First King of England, New Haven 2011.

[14] Thietmar, S. 28-29.

[15] Ruotger, S. 37.

[16] Helmut Naumann beschreibt dies als die sog. Versachsungspolitik. Die nahen Verwandten König Ottos erhielten die höchsten Machtpositionen im Reich, entferntere Verwandte oder Männer sächsischer Abstammung erhielten die Positionen zweiten und dritten Ranges. Vgl. Naumann, Rätsel, 1964, S. 149. Hierzu auch mehr, in: Keller, Hagen: Reichsstruktur und Herrschaftsauffassung in ottonisch-frühsalischer Zeit, in: Frühmittelalterliche Studien 16 (1982), S. 74-128, hier S. 104 ff.

[17] Otto bestimmte Liudolf, nach gemeinsamer Wahl des gesamten Fürstenrats, als seinen Nachfolger. Vgl. Thietmar, (wie Anm. 7) S.29. Obwohl Liudolf noch keine 16 Jahre alt war, machte ihn Otto nach letztwilliger Verfügung zu seinem Nachfolger als Kg.. Vgl. Widukind, S. 131.

[18] Vgl. Krah, Königssohn, 2006, S. 48.

[19] Das Herzogtum verdankte Liudolf seiner Hochzeit mit der Tochter des treuen Gefolgsmanns Ottos, des Herzogs von Schwaben, Hermann I.. Schon früh spielte Liudolf eine Rolle in Ottos Familienpolitik, denn er wurde bereits 939 mit Ida, dem einzigen Kind Hermanns und dessen Gemahlin Reglinda, verlobt. Da Ida alleinige Erbin Hermanns war, fielen dessen Besitztümer mit Liudolfs und Idas Vermählung um die Jahreswende 947/948 und Hermanns Tod kurze Zeit später, am 10. Dezember 949, Liudolf und somit Ottos Familie zu. Dies kann als Teil der Versachsungspolitik gesehen werden und diente der Stabilisierung des Reichs. Mehr hierzu, in: Glocker, Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik (Dissertationen zur mittelalterlichen Geschichte 5), Köln u. a. 1989. Spezifisch auf Sachsen bezogen ist Stephan Freund sehr interessant, in: Freund, Stephan: Karolingische und ottonische Politik in Sachsen, in: Weiss, Rainer-Maria; Klammt, Anne (Hg.): Mythos Hammaburg. Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen Hamburgs (Veröffentlichung des Helms-Museums, Archäologisches Museum Hamburg, Stadtmuseum Harburg 107), Hamburg 2014, S. 203-218.

[20] Thietmar, S. 29.

[21] Krah, Königssohn, 2006, S. 50.

[22] Adalberti continuatio Reginonis, S. 206-207.

[23] Vgl. Althoff, Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart 22005, S. 98.

[24] Die Verletzung der Sohnespflicht gegenüber dem Vater, welche hier indiziert wird, dient dazu, das spätere Geschehen an einem bekannten Handlungsmuster festzumachen. Der Vorwurf des militärischen Eigenhandelns und der Unzuverlässigkeit wurde schon bei Karl dem Grossen als Mittel zur Absetzung mächtiger Magnaten im Hochgerichtsverfahren angewendet. Vgl. Krah, Königssohn, 2006, S. 50. Mehr hierzu findet sich, in: Krah, Adelheid: Absetzungsverfahren als Spiegelbild von Königsmacht. Untersuchungen zum Kräfteverhältnis zwischen Königtum und Adel im Karolingerreich und seinen Nachfolgerstaaten (Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte N. F. 26), Aalen 1987.

[25] Widukind, S. 131.

[26] Ruotger, S. 38.

[27] Die Urkunden Konrad I. , Heinrich I. und Otto I., ed. Sickel, Theodor (MGH Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser 1), Hannover 1879-1884 (ND München 1997).

[28] Krah, Königssohn, 2006, S. 50 f.

[29] Bis zum Tod Edgithas hatte sich Ottos Aktivität hauptsächlich auf das ostfränkische Reich beschränkt, dies änderte sich mit besagtem Ereignis jedoch. Die Grossen des Reichs Italien waren unzufrieden mit der Herrschaft Hugos I., König von Reichsitalien, welcher als grausam galt. An die Spitze der unzufriedenen Adligen stellte sich Berengar von Ivrea, welcher 941 jedoch an den Hof König Ottos fliehen musste. Hier kam dieser zum ersten Mal mit der politischen Lage in Italien in Berührung, verhielt sich jedoch neutral. Berengar kehrte 945 nach Italien zurück, woraufhin viele Adlige von Hugo abfielen und dieser abdanken musste. Sein Sohn Lothar II., welcher mit Adelheid von Burgund verheiratet war, folgte ihm auf den Thron, verstarb jedoch kurze Zeit später, im Jahr 950. Nach langobardischer Tradition war es Adelheid möglich, durch eine Eheschliessung den Königstitel weiterzugeben. Wohl aus diesem Grund nahm Berengar sie gefangen und erklärte sich drei Wochen nach Lothars Tod zum König. Auch Otto, welcher nach dem Tod seiner Gemahlin noch nicht wieder geheiratet hatte, sah nun die Möglichkeit, durch eine Hochzeit mit Adelheid seine Herrschaft nach Italien auszudehnen. Aus diesem Grund zog er 951 nach Italien, es ist unklar, ob dies auf Bitten geschah oder nicht. Vgl. Althoff, Ottonen, 2005, S. 96. In Pavia ehelichte Otto Adelheid noch im gleichen Jahr. Zwar übernahm Otto mit der Hochzeit die italienische Königswürde, dies wird in den Quellen jedoch nicht ausdrücklich erwähnt. Am 10. Oktober des gleichen Jahres wurde Otto jedoch von seiner Kanzlei als rex Francorum et Langobardorum und am 15. Oktober sogar als rex Francorum et Italicorum bezeichnet. Vgl. Althoff, Gerd; Keller, Hagen: Die Zeit der späten Karolinger und der Ottonen. Krisen und Konsolidierungen 888-1024 (Handbuch der deutschen Geschichte 3), Stuttgart 2008, S. 188. Mehr zu Ottos Beweggründen nach Italien zu ziehen, in: Weinfurter, Stefan: Kaiserin Adelheid und das ottonische Kaisertum, in: Frühmittelalterliche Studien 33 (1999), S. 1-19.

[30] Mehr zu Heinrich, in: Schmid, Alois: Heinrich I., Hzg. v. Bayern, in: Lexikon des Mittelalters, Tl. 4, Stuttgart 1989, Sp. 2063. So wie später auch Liudolf rebellierte Heinrich gegen Kg. Otto, dies sogar zwei Mal. Nichtsdestotrotz verzieh der König seinem Bruder; viele seiner Mitverschwörer wurden hingegen hingerichtet. Dies ist eine Strategie, welche sich durch Ottos Herrschaftszeit zieht. Seiner eigenen Familie und Mitgliedern der adligen Führungsschicht, welche ihre Schuld öffentlich kund taten und sich Ottos Gewalt wieder unterwarfen, verzieh Otto ihren Verrat. Die von ihm daraufhin auferlegten Strafen waren oft so mild, dass sich die Betreffenden kurze Zeit später wieder in Amt und Würde befanden. Vgl. Althoff, Gerd: Königsherrschaft und Konfliktbewältigung im 10. und 11. Jahrhundert, in: Frühmittelalterliche Studien 23 (1989), S. 265-290. Heinrich, welcher nach seiner ersten Rebellion kurz in die Verbannung geschickt wurde, erhielt vom König nach seinem zweiten Aufstand zunächst das Herzogtum Lothringen, welches er jedoch nicht halten konnte, und später das Herzogtum Bayern und wurde zu einer der wichtigsten Stützen von Ottos Herrschaft. Vgl. Laudage, Hausrecht, 1992, S. 64 f.

[31] Ebd., S. 69.

[32] Ebd., S. 69 f.

[33] Ottos Vater brach völlig mit der bis anhin geltenden Nachfolgeregelung wie sie die Karolinger kannten. Die Nachfolge Heinrichs schloss nicht nur die Brüder Ottos aus, sondern auch alle nicht-sächsischen Anwärter auf den Thron. Somit begründete Heinrich die Individualsukzession, die Unteilbarkeit des Königtums und des Reiches, welche auch seine Nachfolger beibehielten. Mehr hierzu, in: Ewig, Eugen: Beobachtungen zur politisch-geographischen Terminologie des fränkischen Grossreiches und der Teilreiche des 9. Jahrhunderts, in: Repgen, Konrad; Skalweit, Stephan (Hg.): Spiegel der Geschichte. Festgabe für Max Braubach zum 10. April 1964, Münster 1964, S. 99-140. Generell hochspannend und zum karolingischen Erbe und dessen Entwicklung unter späteren Herrschern, in: Althoff, Gerd; Keller, Hagen: Heinrich I. und Otto der Große. Neubeginn auf karolingischem Erbe (Persönlichkeit und Geschichte 122-125), Göttingen 1985, Bd. 1-2.

[34] Die Mutter des Königs, Mathilde, wird wohl als nicht zu unterschätzende Kraft hinter der Umstrukturierung der Rangordnung innerhalb des Reichs und der königlichen Familie gestanden haben. Doch nicht nur die vorherige Königin, sondern auch machtpolitische Gründe haben Otto dazu getrieben, seinem Bruder grosse Macht einzuräumen. Heinrich erwehrte sich erfolgreich den immer wieder einfallenden Ungarn, welche das Reich bedrohten, und besiegte sie mehrfach. Somit hielt er dem König den Rücken frei und konnte die südöstliche Grenze des Reichs verteidigen. Heinrich gestaltete sich somit als tragend für Ottos Herrschaft. Eine so wichtige Figur konnte der König nicht opfern, auch wenn die Beschwerden Liudolfs noch so stichhaltig gewesen waren. Vgl. Krah, Königssohn, 2006, S. 64.

[35] Vgl. Althoff, Ottonen, 2005, S. 98, sowie Holtzmann, Robert: Geschichte der Sächsischen Kaiserzeit (900-1024), München 31955. S. 147.

[36] Widukind, S. 136.

[37] Adalberti continuatio Reginonis, S. 207.

[38] Krah, Königssohn, 2006, S. 52.

[39] Diese beiden Marken bilden gemeinsam das Herzogtum Friaul.

[40] Adalberti continuatio Reginonis, S. 209.

[41] Der Liudolfinische Aufstand brach im März 953 aus, militärisch gesehen jedoch erst im Juli des gleichen Jahres, nämlich mit der Belagerung der von Liudolf besetzten Stadt Mainz. Bei dem Aufstand handelte es sich um den letzten grossen Aufstand in der Regierungszeit Ottos des Grossen. Die Hauptverschwörer des Aufstandes waren Liudolf, Hzg. von Schwaben, Konrad der Rote, Hzg. von Lothringen, sowie der Erzbischof Friedrich von Mainz. Vgl. Holtzmann, Geschichte, 1955, S. 153. Liudolf und Konrad scharten anfangs vor allem junge Männer um sich und bereiteten einen Anschlag in Ingelheim vor. Der König, welcher das Osterfest ebenda verbringen wollte, erfuhr rechtzeitig von dem geplanten Anschlag und zog weiter nach Mainz, wo er sich die Unterstützung des Erzbischofs erhoffte. Dieser empfing ihn jedoch nur unwillig, erklärte sich dann dazu bereit, sich um Vermittlungen zwischen den beiden Parteien zu bemühen. Vgl. Kamp, Hermann: Friedensstifter und Vermittler im Mittelalter. Darmstadt 2011, S. 174. Er liess Liudolf und Heinrich zu sich nach Mainz holen. Diese versicherten dem König, der Anschlag hätte nicht ihm gegolten, wohl aber seinem Bruder Heinrich. Otto schloss daraufhin einen Vertrag mit den zwei Herzögen, dessen Inhalt nicht überliefert wurde, vermutlich sollte jedoch Heinrichs Einfluss am Hof beschnitten und Liudolfs Thronfolge gesichert werden. Vgl. Holtzmann, Geschichte, 1955, S. 154. Diesen Vertrag widerrief Otto kurze Zeit später jedoch, da er unter Zwang angenommen worden sei. Liudolf und Konrad erhielten daraufhin den königlichen Befehl, ihre Mitverschwörer auszuliefern und an den Reichstag in Fritzlar zu kommen, um sich gemeinsam mit dem Erzbischof Friedrich vor dem König zu verantworten. Weder der Hzg. von Lothringen noch der Hzg. von Schwaben erschienen zum Reichstag und lieferten auch keinen ihrer Getreuen aus. Friedrich, welcher sich nach Fritzlar begab, um für den geschlossenen und widerrufenen Vertrag zu sprechen, wurde von Heinrich des Verrats angeklagt. Vgl. Widukind, Seite 137-139. Da nun auch in Sachsen Unruhen drohten, zog der König im Sommer 953 mit einem Heer nach Franken und belagerte Liudolf und Konrad, welche sich in Mainz verschanzt hatten, während zwei Monaten. Die Verhandlungen, welche geführt wurden, scheiterten, der Krieg wurde fortgeführt. Da die Bayern vom Kg. abfielen und zu Liudolf überliefen, sah sich dieser im Stande nach Bayern zu ziehen und Regensburg zu besetzten. Die Lage wurde nun kritisch für Otto, überall im Reich schwelte es, Franken, Schwaben und Bayern waren ganz verloren und nur Lothringen sowie Sachsen hielten noch zu ihm. Vgl. Holtzmann, Geschichte, 1955, S. 159. Der König, welcher Liudolf nachzog, musste die Belagerung Regensburgs Ende 953 abbrechen. 954 jedoch begann der Liudolfinische Aufstand zu scheitern. Brun, der Bruder des Königs, konnte Konrad in Lothringen davon überzeugen, dass sich der Aufstand gegen den König richtete. Ausserdem fielen 954 die Ungarn, welche Heinrich zuvor in Bayern immer wieder zurückgeschlagen hatte, ins Reich ein, und verwüsteten grosse Teile des Landes, bis sie nach Westfranken weiterzogen. Nun beschuldigten sich beide Seiten, die Ungarn gerufen zu haben und Liudolf verlor seinen Rückhalt unter der Bevölkerung, da man ihm vorwarf, er hätte mit dem Feind paktiert.

Somit nahmen Liudolf und Konrad erneut Verhandlungen mit dem König in Langenzenn auf. Otto verzichtete auf die Auslieferung der Mitverschwörer und Friedrich von Mainz und Konrad sagten sich von Liudolf los. Dieser zog jedoch zurück nach Regensburg, wo Heinrich ihn mehrere Monate belagerte und die Stadt schlussendlich in Brand setzte. Liudolf entkam und warf sich in Sulvedun seinem Vater zu Füssen und wurde wieder aufgenommen. Ausführlich bspw., in: Keller; Althoff, Zeit, 2008, S. 186-208.

[42] Schon Heinrich I. gab in Saalfeld ein grosses Fest und gewann viele Anhänger für seine Verschwörung, die er mit Gütern beschenkte. Vgl. Widukind, S. 101.

[43] Widukind, S. 135. Konrad der Rote war als Statthalter Ottos in Italien verblieben. Vgl. Rapp, Francis: Le Saint-Empire romain germanique. D’Otton le Grand à Charles Quint, Paris 2000, S. 52. Bei dem erwähnten Affront handelte es sich um folgendes: Konrad hatte in Italien durch Verhandlungen Berengar dazu gebracht, Otto in Magdeburg aufzusuchen. Um dies zu erreichen, hatte der Hzg. gegenüber Berengar anscheinend verbindliche Zusagen zum Ausgang dieses Treffens gemacht. Als Berengar jedoch am Hof Ottos ankam, liess dieser ihn vorerst drei Tage lang warten und empfing ihn nicht. Otto hielt keines der Versprechen ein welche doch Konrad Berengar zugesichert hatte, und gewährte ihm lediglich den freien Abzug. Holtzmann erwähnt zusätzlich, dass Heinrich explizit gegen Konrad und Berengar beim König vorgesprochen hatte, was das Ende des grossen Einflusses bedeutete, welchen Konrad während der letzten zehn Jahre beim König genossen hatte und diesen auf Liudolfs Seite trieb. Vgl. Holtzmann, Geschichte, 1955, S. 150-151.

[44] Widukind, S. 135.

[45] Thietmar, S. 29-30.

[46] Ruotger, S. 37.

[47] Der Mönch Adalbert war zwischen 953 und 958 Mitglied der Reichskanzlei und einer der am besten unterrichteten Männer seiner Zeit. 968 wurde er zum Erzbischof von Magdeburg ernannt. Adalbert, auch als continuator reginonis bekannt, führte die Weltchronik des Regino von Prüm fort. Seine Berichte reichen von den Jahren 906 bis 967 und sind insofern von grosser Bedeutung, da sie weitgehend als wahrheitsgetreu und weniger subjektiv konnotiert angesehen werden können als beispielsweise das Werk von Widukind von Korvei. Mehr zu Adalbert, in: Bresslau, Harry: Zum Continuator Reginonis, in: Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 25 (1900), S. 664-671.

[48] Siehe Anm. 24.

[49] Adalberti continuatio Reginonis, S. 207.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Beziehung Ottos des Grossen zu seinem Sohn Liudolf. Ein Vater-Sohn-Konflikt?
Hochschule
Universität Basel
Note
1.5
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V446870
ISBN (eBook)
9783668827905
ISBN (Buch)
9783668827912
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liudolf von Schwaben, Otto I., Adelheid, Heinrich, Mittelalter, Ottonen, Otto der Grosse, Heiliges römmisches Reich deutscher Nation, Konflikt, Liudolfaufstand
Arbeit zitieren
Benjamin Perren (Autor:in), 2018, Die Beziehung Ottos des Grossen zu seinem Sohn Liudolf. Ein Vater-Sohn-Konflikt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446870

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