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Fenster, Spiegel oder Nadelöhr? Die Rolle von Medienpraktiken zur Schaffung kultureller Identitäten in der Filmkultur im Norden Nigerias

Titel: Fenster, Spiegel oder Nadelöhr? Die Rolle von Medienpraktiken zur Schaffung kultureller Identitäten in der Filmkultur im Norden Nigerias

Hausarbeit , 2018 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Edda Sofie Schwarzkopf (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Welche Rolle spielen Medienpraktiken zur Schaffung kultureller Identitäten? Kann der Umgang mit meinem Laptop bei dieser Arbeit zu meinem Selbstverständnis als Studentin beitragen? Wenn ja, gibt es dafür erforschte Gesetzmäßigkeiten und Kausalzusammenhänge? Und wie groß ist die Beeinflussung tatsächlich?

Für die Entwicklung einer anthropologischen Sichtweise wird die Forschungsfrage in die Phänomenbereiche Identität als Konzept, der Beschaffung Medienpraktiken und die Bearbeitung des regionalen Beispiels aufgeteilt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Identität

2.1 Spannungsfeld zwischen Abgrenzung und Zugehörigkeit

2.2 Hypothesenbildung

3 Medienpraktiken

3.1 Eigenschaften und Hierarchien

3.2 Hypothesenerweiterung

4 Nigeria

4.1 Begründung der Auswahl

4.2 Raubkopien als Indikator infrastruktureller Beeinflussung

4.3 Bollywood als Inspiration und Partner für Hausa

4.4 Nollywoods Beitrag zur Neufindung nationaler Identität

5 Abschlussgedanken

5.1 Fenster, Spiegel oder Nadelöhrt?

5.2 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Rolle von Medienpraktiken bei der Konstruktion kultureller Identität. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie Medien – exemplarisch dargestellt an der Filmkultur im Norden Nigerias – als aktive Gestaltungselemente für Identitätsbildungsprozesse fungieren und inwiefern sie gesellschaftliche Abgrenzungen oder Zugehörigkeiten beeinflussen.

  • Analyse des Identitätsbegriffs im Spannungsfeld von Abgrenzung und Zugehörigkeit.
  • Erforschung der Eigenschaften von Medienpraktiken als situative und infrastrukturelle Einflussfaktoren.
  • Untersuchung der Bedeutung von Bollywood-Filmen und Raubkopien für die Identität der Hausa-Bevölkerung.
  • Diskussion des Beitrags der nigerianischen Filmindustrie (Nollywood) zur nationalen Identitätsstiftung.

Auszug aus dem Buch

4.2 Raubkopien als Indikator infrastruktureller Beeinflussung

Video-Piraterie in Nordnigeria ist in ein komplexes System globaler Entwicklungen eingebunden, dessen involvierte Medienpraktiken eine differenzierten Hierarchie (Hobart 2010: 59) ergeben. In vollem Bewusstsein, dass reine Kausalzusammenhänge in der Medienforschung nahezu ausgeschlossen wurden (Couldry 2010: 36 f.), kann der Versuch, die Entwicklungen nachzuvollziehen, gleich mehrere Hypothesen neu beleuchten.

Die Abgrenzung Nigerias vom legalen Weltmarkt habe zu einer Verlagerung der Binnenwirtschaft auf illegale Produkte geführt (Larkin 2004: 293) und sei Ausdruck einer durchlässigen Barriere zur Illegalität in urbanen Räumen ganz Afrikas (Larkin 2004: 290). So fänden sich nun im traditionellen Hausa-Garnmarkt Kofar Wambai Straßen, in denen sich Raubkopieläden aneinanderdrängten (Larkin 2004: 294), während die nigerianische Filmindustrie unter der billigen Importware leide. Die übersituative, globale Wirtschaftsentwicklung zeigt sich in situativen Medienpraktiken (Larkin 2004: 290), welche wiederum eine Veränderung der kulturellen Identität der Hausa verursachen.

Darüber hinaus hätten die Kopien ausländischer Filme Kapital nach Nigeria gebracht, mit dessen Hilfe Investoren vom illegalen auf den legalen Markt der Eigenproduktion umschwenkten (ebd.). In diesem Falle verankerte die Praktik der Piraterie neue Medienpraktiken in der Gesellschaft und ermöglichte Neuverortung in der kulturellen Identität, wie später noch ausgeführt werden wird (Akinola 2013).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die anthropologische Perspektive auf Medienpraktiken ein und erläutert die methodische Aufteilung der Forschungsfrage in drei Phänomenbereiche.

2 Identität: Dieses Kapitel erörtert den theoretischen Diskurs um Identitätsbildung, wobei insbesondere die Unterscheidung zwischen „Selfing“ und „Othering“ sowie die Bedeutung von Zugehörigkeit hervorgehoben werden.

3 Medienpraktiken: Es wird das theoretische Paradigma der Medienpraktiken erläutert und analysiert, wie diese als situative, körperliche und infrastrukturelle Akteure wirken.

4 Nigeria: Anhand der nordnigerianischen Filmrezeption wird untersucht, wie Bollywood-Filme und Piraterie zur Identitätskonstruktion und zur nationalen Neufindung beitragen.

5 Abschlussgedanken: Das letzte Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Rolle von Medien als „Fenster, Spiegel oder Nadelöhr“ für kulturelle Prozesse.

Schlüsselwörter

Medienpraktiken, Kulturelle Identität, Nigeria, Hausa, Bollywood, Nollywood, Identitätsbildung, Selfing, Othering, Video-Piraterie, Infrastruktur, Globalisierung, Medienanthropologie, Rezeptionskultur, Nationale Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Menschen durch den praktischen Umgang mit Medien ihre kulturelle Identität formen, erhalten oder verändern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die anthropologische Identitätstheorie, das Paradigma der Medienpraktiken sowie die spezifische Filmkultur und Mediennutzung in Nordnigeria.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die unberechenbare und komplexe Rolle von Medienpraktiken als Werkzeuge zur Schaffung kultureller Identitäten theoretisch zu durchdringen und an Fallbeispielen zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre theoretische Herangehensweise, basierend auf Medienanthropologie, Identitätsdiskursen und der Analyse situativer Medienpraktiken, angewandt auf empirische Beobachtungen der nordnigerianischen Medienlandschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Identität und Medienpraktiken sowie eine praktische Anwendung dieser Konzepte auf die nigerianische Filmkultur, inklusive der Rolle von Bollywood und Nollywood.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Medienpraktiken, Identitätsbildung, Nigeria, Hausa, Bollywood, Nollywood und das Spannungsfeld zwischen Abgrenzung und Zugehörigkeit.

Warum spielt die Video-Piraterie in Nordnigeria für die Identitätsbildung eine Rolle?

Piraterie ist hier nicht nur ein wirtschaftliches Phänomen, sondern fungiert als infrastrukturelle Medienpraktik, die globale Inhalte lokal verfügbar macht und dadurch neue Identitätsräume und gesellschaftliche Diskurse eröffnet.

Inwiefern beeinflussen indische Bollywood-Filme die Identität der Hausa-Bevölkerung?

Bollywood-Filme bieten laut der Arbeit einen „dritten Raum“, der es der Hausa-Bevölkerung ermöglicht, eine moderne Identität zu erproben, ohne sich vollkommen westlichen Werten anzupassen.

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Details

Titel
Fenster, Spiegel oder Nadelöhr? Die Rolle von Medienpraktiken zur Schaffung kultureller Identitäten in der Filmkultur im Norden Nigerias
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Ethnologie)
Veranstaltung
Modul 1: Theorien, Begriffe und Methoden der Kultur- und Sozialanthropologie
Note
1,0
Autor
Edda Sofie Schwarzkopf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V446951
ISBN (eBook)
9783668829589
ISBN (Buch)
9783668829596
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fenster spiegel nadelöhr rolle medienpraktiken schaffung identitäten filmkultur norden nigerias
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Edda Sofie Schwarzkopf (Autor:in), 2018, Fenster, Spiegel oder Nadelöhr? Die Rolle von Medienpraktiken zur Schaffung kultureller Identitäten in der Filmkultur im Norden Nigerias, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446951
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Leseprobe aus  15  Seiten
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