Kunsttherapie. Kreative Methoden und neue Medien


Hausarbeit, 2017

22 Seiten, Note: 1,3

Anja Foerster (Autor)


Leseprobe

I Inhalt

II Abkürzungsverzeichnis

1 Allgemeiner Teil
1.1 Zusammenfassung
1.2 Einleitung
1.3 Definition Kunsttherapie

2 Hauptteil
2.1 Geschichte
2.2 Forschung
2.3 Methoden und Techniken
2.3.1 Zweidimensionale Verfahren
2.3.2 Dreidimensionales Gestalten
2.3.3 Sonstige Methoden und Techniken
2.4 Theorien
2.5 Kunsttherapie mit Depressionspatienten
2.6 Praxisteil „Das bist du“

3 Schlussteil
3.1 Bezug zur Sozialen Arbeit
3.2 Fazit

4 Literaturverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Allgemeiner Teil

Der folgende Abschnitt soll für einen klaren Einstieg in die Studienarbeit sorgen.

1.1 Zusammenfassung

In der vorliegenden Studienarbeit geht es um das Thema Kunsttherapie.

Zu Beginn wird der Begriff Kunsttherapie, wie er in dieser Arbeit verwendet werden soll, anhand einer Definition erläutert.

Dabei werden die Begriffe ästhetisch und künstlerisch genauer betrachtet.

Folgend, wird im Hauptteil kurz auf die Geschichte der Kunsttherapie eingegangen und der Bereich die Forschung, die es in diesem Fachgebiet gibt, angeschnitten, indem zwei Studien präsentiert werden.

Ebenfalls werden Methoden und Techniken erläutert, die für die Kunsttherapie entwickelt wurden. Diese lassen sich in zweidimensionale Verfahren und dreidimensionales Gestalten gliedern. Im Anschluss werden einige Theorien vorgestellt, die über dieses Fachgebiet diskutiert werden.

Anhand der Kunsttherapie mit Depressionspatienten, wird beispielhaft ein Arbeitsbereich veranschaulicht und das Spiel „Das bist du“ beschrieben, welches für die Anwendung in der Praxis in Frage kommt.

Abschließend wird ein Bezug zum Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit hergestellt.

1.2 Einleitung

Die Kunsttherapie, spielt einen existenzielle Rolle in der Sozialen Arbeit. Es handelt sich dabei um eine eher neuere Art der Therapie, wo mit künstlerischen Mitteln gearbeitet wird. Um eine erfolgreiche Therapie in dieses Bereich durchführen zu können, ist es von besonderer Wichtigkeit die Bedürfnisse und Erfahrungen der Patienten individuell zu betrachten.

In der vorliegenden Studienarbeit, soll ein anschauliches Bild von Kunsttherapie geschaffen werden und es dem Leser ermöglichen einen umfassenden Überblick der Therapieform zu erlangen.

Dabei spielen neben den Begrifflichkeiten, auch die geschichtliche Einordnung und die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie eine wichtige Rolle.

Zum Ende hin, wird im Schlussteil der Bezug zur Soziale Arbeit verdeutlicht und welche genaue Rolle Kunsttherapie in diesem Berufsfeld besitzt.

1.3 Definition Kunsttherapie

Im Folgenden der Begriff der Kunsttherapie definiert und erläutert.

Um Kunsttherapie genau zu verstehen, sind die Begriffe künstlerisch und ästhetisch, von großer Bedeutung. Beide werden häufig als identisch angesehen, jedoch gibt es kleine Unterschiede (Meis & Mies, 2012).

Beide werden im Bereich des künstlerischen Schaffens benutzt, dabei werden durch den Begriff künstlerisch überwiegend künstlerische Phänomene beschrieben (ebd.).

Der Begriff ästhetisch ist nicht genau einzugrenzen „und bezieht sich nicht immer direkt auf künstlerische Phänomene, sondern verweist in seiner weiten Bedeutung auf das Sinnhafte und auf das Schöne “ (Meis & Mies, 2012, S.19).

In der Kunsttherapie wird die künstlerisch-ästhetische Arbeit nicht nach der Qualität bemessen und als gut oder schlecht abgestempelt (ebd.). Das konkrete Werk steht nicht im Vordergrund, es geht eher darum was das Endprodukt, den jeweiligen Klienten nutzt (ebd.).

Menzen (2009) beschreibt, dass „nicht mehr das bloße Nachahmen, genaue Malen nach der Natur […] angesagt [ist], sondern […] [die] Dokumentation der inneren Erfahrungen, […] [der] kindlichen Erlebnisse“ (S.118) im Vordergrund stehen.

Durch den engen Zusammenhang zwischen Kunst und Wahrnehmung, kann die Arbeit mit plastischen, bildnerischen, performativen oder multimedialen Materialien eine Bereicherung des Lebens hervorrufen, „die Wahrnehmung schulen, neue Perspektiven und Sichtweisen vermitteln, kann irritieren, erfreuen und trösten“ (Meis & Mies, 2012, S.31).

Eine andere Bezeichnung für Kunsttherapie, ist die Gestaltungstherapie. Unter dem Begriff der Kunsttherapie wird oft der Bereich der Arbeitsweisen verstanden. Dabei bedeutet Gestaltungstherapie, der allgemeine Bereich der Kunst (Novikova & Seegers, 2005).

Kunst ist nicht einzugrenzen und kann somit Humor, Trauer, Realität, Phantasie enthalten, oder/und auch Spaß bringen. Diese Wirkungen werden durch Austausch mit anderen erreicht, sodass Kommunikation eine prägende Rolle in der Kunsttherapie spielt (Meis & Mies, 2012).

Kunsttherapie ist in anderen Worten „das Arbeiten mit künstlerischen Mitteln […] [und] naturgemäß in erster Linie praxisbezogen“ (Leutkart, Wieland & Wirtensohn-Baader, 2016, S.9).

Im Vordergrund liegt für die Klienten, die kulturelle Teilhabe, die Partizipation und die Aktivierung eigener Stärken, die durch Erfahrungen mit künstlerisch-ästhetischer Arbeit und Anregung innerer Prozesse erreicht werden soll (Meis & Mies, 2012) (Leutkart et al. 2016).

2 Hauptteil

2.1 Geschichte

In der Geschichte existieren mehrere Kunstbewegungen.

Prägend für die Kunstgeschichte, ist u.a. nicht nur der Expressionismus, sondern auch der Dadaismus und Surrealismus (Bonstedt-Wilke, I., Junker, J., Ratzeburg, S. & Schumache, C., 2017). Durch die Entstehung verschiedener Ausdrucksmöglichkeiten dieser Bewegungen entstand die therapeutische Arbeit mit Bildern (ebd.).

Während der Epoche Moderne im 20. Jahrhundert, wurde neben der Kindermalerei auch die Kunst mit Geisteskranken entdeckt (ebd.). Für die Kunsttherapie war dieser Schritt wichtig, da die Arbeiten der Patienten nicht nur für diagnostische Zwecke verwendet wurde (Novikova & Seegers, 2005), sondern verschiedene Künstler auch faszinierte und inspirierte (Bonstedt-Wilke et al. 2017).

In den 1960er Jahren konzentrierte sich die Kunst mehr auf den Bereich der Wahrnehmung (ebd.). Es wurde mehr auf Linien, Farben, Formen und Räume geachtet.

Zu dieser Zeit entwickelte sich die Kunsttherapie in sozialen Einrichtungen und Institutionen, indem Konzepte der Kunst mit psychologischen und therapeutischen Ansätzen verbunden wurden (ebd.).

Heute ist die Kunsttherapie eine eigenständige Therapieform, dabei wird hauptsächlich mit der bildenden Kunst gearbeitet, wie malerischen oder bildnerischen Medien, plastisch-skulpturalen Gestaltungen oder auch fotografischen Medien (Hari, 2016).

2.2 Forschung

Die wesentliche Fragestellung der Forschung im Bereich Kunsttherapie ist, ob sich eine relevante Wirkung zeigen und empirisch nachweisen lässt.

Es ist anzumerken, dass es bisher nicht viele wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Kunsttherapie gibt.

Im Folgenden sollen zwei Studien dargestellt werden.

Studie Enquete Kommission „Kultur in Deutschland“

Die folgende Studie orientiert sich an Meis & Mies (2012). Dabei handelt es sich um eine vierjährige Studie im Auftrag des Deutschen Bundestags.

Es ging um die Relevanz, die Kunst in der Bildung hat.

Nach ausgiebiger Analyse und Auswertung wurde Folgendes bestätigt:

In einer Welt, die immer schneller wird, mit einem Überfluss an Angeboten, ist es für Kinder und Heranwachsende nicht leicht, eine Orientierung zu finden. Kunst und Kultur können eine solche geben. […] [Es geht] um den ganzen Menschen, um die Bildung seiner Persönlichkeit, um Emotionen und Kreativität. Ohne kulturelle Bildung fehlt ein Schlüssel zu wahrer Teilhabe. […] Dabei darf der Blick nicht nur auf Kinder und Jugendliche gelegt werden. Auch im Hinblick auf das Angebot für Erwachsene und Senioren besteht Handlungsbedarf (Deutscher Bundestag, 2007; zitiert nach Meis & Mies, 2012, S.70).

Cochrane-Review

Im Jahr 2005 haben Ruddy & Milness zwei Studien zusammengefasst, die die Relevanz von Kunsttherapie in Verbindung mit der Behandlung von schizophrenen Patienten zum Thema haben (Hari, 2016).

In der Zusammenfassung wurde die Anwendung von Kunsttherapie mit einer „üblichen Behandlung oder einem anderem psychosozialen Interventionsverfahren“ (Hari, 2016, S.18) verglichen. Es wurden 47 Patienten untersucht, wobei 50% die Diagnose der Schizophrenie und 50% andere affektive Störungen oder Persönlichkeitsstörungen hatten. 24 Patienten erhielten Kunsttherapie und 23 Patienten erhielten regelmäßige Gespräche (ebd.).

Alle Patienten, die ihre Therapie beendet haben, haben sich in ihrer sozialen Interaktion verbessert, wobei die Zahl der Kunsttherapie-Patienten signifikant höher war (ebd.).

2.3 Methoden und Techniken

In der Kunsttherapie wird der Mensch mit sich selbst konfrontiert. Dabei spielt das für die Therapie verwendete Material eine wichtige Rolle, da es die Grundlage der Therapie ist (Leutkart et al. 2016).

Bei den Materialien, handelt es sich nicht um ausschließlich Kunstunterricht-Materialien, sondern um weitaus mehr (Menzen, 2009).

Der Künstler kann mit Farbe, jedoch auch mit Ton, Gips, Stein, Holz, Fotos oder anderen Dingen arbeiten. Je nach Material, gibt es verschiedene Methoden und Techniken, die man anwenden kann (Leutkart et al. 2016).

Bei den Methoden wird unterschieden zwischen experimentellen, spielerischen oder auch forschenden Ansätzen, sowie in künstlerisch-gestaltende und symbolbildende Kunst (Meis & Mies, 2012).

Nach Menzen (2009) können die ästhetischen Materialen, frei aber auch geplant gestaltet werden, dabei wird die Auseinandersetzung mit den Materialien und das Herstellen von Vertrauen vorausgesetzt.

Der Pinsel den ich in die Hand nehme, die Farbe, in welche ich ihn tauche. Der Stift, der seine Linien zieht, das Blatt in seiner Größe. Das sind meine Verbündeten, meine Herausforderer. Indem ich sie nehme, berühre, benutze, vertraue ich mich ihnen an. (Leutkart, 2016, S.28).

Bevor eine Therapie begonnen wird, muss das Material präzise ausgesucht werden, da dieses eine Bedeutung für den Künstler haben soll, sodass ein mehrdeutiges Mitteilungssystem zustande kommt (Menzen, 2009). Die Wahl des Materials wird wesentlich von den Erfahrungen und Emotionen des Künstlers abhängig gemacht (ebd.).

2.3.1 Zweidimensionale Verfahren

„Beim zweidimensionalen Gestalten wird in der Fläche gearbeitet. Das Bild (Papier, Leinwand, Spanplatte, Karton…) ist das Gegenüber, es ist Projektionsfläche und das Spielfeld, auf welchem sich die Phantasie, Wünsche, Gefühle und Gedanken abbilden können“ (Leutkart et al. 2016, S.27).

Es handelt sich im Allgemeinen um erschaffene Bilder, welche sozial- und heilpädagogische Zwecke mit sich bringen sollen (Menzen, 2009).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Kunsttherapie. Kreative Methoden und neue Medien
Hochschule
Medical School Hamburg
Note
1,3
Autoren
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V447045
ISBN (eBook)
9783668827943
ISBN (Buch)
9783668827950
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunst, Soziale Arbeit, Methoden, Kunsttherapie, Theorien, Techniken, Bezug
Arbeit zitieren
Anja Foerster (Autor)Sabrina Frankfurter (Autor), 2017, Kunsttherapie. Kreative Methoden und neue Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447045

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