In seinem Aufsatz "Das Unheimliche" widmet sich Sigmund Freud genau diesem Phänomen und erläutert einige wichtige Gesichtspunkte anhand von E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Inwiefern diese zutreffen und welche Gemeinsamkeiten sich darüber hinaus in unheimlichen Texten finden lassen, wird in dieser Arbeit erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Freuds Aufsatz „Das Unheimliche“ - Ein Ansatz das Unheimliche zu erklären
2.1 Die sprachlichen Besonderheiten des Wortes „unheimlich“
2.2 Eine Konstruktion unheimlicher Begebenheiten – Die Problematik der unheimlichen Wahrnehmung
2.3 Besondere Aspekte des Unheimlichen für die folgende Analyse
3 E.T.A. Hoffmann - „Der Sandmann“
3.1 Kritik an Freuds Interpretation des „Sandmannes“
3.2 Nathanael als Indikator des Unheimlichen
4 Edgar Allan Poe - „The Fall of the House of Usher“ - Das Unheimliche als krank machendes Element
5 H.P. Lovecraft - „The Nameless City“ - In der Welt des Unheimlichen
6 Zusammenfassung
7 Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Phänomen des Unheimlichen anhand von Sigmund Freuds gleichnamiger Theorie sowie drei ausgewählten Texten, um zu bestimmen, ob und wie das Unheimliche innerhalb von Erzählungen durch Figuren und narrative Strukturen wirksam wird.
- Analyse der psychoanalytischen Grundlagen nach Sigmund Freud
- Untersuchung von Hoffmanns "Der Sandmann" hinsichtlich der Indikatorfunktion von Figuren
- Betrachtung von Poes "The Fall of the House of Usher" und das Unheimliche als krank machendes Element
- Analyse von Lovecrafts "The Nameless City" als Welt des Unheimlichen
- Vergleich der verschiedenen Konzepte des Unheimlichen in der Literatur
Auszug aus dem Buch
2 Freuds Aufsatz „Das Unheimliche“ - Ein Ansatz das Unheimliche zu erklären
Das Unheimliche in eine genaue Definition zu fassen, ist nahezu unmöglich. Es entzieht sich einer festen Beschreibung, da es schwierig ist genau zu erfassen, wann etwas als unheimlich gilt, da es nicht ausschließlich von der Situation, bzw. der Geschichte selbst, abhängig ist, ob diese als unheimlich wahrgenommen wird, sondern ebenfalls von demjenigen, der die Situation erlebt, bzw. die Geschichte liest. Freud versucht in seinem Aufsatz „Das Unheimliche“ ein Konzept in Bezug auf das Unheimliche zu erstellen und eine Verbindung zwischen der Psychoanalyse und der Literatur herzustellen. Hélène Cixous beschreibt Freuds Konzept des Unheimlichen in ihrem Aufsatz „Fiction and Its Phantoms“ so:
„Freud considers the Unheimliche as, at the same time, a 'domain' and a 'concept', an elastic designation.The fact of the matter is that the 'domain' remains indefinite; the concept is without any nucleus: the Unheimliche presents itself, first of all, only on the fringe of something else [...]. Freud declares that it is certain that the use of the Unheimliche is uncertain. The indefiniteness is part and parcel of the 'concept'.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Unheimlichen in der Literatur ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Freuds Theorie an drei literarischen Werken zu prüfen.
2 Freuds Aufsatz „Das Unheimliche“ - Ein Ansatz das Unheimliche zu erklären: Das Kapitel erläutert Freuds etymologische und psychoanalytische Herleitung des Begriffs sowie die Schwierigkeit, diesen für literarische Texte zu definieren.
2.1 Die sprachlichen Besonderheiten des Wortes „unheimlich“: Dieser Abschnitt analysiert die etymologische Herkunft des Wortes und Freuds Übertragung in den Bereich des Verdrängten.
2.2 Eine Konstruktion unheimlicher Begebenheiten – Die Problematik der unheimlichen Wahrnehmung: Hier wird diskutiert, warum das Unheimliche stark an subjektive Wahrnehmung gebunden ist und wie Autoren dennoch unheimliche Wirkungen erzielen.
2.3 Besondere Aspekte des Unheimlichen für die folgende Analyse: Das Kapitel spezifiziert zentrale Aspekte für die Untersuchung, insbesondere die Rolle des Todes und die Unterscheidung zwischen dem Unheimlichen des Erlebens und der Dichtung.
3 E.T.A. Hoffmann - „Der Sandmann“: Dieses Kapitel analysiert Hoffmanns Erzählung als zentrales Beispiel für Freuds Theorie und hinterfragt dessen Interpretation.
3.1 Kritik an Freuds Interpretation des „Sandmannes“: Es werden kritische Stimmen zu Freuds Kastrationskomplex-Theorie angeführt und alternative Ansätze diskutiert.
3.2 Nathanael als Indikator des Unheimlichen: Der Fokus liegt auf der Figur des Nathanael, deren Wahnsinn als unheimliches Moment der Erzählung fungiert.
4 Edgar Allan Poe - „The Fall of the House of Usher“ - Das Unheimliche als krank machendes Element: Diese Analyse untersucht, wie Krankheit, Isolation und die Umgebung in Poes Erzählung ein unheimliches Gefühl erzeugen.
5 H.P. Lovecraft - „The Nameless City“ - In der Welt des Unheimlichen: Hier wird Lovecrafts Erzählung als Beispiel für eine fremdartige, unheimliche Welt behandelt, die das anthropozentrische Weltbild in Frage stellt.
6 Zusammenfassung: Die zentralen Ergebnisse der Analysen werden hier noch einmal prägnant zusammengeführt.
7 Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel zieht ein abschließendes Fazit über die Anwendbarkeit von Freuds Thesen auf die untersuchten literarischen Texte.
Schlüsselwörter
Das Unheimliche, Sigmund Freud, E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Edgar Allan Poe, The Fall of the House of Usher, H.P. Lovecraft, The Nameless City, Literaturwissenschaft, Psychoanalyse, Wahnsinn, Verdrängung, Kastrationskomplex, Grenzerfahrung, Schauerliteratur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das literarische Konzept des Unheimlichen, basierend auf Sigmund Freuds psychoanalytischer Studie aus dem Jahr 1919, und wendet diese Theorie auf drei spezifische Erzählungen an.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Definition des Unheimlichen, die subjektive Wahrnehmung von Angst, die Rolle von Wahnsinn und Krankheit in literarischen Figuren sowie die Wirkung atmosphärischer Erzählstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erforschen, ob das Unheimliche ein rein subjektives Gefühl des Lesers ist oder ob es durch spezifische Konstellationen und Figuren innerhalb der Werke selbst konstruiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung, die Freuds Theorie mit zeitgenössischer Literaturkritik vergleicht und die erzählerischen Mittel in den ausgewählten Werken dekonstruiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und drei anschließende Fallstudien: Hoffmanns „Der Sandmann“, Poes „The Fall of the House of Usher“ und Lovecrafts „The Nameless City“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie das Unheimliche, psychoanalytische Literaturtheorie, Wahnsinn, Verdrängung und die Analyse von Erzählerfiguren charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Erzählers in den drei Werken?
In Hoffmanns Werk ist der Erzähler eher distanziert, während in Poes und Lovecrafts Erzählungen die Ich-Erzähler tief in das Geschehen involviert sind und teilweise selbst die Auswirkungen des Unheimlichen spüren.
Welche Rolle spielt der Wahnsinn bei der Interpretation von Nathanael?
Nathanaels Wahnsinn dient der Autorin als Indikator für eine tiefe psychische Erschütterung, die durch das traumatische Wiedererleben von Kindheitsängsten ausgelöst wird.
Warum wird „The Nameless City“ als besonders unheimliche Welt bezeichnet?
Weil Lovecraft das Unheimliche durch eine physisch existierende, fremdartige Zivilisation außerhalb der menschlichen Geschichte greifbar macht, was das menschliche Weltbild radikal in Frage stellt.
Inwieweit wird Freuds Theorie in dieser Arbeit widerlegt oder bestätigt?
Die Arbeit bestätigt Freuds Theorie teilweise, kritisiert jedoch die zu starke Reduktion auf den Kastrationskomplex und betont die Notwendigkeit, kontextuelle und erzählstrukturelle Aspekte stärker zu gewichten.
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- Rebekka Merkel (Author), 2014, Die Arbeit am Unheimlichen bei Lovecraft, Hoffmann und Poe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447080