Lange Zeit waren Dialekte und Unterricht schwer kompatibel. Doch gehört der Dialekt nicht zum Alltag des Deutschunterrichts? Gibt es nicht heute schon eine große Auswahl an Wörterbüchern die traditionellen Wörter eines Dialekts für nicht Muttersprachler ins Hochdeutsche übersetzen? Machen die sozialen Umstände und wissenschaftliche Erkenntnisse es nicht unumgänglich auf den Dialekt in Schulen einzugehen und diesen zu fördern? Und vor welchen Herausforderungen stehen Schüler und Lehrkräfte bei der Behandlung dieses Themas?
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Dialekt im Allgemeinen und genauer mit dem Schwäbischen als Unterrichtsthema.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Begriffserklärung und Abgrenzung
2.1. Definition
2.2. Abgrenzung
3. Dialekt als Heimat
4. Dialektdiskussion
5. Der schwäbische Dialekt
5.1. Allgemein
5.2 Schwarzwaldschranke
5.3 Kennzeichen
5.3.1 Anhängsel und sonstige Sonderformen
5.3.2 Aussprache
6. Dialekte in der Schule
6.1 Lehrerprofessionalität
6.2. Schüler und Dialekte
6.3. Dialektbedingte Schulschwierigkeiten
6.4. Umgang und methodisch-didaktische Hinweise
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Dialekts im schulischen Kontext, insbesondere mit Fokus auf den schwäbischen Dialekt, und geht der Frage nach, wie Lehrkräfte mit sprachlicher Vielfalt umgehen können, ohne die Identität der Schüler zu untergraben oder deren Bildungschancen zu gefährden.
- Historische Entwicklung und Definition von Dialekten
- Unterscheidung zwischen Hochsprache, Umgangssprache und Dialekt
- Besonderheiten und linguistische Merkmale des Schwäbischen
- Herausforderungen für Schüler und Lehrkräfte im Schulalltag
- Methodisch-didaktische Ansätze zur Förderung der sprachlichen Variationskompetenz
Auszug aus dem Buch
5.2 Schwarzwaldschranke
Die so genannte Schwarzwaldschranke „trennt im Westen das rein Alemannische vom östlichen Schwäbischen“ (vgl. Göttert 2017, S.80). Diese Schranke verläuft von Süden nach Norden und äußert sich unter anderem, wie bereits im Abschnitt ‚Dialekt als Heimat‘ beschrieben, durch die unterschiedliche Aussprache einheitlicher Lautkombinationen. Der Germanist Friedrich Maurer kam zu dem Ergebnis, dass sich im Zeitraum des Mittelalters die „drei Dialektgebiete des Schwäbischen, Nieder- und Hochalemannischen“ (vgl. Göttert 2011, S. 229) bildeten und sich die oben genannte Grenze bereits im 13. Jahrhundert bildete. Unterstützt wurde diese räumliche Trennung einerseits durch die 1806 entstandene politische Grenze zwischen Baden und Württemberg sowie durch die kirchliche Unterscheidung der östlichen Württembergischen Landeskirche und der Erzdiözese Freiburg im Westen. Diese Unterscheidung liefert auch eine Erklärung für nicht geographisch gebundene, sprachliche Eigenheiten.
Die Schwarzwaldschranke zeigt inwiefern eine Sprache auf regionale Umstände reagiert und sich anpasst. Für eine dauerhafte Festigung eines Dialekts müssen jedoch auch politisch abgesicherte, klar abgegrenzte Grenzen vorzufinden sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Das Kapitel führt in die Thematik ein und hinterfragt die Kompatibilität von Dialekten im Unterricht sowie die damit verbundenen Herausforderungen für Schüler und Lehrkräfte.
2. Begriffserklärung und Abgrenzung: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Dialektbegriffs und eine differenzierte Abgrenzung zur Hoch- und Umgangssprache.
3. Dialekt als Heimat: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Genese der Dialekte und deren Funktion als Ausdruck von Identität und regionaler Zugehörigkeit.
4. Dialektdiskussion: Die Diskussion erörtert die Vor- und Nachteile von Dialektgebrauch sowie die Bedeutung der Beherrschung der Hochsprache für den beruflichen und sozialen Erfolg.
5. Der schwäbische Dialekt: Das Kapitel widmet sich spezifisch dem schwäbischen Dialekt, seiner räumlichen Verortung durch die Schwarzwaldschranke sowie seinen morphologischen und lautlichen Besonderheiten.
6. Dialekte in der Schule: Es wird analysiert, wie Lehrkräfte professionell mit dialektal geprägter Sprache umgehen können, welche Hürden Schüler erfahren und wie Sprachbewusstsein gefördert werden kann.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einem Plädoyer für einen wertschätzenden Umgang mit Dialekten als Teil der kulturellen Identität im Bildungskontext.
Schlüsselwörter
Dialekt, Schwäbisch, Hochsprache, Umgangssprache, Mundart, Schwarzwaldschranke, Sprachbewusstsein, Lehrerprofessionalität, Bildungsdebatte, Sprachvarietät, Identität, Schulschwierigkeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Dialekt und Hochsprache im deutschen Bildungssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Sprachgeschichte, Dialektologie, die professionelle Rolle der Lehrkraft bei sprachlicher Diversität und die Förderung der sprachlichen Kompetenz bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dialekt im Unterricht als Chance genutzt werden kann, ohne dabei die notwendige Beherrschung der Bildungssprache zu vernachlässigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse sprachwissenschaftlicher und didaktischer Fachquellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse des schwäbischen Dialekts und didaktische Empfehlungen für den Schulalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Dialekt, Schwäbisch, Sprachidentität, Hochsprache und didaktische Kompetenz.
Was ist die sogenannte "Schwarzwaldschranke"?
Sie beschreibt eine historische und sprachliche Trennlinie im Westen, die das Alemannische vom schwäbischen Dialektraum abgrenzt.
Warum wird im Fazit von "Schulangst" im Kontext von Dialekten gesprochen?
Kritik oder ständige Korrektur von Dialektsprechern durch Lehrkräfte kann laut Arbeit zu einem negativen Selbstbild und Passivität führen.
- Citation du texte
- Linda Brosi (Auteur), 2018, Der schwäbische Dialekt im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447233