Lehrwerkanalyse anhand von Unterrichtsprinzipien. Schulbücher für das 2. Lehrjahr Französisch an Gymnasien


Hausarbeit, 2017

18 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Unterrichtsprinzipien
1.1 Motivation
1.1.1 Theoreti scheBasis
1.1.2 Praktische Realisierung im Fremdsprachenunterricht
1.2 Erfolg und Reduzierung auf das Wesentliche
1.2.1 Theoreti scheBasis
1.2.2 Praktische Realisierung im Fremdsprachenunterricht

2. Methodischer Aufbau

3. Stockholmer Kriterienkatalog

4. Gegenüberstellung der beiden Lehrwerke
4.1 À plus 2!
4.2 Découvertes
4.3 Vergi ei ch der Lehrwerke

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Einleitung

Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Analyse und dem Vergleich dreier Lehrwerke für die die Sekundarstufe I Französisch, im zweiten Lehrjahr, beschäftigen. Ich werde mich auf eine Auswahl bestimmter Lehrwerke beschränken, da die Analyse etlicher Lehrwerke innerhalb einer Arbeit unübersichtlich erschiene. Es handelt sich um die Titel À plus! 2 und Découvertes 2.

Ziel der Analyse ist es, zu zeigen, welches Lehrwerk aus welchem Grund für den Französischunterricht im Anfängerbereich am besten geeignet ist. Weiterhin wird untersucht inwiefern didaktische Prinzipien umgesetzt wurden.

Verallgemeinernd stellen Unterrichtsprinzipien allgemeingültig verwendbare Vorgaben dar, die in allen Schularten (für sämtliche Teilbereiche), allen Altersklassen (Primar- und Sekundarstufe) und gesamten Unterrichtsfächern vorzufmden sind und Tag für Tag, automatisch, gewollt oder ungewollt, zum Einsatz kommen, (vgl. Schröder 2002, 161) Da in der Literatur eine Vielzahl von Unterrichtsprinzipien thematisiert wird, werde ich nachfolgend nur die aufgreifen und behandeln, die meiner Meinung nach für einen Fremdsprachenunterricht von größter Bedeutung sind. Vorerst werden die theoretischen Ausgangspunkte des ausgewählten Unterrichtsprinzips erläutert, um anschließend auf Basis von zwei ausgesuchten Lehrwerken diese Prinzipien in ihrer praktischen Umsetzung zu analysieren.

1. Unterrichtsprinzipien

Verschiedene Prinzipien finden im Schulunterricht ihre Anwendung. Geläufige Beispiele sind handlungsorientiertes Lehren und Lernen, Altersgerechtigkeit, Lemzielklarheit, Anschaulichkeit, Praxisnähe, Individualisierung, Erfolgssicherung und Förderung der Aktivität (Motivation), (vgl. Seibert 1992, 256 ff.) Aufgrund der breiten Fächerung wird in dieser Arbeit hauptsächlich auf die beiden zuletzt genannten Punkte eingegangen und diese weiter ausgebaut.

1.1 Motivation

״Der Schüler kann nur dann erfolgreich lernen, wenn ausreichend starke Lemmotive vorhanden sind. Von ihnen hängt der Erfolg der untemchtlichen Bemühungen jedes Lehrers wesentlich ab.“ (Seibert 1992, 180)

Lernerfolg ist oft ein Produkt von Leistung und Motivation. Letzteres ist ein Grund für Wohlbefinden und der Antrieb für Leistungsfähigkeit. Daher lernen motivierte Schülerinnen und Schüler (SuS) auf lange Sicht erfolgreicher als diejenigen, die geistreich sind, aber eher die Passivität vorziehen. Z.B. können Unterrichtsstörungen und Disziplinprobleme, die das Erreichen der Lehr- und Lernziele belasten und hemmen, beseitigt werden, wenn SuS motivierter wären, (vgl. ebd., 180f.)

1.1.1 Theoretische Basis

Das Unterrichtsprinzip der Motivierung, das in der Regel auf die Lehrkraft zurückzuführen ist, muss unumgänglich von der schülerorientierten Motivation, bzw. die von den SuS ausgeht, unterschieden werden. Motivierung bedeutet hier nicht nur das Auslösen einer Motivation (vgl. Glöckel 2003, 297), das Wecken des Interesses, vielmehr auch eine Beachtung der Lern- und Leistungswünsche bei den SuS selbst, aber noch wichtiger die Basis zur Schaffung natürlichen Lernens fundiert, (vgl. Seibert 1992, 180) In diesem Zusammenhang sind besonders die Bedürfnisse, die einerseits verlangt werden und andererseits vermieden werden möchten, also die der Appetenz und die der Aversion, fortwährend zu verfolgen und bei der Unterrichtsplanung und -durchführung mit einzuschließen, (vgl. Schröder 2002, 161f.)

Als Lehrerin und Lehrer (LuL) wird versucht pädagogisch auf die SuS wirkend, erst nur unter dem Augenmerk der Motivierung, von einer unselbstständigen zu einer autonomen Motivation zu gelangen, um zu guter Letzt die Stufe einer intrinsischen Motivation zu erzielen. Die Termini intrinsisch (sachorientiert) und extrinsisch (personen- und belohnungsorientiert) sind Begriffe, die sich an erster Stelle darin unterscheiden, dass ersteres durch bestimmte ausgesuchte Aufgaben erst das

Interesse der/des Lernenden geweckt werden soll. Das Ziel ist folglich die Auslösung eines von innen her kommenden Bedürfnisses zur Bearbeitung und Lösung der dementsprechenden Aufgabe bei den SuS selbst. Gegenüberstellend beschreibt der Begriff extrinsisch eine, von der Lehrperson oder den Erziehungsberechtigten ausgehende, handlungsleitende Kraft, welche für die SuS ausschlaggebend ist. Dabei treten vordergründig beispielweise Faktoren wie die Strafvermeidung, der Loberhalt und bessere Klausurbenotung auf. (vgl. ebd., 163) Die LuL spielen eine große Rolle in der schülerbezogenen Persönlichkeitsentwicklung. So sollte immer mehr und mehr von der extrinsischen in die intrinsische Motivation geleitet werden, da das Ziel vorliegt, dass SuS möglichst autonom werden und die Lernbereitschaft, durch neue Erfahrungen und Freude, von Dauer ist und so das bleibende Interesse in möglichst verschiedenen Bereichen gewährleistet werden kann. (vgl. Glöckel 1989, in: Seibert 1992, 181)

1.1.2 Praktische Realisierung im Fremdsprachenunterricht

Besonders oft und charakteristisch ist die Umsetzung des Prinzips der Motivierung in der Einstiegsphase einer jeweiligen Unterrichtsstunde, (vgl. ebd., 186) So fragt sich Z.B. ein Französisch Lehrer/ eine Französisch Lehrerin grundlegend, wie und womit die jeweilige Stunde in ein bestimmtes Thema eingeleitet werden soll. Klassischer Weise wäre esje nach Thematik, möglich mit einem aufmerksam ausgewählten Video oder einem Bild, bei vorhandenem Equipment (Overheadprojektor (OHP), Beamer, elektronisches White-Bord, etc.) die Unterrichtsstunde einzuleiten und erste Eindrücke zu sammeln. Zum einen wird im Optimalfall die Neugierde für das Thema erweckt und erhält somit eine gute Voraussetzung, um den weiteren Verlauf der Stunde bestmöglich zu nutzen. Auch bietet es sich hier an den SuS etwas aus der eigenen Erfahrung zu berichten. Den SuS werden so, bewusst oder unbewusst, Informationen bzw. verallgemeinernd Hintergrundwissen zur Verfügung gestellt. Eine angemessene, wohl überlegte Einleitung wirkt reaktivierend und ist somit eine Bereicherung für den gesamten Unterricht. Diese Erscheinung lässt sich mit dem Hyperonym der Ziel Orientierung prägnant beschreiben, (vgl. Köck 2008, 563)

Allgemein empfiehlt Serve für eine möglichst reibungslose Praxis folgende Punkte: Schül erori enti erte Themen, die von der eigenen Erfahrungs- und Lebenswelt zeugen, sind von größter Bedeutung. Eine möglichst hohe Anschaulichkeit durch wahre Erlebnisse, also originale Begegnungen, sind erstrebenswert. So soll in einem möglichen und sinnvollen Zusammenhang der Unterricht in der Realität der zu behandelnden Thematik stattfinden. Schließlich sind auf das Thema bezogene Überraschungsmomente nicht zu unterschätzen. Sie halten und wecken das Interesse der SuS immer wieder erneut und ermöglichen daher effizientes Lernen, (vgl. Serve, in: Seibert 1991, 187)

Zurückgreifend auf die von mir bereits erläuterten Begrifflichkeiten der intrinsischen und der extrinsischen Motivation ist davon auszugehen, dass dieses Prinzip eine besondere Relevanz trägt. Aufgrund dessen, dass wir uns im Französischunterricht als zweite Fremdsprache befinden, wäre es fatal das Intrinsische bei den SuS unberücksichtigt zu lassen, denn ״sie häufiger zu vernachlässigen oder gar zu übergehen [bewirkt] die Destruktion vorhandener und intensiv-aktueller Lemantriebe“. (Seibert 1992, 183) Anhand des bereits vorangegangenen Fremdsprachenunterrichts (Englisch) wurden die SuS bereits mit vielen grammatikalischen Regeln konfrontiert und sind wohlmöglich daher in der Lage oder zumindest teilweise, selbstständig den Transfer hin zur französischen Grammatik bzw. generell zur französischen Sprache zu vollziehen, was oft auch seitens der SuS gewollt wird, das Eigenständige zu vollbringen. Die SuS sollten immer wieder selbst entdecken. Im Verlauf werden die SuS mit vielen Praktiken bzw. Verfahren vertraut sein. Erfreut verzeichnen sie die Anwendbarkeit des bereits Gelernten auf eine andere Unterrichtssituation, (vgl. Köck 2008, 254f.) Somit wird nicht wie bislang gewohnt, das Meiste bereits vorgegeben, sondern die Selbstständigkeit und damit auch die Lernbereitschaft gefördert, (vgl. Seibert 1992,183)

1.2 Erfolg und Reduzierung auf das Wesentliche 1.2.1 Theoretische Basis

Auch in diesem Teil der Hausarbeit geht es weiterhin um didaktische Prinzipien. Das Wesentliche wird in der Didaktik großgeschrieben. Weiter stellt sich die Frage wie man Erfolg sichern kann. Von diesem Bezugspunkt aus, werden verschiedene Termini bzw. Prinzipien thematisiert. ״Elementarisierung ist die Veränderung des иnterrichtsgegenStandes in der Absicht, ihn dem Lernenden leichter zugänglich oder überhaupt erst zugänglich zu machen.“ (Glöckel 2003, 301) Wie in dieser Definition erkennbar ist, wird sich darum bemüht mit Hilfe eines solchen Unterrichtsprinzips eine didaktische Vereinfachung zu vollziehen, (vgl. Köck 2008, 108) Komplexe und umfassende Kontexte werden auf eine bestimmte Art aufgebrochen und vorbereitet, welche für die SuS so zugänglich gemacht werden soll. Der Blick richtet sich auf das Eigentliche und Ausschlaggebende, der Hauptgegenstand der Lerneinheit.

Für LuL ist es eine stets anspruchsvolle Arbeit, eine Überforderung ebenso wie eine Unterforderung der SuS möglichst zu verhindern. Um die Essenz der Lerninhalte und Lehrstunden, auf die SuS bezogen, rekapitulieren zu können, ist es entscheidend schon anfangs signifikante Beispiele zu benutzen. Das Verständnis soll vereinfacht werden, indem in erster Linie unwesentliche Details nicht miteinbezogen werden. Unterstützend wirkt hierbei eine übersichtliche Strukturierung und/oder Schematisierung der vorgesehenen Unterrichteinheit. Um aber die wirksamste Art der Anschaulichkeit darzulegen, sind originale Begegnungen notwendig, Z.B. lernt man geschichtliche Zusammenhänge am besten in einem Museum, (vgl. Serve, in: Seibert 1991, 253f.) Nicht weniger ist es wichtig, dass LuL eine verständliche und begreifliche Ausdrucksform in der Klasse bestreben, die nicht mit etlichen Fremdwörtern, verschachtelten Sätzen und weitgehenden Abstraktionen versehen ist. Fremdwörter sollten insofern Verwendung finden, wenn der richtige Zeitpunkt dafür ist. Dies gilt es zu spüren, (vgl. Glöckel 2003, 30Iff) wo auch schon anklingt, dass möglichst alle Sinnesorgane im Lernprozess miteinbezogen werden sollen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Lehrwerkanalyse anhand von Unterrichtsprinzipien. Schulbücher für das 2. Lehrjahr Französisch an Gymnasien
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Literaturdidaktik
Note
2,3
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V447304
ISBN (eBook)
9783668830080
ISBN (Buch)
9783668830097
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lehrwerkanalyse, unterrichtsprinzipien, schulbücher, lehrjahr, französisch, gymnasien
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Lehrwerkanalyse anhand von Unterrichtsprinzipien. Schulbücher für das 2. Lehrjahr Französisch an Gymnasien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447304

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