In meiner Studienarbeit geht es nicht vordergründig um den Darwinismus, sondern um die Eugenik, die ein ähnliches Prinzip gestaltet. Denn die Eugenik folgt der Vermehrung der positiven Erbanlagen durch natürliche Selektion. Bei den Wörtern Eugenik und Darwinismus werfen sich mir die Fragen auf:Nach welchen Kriterien erfolgt eine Genverbesserung? Welche Chancen haben die Schwachen und inwieweit werden ethische Grundsätze verletzt?
Diese und andere Fragen sollten nicht nur Wissenschaftler und Philosophen, sondern auch uns beschäftigen, um sich selbst ein Bild über die Eugenik zu verschaffen und mögliche Gefahren abzuwenden.
Den Hauptteil meiner Studienarbeit stellen wertfreie Aussagen zur Eugenik und dem damit verbunden darwinistischen Selektionsprinzip dar unter Einbeziehung bioethischer Ansätze.
Des Weiteren setze ich mich kritisch mit dem Darwinismus/ Sozialdarwinismus und den zwei Grundpositionen (Substanzialismus, Subjektivismus) der Bioethik auseinander und stütze mich dabei auf die oben genannten Fragen.
Im Schlussteil nehme ich dann eine zusammenfassende Schlussbewertung hinsichtlich der Eugenik vor.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Eugenik
1.1 Allgemeine Merkmale der Eugenik
1.2 Die Eugenik Francis Galton
2. Eugenik orientierte am darwinistischen Selektionsprinzip
2.1 Begriffserklärung
2.2 Darwins Selektionstheorie
2.3 Der Sozialdarwinismus
3. Ansätze der Bioethik
3.1 Die Bioethik
3.2 Substanzialismus und Subjektivismus im Überblick
4. Kritische Auseinandersetzung mit der Eugenik unter Einbeziehung des Darwinismus und der Bioethik
4.1 kritische Auseinandersetzung mit Darwinismus/ Sozialdarwinismus und Subjektivismus unter Anbringung eines Beispiels
4.2 kritische Bewertung des Substanzialismus
5. Schlussbewertung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Eugenik, darwinistischen Selektionsprinzipien und bioethischen Positionen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, nach welchen Kriterien eine genetische Verbesserung erfolgt und inwiefern derartige Ansätze ethische Grundsätze verletzen sowie die Chancen für gesellschaftlich Schwächere beeinflussen.
- Historische und theoretische Grundlagen der Eugenik nach Francis Galton
- Analyse des darwinistischen Selektionsprinzips und dessen Übertragung auf den Sozialdarwinismus
- Gegenüberstellung der bioethischen Positionen Substanzialismus und Subjektivismus
- Ethische Bewertung der Chancen und Risiken moderner eugenischer Methoden
Auszug aus dem Buch
Der Substanzialismus
Der Substanzialismus (lat. substare: das Allgemeine, Wesentliche, der Kern eines Sachverhalts) beschäftigt sich mit dem Sein des Seienden, mit der Substanz, z.B. was „der Mensch in sich und für sich ist, ... ,unabhängig vom Wechsel der Erscheinungen.“(vgl. Nickl 2002, S. 157). Vertreter sind beispielsweise Aristoteles, die Scholastiker und Rene Descartes.
Der Substanzialismus geht von der Natur des Menschen aus, der ein vernunft – und sprachbegabtes Lebewesen darstellt.
Substanzialistische Ansichten besagen, dass die Substanz (die Natur) des Menschen ein Wert an sich ist und nicht durch die Eugenik bedroht werden darf. Jeder Mensch scheint in seiner Natur einzigartig und bedarf daher einer Sonderstellung. Die menschliche Substanz wird als Einheit von Körper und Geist gesehen, von Natur und Würde und scheint die Heiligkeit und Antastbarkeit zu fordern (vgl. Nickl 2002, S. 156ff.).
Dies verweist darauf, dass der Mensch als Naturwesen, sich evolutionär korrekt verhalten und nur eine natürliche Fortpflanzung in Betracht ziehen sollte (vgl. Nickl 2002, S. 158). Der Mensch scheint nach substanzialistischer Auffassung selbst verantwortlich für seine Bestimmung zu sein, sollte jedoch eine Absolutierung der menschlichen Subjektivität vermeiden, da es die Heiligkeit verletzen würde.
Die Natur des Menschen stellt ein wichtiges ethisches Grundprinzip dar, dem der Mensch mit seiner selbstgesetzten Moral folgen soll.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Eugenik ein und hinterfragt deren Übereinstimmung mit ethischen Grundsätzen durch den Vergleich mit darwinistischen Prinzipien.
1. Eugenik: Dieses Kapitel definiert die Eugenik als biologischen Reduktionismus und beleuchtet die historischen Ansätze von Francis Galton.
2. Eugenik orientierte am darwinistischen Selektionsprinzip: Hier werden zentrale Begriffe der Populationsgenetik erläutert, Darwins Theorie dargelegt und der Sozialdarwinismus als gesellschaftliche Lehre kritisiert.
3. Ansätze der Bioethik: Es erfolgt eine Vorstellung der praktischen Ethik sowie eine Differenzierung zwischen substanzialistischen und subjektivistischen Strömungen.
4. Kritische Auseinandersetzung mit der Eugenik unter Einbeziehung des Darwinismus und der Bioethik: Dieses Kapitel führt eine Fallanalyse durch, bei der die theoretischen Ansätze auf die gesellschaftliche Realität und die Behandlung von Minderheiten angewendet werden.
5. Schlussbewertung: Der Autor resümiert, dass Eugenik zwar medizinisch relevant sein kann, aber aufgrund unabsehbarer Folgen und potenzieller Gefahren für die Menschenwürde ethisch kritisch betrachtet werden muss.
Schlüsselwörter
Eugenik, Darwinismus, Sozialdarwinismus, Bioethik, Substanzialismus, Subjektivismus, Selektion, Genetik, Menschenwürde, Autonomie, Evolution, Biotechnologie, Ethik, genetische Determiniertheit, Fortschritt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die moralische Zulässigkeit der Eugenik vor dem Hintergrund darwinistischer Konzepte und verschiedener bioethischer Strömungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Eugenik, der Darwinismus, der Sozialdarwinismus sowie die bioethischen Positionen von Substanzialismus und Subjektivismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist die ethische Einordnung der Eugenik, insbesondere die Frage, nach welchen Kriterien genetische Verbesserungen erfolgen und wie die Rechte schwächerer Mitglieder der Gesellschaft geschützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine diskursive Methode, indem er theoretische bioethische Modelle auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen und Fallbeispiele anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen der Eugenik, die Theorie der Selektion, die bioethische Debatte und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang von Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind Eugenik, Selektion, Menschenwürde, Substanzialismus, Subjektivismus und Bioethik.
Warum wird der Sozialdarwinismus kritisch betrachtet?
Der Sozialdarwinismus wird als ethisch verwerflich eingestuft, da er die Menschenwürde schwächerer Schichten durch den Zwang zur Auslese systematisch untergräbt.
Inwiefern unterscheidet sich der Subjektivismus vom Substanzialismus?
Während der Substanzialismus die Natur des Menschen als heiligen, unantastbaren Wert betrachtet, betont der Subjektivismus die menschliche Autonomie und das Recht auf Selbstveränderung durch technische Eingriffe.
- Quote paper
- Carmen Bartylla (Author), 2004, Diskussion der Eugenik unter Einbeziehung darwinistischer und bioethischer Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44770