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Sozialisierung und Ausbildung im Gefängnis. Ein dänisches Beispiel

Titre: Sozialisierung und Ausbildung im Gefängnis. Ein dänisches Beispiel

Travail de Recherche , 2018 , 15 Pages

Autor:in: Anita Holm Riis (Auteur)

Philosophie - Pratique (Ethique, Esthétique, Culture, Nature, Droit, ...)
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Der vorliegende Artikel fokussiert auf die Ausbildungsmöglichkeiten von Insassen in den dänischen Gefängnissen. Die Sozialisierung, die im Gefängnis erfolgt, wirkt nicht unbedingt fördernd, wenn es darum geht, sich ausbilden zu lassen. Unter anderem bietet die Gefängniskultur den Insassen nicht direkt eine Identität als Studierende. Dieser Artikel untersucht, wie es unter solchen Prämissen möglich ist, eine Ausbildung oder ein Examen während eines Gefängnisaufenthalts zu absolvieren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Sozialisierung und Ausbildung im Gefängnis. Ein dänisches Beispiel

Insassen und das Recht auf Ausbildung

Die Interviewpersonen

Themen und theoretische Grundlage der Analyse

Diskurs der Ausbildung

Selbststudien – eine Wahl der Einsamkeit

Studien mit Freigang

Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie es Insassen in dänischen Gefängnissen unter den gegebenen strukturellen Bedingungen möglich ist, eine Ausbildung oder ein Examen zu absolvieren, und welche Rolle dabei die Sozialisierung sowie die Identitätsbildung als Studierende spielen. Ziel ist es, die Herausforderungen, Hindernisse und Unterstützungssysteme zu identifizieren, denen sich Inhaftierte auf diesem Weg gegenübersehen.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen für Ausbildung im Strafvollzug
  • Die Rolle der Sozialisierung und Gefängniskultur bei der Identitätsentwicklung
  • Methodik der qualitativen Interviews mit aktuellen und ehemaligen Insassen
  • Diskurs und Stigmatisierung im Kontext von Bildung hinter Gittern
  • Herausforderungen und Potenziale bei Selbststudien vs. Studien mit Freigang

Auszug aus dem Buch

Diskurs der Ausbildung

Wie sprechen Insassen, die sich ausbilden lassen, mit anderen Häftlingen über das Thema Ausbildung? Bei dieser Frage muss zwischen verschiedenen Kontexten innerhalb des Gefängnisses unterschieden werden. Befinden sich Häftlinge in der Gefängnisschule, ist Ausbildung natürlich ein implizites Thema. Inhaltlich sprechen sie miteinander über die Fächer – sie können sich z. B. hinsichtlich der Lösung von Aufgaben untereinander helfen. Wenn es um mögliche Ausbildungspläne geht, können sie zudem mit dem Personal reden – Lehrer(innen) der Schule und/oder Supervisor(innen) stehen hier zur Verfügung (Thomsen et al., 2013, S. 16). Wird aber danach gefragt, wie sich die Insassen außerhalb der Schule über das Thema ‚Ausbildung‘ äußern, stellt sich die Situation etwas anders dar. Die Befragten erzählen dann entweder, dass in diesem Kontext überhaupt nicht davon gesprochen wird oder dass sie vielleicht mit einem oder zwei anderen Gefangenen, die sich ebenfalls ausbilden lassen bzw. dies taten, darüber reden/geredet haben.

Basierend auf der Frage, ob es dennoch Reaktionen darauf gibt, dass manche Insassen eine Ausbildung absolvieren, hat sich aber herausgestellt, dass die erste Antwort – dass generell nicht darüber geredet wird – eine zusätzliche Dimension aufweist. Einer der früheren Insassen erzählte hierzu, dass andere Häftlinge kein Verständnis dafür gehabt hätten, dass er sich ausbilden ließ: „Wer zum Teufel will dir denn einen Job geben? (…) Was machst du eigentlich?“ Der damalige Insasse gab den anderen Recht, weil er „es nicht diskutieren wollte“ – obwohl er diese implizite Haltung nicht teilte. Dennoch hatte er sich gegenüber den anderen erklärt: „Ich tue es, um die Zeit zu vertreiben.“

Zusammenfassung der Kapitel

Sozialisierung und Ausbildung im Gefängnis. Ein dänisches Beispiel: Einleitung in die Thematik der Ausbildung im Strafvollzug als Voraussetzung für ein kriminalitätsfreies Leben nach der Entlassung.

Insassen und das Recht auf Ausbildung: Darstellung der rechtlichen Grundlagen und Empfehlungen des Europarates sowie der praktischen Umsetzung und Barrieren in dänischen Gefängnissen.

Die Interviewpersonen: Vorstellung der Auswahlkriterien und des Profils der zehn befragten aktuellen und ehemaligen Insassen.

Themen und theoretische Grundlage der Analyse: Erläuterung der identitätstheoretischen Perspektive, insbesondere basierend auf Axel Honneths Anerkennungstheorie, sowie der zentralen Analysethemen.

Diskurs der Ausbildung: Analyse des Umgangs mit dem Thema Bildung innerhalb der Gefängniskultur und der Reaktionen von Mitinsassen sowie Personal.

Selbststudien – eine Wahl der Einsamkeit: Untersuchung der Herausforderungen und der isolierten Position von Insassen, die durch Selbststudien versuchen, sich von der Gefängniskultur abzugrenzen.

Studien mit Freigang: Analyse des Dilemmas zwischen dem Privileg des Freigangs und der Stigmatisierung durch den Häftlingsstatus in externen Lernumgebungen.

Schlussfolgerung: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung interpersoneller Beziehungen und die Notwendigkeit, Bildung als aktiven Schutz und Aufbau einer neuen Identität zu verstehen.

Schlüsselwörter

Gefängnis, Sozialisierung, Ausbildung, Identität, Strafvollzug, Musterbrechen, Anerkennungstheorie, Selbststudien, Freigang, Stigmatisierung, Gefängniskultur, Mentoring, Reintegration, Resozialisierung, Dänemark.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen von Insassen in dänischen Gefängnissen, während ihrer Haftzeit eine Ausbildung zu absolvieren oder ein Examen abzulegen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Rolle von Identität und Sozialisierung im Gefängniskontext sowie die spezifischen Diskurs- und Interaktionsformen rund um Bildung hinter Gittern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu verstehen, wie Insassen unter den gegebenen Bedingungen eines Strafvollzugs eine Identität als Studierende entwickeln und aufrechterhalten können, trotz der sozialen und kulturellen Barrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin führte eine qualitative Untersuchung durch, basierend auf zehn Interviews mit aktuellen und ehemaligen Insassen, die während ihrer Haftzeit eine Ausbildung durchlaufen haben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Lernsettings wie Selbststudien und den Freigang, die Bedeutung von Mentorenbeziehungen sowie den täglichen Diskurs mit Mitinsassen und dem Gefängnispersonal.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gefängnisidentität, Anerkennungstheorie, Musterbrechen, Selbststudien, Freigang und die soziale Integration im Rahmen des Strafvollzugs.

Welche Rolle spielt die Theorie von Axel Honneth für diese Untersuchung?

Honneths Anerkennungstheorie dient als theoretisches Fundament, um die Identitätsentwicklung der Insassen als dialektischen Prozess zwischen persönlicher Selbstverwirklichung und der Anerkennung durch ihre Umgebung zu analysieren.

Warum empfinden Insassen den Freigang als ambivalente Erfahrung?

Obwohl der Freigang ein Privileg darstellt, erleben die Insassen ein Dilemma: Sie müssen ihren Hintergrund geheim halten oder ihre Identität als Häftling gegenüber ihren Studienkollegen verbergen, was zu einer sozialen Distanz führt.

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Résumé des informations

Titre
Sozialisierung und Ausbildung im Gefängnis. Ein dänisches Beispiel
Université
Aalborg University  (Learning and Philosophy)
Auteur
Anita Holm Riis (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
15
N° de catalogue
V448142
ISBN (ebook)
9783668833371
ISBN (Livre)
9783668833388
Langue
allemand
mots-clé
sozialisierung ausbildung gefängnis diskurs
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anita Holm Riis (Auteur), 2018, Sozialisierung und Ausbildung im Gefängnis. Ein dänisches Beispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448142
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